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August-Rezept: Griechischer Bauernsalat

August-Rezept: Griechischer Bauernsalat
Wie im Urlaub - der griechische Bauernsalat der rollenden Gemüsekiste versetzt uns beim Essen mental in den Süden und ist somit ein perfektes Gericht für warme Sommertage.
Das leckere und gesunde August-Rezept: griechischer Salat der rollenden Gemüsekiste. Foto: Ökokiste e.V.

Bio, saisonal und vegetarisch: Der griechische Bauernsalat ist ein Klassiker unter den Salaten, der sich für verschiedenste Anlässe eignet. Er ist schnell zubereitet, kalorienarm und schmeckt nach Urlaub!

 

Zutaten

für 4 Portionen

1 Packung Feta

1 Schlangengurke

1 rote Paprikaschote

1 grüne Paprikaschote

1 rote Zwiebel (ca. 100 g)

500 g Tomaten

100 g Oliven (steinlos)

1 Bund glatte Petersilie

2 EL Zitronensaft

1 Knoblauchzehe

 

Zutaten aus eurem Vorrat

5 EL Olivenöl

1,5 TL Oregano (getrocknet)

Salz, Pfeffer

 

Zubereitung

1. Den Schafskäse mit 1 EL Olivenöl beträufeln, mit 1/2 TL Oregano bestreuen und in Würfel schneiden.

2. Gurke der Länge nach vierteln und die Längsstücke quer in 1-2 cm breite Stücke schneiden. Paprika putzen und in Streifen schneiden, diese nochmal halbieren. Zwiebel in feine Ringe schneiden. Tomaten je nach Größe in Viertel oder Achtel schneiden. Oliven ggf. abtropfen lassen. Petersilie fein hacken.

3. Alle Zutaten sehr vorsichtig in einer großen Schüssel miteinander verrühren und auf einer Servierplatte, auf Tellern oder in Salatschalen anrichten.

4. Für das Dressing das restliche Olivenöl, Zitronensaft, die feingehackte Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer gut verrühren und über den Salat gießen. Mit restlichem Oregano bestreuen.

 

Kalorien und Co

Das Gericht ist vegetarisch.

Schwierigkeitsgrad: leicht

Zubereitungszeit: 20 Minuten

Pro 100 g: 461 kJ / 110 kcal

F: 9 g, davon 0,8 g gesättigte Fettsäuren, K: 2 g, davon 1 g Zucker, E: 3 g, Salz: 0,15 g

 

Tipp

Dazu passt wunderbar Fladenbrot. Wer mag, kann sich auch einen Weißwein, z.B. einen Sauvignon Blanc dazu schmecken lassen.

 

 

Rezept: Rollende Gemüsekiste

Vielen Dank an die rollende Gemüsekiste, die uns dieses Rezept für ein leichtes, leckeres Sommergericht mit Bio-Zutaten passend zur Jahreszeit zur Verfügung gestellt hat.

Die rollende Gemüsekiste ist ein Lieferservice für Bio-Produkte im Raum Augsburg und Bayerisch-Schwaben.

Praktisch: In einer fertigen Rezeptkiste bekommt ihr alle Zutaten für dieses Rezept nach Hause geliefert! Noch mehr Rezepte und Produkte für ein nachhaltiges Leben findet ihr auf der Seite der rollenden Gemüsekiste: www.rollende-gemuesekiste.de

 

 

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Leckere Oster-Rezepte vom Weltladen Augsburg

Leckere Oster-Rezepte vom Weltladen Augsburg
In dem Osterlamm, den Karottenmuffins oder den Orangenplätzchen sind jede Menge fair gehandelter Zutaten.
Orangenplätzchen, gebacken nach einem Rezept des Weltladens Augsburg mit vielen fair gehandelten Zutaten. Foto: Henriette Seydel / Weltladen Augsburg

Ob für den Osterbrunch oder als Mitbringsel zur Osterfeier – Selbstgebackenes kommt immer gut an, vor allem, wenn die Zutaten fair und bio sind. Die Mitarbeiter*innen des Weltladens Augsburg haben dem Lifeguide drei ihrer leckersten Oster-Rezepte verraten. In dem Osterlamm, den Karottenmuffins oder den Orangenplätzchen sind jede Menge fair gehandelter Zutaten. Und wer zum Stöbern in den Weltladen geht, findet für sein persönliches Oster-Rezept ganz sicher weitere Zutaten.

 

Im  Weltladen Augsburg könnt ihr euch zu jeder Jahreszeit inspirieren lassen und findet für viele Gelegenheiten witzige Geschenke und nachhaltige Mitbringsel, leckere und fair gehandelte Schokolade oder tolle Deko-Artikel, wie Kerzen und Gefilztes. Bei einem Streifzug durch die farbenfrohen Regale kommt richtig gute Stimmung auf!. Für alle, die gern mit Listen arbeiten und Häkchen machen, gibt es jetzt auf der Weltladen-Seite die "Checkliste Ostern - eine Fairanstaltungshilfe".

 

Für Osternester liefert uns übrigens die Natur die besten "Zutaten", wie Zweige, Moos oder kleine Steine. Ideen liefert Katrin Mayer aus Horgau in ihrem Artikel Osternester ganz natürlich.

 

Rezepte:

Alle Zutaten, die mit einem ° gekennzeichnet sind, findet ihr fair gehandelt im Weltladen Augsburg. Den Rest, wie Bio-Eier, Butter oder Mehl gibt es in einem der zahlreichen Lifeguide-Läden – einfach unter dem Stichwort „Lebensmittelläden" stöbern.

 

Osterlamm

Symbolisch für das Lamm Gottes stellt das süße Schoko-Osterlamm ein Symbol für Reinheit und Frieden dar. Neben Ostereiern und Hefezopf ist auch das Osterlamm vielerorts Brauchtum. Zum Backen wird eine spezielle Form benötigt, die dem Teig seine Lammform gibt.

