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Global denken
Erst wenn man globale Zusammenhänge kennt, weiß
man was "lokal handeln" bedeutet
Spätestens die Raumflüge von amerikanischen
und russischen Astronauten mit dem Blick auf den wolkengestreiften blauen
Planeten haben uns deutlich gemacht dass wir nur eine Erde haben, einen
Heimat-Planeten. Die Astronauten haben bestätigt, dass aus der Distanz
des Weltraums Auseinandersetzungen unter den Nationen absurd erscheinen.
Aber dieser eine Planet ist kleiner geworden durch die weltumspannenden
Fluglinien, durch eine schnelle Kommunikation - nicht zuletzt durch das
Internet. Man redet oft vom "globalen Dorf", einem Ort, den
man kennt und schnell durchquert. Urlaube auf den Seychellen oder in Mexiko,
Kiwis aus Neuseeland oder Trauben aus Südafrika. Wir kaufen Autos,
Kameras, Fernseher, die in Japan und Korea entwickelt wurden und irgendwo
in Europa hergestellt worden sind. Auch die Produkte deutscher Unternehmen,
die weltweit vertrieben werden, sind nicht nur in Deutschland hergestellt.
Das oft gebrauchte neue Zauberwort heißt "Globalisierung".
Was heißt denn Globalisierung nun wirklich ?
Es bedeutet in erster Linie weltwirtschaftliche Verflechtung.
Es bedeutet, dass sogenannte transnationale Konzerne ihre Produktion über
den Globus verteilen, um möglichst kostengünstig zu produzieren.
Globalisierung wurde möglich durch den Abbau staatlicher Auflagen
für den Transfer von Kapital, durch internationale Verträge
der WTO (World Trade Organisation). Für viele Staatsmänner ist
Globalisierung eine "Quelle der Hoffnung für die Zukunft",
für mehr Arbeitsplätze, mehr Wohlstand. Aber auch mittelständische
deutsche Unternehmen denken nicht nur an den "Binnenmarkt",
sondern an den Export innerhalb der EU, aber auch an weltweiten internationalen
Absatz.
Was heißt Zukunft denken ?
Bisher ist es im Allgemeinen üblich, dass Eltern
und Großeltern in erster Linie an das Wohlergehen ihrer Kinder und
Enkel denken, wenn sie über die weitere Zukunft nachdenken. Das wird
sehr bald nicht mehr ausreichen. In einer kleiner gewordenen Welt und
bei immer größeren und schnelleren Veränderungen sind
Auswirkungen von globalen Trends auf uns hier in Deutschland
nicht auszuschließen. Das heißt, dass Qualität und Art
der Lebensbedingungen in zwanzig, fünfzig Jahren sehr von den Entscheidungen
heute abhängen.
Heute schon sehen wir, dass sich immer mehr Menschen in Bewegung setzen,
wenn die Lebensbedingungen in ihren Heimatländern untragbar werden.
Die Flüchtlingsströme werden steigen.
Diese Migranten werden dorthin gehen, wo man sicherer, besser und leichter
lebt. Auch aus diesem Grund haben wir ein Stück Verantwortung, dass
die Schere zwischen arm und reich weltweit nicht stetig größer
wird.
Was sind die wichtigsten weltweiten Trends ?
Auf jeden Fall das Ansteigen der Weltbevölkerung.
Durch gezielte Programme zur Geburtenreduzierung in vielen afrikanischen
und asiatischen Ländern ist es gelungen, den jährlichen Zuwachs
an Menschen von 95 Millionen auf heute etwa 87 Millionen zu drücken.
Das ist immer noch ein jährlicher Zuwachs im Volumen wie die Bevölkerung
der Bundesrepublik Deutschland. Heute leben etwas über 6 Milliarden
Menschen auf diesem Globus. Zu Beginn des Jahrhunderts betrug die Weltbevölkerung
erst 1,6 Milliarden Menschen. 1930 waren es zwei Milliarden, 1960 waren
es schon drei Milliarden. Mit beängstigender Geschwindigkeit nimmt
die "Besatzung" des Planeten zu. .
