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Lieblingsort in Augsburg - Der Bismarckturm

Lieblingsort in Augsburg - Der Bismarckturm
Entschleunigend, urban oder erfrischend – Augsburger*innen stellen ihre liebsten Plätze vor. Mit Stadtansichten von Norbert Liesz.
Der Bismarckturm mit seiner grandiosen Aussicht auf Augsburg und vielen gruen Stellen für ein Picknick. Foto: Norbert Liesz

Augsburg hat viele Sehenswürdigkeiten. Eine kurze Googlesuche und man findet Attraktionen wie die Fuggerei, den goldenen Saal oder die Puppenkiste. Ich möchte eine etwas andere Perspektive auf Augsburg bieten - abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Ich habe Augsburger Bürger*innen nach ihren kostenlosen Lieblingsorten gefragt und konnte eine bunte Mischung aus zehn Entspannungs-Orten in Stadt und Natur zusammentragen.

 

Als Ausgangspunkt habe ich den Königsplatz gewählt. Von hier aus beschreibe ich den Weg und wie man dort hinkommt – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei manchen Orten reicht auch wenig Zeit für eine kurze, erholsame Stippvisite - etwa in der Mittagspause oder nach Feierabend. In jedem Fall bieten die Orte eine erfrischende Abwechslung zum alltäglichen Augsburg.

"Weil der Turm etwas außerhalb der Stadt und erhöht liegt, hat man den perfekten Ausblick. Bei schönem Wetter kann man die Alpen sehen und Augsburg liegt einem zu Füßen. Gerade wenn die Sonne im Sommer scheint, dann glitzert alles so schön.“ Max, Zahnarzt, 24: trifft sich gerne mit Freunden und genießt die Ruhe in der Natur, sowohl in luftiger Höhe als auch auf dem Wasser.

Nr. 8: Max' Lieblingsort

Der Bismarckturm - Wirkung: weitet den Blick

 

  • Was sich mitzunehmen lohnt: Fahrrad, Picknickkorb, Fernglas, Schlitten, Drachen
  • Ungefähre Aufenthaltsdauer: eine Stunde
  • Beste Jahreszeit: jede
  • Wirkung: weitet den Blick

 

Zu Ehren des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck wurden im 19. Jahrhundert viele sogenannte Bismarcktürme errichtet, die ursprünglich als Feuersäule genutzt wurden. 146 davon sind in Deutschland immer noch erhalten aber auch in Frankreich, Polen und sogar in Übersee gibt es noch solche Türme.

 

Einer von ihnen liegt abseits der Augsburger Innenstadt auf einem Hügel nahe der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 2 (Augsburg West P&R). Von der Straßenbahnhaltestelle sind es nur ein paar hundert Meter bis zu dem Aussichtsturm. Zuerst geht es durch ein Gewerbegebiet, dann öffnet sich der Weg und man steigt durch Felder zum Bismarckturm hinauf. Oben auf dem Hügel angekommen, findet man sich auf einer großen ebenen Wiese wieder, in deren Mitte der Turm steht, umgeben von einigen Bäumen. Von dieser hufeisenförmigen Lichtung fühlt man sich rund um die Uhr geradezu eingeladen, eine Decke auszubreiten und hier ein gemütliches Picknick einzunehmen.

 

 

Täglich von 9:00 Uhr bis 19:00 ist auch der Turm geöffnet. 100 Stufen trennen uns von der 20 Meter hohen Aussichtsplattform. Die Öffnung der Baumformation gibt den Blick über Augsburg frei.

 

Aber auch abseits der Öffnungszeiten ist der Ort einen Besuch wert. Sei es als wohltuendes Naherholungsgebiet oder als Zwischenstopp einer Fahrradtour. Der Hügel um den Bismarckturm wird im Winter gerne als Schlittenberg genutzt und ist ein sehr beliebter Ort um im Herbst Drachen steigen zu lassen oder um sich an Silvester das Feuerwerk über Augsburg anzusehen.