Zutaten:

  • 2 Eier
  • 125 g weiche Butter
  • 110 g Zucker°
  • 1 Pk. Vanillezucker°
  • 1 Prise Salz°
  • 100 g Mehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 60 g gemahlene Mandeln°
  • etwas Butter und Mehl/Semmelbrösel für die Form
  • 200g weiße Schokolade°
  • bisschen Vollmilchschokolade° oder Rosinen° für die Augen

Zubereitung:

  • Da alle Zutaten etwa Zimmertemperatur haben sollten, diese etwa 30 Minuten vor der Zubereitung bereitstellen.
  • Die Lammform einfetten und mit Mehl oder Semmelbröseln bestäuben. Den Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) oder 160 °C (Heißluft) vorheizen.
  • Für den Rührteig die Eier trennen und das Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers zu steifem Schnee schlagen.
  • Anschließend die Eigelbe mit dem restlichen Zucker, dem Vanillezucker, der Butter und dem Salz schaumig schlagen.
  • Mehl mit Backpulver und Mandeln vermischen und unterrühren. Nun vorsichtig den Eischnee unterheben.
  • Den Teig in die Form geben und das Lamm auf dem untersten Rost etwa 30 bis 45 Minuten backen.
  • Nach dem Backen die Form aus dem Ofen nehmen und etwa 10 Minuten auskühlen lassen. Anschließend das Lämmchen vorsichtig aus der Form lösen und auf einem Kuchenrost  auskühlen lassen.
  • 2/3 der weißen Schokolade schmelzen, das restliche Drittel raspeln. Mit der flüssigen Schokolade das vollständig abgekühlte Lamm  überziehen, anschließend sofort mit den Raspeln bestreuen. Sobald alles (an)getrocknet ist, mit einem Holzspieß und der dunklen geschmolzenen Schokolade Augen, Ohren und Mund nachzeichnen (alternativ Rosinen als Augen ran“kleben“).

 

Karottenmuffins

Zutaten:

  • 225g Karotten
  • 225g Mehl
  • 1/2 Pck. Backpulver
  • 1 Prise Salz°
  • 140g brauner Zucker°
  • abgeriebene Schale einer Orange
  • 2 TL Zimt°
  • 115g gehackte und geröstete Haselnüsse°
  • 55g Kokosflocken°
  • 2 Eier
  • 150ml Sonnenblumenöl
  • ca. 50ml Orangensaft°
  • 225g Frischkäse, 85g Butter, 115g Puderzucker für die Glasur
  • 250g Marzipan und Lebensmittelfarbe für die Möhrchendeko

 

Zubereitung:

  • Den Backofen auf 180° vorheizen und die Muffinform mit Papierförmchen auslegen.
  • Karotten reiben.
  • Das Mehl mit dem Backpulver in eine Schüssel sieben, anschließend mit den Karotten, Salz, Zucker, Orangenschale, Zimt, Nüssen und den Kokosflocken vermischen.
  • Die Eier verquirlen und mit dem Öl und dem Saft zur Teigmischung geben. Alles gut verrühren.
  • Jetzt den Teig in die Förmchen füllen und für etwa 20-40 Minuten in den Ofen schieben.
  • Für die Glasur Frischkäse, Butter und Puderzucker vermischen, und die abgekühlten Muffins bestreichen.
  • Das Marzipan orange und grün färben und Karotten formen. Damit die Muffins dekorieren.

Orangenplätzchen

Zutaten:

  • 2 Eier
  • 250g weiche Butter
  • 150g Zucker°
  • 1 EL Orangensaft
  • 400g Mehl
  • 1/4 TL Backpulver
  • Orangensaft° und Puderzucker für die Glasur
  • Dekoperlen, Schokolinsen, Zuckerstreusel, etc.

Zubereitung:

Mit allen Zutaten einen Mürbeteig kneten, diesen kühlstellen und anschließend ausrollen. Jetzt verschiedene österliche Figuren ausstechen und bei 180° im Ofen abbacken. Nachdem die Plätzchen abgekühlt sind, können sie mit Zuckerguss und sonstiger essbaren Deko verziert werden.

 

Guten Appetit und Frohe Ostern!

 

Erstveröffentlichung im Lifeguide: 10.4.2019

Osterbäckerei, Weltladen Augsburg, Osterplätzchen, Kekse, Augsburg, Foto: Henriette Seydel, Osterhase
Osterlamm, gebacken nach einem Rezept des Weltladens Augsburg mit vielen fair gehandelten Zutaten. Foto: Henriette Seydel/ Weltladen Augsburg
Osterbäckerei, Weltladen Augsburg, Osterplätzchen, Kekse, Augsburg, Foto: Henriette Seydel, Osterhase
Karottenmuffins, gebacken nach einem Rezept des Weltladens Augsburg mit vielen fair gehandelten Zutaten. Foto: Henriette Seydel/Weltladen Augsburg
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Umweltfreundlich Grillen

Umweltfreundlich Grillen
Sind die Tage lang und die Abende mild, spielt sich das Leben draußen ab. Dann werden die Grills angeworfen, dann ziehen verführerische Düfte durch Hinterhöfe, Gärten und Grünanlagen.
Grillfest. Foto: Cynthia Matuszewski

Später sind nicht nur die Mägen gut gefüllt, sondern häufig leider auch die Mülltonnen. Hier findet ihr einige Tipps zum umweltfreundlichen Grillen.

 

1. Hände weg von Einweg-Grills.

Diese Schalen aus Aluminium sind mit Holzkohle und Grillanzünder bereits komplett ausgestattet.  Beim Discounter oder an der Tankstelle werden sie teilweise schon für weniger als zwei Euro das Stück angeboten. Das ist zwar billig und klingt sehr praktisch, ist aber aus ökologischer, gesundheitlicher und geschmacklicher Sicht ein absolutes No-Go. Einweg-Grills werden mit hohem Energieaufwand produziert und verursachen viel überflüssigen Abfall. Da sie keine Beine haben, verbrennen beispielsweise die Rasenflächen unter ihnen. Und gesund ist das Grillen auf dem Einwegschrott schon gar nicht: „Köstliche“ Chemikalien werden als Anzünder der Kohle entweder direkt zugesetzt oder als eine Art Vlies darüber gelegt – und deren Reste gelangen in euer Essen.