Wie viele werden es 2050, in knapp 50 Jahren sein? Man rechnet mit neun
bis elf Milliarden. Wird es genügend zu essen geben, genügend
Trinkwasser geben für so viele Menschen ?
1972 hatte der Club of Rome, eine Vereinigung führender Wissenschaftler,
die Grenzen des Wachstums aufgezeigt. In einem zweiten Bericht 1992 haben
dieselben Wissenschaftler (Donella und Dennis Meadows) nachgewiesen, dass
die Entwicklungen sich eher verschärft haben. Die wichtigsten Erkenntnisse
dabei sind:
- Es wird weltweit zu viel Energie verbraucht
- Das Weltklima ist in Gefahr durch zu hohen Ausstoß von CO 2.
Wissenschaftler rechnen mit 1-3 Grad Celsius Erhöhung der durchschnittlichen
Temperatur im nächsten Jahrhundert, was beträchtliche Auswirkungen
auf die Landwirtschaft in Europa und Überschwemmungen in diversen
Ländern der Welt haben könnte.
- Der Flächenverbrauch durch Häuser, Straßenbau, Wirtschaftsansiedlungen
nimmt stark zu.
- Der Verlust biologischer Vielfalt nimmt auf der ganzen Welt ab.
- Wasser wird zunehmend in vielen Länder ein Problem.
Und so gibt es noch eine Reihe von durchaus beunruhigenden Themen. Das
Worldwatch Institute gibt jedes Jahr ein Buch heraus "Zur Lage der
Welt", das bei S.Fischer auch auf deutsch erscheint: "Daten
für das Überleben unseres Planeten".
Auswirkungen der Globalisierung
Grenzüberschreitende Transaktionen und Produktionen
lassen den Wettbewerb immer härter werden. Unternehmen tätigen
beträchtlich große Auslandsinvestitionen. Um in diesem weltweitem
Wettbewerb bestehen zu können, werden immer größere Fusionen
oder strategische Partnerschaften geschlossen.
Da der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund steht, werden Umweltprobleme
verschärft. Um zu exportieren, werden jahrhundertealte Naturwälder
abgeholzt, Böden vergiftet, wächst in vielen Gebieten der Welt
die Erosion. Die Entwicklungsländer sind letztlich bei der Globalisierung
die Verlierer.
Globale Partnerschaft als dringende Notwendigkeit
Um die Kluft zwischen reichen und armen Ländern nicht
immer stärker aufreißen zu lassen, ist eine weltweite Verantwortung
der ganzen Weltengemeinschaft notwendig. "Jeder Mensch ist mitverantwortlich
für das gegenwärtige und zukünftige Wohlergehen der Menschheitsfamilie
und für das Leben auf der Erde". So formuliert die Ökumenische
Initiative Eine Welt, die in der Mitte der 70er Jahre im Zuge des erwachenden
ökologischen und entwicklungspolitischen Bewusstseins entstand. Sie
ist eine Lernbewegung für einen neuen Lebensstil, der solidarisch,
einfacher und umweltgerecht ist.
Die ÖIEW unterstützt die Verbreitung der sogenannten Erd-Charta
in Deutschland. Diese sehr lesenswerte Erd-Charta stellt den grundlegenden
und verbindlichen ethischen Rahmen für die Agenda 21 dar und ist
eine Vision für eine globalisierte Welt. Sie wurde vom "Rat
der Erde", vom Internationalen Grünen Kreuz (eine Art "Rotes
Kreuz der Umwelt) und vielen Nichtregierungs-organisationen entworfen.
Sie soll Im September bei der internationalen Konferenz in Johannesburg
von allen Staaten angenommen und bestätigt werden.
Falls Sie weiter lesen möchten, dann finden Sie hier
Informationen zur Erd-Charta
sowie den Infodienst "Echt" zum herunterladen: Echt1,
Echt2 und
Echt3
oder
www.erdcharta.de
- Die deutsche Internetseite zur Erd-Charta.
www.earthcharter.org
- Die internationale Internetseite zur Erd-Charta.
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