1 - 4 von 4 wird angezeigt

Die Lechheiden: bei den letzten Wildpferden

Die Lechheiden: bei den letzten Wildpferden
Star im Juni: 400.000 pinkfarbene Sumpfgladiolen
Sumpfgladiole, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg

Die Königsbrunner Heide mit den Wildpferden, der üppigen Vegetation und den kleinen Flussläufen ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Ende Juni ist es hier besonders schön: Dann blüht die pinkfarbenen Sumpfgladiole. Nirgendwo in Europa existieren so viele dieser fragilen Blumen.

Wer heute die Königsbrunner Heide besucht, macht auch einen Ausflug in die Vergangenheit. Nach dem Ende der letzten Eiszeit, vor rund 10.000 Jahren, galoppierten hier noch Wildpferde durch die lichten Kiefernwälder. Das Flussbett des Lechs war breit und mächtig. Der wilde Strom transportierte große Mengen Kies aus den Alpen ins weite Tal. Auf diesen kargen Kiesböden gediehen vor allem Kiefern, die langsam wuchsen und viel Raum für Gräser, Kräuter und Steppenpflanzen ließen. Es entstanden geschützte, sonnige Lichtungen - der perfekte Lebensraum für Wildpferde. Aber auch Auerochsen, Wisente und Rothirsche fanden hier ausreichend Nahrung und zogen grasend über die Ebene.

Von der Urlandschaft zur Kulturlandschaft

Dann kamen die Menschen, schlugen Brennholz, jagten Wildtiere und schufen Weideplätze für ihre Haustiere. Aus den Kiefernwäldern wurde eine nahezu baumfreie Ebene, die Lechheiden. Mit der dünnen Humusschicht waren die Heiden schlechtes Ackerland, aber tausende Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde weideten hier. Noch vor 150 Jahren gehörten die Lechheiden zu den bedeutendsten Sommerweiden für Wanderschäfer aus ganz Süddeutschland. Aus der Urlandschaft am Lech wurde eine Kulturlandschaft. Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts sind die weiten Lechheiden zum größten Teil Geschichte – die Wanderschäferei lohnte sich nicht mehr, die Menschen benötigten Bauland und der Anbau von Nutzpflanzen wurde auch auf kargem Boden möglich. Heute existiert nur noch ein Prozent der ursprünglichen Lechheiden und lichten Kiefernwälder.

 

Artenreichtum: Die Lechheiden

Dieser kleine Rest hat es aber in sich: Die Lechheiden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Hier finden sich über 3.000 Tier- und Pflanzenarten, darunter zahlreiche „Einwanderer“ aus ganz Europa. Denn der Lech transportiere nicht nur Kies und Geröll, sondern auch Samen von Pflanzen. Und auch die Weidetiere brachten in ihren Fellen und Klauen Pflanzensamen und Kleinlebewesen ins Lechtal.

Star im Juni: Die Sumpfgladiole mit 400.000 Blüten

So stammen aus dem heißen Süden Europas die meisten der 24 Orchideenarten im Lechtal. Enzian, Silberdistel oder Schneeheide hingegen sind typische Alpenbewohner. Und die zarte Küchenschelle oder das knallgelbe Ochsenauge kommen aus der eiszeitlichen Tundra. Star der Pflanzenwelt in Königsbrunn ist jedoch eindeutig die pinkfarbene Sumpfgladiole aus Südeuropa. Ende Juni, Anfang Juli blühen auf der Königsbrunner Heide für wenige Wochen etwa 400.000 Sumpfgladiolen. Nirgendwo in Europa existieren so viele dieser fragilen Blumen. Besucher*innen und Fotograf*innen werden gebeten, die Wege NICHT zu verlassen.

Heute ist die Königsbrunner Heide eines von vielen sogenannten Trittsteinbiotopen, die sich am gesamten Lech entlang ziehen und den Erhalt vieler Arten sichern.

Und was ist aus den Weidetieren geworden, die auf den Lechheiden lebten? Seit einigen Jahren zieht von Mai bis Oktober wieder ein Wanderschäfer mit seiner Herde am Lechufer entlang. Seine Schafe und Ziegen beweiden im Auftrag des Naturschutzes die artenreichen Lechheiden und das Fleisch des Lechtal-Lamms ist eine regionale Delikatesse.

 

Die Wildpferde sind zurück...