 

2. Sucht euch die richtige Grillkohle aus.

Viele der so schön glühenden Kohlen waren vor kurzem noch Urwaldbäume. Daher beim Kauf der Kohle bitte unbedingt darauf achten, dass die Kohle aus heimischem Laubholz stammt. Das DIN-Prüfzeichen hilft dabei: Es sichert einen Mindeststandard an Qualität und geringer Umweltbelastung und stellt sicher, dass die Holzkohle kein Pech, Erdöl, Braunkohle oder Kunststoffe enthält. Eine Gewähr für Rohstoffe aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung bietet das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC). Eine ökologische Alternative sind Briketts aus Olivenkernen aus der Olivenölproduktion. Sie brennen sehr ausdauernd und verursachen wenig Funkenflug.

 

3. Habt Geduld mit der Glut.

Einen schönen Wuff gibt es, wenn man Brennspiritus als Grillanzünder verwendet. Davon – wie auch von Benzin oder Lampenöl – ist aber wegen der Verbrennungsgefahr abzuraten. Habt also lieber ein wenig Geduld und bringt eure Grillfeuer auf ungefährliche Weise zum Glühen: Es gibt umweltfreundliche Grillanzünder aus wachs- oder ölgetränkten Holzfasern, die im Gegensatz zu Produkten aus mineralölbasierten Bestandteilen auch keine unerwünschten Gerüche freisetzen und das gegrillte Essen nicht unnötig mit Giftstoffen „würzen“. Zerknülltes Papier ist bei Holzkohle übrigens recht wirkungslos, auch Kiefernzapfen verbrennen zu schnell und sind wahre Funkenschleudern.

 

4. Reduziert den Aluminiumverbrauch.

Alufolie ist sehr praktisch, um Kartoffeln einzuwickeln oder die vielfältig zu befüllenden Päckchen herzustellen. Alternativ zur Folie eignen sich Bananenblätter oder große Kohl-, Mangold-, Rhabarber- oder auch Weinblätter sehr gut. Dazu feste Blätter kurz blanchieren, damit sie sich besser wickeln lassen.  Wenn das Päckchen nur indirekt gegrillt wird, also nicht auf der Glut liegt, könnt ihr es auch mit zwei oder drei Lagen Backpapier versuchen, das innen und außen mit Wasser befeuchtet wurde. Bananen werden in der eigenen Schale gegrillt. Statt Einweg-Aluschalen sollten Schalen aus Edelstahl verwendet werden.

 

5. Verwendet nachhaltig erzeugte Lebensmittel.

Kauft möglichst Gemüse, Obst und Käse aus der Region. Beste Qualität bringen Obst und Gemüse mit, wenn sie Saison haben. Dann überzeugen sie durch Frische und Geschmack, da sie nicht (ewig) weit transportiert wurden und unter freiem Himmel reifen durften. Um der Lebensmittelverschwendung etwas entgegen zu setzen, kauft auch Gemüse und Obst, das nicht dem gemeinen Schönheitsideal der Käuferinnen und Käufer oder den Supermarktketten entspricht.

 

Wo immer möglich, solltet ihr Waren aus ökologischem Landbau verwenden. Das ist besonders bei Produkten tierischen Ursprungs wichtig: Die Anforderungen für die Tierhaltung sind beim biologischen Landbau deutlich höher als in der konventionellen Landwirtschaft. Nochmals anspruchsvoller als beim EU-Ökosiegel ist der Tierschutzaspekt bei den anerkannten Bio-Anbauverbänden wie Bioland, Naturland oder Demeter. Hier haben die Tiere beispielsweise mehr Platz in den Ställen, haben Auslauf unter freiem Himmel, dürfen grasen und bekommen nur Antibiotika wenn sie krank sind. 

 

Und auch wenn es vielen schwerfällt: Beim Grillen muss es nicht immer Fleisch sein. Gestern kamen die Grillfleisch-Alternativen nicht über Salat und Baguette oder gegrillten Maiskolben hinaus! Heute ist vegetarisch Grillen längst salonfähig geworden. Ob gefüllte Paprika oder Zucchini, Gemüse- und Seitanspieße, Grillkäse und Fetapäckchen, marinierte Austernpilze oder sogar Maultaschen – der Fantasie sind beim fleischlosen Grillen keine Grenzen gesetzt. Einige vegetarische Rezepte findet ihr im Lifeguide.

 

Und solltet ihr euch für Fisch entscheiden, achtet auf das MSC-Siegel. Es steht für „Marine Stewardship Council“, einer vom World Wide Fund for Nature (WWF) und Unilever gegründeten Organisation, die sich weltweit für verantwortungsvolle, nachhaltige Fischerei einsetzt.

 

6. Verzichtet auf Einweggeschirr…

 … und nehmt euren Müll mit. Leider quellen an beliebten Grillplätzen wie an Lech und Wertach, an den Badeseen oder im Siebentischwald an Wochenenden die Mülltonnen über. Auf den Wiesen und Kiesbänken werden leider immer wieder Einweggrills, Pappteller, Wurstverpackungen, Flaschen und Kronkorken „vergessen“. Die schönsten Orte werden so schnell vermüllt und unattraktiv. Abgesehen davon, dass der Müll vom Winde verweht und von den Flüssen in die Meere getragen wird. Also muss auch das Selbstverständliche angesprochen werden: Nehmt bitte euren Müll wieder mit nach Hause. Und spart Ressourcen, indem ihr richtiges Geschirr oder spülbare Plastikteller – und Becher nutzen.