 

Der Weg: 

  • Mit dem Fahrrad etwa 30 Minuten
  • Mit der Straßenbahn: Linie 2 zur Haltestelle „Augsburg West P&R“

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Sommer-Serie:

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Winter-Serie:

Erstveröffentlichung dieses Lifeguide-Artikels: 6.8.2019

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Vögel im Winter

Vögel im Winter
Füttern, beobachten und Vogelarten bestimmen - mit hilfreichen Tipps des Landesbundes für Vogelschutz
Winter, Rotkehlchen, Foto: Pixabay, IspiredImages

Rotkehlchen oder Dompfaff? Vögel zu füttern, sie zu beobachten und gemeinsam mit der Familie Vogelarten zu bestimmen – das macht Spaß, entspannt und ist ein sehr preiswertes Wintervergnügen. Gerade während des Lockdowns bringen Vögel Farbe und Leben in Gärten und auf Balkone.

 

Da aktuell viele Menschen im Homeoffice arbeiten und Familien viel Zeit zu Hause verbringen, ist das Füttern und Beobachten von Vögeln ein besonderes Naturerlebnis direkt vor der eigenen Haustür, und eine schöne Abwechslung während der grauen Jahreszeit. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) gibt hilfreiche Tipps, wie die gefiederten Gartenbesucher verantwortungsvoll unterstützt werden können. Wer Vögel füttert, der holt sich mit Rotkehlchen, Grünfink oder Blaumeise etwas Farbe und Leben in den Garten oder an den Balkon.

 

Warum lohnt es sich Vögel zu füttern?

„Natürlich löst die Vogelfütterung keine großen Naturschutzprobleme, aber sie hilft einigen häufigen Arten“, so LBV-Biologin Annika Lange. „Und wer richtig füttert, schadet den Vögeln nicht, sondern hat auch noch Spaß, das bunte Treiben am Futterhaus vor dem Fenster zu beobachten.“

 

Blaumeise oder Kohlmeise? Vogelraten mit der ganzen Familie

Wer lässt sich heute blicken? Ist ein neuer Besucher dabei? Was ist der Unterschied zwischen einer Blaumeise und einer Kohlmeise? Vögel füttern macht Spaß und das Beobachten an der Futterstelle kann zu einem unterhaltsamen Rätselspiel für die ganze Familie werden. Kinder können dabei spielerisch neue Vogelarten kennenlernen. Wie du die verschiedenen Arten bestimmen kannst erfährst du hier.

Eine Futterstelle ist nicht nur im Garten, sondern auch am Balkon schnell und einfach eingerichtet. Die Vogelfütterung ersetzt jedoch keine naturnahen Gärten mit vielfältigen, heimischen Pflanzen zur Unterstützung der Vögel im städtischen Bereich. Die Früchte des heimischen Weißdorns zum Beispiel schmecken über 30 Vogelarten, die des Schwarzen Holunder fressen sogar über 60 Vogelarten.

 

Wie sieht eine vogelfreundliche Fütterung aus?

Wer beim Einrichten der Futterstelle die praktischen Tipps des LBV (Landesbund für Vogelschutz e.V) befolgt, kann die gefiederten Gäste am Futterhaus besonders gut beobachten.

Die Hygiene am Futterplatz ist dabei besonders wichtig, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verringern. „In klassischen Futterhäuschen, in denen die Vögel beim Fressen im Futter stehen, kann das Futter leicht verschmutzen. Daher sollten diese unbedingt täglich gereinigt oder noch besser durch Futtersäulen ersetzt werden“, sagt Lange. „Bei der Reinigung der Futterstelle sollte unbedingt auf scharfe Chemikalien verzichtet werden. Es reicht völlig aus, das Futterhaus auszubürsten und anschließend mit heißem Wasser auszuspülen“, so die LBV-Biologin weiter.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass ein Dach das Eindringen von Nässe ins Futterhaus verhindert, da sich ansonsten auch Krankheitserreger ausbreiten können. Neben Nahrung sollte der Lebensraum Garten für Wintervögel auch ausreichend Sicherheit bieten. So sollten Katzen in unmittelbarer Nähe keine Versteckmöglichkeiten finden.