Auch die Wildpferde sind zurückgekehrt – wenn auch mit Hilfe der Menschen. Seit 2007 bevölkert eine kleine Herde stämmiger, goldbrauner Przewalskipferde (sprich: Schewalski) ein Gehege nahe der Königsbrunner Heide. Przewalskipferde stammen ursprünglich aus den weiten Steppen Zentralasiens. Sie sind die letzten echten Wildpferde. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie bis auf einige Tiere in Zoos nahezu ausgestorben und es gab kein einziges frei lebendes Wildpferd mehr. Von zwölf dieser Zootiere stammen heute weltweit über 2.000 Przewalskipferde ab. Das ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte.

Genau wie die Schafherde gehören die Przewalskipferde zum Projekt Weidestadt Augsburg des Landschaftspflegeverbands. Neben der Tatsache, dass sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum einfach nur schön aussehen, haben die Pferde auch eine wichtige Aufgabe: Fressen. Przewalskipferde kürzen das Gras bis auf wenige Zentimeter und verhindern damit eine Verbuschung auf den Heiden und in den lichten Kiefernwäldern. Das wiederum sichert Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum. Also eine Win-Win–Situation nicht nur für Sumpfgladiole und Ochsenauge, sondern auch für die vielen Insekten auf der Lechheide, wie den besonders seltenen Kreuzenzian-Ameisenbläuling, einen Schmetterling, dessen Raupen sich nur vom Kreuzenzian ernähren können. Auch zahlreiche andere Tiere, wie Schachbrettfalter, Himmelblauer Bläuling, Zauneidechse, Ringelnatter oder Wespenspinne, lassen sich auf der Königsbrunner Heide entdecken.

Mit ein wenig Glück kann man am Abend eine Herde Wildpferde an ihrer Wasserstelle treffen oder sie dabei beobachten, wie sie über die Lechheiden galoppieren. Und sich für einen Moment vom Alltag in der Gegenwart verabschieden und ein wenig Wildnis-Feeling genießen.

 

Königsbrunner Heide:

Mit Pkw: Parkplatz am Sportpavillion neben Karwendelstraße 20, 86343 Königsbrunn.

Mit Bus: Linie 734 bis Haltestelle Heidestraße.

Mit Straßenbahn: Linie 2 bis Haunstetten Nord.     TIPP Naturschutz-Scout werden: Der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V. sucht immer wieder Menschen, die sich für die Wildpferde, die Lechheiden und den Naturschutz begeistern und Naturschutz-Scouts werden möchten. Zu den Aufgaben dieser ehrenamtlichen Helfer*innen gehören bei freier Zeiteinteilung Tier- und Zaunkontrollen, Info-Gespräche mit Besucher*innen und die Mitwirkung bei Aktionstagen.

Infos: Norbert Pantel, 0821-324-60 94, n.pantel@lpv-augsburg.de, www.lpv-augsburg.de

 

 

Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
Sumpfgladiole, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Ende Juni ist es in der Königsbrunner Heide besonders schön: Dann blühen die pinkfarbenen Sumpfgladiolen. Nirgendwo in Europa existieren so viele dieser fragilen Blumen. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
Kiefernwald, lichter Kiefernwald, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Die lichten Kiefernwälder der Lechheiden. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
Kiefernwald, lichter Kiefernwald, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Die lichten Kiefernwälder der Lechheiden. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
×

Buchtipp: Lifeguide Reiseführer für Augsburg und die Region!

Buchtipp: Lifeguide Reiseführer für Augsburg und die Region!
Augsburg entdecken: Mit tollen nachhaltigen Stadtrundgängen und 200 Orten. Erhältlich im Buchhandel, bei der Tourismus-Information und an vielen Lifeguide-Orten.
Lifeguide, Augsburg, nachhaltiger Reiseführer, Foto: Cynthia Matuszewski

Wer in Augsburg Stadt, Land und Aichach-Friedberg nach Orten sucht, die helfen, ein zukunftstaugliches Leben zu führen, bekommt ab Dezember 2018 ein Buch mit all diesen Orten an die Hand. Den „Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“ für Tourist*innen, Neubürger*innen und alle interessierten Alteingesessenen.

Das Buch stellt eine Region vor, in der nachhaltiges Denken, Leben und Handeln immer weiter erstarkt. Wo unverpackt und plastikfrei eingekauft werden kann und nachhaltige Mode entsteht. Wo Stadt- und Landwirte gemeinsam säen und ernten und soziale und interkulturelle Projekte Menschen einander näher bringen. Wo Nachhaltigkeit gemeinsame Sache ist. Bei der spannenden Tour zu mehr als 200 nachhaltigen Orten in Augsburg und seinem Umland und lernt ihr Menschen kennen, die neue Wege gehen – in eine lebenswerte Zukunft!