 

7. Denkt an die Natur und die Anwohnerinnen und Anwohner.

Wenn ihr in der Natur grillt, haltet euch bitte an die Verbote und grillt nur dort, wo es gestattet ist. Achtet darauf, dass fliegende Funken keine Bäume in Brand setzen können und respektiert  die Ruhezonen für Tiere. Auch in Städten ist Grillen nicht überall erlaubt, um die Anwohner*innen vor zu viel Rauch zu schützen. Grundsätzlich ist Grillen im Garten und auf Balkonen oder in Mehrfamilienhäusern aber nicht verboten. Nehmt auf jeden Fall Rücksicht auf die Nachbarschaft und macht möglichst wenig Qualm.

 

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BUCHTIPP Feine Grillrezepte, die ohne Fisch und Fleisch auskommen, stellt das Buch "Sehr gut vegetarisch grillen" unseres Redakteurs Torsten Mertz vor. Das Buch ist im örtlichen Buchhandel erhältlich.

 

Erstveröffentlichung: Dieser Artikel wurde am 13.7. 2016 im Lifeguide veröffentlicht. 

 

Forest Stewardship Coubcil Logo
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zertifizierte, nachhaltige Fischerei, MSC
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Wildkräuter für jeden Monat

Wildkräuter Kalender
Das schöne an Kräutern: Sie können als Tee, würziges Pesto, Smoothie oder zarte Gemüsebeilage genutzt werden: Ein Familienkalender mit vielen Infos.
Kräuterkalender mit Löwenzahn von Markus Siefer

Viele Kräuter sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen und haben heilsame Wirkungen. Brennnesseln, Löwenzahn oder Giersch sind noch die bekanntesten, doch es gibt noch viele mehr. Der Kalender hilft, sie kennen und nutzen zu lernen.

 

Gemeinsam mit der Kommunikationsdesignerin Alina Mirwald hat Markus Siefer nun ein buntes Potpourri an Wildkräutern in einen Kalender gepackt. Seit mehr als fünf Jahren ist der Kulturwissenschaftler schon in Sachen Kräutern unterwegs. Am Umweltzentrum in Kreppen bietet er regelmäßig Kräuterführungen an und weiß vieles über die wilden schmackhaften Gewächse zu berichten. Irgendwann hat er dann angfangen, die verschiedene Pflanzen zu photographieren und Steckbriefe über die jeweilige Pflanze zu erstellen. Daraus ist dann der Familienkalender für 2022 entstanden, der jezt für 15 Euro zu kaufen ist.

 

Zu kaufen gibt es den Kalender bei SBG Copy im Univeriertel, Salomon-Idler Straße 24F
Mehr Infos bei Markus Siefer: 0157-31145800 oder wildpflanze@posteo.de

Übersicht über die Seiten des Kräuterkalenders 2022 von Markus Siefer
Kräuterkalender 2022
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David bäckt - plastikfreie Weihnachtsbäckerei

David bäckt - plastikfreie Weihnachtsbäckerei
David Blättners Lieblingsplätzchen sind Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade
Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner

Im Rahmen der Rezeptserie „David kocht“ stelle ich euch hier im Lifeguide die nachhaltigen Lieblingsrezepte von Augsburger Kochprofis vor. Diese Rezepte stammen direkt aus den Küchen von nachhaltigen Restaurants in Augsburg, wie dem Bio-Hotel Bayerischer Wirt, dem Café dreizehn oder von den Lokalhelden. Mit Fotos von diesen köstlichen Gerichten will ich euch Lust auf's Selber-Kochen machen. Denn bio, regional oder vegan zu kochen, macht nicht nur Spaß, sondern ist auch leicht und lecker!

 

Dieses Mal läuft es ein bisschen anders. In meinem Sonderbeitrag „David bäckt“ will ich euch meine eigene Lieblingsleckerei in der Adventszeit vorstellen. Denn wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit, um es sich zu Hause mit Weihnachtsmusik gemütlich zu machen und Plätzchen zu backen?

 

Mein Rezept ist außerdem ein supergutes Beispiel dafür, wie du beim Backen Plastikmüll vermeiden kannst. Es bekommt eine Einschätzung zu Dauer, Preis und Schwierigkeit. Am Ende stehen noch ein paar Tipps für dich zum plastikfreien Backen. Du wirst sehen, das ist viel leichter als du denkst!

 

Zum Rezept: Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade

Schwierigkeit: Leicht

Dauer: ca. eine halbe Stunde

Kosten: insgesamt ca 6-7 €. Eingekauft habe ich an der Unverpackt-Theke vom Biosupermarkt Basic in Göggingen. Alles in allem haben die Nüsse und Mandeln am meisten gekostet. Für ein Backblech schätze ich die Kosten auf 3 €.

Zutaten für ein Backblech:

Für den Teig:

  • 200g Haferflocken
  • 50g Weizen oder Dinkelmehl
  • 125g Zucker
  • 100g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 120g gemischte Nüsse (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse)
  • Eine Prise Zimt, Muskat und Pfeffer

Für das Backblech:

  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 Hand voll Semmelbrösel
  • Außerdem: Marmelade. Ich empfehle Orangenmarmelade, aber andere Sorten gehen genauso.

 

 

Hier findest du ein erstklassiges Rezept, um Orangenmarmelade selbst zu machen.

Nüsse und Mandeln grob hacken. Die Hälfte der Butter in eine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze aufschäumen lassen. Den Ofen währenddessen auf 160 Grad vorheizen. Wenn die Butter heiß ist und Blasen wirft die Hälfte des Zuckers hinzugeben. Warten, bis die Butter und der Zucker leicht braun werden, dann die Nüsse, sowie eine Prise Zimt, Muskat und Pfeffer hinzugeben und karamellisieren lassen. Dann Nüsse aus der Pfanne nehmen und mit dem Rest der Butter und dem Ei in eine Schüssel geben und im Mixer oder mit dem Zauberstab kurz pürieren.