 

Altes Brot oder Essensreste sind kein geeignetes Vogelfutter

„Mit mehreren Futterspendern, die mit Weichfutter, einer Körnermischung und Fettfutter gefüllt sind, wird die Futterstelle für sehr viele Wintervögel interessant“, so das Fazit von Lange. „Keinesfalls dürfen jedoch altes Brot oder Essenreste verfüttert werden, da Salz und Gewürze für die meisten Vögel unverträglich sind und ihnen schaden.“ Auch eine Vogeltränke sollte an keiner Futterstelle fehlen, da gerade Körnerfresser täglich Wasser zum Trinken benötigen.

Umfangreiche Informationen zum Thema Vogelfütterung findest du hier.

 

Mitmachaktion des LBV

Wer flattert denn da durch den winterlichen Garten? Der LBV und sein bundesweiter Partner NABU veranstalten jedes Jahr die „Stunde der Wintervögel“. Vom 08. bis 10. Januar können bayerische Vogelfreund*innen eine Stunde lang Vögel im heimischen Garten oder am Balkon beobachten, zählen und dem LBV melden. Mehr Informationen findest du hier.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. 2020 hatten sich an der Aktion allein in Bayern rund 27.000 Menschen beteiligt. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in den Gärten des Freistaats, Kohlmeise und Feldsperling folgten auf Platz zwei und drei.

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German
Honig aus der Region direkt vom Imker. Der Familienbetrieb bietet außerdem zahlreiche andere Produkte mit Honig an, wie Met, Kosmetik oder Bonbons. Auch Bienenwachskerzen gehören zum Sortiment.
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SHOW
Ort

Bauernstraße 24
86462 Langweid/Achsheim
Deutschland

E-Mail
info [at] schmuttertaler-imkerei.de

Der Familienbetrieb in der Nähe von Langweid bietet neben einer großen Auswahl an regionalem Honig zahlreiche andere Produkte mit Honig an, wie Met, Kosmetik oder Bonbons. Auch Bienenwachskerzen gehören zum Sortiment. Alle Produkte können online bestellt werden oder sind an einer der Verkaufsstellen verfügbar. 

Die Bienenkästen der Schmuttertaler Imkerei werden nur an sorgfältig ausgewählten Orten aufgestellt und die Bienenvölker leben ausschließlich in Massivholzbeuten. Der Schmuttertaler Honig wird schonend geschleudert und abgefüllt. Wer mehr über Bienenvölker, deren Schwarmzeiten oder über Honigernten erfahren möchte, findet auf der Website der Imkerei viele Informationen. Auch eine telefonische Beratung beim Kauf von Honig bietet die Imkerei an. 

Hier geht es zu einer der vielen Verkaufsstellen des Schmuttertaler Honigs  und zur Website vom Imker.  

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Beratung
Mo-Fr 9 bis 17
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German
NANU! ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Organisationen und Einzelpersonen aus der Region Augsburg, die sich Natur- und Umweltbildung zur Aufgabe gemacht haben.
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Ort

Dr. Ziegenspeck-Weg 10
86161 Augsburg
Deutschland

E-Mail
Nanu-augsburg [at] posteo.de

NANU! ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Organisationen und Einzelpersonen aus der Region Augsburg, die sich Natur- und Umweltbildung zur Aufgabe gemacht haben. Sie bieten Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein breitgefächertes und hochwertiges Programm.

Die Ziele des NANU! e.V. sind, die bestehende Umweltbildungsarbeit zu verknüpfen und das Netzwerk auszubauen, Angebote an qualitativ hochwertigen Bildungsveranstaltungen zu schaffen und damit das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen zu stärken.