Über Nachhaltigkeit in unserer Region zu berichten ist inspirierend. Wir zeigen, welche positiven Ideen und Projekte es in unserer immer unübersichtlicher werdenden Welt gibt – und das direkt vor unserer Haustür. Und wir lernen Menschen kennen, die diese Lösungen bereits leben. Das macht Mut.“  Cynthia Matuszewski, Autorin des Lifeguide-Reiseführers, Chefredaktion Lifeguide Augsburg

Fünf nachhaltige Stadtrundgänge

Viele Menschen suchen nach Lösungen, wie sie ihren Alltag umweltverträglicher gestalten können. Im Internetportal Lifeguide Augsburg findet ihr bereits seit 2016 Antworten auf diese Fragen. Seit fünf Jahren informiert das werbefreie und nicht kommerzielle Internetportal über nachhaltiges Leben in Augsburg und in der Region. 

Mit diesem handlichen Buch findet jeder schnell das passende nachhaltige Angebot. Das stärkt das nachhaltige Augsburg und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind." Sylvia Schaab, Autorin des Lifeguide-Reiseführers, Redaktion Lifeguide Augsburg.

Fünf Stadtrundgänge und eine Radtour führen die Leser*innen zu Orten in Augsburg, an denen nachhaltig gelebt, gearbeitet, produziert, repariert oder wiederverwertet wird. Mit rund 200 Geschäften, Restaurants, Initiativen, Sehenswürdigkeiten und einem Kalender mit Nachhaltigkeitsterminen in Augsburg ist der „Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“ eine Informationsquelle für alle, die nachhaltiger leben möchten, die sich auf neue Einkaufsmöglichkeiten und Geheimtipps freuen, die junge Geschäftsideen unterstützen wollen oder die neugierig auf Neues sind.

Viele Menschen sind überrascht, wenn sie hören, wie viele Orte in Augsburg nachhaltige Angebote machen. Ich freue mich, dass wir diese nun auch in einem Buch darstellen konnten - für Augsburger*innen und für Besucher*innen.“  Torsten Mertz, Autor des Lifeguide-Reiseführers, Redaktion Lifeguide Augsburg

Es sind die Menschen, die Augsburg und die Region nachhaltig machen!

Das Buch stellt außerdem Menschen aus Augsburg vor, die in ihrem Leben bereits nachhaltigen Ideen verwirklicht haben, die ihnen besonders am Herzen liegen. Sie setzen sich für plastikfreies Leben ein, betreiben umweltfreundliche Landwirtschaft oder gehen neue Wege des gemeinsamen Lebens, Arbeitens und Wirtschaftens. In neun Kapiteln zeigt das Buch „Lifeguide Augsburg – Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“, wie gut nachhaltiges Leben in unserer Region funktioniert.

Augsburgs Nachhaltigkeitsprozess genießt bundesweit Aufmerksamkeit. 2019 ist er als eines der vier innovativsten und wirksamsten Transformationsprojekte in Deutschland vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung ausgezeichnet worden. Klar, dass wir da gut dieses Buch machen können, ja: müssen!“ Dr. Norbert Stamm,  Autor des Lifeguide-Reiseführers, Lifeguide Region Augsburg e. V.

Dieses Buch wurde bei der Umweltdruckerei Senser auf 100 % Recyclingpapier (zertifiziert mit dem Blauen Engel UZ 14) mit Bio-Farben ohne Mineralöle und Kobalt und aus über 70 % nachwachsenden Rohstoffen gedruckt. Der oekom verlag und Senser Druck beziehen CO2-neutralen Ökostrom. Die Emissionen für die Papierherstellung, den Transport und weitere unvermeidbare Emissionen kompensiert der oekom verlag durch Investitionen in ein Klimaschutzprojekt nach „Gold-Standard“.

 

Das Lifeguide-Buch wurde mit Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie realisiert und ist ab 6. Dezember 2018 und in Buchläden, bei der Regio Tourismus GmbH und an vielen Lifeguide-Orten lifeguide-augsburg.de erhältlich.