 

Die nun entstandene dickflüssige Masse mit dem Mehl, den Haferflocken und dem restlichen Zucker zu einem Teig verkneten. Wenn der Teig zu trocken ist einen Schuss Mandelmilch (oder andere) hinzufügen, wenn er zu weich ist ein wenig mehr Mehl hinzugeben. Mehl auf der Arbeitsfläche verteilen und den Teig mit einem Nudelholz auf einen halben Zentimeter Dicke (oder etwas mehr) ausrollen und kurz ruhen lassen.

 

Die zwei Esslöffel Pflanzenöl mit einem Pinsel auf einem Backblech verteilen und eine Handvoll Semmelbrösel darauf verstreuen (dient als Ersatz für Backpapier). Die Plätzchen mit einem Glas ausstechen und auf dem Backblech verteilen. Das Backblech in den Ofen schieben und die Plätzchen ca. 20 min bei Umluft backen.

 

Die Plätzchen nach 20 Minuten aus dem Ofen nehmen, die Hälfte mit der Marmelade bestreichen und die andere Hälfte als Deckel verwenden. Anschließend 1-2 Stunden unabgedeckt auskühlen lassen. Fertig sind die leckeren Haferplätzchen!

 

 

Hier noch einige Tipps zum plastikfreien Backen vom Forum Plastikfreies Leben:

Um Plastik beim Backen zu vermeiden kannst du:

  • Mehl in einer Großpackung von der Mühle kaufen
  • Mandeln & Nüsse unverpackt oder in einer Großpackung kaufen und selbst mahlen, hacken oder rösten
  • Backpulver selber machen: Für 500 g Mehl brauchst du 5 g Natron und 6 Esslöffel Zitronensaft. Das Natron unter das Mehl mischen, den Zitronensaft zum Schluss zum Teig hinzugeben
  • Hefe unverpackt beim Bäcker kaufen (nur in Bäckereien, die noch selbst backen), z.B. Degle in Göggingen
  • Milch, Sahne etc. in Pfandflaschen kaufen
  • Öl statt Butter / Margarine verwenden

 

Ersatz für Backform oder Backpapier:

  • Statt Backpapier kannst du das Backblech einfetten und mit Mehl oder Semmelbröseln bestäuben
  • nimm keine beschichteten Backformen sondern Formen aus Edelstahl, Glas, Keramik oder Emaille
  • Schnapsgläser oder Saftgläser kannst du als Keksausstecher benutzen

 

Kekse oder Kuchen kannst du plastikfrei verpacken mit:  

  • Stoffsäckchen
  • Stoffservietten
  • Küchenhandtüchern (z.B. für Stollen)
  • in Butterbrotpapier mit Packschnur
  • gebrauchten Keksdosen
  • Bienenwachstüchern

 

 

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Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
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Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
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Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
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Nachhaltig Schenken

Nachhaltig Schenken
Schöne, kleine Alternativen zum Konsumrausch

Viele nehmen sich zu Weihnachten vor, dem Konsumwahn etwas entgegenzusetzen und von gekauften Geschenken abzusehen. Doch dann schenken die Freunde Plätzchen, man genießt wetterbedingt wieder mehr die Gastfreundschaft in den vier Wänden von Bekannten und möchte sich schließlich für die Aufmerksamkeiten revanchieren. So verlockend es ist, im Dekoladen oder Billigshop um die Ecke noch schnell eine Kleinigkeit zu besorgen, es gibt viele Möglichkeiten die Liebsten stattdessen mit selbst gemachten und nachhaltigen Kleinigkeiten zu überraschen. Hier ein paar Tipps:

Back- oder Trinkschokoladen-Mischung

Dabei werden die trockenen Zutaten für Kuchen, Muffins oder Trinkschokoladen in einem verzierten Altglas backfertig abgefüllt und eine kleine Rezeptkarte angehängt. Für eine Trinkschokoladen-Mischung werden zum Beispiel 1-2 TL Kakaopulver mit Schokoladentropfen, (veganen) Marshmallows, Zucker, Chili-, Zimt- oder auch Kardamompulver schichtweise in ein Fläschchen oder Glas gefüllt. Die Mischung reicht für etwa 300 ml Trinkschokolade mit heißer Milch oder Pflanzenmilch. Alle Zutaten gibt es im Reformhaus, aus biologischem Anbau oder im Fair Trade Handel.

 

Leckeres selbst Gekochtes oder süße Brotaufstriche

Über selbst gemachte Marmelade, Pesto oder Kräuteröl im hübsch verzierten Altglas freut sich sicherlich jeder. Neuer Trend: süße Aufstriche, z. B. Spekulatius-Creme, Cashew-Creme oder Chocolate-Chip-Butter. Für eine Chocolate-Chip-Butter werden 180 g Kekse mit Schokoladenstückchen im Mörser oder der Küchenmaschine zerkleinern. Hinzukommen 2-3 EL Milch und 1 EL Butter. Die Masse wird gut vermengt, in kleine Gläser abgefüllt und kaltgestellt (ergibt ca. 180 g Aufstrich). Statt Milch und Butter können auch vegane Alternativen verwendet werden. Wer Zutaten aus dem Bioladen verwendet, tut sich und der Umwelt noch mehr Gutes.

 

Stricken oder Häkeln

Das ist die wahrscheinlich zeitaufwendigste Art seine Liebsten zu beschenken. Die Klassiker wie Schal, Tasche oder Topflappen werden immer gerne entgegengenommen. Ein Trend sind derzeit Amigurumi: niedliche Tierfiguren, die auch als Schlüsselanhänger oder für ein Mobile verwendet werden können. Anleitungen sind im Internet in Handarbeitsforen oder auf Youtube zu finden. Mit Bio-Baumwolle wird das Ganze sogar noch nachhaltiger.