NANU! wurde auf Einladung des Landschaftspflegeverbands der Stadt Augsburg und der Lokalen Agenda Ende 2003 konstituiert und damit von Anbeginn Teil der Lokalen Agenda 21. Weitere Informationen zur Lokalen Agenda 21 findest du unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de.

 

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Öffnungszeiten
Wochentag
Montag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Dienstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Mittwoch 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Donnerstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Freitag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Samstag geschlossen
Sonntag geschlossen
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Seit 150 Jahren Engagement für die Alpenlandschaft, Bergsport und Naturschutz. Augsburg hat 15.000 Mitglieder.
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Ort

Peutingerstr. 24
86152 Augsburg
Deutschland

E-Mail
sektion [at] dav-augsburg.de

Vor 150 Jahren, am 8. Juli 1869 entstand die Sektion Augsburg des Deutschen Alpenvereins. Aus einer Interessengemeinschaft für die Alpenlandschaft entwickelte sich zunächst ein Bergsportverband und seit den frühen achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch ein Naturschutzverband. Heute hat die Sektion Augsburg 15.000 Mitglieder und engagiert sich nachhaltig für Natur- und Umweltschutz.

Auf der Seite des DAV Sektion Augsburg heißt es:

Unser Anliegen ist, Bergsport und Naturschutz möglichst in Übereinstimmung zu bringen und diesen Einklang als Wert zu vermitteln. Wir fördern Verantwortung, Selbständigkeit und Gemeinschaft, Vielfalt ist unsere Stärke. ... Schwerpunkte unserer Aktivitäten sind ein umfangreiches Tourenprogramm, Ausbildungskurse, alpine Vorträge und unser Mitgliedermagazin alpenblick. Darüber hinaus bieten wir unseren Mitgliedern eigene Berghütten und Vergünstigungen auf rund 600 Alpenvereinshütten."

Starke Naturschutzpartner in der Region

Insbesondere bei der Vernetzung mit anderen Naturschutzorganisationen auf regionaler und überregionaler Ebene konnte der DAV in den vergangenen Jahren große Erfolge verzeichnen. Zu den Kooperationspartnern des DAV Sektion Augsburg gehören im regionalen Bereich vor allem die Mitglieder des Netzwerks Augsburg für Naturschutz und Umweltbildung NANU! e.V. ,die Augsburger Naturschutzallianz und die Lechallianz. Im überregionalen Bereich sind insbesondere zu nennen DAV-Bundesverband & -Sektionen, Verein zum Schutz der Bergwelt e.V., Freundeskreis Riedberger Horn, Mountain Wilderness Deutschland e.V., Bayerische Klimaallianz und Landesamt für Umwelt.

 

Die Sektion Augsburg gegen Skischaukel am Riedberger Horn

Die Kooperationspartner unterstützen sich durch den Austausch von Know-how und bei der Weiter- und Fortbildung in den Bereichen Natur, Umwelt und Kultur. Hinzu kommt die gemeinsame Arbeit bei zentralen politischen Anliegen, wie die DAV-Positionierung gegen die einstmals geplante Skischaukel am Riedberger Horn oder gegen die aktuellen Ausbaupläne der dort bestehenden Skianlagen. Auch für die Wiederherstellung des sogenannten Alpenplans zum Schutz der alpinen Naturräume setzt sich die Sektion Augsburg ein. Zu den gemeinsamen Natur- und Umweltaktionen gehören zudem die naturgewidmete Bergandacht mit dem Freundeskreises Riedberger Horn oder der Protest-Sternmarsch mit Mountain Wilderness auf die Zugspitze. Im regionalen Bereich kooperiert der DAV Sektion Augsburg gegenwärtig mit der Augsburger Naturschutzallianz zur Durchsetzung der vollständigen Unterschutzstellung der Augsburger Flugplatzheide, einem ökologisch besonders wertvollen Gebiet.