 

„Lifeguide Augsburg- Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“, oekom verlag, München 2019, 180 Seiten, Paperback, ISBN 9-783962-38110-3, 9,80 Euro / 10,20 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

 

 

 

Lifeguide Augsburg, Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Norbert Stamm, Torsten Mertz, Sylvia Schaab, Cynthia Matuszewski. Foto: Matuszewski
Der nachhaltige Reiseführer "Lifeguide Augsburg" konnte mit Hilfe der Postcode Lotterie realisiert werden. Von links: Dr. Norbert Stamm, Cynthia Matuszewski, Sylvia Schaab, Torsten Mertz. Foto Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Rica Friedl, Foto: Cynthia Matuszewski.
Rica Friedl vom Hotel Bayerischer Wirt in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Ildiko Remeny, Benjamin Vogt,CityFarm Augsburg,  Foto: Cynthia Matuszewski.
Ildiko Remeny (r) und Benjamin Vogt (l) von der CityFarm in Augsburg sind Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Chrisitine Pehl, Foto: Cynthia Matuszewski.
Christine Pehl, CSR-Beraterin und Coach für nachhaltiges Wirtschaften ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Nicolas Liebig, Foto: Cynthia Matuszewski.
Nicolas Liebig von der Umweltstation in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto: Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Tom Hecht, Maria Brandenstein, Foto: Cynthia Matuszewski.
Tom Hecht und Maria Brandenstein von der Lokalen Agenda 21 in Augsburg sind Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto: Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, Nicolas Liebig, Reiner Erben, Umweltreferent, Foto: Cynthia Matuszewski.
Reiner Erben (l), der Umweltreferent der Stadt Augsburg, und Nicolas Liebig (r) von der Umweltstation Augsburg, bei der Release Party vom "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg, Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Norbert Stamm, Foto: Matuszewski
Dr. Norbert Stamm, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt Augsburg. Mit Hilfe der Postecode-Lotterie konnte das Buch "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region" entstehen.. Foto Cynthia Matuszewski
×

Weihnachtsbraten vom Lechtal-Lamm!

Weihnachtsbraten vom Lechtal-Lamm!
Tradition, Naturschutz und guter Geschmack
Lechtal-Lamm, Lechheide, regionale Lebensmittel,

Zwei Metzgereien in der Region Augsburg bieten Lammfleisch an, das aus der Beweidung der Lechheiden stammt. Auch in der Brauereigaststätte Riegele gibt es Lechtal Lamm-Gerichte. Der Landschaftspflegeverband empfiehlt Weihnachtsbraten vom Lechtal Lamm und verweist darauf, dass der Genuss von Lammfleisch aus der Landschaftspflege einen wertvollen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt leistet.

 

Schafe gehören auf unsere Lechheiden wie die Fugger zu Augsburg

„Lechheiden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Hier wachsen seltene Orchideen, Enziane und andere botanische Raritäten. Und auch was den Insektenreichtum betrifft, sind die Lechheiden einzigartig“, schwärmt Nicolas Liebig, Geschäftsführer beim Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg. Leider gibt es heute nur noch wenig Lechheiden. Der Verband hat sich daher zum Ziel gesetzt, die letzten Heidereste wie die Königsbrunner Heide, die Firnhaberauheide oder die Flugplatzheide in Haunstetten zu erhalten. Wichtige Partner sind dabei diejenigen, die die Heiden über Jahrhunderte genutzt haben: die Wanderschäfer!

 

Seit bald 20 Jahren sind Wanderschäfer wieder in Augsburg unterwegs

Christian Hartl ist Wanderschäfer in der dritten Generation. Erst kürzlich hat er den Betrieb von seinem Vater Josef Hartl übernommen. Mit seinen mehr als 500 Tieren ist er von April bis Oktober im Stadtgebiet unterwegs. Dabei beweidet er hauptsächlich Naturschutzflächen im Stadtwald und im Augsburger Norden. Für seine Dienstleistung wird der Schäfer mit staatlichen Naturschutzgeldern honoriert. „Landschaftspflege ist für uns Wanderschäfer mittlerweile eine der wichtigsten Einnahmequellen geworden. Eine runde Sache wäre es, wenn wir auch unser Produkt, das Lammfleisch, noch stärker in der Region vermarkten könnten“, erklärt Christian Hartl.

 

Hofmetzgerei Ottillinger und Metzgerei Dichtl sowie Wirtshaus Riegele bieten Lechtal Lamm an

Bereits im Jahr 2001 hatte der Landschaftspflegeverband die Marke „Lechtal-Lamm“ ins Leben gerufen. Der patenrechtlich geschützten Marke liegen strenge Produktionskriterien zu Grunde. Aus verschiedenen Gründen ist die Vermarktung leider nahezu eingeschlafen. Über das Projekt „Weidestadt Augsburg“ ist es nun gelungen, einen neuen Anlauf zu nehmen. Ein Fachbüro konnte beauftragt werden, die Vermarktung neu anzukurbeln. „Nun zeichnen sich erste Erfolge ab“, freut sich Liebig, „denn wir konnten zwei Metzgereien dafür gewinnen, ihren Kunden Lechtal Lamm anzubieten. Auch das Wirtshaus Riegele bietet zwei Lechtal Lamm Gericht auf der Speisekarte an!“. Küchenchef Josef Unertl ist vom Lechtal Lamm begeistert: „Neben der hervorragenden Qualität ist es mir wichtig, dass das Lammfleisch aus der Landschaftspflege in der Region kommt. Nachhaltiger geht es nicht. Das kommt auch bei unseren Gästen gut an. Der Absatz unserer Lechtal Lamm-Gerichte läuft prima!“.