 

Kleinigkeiten nähen

Aus altem Stoff können schöne Kleinigkeiten wie Lesezeichen, kleine Handwärmer oder Münztäschchen für den Schlüsselbund genäht werden. Für die Handwärmer ca. 17 x 8 cm große Streifen ausschneiden und auf der Innenseite zur Hälfte falten. Die offenen Seiten ca. 0,5 cm vom Rand entfernt zusammennähen, am Ende einen ca. 2 cm großen Schlitz lassen. Den Stoffbeutel durch den Schlitz nach außen drehen, mit Reis- oder Dinkelkörner befüllen (Trichter verwenden) und schließlich den Schlitz zunähen. Die Handwärmer können vor ihrem Einsatz im Backofen, in der Mikrowelle oder am Heizkörper aufgewärmt werden.

 

Grüne Geschenke

Wer zu Hause mit einer grünen Oase gesegnet ist, kann seinen Liebsten Ableger der eigenen Pflanzen schenken. Gerade über Aloe Vera-Pflanzen freuen sich viele wegen ihrer zusätzlichen Heilungsqualitäten. Aber auch andere Zimmerpflanzen-Familien, zum Beispiel Grünlilie, Palmen oder Efeu, können durch Abnehmen und Einpflanzen der Ableger mit den Lieben geteilt werden.

 

Kostet gar keine Zeit…

Wenn die Zeit zum Do-it-yourself fehlt, kann Geld an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden. Die Spendenquittung wird dann auf den Namen des Beschenkten ausgestellt. Wer hätte nicht gerne ein Stück Regenwald im eigenen Namen gerettet?Besteht Interesse an regionalen und ökologischen Lebensmitteln, kann eine Gemüsekiste interessant sein. Bestellt wird diese in den Online-Shop der Unternehmen. Bei der Bestellung werden die Lieferadresse des Empfängers und das gewünschte Lieferdatum angeben. Der Beschenkte sollte im Liefergebiet der Gemüsekiste wohnen.

 

Nachhaltig verpacken

Wer sein Geschenk nachhaltig abrunden will verwendet als Geschenkpapier alte Zeitungen oder Zeitschriften. Geschenkbänder müssen nicht aus Plastik sein, sie können zudem aus alten Stoffen selbst produziert werden. Fortgeschrittene Verpacker verschließen ihre Geschenke ohne Klebestreifen. Die richtige Falttechnik macht’s, dazu gibt es im Internet zahlreiche Anleitungen. Statt langen Klebestreifen reicht oft auch einen Tropfen Flüssigkleber.

Erstveröffentlichung dieses Textes: Dezember 2016

Ob süß oder salzig: Selbst gemachter Brotaufstrich ist das perfekte Mitbringsel! Foto: Karin Wehle
Ob süß oder salzig: Selbst gemachter Brotaufstrich ist das perfekte Mitbringsel! Foto: Karin Wehle
Mmmmh, der Inhalt dieses Röhrchens ist die Basis für eine hervorragende Trinkschokolade. Foto: Karin Wehle.
Mmmmh, der Inhalt dieses Röhrchens ist die Basis für eine hervorragende Trinkschokolade. Foto: Karin Wehle.
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Rot-grüner Couscous-Salat

Rot-grüner Couscous-Salat
Ein Rezept zum vegetarischen (Grill-)Fest
Rot-grüner Couscoussalat

Dieser Eyecatcher ist der absolute Hit unter den Beilagensalaten – und das zu jeder Gelegenheit. Auch wenn das Auge hier ganz sicher gerne mitisst, auch Zuge und Gaumen werden sich an der mild-würzigen Kombination erfreuen. Der Salat lässt sich sehr gut einige Stunden vor dem Servieren vorbereiten und kühl aufbewahren.

Für 6 oder 8 Portionen (je nach Größe der Gläser)

Zubereitungszeit ca. 40 Minuten

 

Zutaten

400 g Rote Bete

200 g Couscous

Salz, Pfeffer

2 EL Apfelessig

3 EL Öl

1 TL Senf

1 EL Zitronensaft

2 reife Birnen

2 Handvoll Kräuter (Schnittlauch, Petersilie, Sauerampfer und andere Wildkräuter)

1 Schalotte

1 Knoblauchzehe

2-3 cm frischer Ingwer

1 EL Koriandersamen (gemahlen)

2 TL Zucker

zum Servieren: Gläser (z.B. 6 Weckgläser á 250ml)

 

Zubereitung

1. Rote Bete schrubben oder schälen, in daumendicke Würfel schneiden und in etwa 350 ml Salzwasser bissfest köcheln. Das rote, noch heiße Kochwasser in eine Schüssel abseihen, unter den Couscous mischen und ziehen lassen bis der Couscous angenehm bissfest ist (ca. 10-15 Minuten). Eventuell noch etwas heißes Wasser unterrühren. Hin und wieder mit einer Gabel auflockern. Kräftig mit Pfeffer würzen und ggf. mit Salz abschmecken.

2. Aus Essig, Öl, Senf, Zitronensaft, Pfeffer und Salz eine Vinaigrette anrühren. Birnen entkernen und in Scheibchen schneiden. Die Kräuter fein hacken und zusammen mit den Birnenscheibchen in der Vinaigrette ca. 20 Minuten marinieren.

3. Schalotte, Knoblauch und Ingwer schälen und fein würfeln. Zusammen mit den Rote-Bete-Würfeln, den Koriandersamen und dem Zucker in Öl scharf anbraten und karamellisieren lassen.

4. Etwa ein Drittel der Rote-Bete-Würfel pürieren und unter den Couscous heben. Die Würfel ebenfalls untermengen. Noch einmal mit Pfeffer und Salz abschmecken.

5. Abwechselnd rotes Couscous und grüne Birnen-Kräuter-Mischung in Gläser einfüllen. Obenauf ein paar Kräuter oder Blüten streuen.