Bündnispartner beim Volksbegehren Artenvielfalt

Die jüngste Gemeinschaftsaktion war das Engagement beim „Volksbegehren Artenvielfalt“, bei dem der DAV Sektion Augsburg als lokaler Bündnispartner und regionaler Unterstützer im Aktionskreis Augsburg fungierten – und das mit großem Erfolg!

Auf Wanderungen Wissen weitergeben

Im Sommer 2018 wurden zum ersten Mal die zweitägigen „Besonderen Touren“ erprobt, bei denen Bergsport mit Informationen zu Flora und Fauna der Bergwelt oder zur Kulturlandschaft Alpen kombiniert werden. Aufgrund des großen Erfolges werden die Touren 2019 als reguläre Sektionstouren „NATour, UMWELTour und KULTour“ in das Prgogramm übernommen.

Auch die bergsport-orientierten Theorieabende wurden um eine Vortragsreihe Umweltthemen wie „Ökologie und Ökonomie – Vereinbarkeit der Naturschutz- und der Bergsportziele des DAV“, „Der Lech – Alpenfluss der DAV-Sektion Augsburg“ oder „Klettern und Naturschutz“ ergänzt.

Natur erleben – Natur erhalten

Für den Alpengarten in den Tannheimer Bergen, direkt gegenüber der Otto-Mayr-Hütte, beabsichtigt die Sektion Augsburg eine Kooperation mit anderen Gärten, so insbesondere mit dem Alpenpflanzgarten auf dem Schachen und am Zahmen Kaiser, um im Verbund die Besucherattraktion und die fachgerechte Pflege zu meistern.

 

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Öffnungszeiten
Wochentag
Mo 16:00 bis 18:00
Mi 9:00 bis 13:00
Do 16:00 bis 19:00
Fr 9:00 bis 13:00
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Wenn aus Zierrasen eine blühenden Landschaft wird...

Wenn aus Zierrasen eine blühenden Landschaft wird...
...kehren heimische Tiere und Pflanzen zurück. Biodiversität bei deka messebau in Augsburg. TIPPS FÜR UNTERNEHMEN
deka messebau, Augsburg, Biodiversität,  Insekten.Vielfalt.Augsburg, Foto: deka messebau

2016 entdeckten Mitarbeiter*innen von deka messebau drei Distelfinken im benachbarten Sheridan Park. Das war der Auslöser für ein Naturschutz-Projekt auf dem Firmengelände. Der Zierrasen wurde durch blühenden Wiesen, Trockenmauern, Kleintierhöhlen und eine natürlichen Wasserfläche ersetzt. Vier Jahre später leben auf den freien Flächen des Unternehmens Schmetterlinge, Feldhasen und die verschiedensten Vogelarten. Auch seltene Pflanzen sind zurückgekehrt.

Die Firma deka messebau GmbH, mit Sitz in Augsburg, ist ein Unternehmen mit 40 Mitarbeiter*innen. Artenschutz ist der Firma ein großes Anliegen. Sie beteiligt sich an der Allianz Insekten.Vielfalt.Augsburg und hat 2017 ihre etwa 1.200 m² freie Rasenfläche rund um das Unternehmensgebäude in einen in unserer Region natürlich vorkommenden Lebensraum umgewandelt. Aus der reinen Rasenfläche wurde ein Magerrasen- bzw. Heide-Standort für heimische Tier – und Pflanzenarten. Dafür wurden damals ca. 10.000 € investiert. Ziel war es, die Freiflächen für heimische Magerrasen-Pflanzen, Insekten, Schmetterlinge, Kleintiere und Vögel, zum Beispiel Distelfinken, nutzbar und als Naturraum wertvoll zu machen.Durch die Zerschneidung, Überbewirtschaftung und Überdüngung der Landschaft, werden viele Tier- und Pflanzenarten zunehmend seltener und verlieren ihren Lebensraum. Diesem Problem möchte die deka messebau entgegenwirken, indem sie den Wanderkorridor für Tiere und Pflanzen vergrößert. So schließt das umgestaltete Gelände an eine Grünzone des Sheridanparks an.