Wanderschäfer Hartl und Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben beim Schafaufzug in das Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl und Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben beim Schafaufzug in das Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Drei Generationen Schäfer auf den Lechheiden: Familie Hartl. Foto: Norbert Liesz
Drei Generationen Schäfer auf den Lechheiden: Familie Hartl. Foto: Norbert Liesz
Schafaufzug im Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Schafaufzug im Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
×

Zehn Jahre Wildpferde im Stadtwald

Zehn Jahre Wildpferde im Stadtwald
Natursschutzscout für Przewalskipferde gesucht
Wildpferde vom Beweidungsprojekt Stadtwald Augsburg. Foto: Landschaftspflegeverband

Im Juni 2007 begann mit der Ankunft von drei Rothirschen und drei Przewalskipferden das „Beweidungsprojekt Stadtwald Augsburg“. Neben der guten „Arbeit“ der Weidetiere war und ist vor allem das Engagement der ehrenamtlichen Naturschutzscouts ein Garant für den Erfolg des Projekts. Nun sucht der Landschaftspflegeverband Menschen, die sich für die Wildpferde, die Lechheiden und den Naturschutz begeistern und Scouts werden möchten.

Zu den Aufgaben der ehrenamtlichen Helfer*innen gehören Tier- und Zaunkontrollen, Info-Gespräche mit Besucher*innen und die Mitwirkung bei Aktionstagen. Ganz Mutige können beim Einfangen von Wildtieren helfen.

 

Informieren über das Beweidungs-Projekt

Jeder Scout teilt sich seine Zeit selbst ein. Die Kontrollgänge der Scouts erfolgen freiwillig und ohne Terminabsprachen – ein Verfahren, was sich bewährt hat. „Im Durchschnitt ist alle 1,5 Tage ein Naturschutzscout vor Ort – dies ist eine unglaubliche Unterstützung für uns bei der Tier- und Zaunkontrolle“, freut sich Projektleiter Norbert Pantel vom Landschaftspflegeverband.

„In den vergangenen Jahren haben unsere Scouts darüber hinaus  tausende von Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern geführt“, berichtet Pantel. Das ist wichtig, um über die Hintergründe des Beweidungsprojekts zu informieren und damit die Akzeptanz und Unterstützung der Menschen zu garantieren – denn die Königsbrunner Heide ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

 

Entschleunigung vom Alltag beim Beobachten der Wildpferde

In den vergangenen zehn Jahren arbeiteten 15 Scouts für den Landschaftspflegeverband und verbrachten über 4.000 Stunden vor Ort. Einige Naturschutzscouts verknüpfen ihr Engagement mit dem Hobby der Naturfotografie und stellen dem Landschaftspflegeverband hochqualitatives Bildmaterial zur Verfügung (siehe www.naturfoto.michaelthoma.de). Drei der seit 2007 aktiven Naturschutzscouts wurden für ihr ehrenamtliches  Engagement von Staatsministerin Ulrike Scharf mit dem „Grünen Engel“ausgezeichnet.

„Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dieses Engagement auch für die nächsten zehn Jahre aufrechtzuerhalten und wir suchen deswegen nun „Nachwuchs“, der sich für unsere Wildpferde und die Lechheiden begeistert und als Naturschutzscout bei uns dabei sein will“, erläutert Pantel, „durch den regelmäßigen Austausch kriegen die Scouts einen Blick hinter die Kulissen des Naturschutzes in Augsburg und nehmen aufgrund ihres Hintergrundwissens Veränderungen auf den Flächen bewusster wahr. Außerdem dient die Zeit beim Beweidungsprojekt immer auch der Entschleunigung – das Beobachten der Przewalskipferde ist ein guter Ausgleich zum stressigen Alltag.“ 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:Norbert PantelProjektleiterLandschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V.Telefon: 0821/324-6094Mobil: 0176/20794726E-Mail: n.pantel@lpv-augsburg.de

×
KONTAKT