 

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Dieses Rezept entstammt dem Buch "Sehr gut vegetarisch grillen". Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Stiftung Warentest.

Rot-grüner Couscoussalat
Rot-grüner Couscoussalat
Cover Sehr gut vegetarisch grillen
Cover Sehr gut vegetarisch grillen
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Hilfe, mein Kind isst Fleisch

Hilfe, mein Kind isst Fleisch
Kolumne von Torsten Mertz. Er ist seit 30 Jahren Vegetarier. Sein Sohn im Grundschulalter würde am liebsten zu jeder Mahlzeit Geflügel, Schnitzel, Wurst oder Fisch konsumieren...
(c) Adobe Stock / maximilian_100, Fleisch, Kind, essen

Es gab eine Zeit, da ploppten überall Ratgebertexte auf, die „Hilfe, mein Kind ist Vegetarier!“, „Kind, fehlt dir was?“ oder gar „So gefährlich ist vegane Ernährung für Kinder“ betitelt waren. Vor wenigen Jahren war ein heranwachsender Fleischverweigerer am Essenstisch noch Garant für familiäre Krisen und auch heute ist das Thema noch für zahlreiche Eltern eine echte Herausforderung.

 

Problematisch ist ein vegetarisch essendes Kind meist dann, wenn die Eltern selbst sich mit dem Thema fleischlose oder gar vegane Küche noch nicht beschäftigt haben. Dann glaubt man schnell, das Kind müsse unternährt sein und könne sich nicht gesund entwickeln.

 

Was ist aber, wenn es – wie bei mir – andersherum ist? Seit ich 20 bin, und das ist bei mir über 30 Jahre her, esse ich kein Fleisch mehr, keinen Fisch und möglichst wenig andere tierische Produkte. Und ich möchte behaupten, dass ich ziemlich genau weiß, wie der Mensch an alle benötigten Nährstoffe kommt. Entsprechend ist auch unsere heimische Küche ausgerichtet: Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Kartoffeln, Gemüse, gute Öle und so weiter. Fast immer alles frisch zubereitet.

 

Unsere großen Töchter konnten wir noch zufriedenstellen mit unserem recht bunten Nahrungsangebot – immer verbunden mit der Freiheit, bei Freund:innen, beim Imbiss oder im Restaurant zu essen, was sie wollten. Da waren natürlich häufig auch Hähnchen, Burger oder Döner dabei. Und zu besonderen Anlässen konnten sie sich auch zuhause mal etwas Fleischiges wünschen. Zu Vegetarierinnen wurden sie in unserer Obhut nicht, aber sie waren auch mit der Küche der Eltern zufrieden.

 

Fleisch oder Nudeln

Anders bei unserem Sohn im Grundschulalter: Der würde am liebsten jeden Tag und zu jeder Mahlzeit Geflügel, Schnitzel, Wurst oder Fisch konsumieren. Und jetzt ist es an mir, um Hilfe zu rufen: Ich bekomme meinen Sohn ohne Fleisch nicht satt – er mag einfach so gut wie nichts anderes – außer Nudeln mit purer Tomatenpampe! Und kein Ratgeber hilft mir hier weiter.

 

Ich habe natürlich alles versucht: habe erklärt, warum ich selbst kein Fleisch esse und dass Tiere Lebewesen sind, die für unser Essen getötet werden müssen – zu unterschiedlichsten Anlässen, aber ohne Druck. Aber mehr als die ernsthaft interessierte Frage, „welches Tier ist das“, hat sich daraus nicht entwickelt. Auch Mitgefühl für die getötete Kreatur habe ich nicht wecken können. Klar ist auch meinem Sohn, dass man Tiere nicht ärgern, quälen oder sinnlos totschlagen darf. Aber dass man sie tötet, um sie zu essen, ist für ihn völlig selbstverständlich.

 

Ich bin kein Veggie-Missionar...

Damit kein falsches Bild aufkommt: Ich bin aus Überzeugung Vegetarier (das Tierwohl, die Umwelt, die Zustände in den Schlachthäusern, die Verschwendung von Ressourcen ... ), aber ich bin kein Missionar. Meine Frau isst auch Fleisch und Fisch. Bei uns darf Fleisch in derselben Pfanne braten, die auch ich nutze. Und auf meinem Grill brutzeln meine Veggiewürste neben Fleischspießen. Alles entspannt. Auch verachte ich keine Fleischesser:innen für ihren Lebenswandel und ich akzeptiere sogar, dass es keine endgültigen Beweise dafür gibt, dass eine pflanzliche Ernährung per se gesünder sei.

 

Nein, was mich umtreibt ist die Frage: Sind manche Menschen einfach zu Carnivoren geboren, andere zu Pflanzenfresser:innen? Liegt es an ihrem Stoffwechsel? Sind wir biologisch gesehen zum einen Teil Jäger:innen, zum anderen Teil Sammler:innen, ohne dass ich hier geschlechtliche Unterschiede festmachen könnte? Eine ethische, kulturelle oder politische Haltung kann bei Kindern jedenfalls nicht die Ursache sein, sonst wären ihre Vorlieben nicht so unabhängig von ihren familiären Vorbildern ausgeprägt. Sollte es mir vielleicht einfach egal sein?  

 

Übrigens keine Angst, liebe besorgte Leser:innen, damit unser Kind nicht vom Fleisch fällt gibt es weiterhin teures Biofleisch zuhause, viel Obst und rohes Gemüse, auch pflanzliches Fake-Fleisch als Würstchen oder Nuggets, die wir offen als „veggie“ kommunizieren. Und in der Schule gibt es das ganz normale Kantinenprogramm.

 

Ich werde mich damit abfinden können. Unsere älteste Tochter ist übrigens nach ihrem Auszug in die Studi-WG doch noch zur Vegetarierin geworden. Die Peergroup ist schließlich auch bei Nachhaltigkeitsthemen ein stärkeres Vorbild als das Elternhaus ...