 

Wir schaffen einen Ausgleich - und sei er noch so klein!!

Die Idee ist 2016 entstanden, erzählt Christine Hofmann-Brand, Mitarbeiterin bei deka messebau: „Auslöser für unser Naturschutz-Projekt waren drei Distelfinken, die wir 2016 auf einer der letzten Brachflächen im Sheridanpark gesichtet haben.“ Als Samenfresser sind Distelfinken darauf angewiesen, dass Blüten verblühen dürfen und Samen bilden. Aber wo in der Kulturlandschaft ist das noch der Fall? „Die Idee war geboren. Wir schaffen auf unserem eigenen Gelände einen Ausgleich! Und sei er noch so klein. Wichtig war uns, dass die Ausgleichsfläche Lebensraum und Nahrung für Kleintiere und Vögel bietet", berichtet Christine Hofmann-Brand.

Die Regel lautet, je magerer der Boden, desto artenreicher, vielfältiger der Bewuchs. Und wo viel Nahrung ist, können sich auch unterschiedliche Insekten, Vögel und Kleintiere halten. So viel wussten wir“, Christine Hofmann-Brand, Mitarbeiterin bei deka messebau

Auf Lechkies gedeihen heimische Pflanzen

Die Umsetzung begann 2017, indem der Oberboden abgetragen und die natürlichen Lech-Kiesflächen freigelegt wurden. Zudem wurde eine 40 Meter lange Trockenmauer aus Muschelkalk mit integrierten Kleintierhöhlen und Nischen für Insektenhotels angelegt. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Augsburg wurden auf der neu geschaffenen Kiesfläche schonend geerntete Heidesamen ausgesät.Randbereiche der Fläche wurden als Verstecke für Kleintiere modelliert, die Aussaat von samentragenden Pflanzen als Futter für Vögel vorgenommen. Außerdem wurden Baumwurzeln und Totholz platziert und eine natürliche Wasserfläche als Vogel- und Tiertränke geschaffen. Durch die Aussaat von Saumpflanzen wurde ein fließender Übergang zu den angrenzenden öffentlichen Flächen erreicht. Zusätzlich wurden 2018 fruchttragende regionale Gehölze als Futterquelle und Nistplätze für Vögel angepflanzt.

 

Klebriger Lein und Ochsenauge kehren zurück

Als erste Erfolge konnten bereits 2018 die Blüte des klebrigen Leins, das Ochsenauge, Feldhasen, Distelfinken und viele weitere Pflanzen- und Tierarten beobachtet werden. 2019, drei Jahre nach der Aussaat, ist der Erfolg des Naturschutz-Projekts nicht zu übersehen. Insekten, Schmetterlinge, Hasen und unterschiedlichste Vogelarten sind zurückgekehrt!Nachmacher*innen sind herzlich willkommenHeide- und Magerrasenpflanzen benötigen ein bis vier Jahre, um sich aus dem Samen zu einer blühenden Pflanze zu entwickeln. Um das Verständnis für diese lange Entwicklungszeit zu fördern und Nachmacher bei Kund*innen und benachbarten Unternehmen für diese Naturraum-Aktion zu finden, wurde am Rand der Fläche ein Schild aufgestellt, das über das Naturschutzprojekt informiert. Langfristiges Anliegen ist es, die bayerische und Augsburger Biodiversitätsstrategie zu unterstützen.