 

Torsten Mertz, 52, ist Redakteur, Autor einiger vegetarischer Rezeptbücher und lebt in Augsburg. Hier ist er auch als Vorstand des Vereins Lifeguide Augsburg aktiv.

 

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Austernpilz-Souvlaki

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Austernpilze haben eine faserige Struktur und eignen sich daher ganz hervorragend zum Grillen. Mariniert und zu Fladenbrot und Gurken-Knoblauch-Creme serviert, erinnern sie an das traditionelle griechische Souvlaki im Pita-Brot – und kommen doch ganz ohne Fleisch aus.

 

Vorbereitung: ca. 1 Stunde (inkl. Marinierzeit) + ca. 10 – 15 Minuten Grillzeit

 

Zutaten

Für die Austernpilzspieße

200 g Austernpilze

1 – 2 Knoblauchzehen

8 EL Olivenöl

Pfeffer, Salz

1 TL Oregano

Saft einer halben Zitrone

Außerdem 4 Grillspieße

4 Fladen (vom griechischen oder türkischen Bäcker)

 

Für die Gurkencreme

1 Knoblauchzehe

1 Zweig Minze

1 Salatgurke

250 g Magerquark

125 g fettarmer Joghurt

Salz, Pfeffer

 

Außerdem

4-6 Fladenbrote

 

Zubereitung

1. Die Austernpilze von ihren harten Stielenden befreien und entlang der Lamellen in ca. 2 cm breite Stücke zerteilen. Die Pilzstreifen auf 4 gewässerte Holzspieße verteilen – dabei den Spieß in die Mitte der Pilze stecken. Knoblauchzehen abziehen, hacken, mit Öl, Pfeffer, Salz, Oregano und dem Zitronensaft mischen. Die Pilzspieße darin wenden und mindestens eine Stunde marinieren.

 

2. Für die Gurkencreme Knoblauch schälen und pressen oder fein hacken. Minze fein hacken. Gurke längs halbieren, Kerne mit Teelöffel entfernen, dann die Gurke auf dem Gemüsehobel in Scheiben schneiden. Knoblauch, Minze, Quark und Joghurt dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen.

 

3. Austernpilzspieße auf dem Rost 10 – 15 Minuten über direkter mittlerer Hitze bei geöffnetem Deckel grillen, bis sie leicht kross geworden sind, dabei hin und wieder wenden und mit der restlichen Marinade bestreichen.

 

4. Die (nach Wunsch zuvor auf dem Grill gewärmten) Fladen auf drei Seiten aufschneiden, die Spieße hineinlegen und mit etwas Gurkencreme servieren.

 

 

Variante: Austernpilze schmecken auch hervorragend, wenn sie in einer Marinade aus Öl, Knoblauch, frischer gehackter Minze, Zitronensaft sowie Pfeffer und Salz mariniert werden.

Tipp: Große Austernpilze können, ohne aufgespießt zu werden, direkt auf dem Rost oder auf einer Grillpfanne zubereitet werden.

 

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Selbstgemachte vegane Rostbratwürste

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Im Handel gibt es eine riesige Auswahl vegetarischer und veganer Grillwürstchen. Die meisten von ihnen schmecken gut oder sogar sehr gut. Aber selbstgemachte Grillwürstchen sind dennoch etwas ganz Besonderes. Bei ihnen weiß man genau, was drin steckt – und kann die Gewürze nach eigenem Geschmack variieren.

 

Für 8 Portionen (8 Grillwürste)

Zubereitungszeit ca. 30 Minuten, plus 50 Minuten Garzeit

Grillzeit ca. 10 Minuten

 

Zutaten

200 g Glutenpulver

2 EL Hefeflocken

3 EL Paprikapulver, edelsüß

2 TL Zwiebelpulver oder -granulat

1 TL Knoblauchpulver oder -granulat

1 TL Kreuzkümmelpulver

1 TL Majoran

1 TL Estragon

1 TL Pfeffer

3 TL Kräutersalz

1 Prise Muskat

6 EL Öl

2 TL Senf

3 EL Sojasauce

4 EL Tomatenmark

250 ml Wasser

Außerdem: Backpapier und Alufolie

 

Zubereitung

1. In eine Schüssel Glutenpulver, Hefeflocken, Gewürze, Kräuter und Salz geben, gut vermengen.

2. In eine zweite Schüssel Öl, Senf, Sojasauce, Tomatenmark und Wasser geben, ebenfalls gut verrühren.

3. Die flüssigen Zutaten zu den trockenen geben und alles gut miteinander verkneten. Gegebenenfalls weiteres Wasser hinzugeben, bis ein fester, zäher Teig entsteht. Rasch etwa 8 Würste von etwa 1,5 bis 2 cm Dicke rollen. Diese jeweils erst bonbonartig fest in Backpapier und dann in Alufolie wickeln, damit sie beim Garen nicht austrocknen. Um Folie zu sparen, kann man auch mehre Würste zusammen mit Folie umwickeln.

4. Die Würste bei 180 °C für 45 Minuten im Backofen garen. In der Folie abkühlen lassen, damit sie nicht trocken werden.

5. Die Würste bevor sie auf den Grill kommen mit etwas Öl einpinseln. Dann bei mittlerer direkter Hitze einige Minuten grillen, bis sie die gewünschte Bräune erhalten.

 

Tipp 1: Wer einen Dampfgarer oder Dämpfeinsatz hat, kann die Würstchen auch 45 Minuten im Dampfgarer oder mit einem Dämpfeinsatz in einem Topf garen. Dann kann die Alufolie weggelassen werden.

Tipp 2: Alufolie ist extrem energieintensiv in der Herstellung, daher bitte sparsam und mehrfach verwenden.

 

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Dieses Rezept entstammt dem Buch "Sehr gut vegetarisch grillen", das Sie auch in Ihrer örtlichen Buchhandlung finden. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlags Stiftung Warentest.

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