 

Nachahmer*innen erhalten Unterstützung

Viele Unternehmen wissen nicht, wie biologische Vielfalt gefördert wird und begrünen ihre Freiflächen daher standardmäßig mit Rasen oder Gartensträuchern. In Augsburg unterstützt der Landschaftspflegeverband (LPV) im Rahmen des Projektes Insekten.Vielfalt.Augsburg. alle Interessierten mit seinem Know How und bei der Herstellung privater Natuschutzprojekte. So wurde bei deka messebau beispielsweise Saatgut aus der Königsbrunner Heide ausgebracht und das Unternehmen wurde bei der Gestaltung der Fläche beraten. Dadurch könnte im Sheridanpark ein Biotopverbund mit Freiflächen anderer Unternehmer geschaffen werden. Auch die deka messebau selbst will Nachahmer*innen ermutigen und zeigt in einem Film und einer schriftlichen Dokumentation, wie sie ihre Ideen verwirklichen konnten. Zusätzlich stehen das Amt für Grünordnung und das Bayerische Landesamtes für Umwelt als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Und was ist aus den drei Distelfinken geworden? Ihnen geht es gut. Die Ideengeber des Projektes Biodiversität haben sich sogar vermehrt – denn jetzt haben sie mit den samentragenden Pflanzen auf dem Firmengelände der deka messebau eine sichere Nahrungsquelle. Inzwischen flattern fünf Distelfinken über die Wiesen der deka messebau.

 

INFO:

  • 2019 hat die deka messebau für ihr Engagement für die Artenvielfalt bereits zwei Preise erhalten: Die Auszeichnung „Blühender Betrieb“ und den „Zukunftspreis der Stadt Augsburg“. Die Auszeichnung „Blühender Betrieb“ vergibt das Bayerische Umweltministerium im Rahmen des Blühpakt Bayern für besonderes Engagement im Insekten- und Artenschutz.
  • Im April 2020 hat deka messebau alle noch übrigen Freiflächen um das Firmengebäude in Blühwiesen umgewandelt und zwei Projekte des Landesbundes für Vogelschutz, der Kreisgruppe Augsburg, finanziell unterstützt: Zum einen wurde der Lebensraum der Wechselkröte in Glon artgerecht umgestaltet und zum anderen wird versucht für den Wendehals, ein Vertreter der Spechtvögel, durch Wendehals-Brutkästen den Verlust von Baumbeständen aufzufangen.

Danke an Stefanie Haug für den tollen Text aus dem Nachhaltigkeitsatlas der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

deka messebau, Augsburg, Biodiversität,  Insekten.Vielfalt.Augsburg, Foto: deka messebau
Die Augsburger Firma deka messebau hat 1.200 Quadratmeter Firmengelände in ein bühendes Naturschutzprojekt umgewandelt. Foto: deka messebau
deka messebau, Augsburg, Biodiversität,  Insekten.Vielfalt.Augsburg, Foto: deka messebau
Die Augsburger Firma deka messebau hat 1.200 Quadratmeter Firmengelände in ein bühendes Naturschutzprojekt umgewandelt. Foto: deka messebau
deka messebau, Augsburg, Biodiversität,  Insekten.Vielfalt.Augsburg, Foto: deka messebau
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Natur ist eine Chance für sozialen Zusammenhalt

Natur ist eine Chance für sozialen Zusammenhalt
CityFarm Augsburg erhält Auszeichnung der Vereinten Nationen
CityFarm Augsburg, Urban Gardening, Foto: Gerald Fiebig

Die Augsburger CityFarm ist ab Juni 2020 offiziell Projekt der "UN-Dekade biologische Vielfalt". Die Freude der Augsburger Cityfarmer Ildikó Reményi–Vogt und Benjamin Vogt war groß, als Nicolas Liebig, Chef des Landschaftspflegeverbandes Stadt Augsburg e.V., ihnen den Sonderpreis der Un Decade biologische Vielfalt für „soziale Natur“ überreichte. Gefeiert wurde am Tag der offenen Gartentür im blühenden Garten der CityFarm. Hier werden alte Gemüsesorten angebaut und Hühner, Enten, Bienen, Kaninchen und Schafe artgerecht und naturnah gehalten. Außerdem ist die Cityfarm ein Ort der Begegnung und der Umweltbildung.

Natur als Chance für sozialen Zusammenhalt

Im Kern ging es den Preisrichtern darum, Natur als Chance für sozialen Zusammenhalt zu begreifen und die biologische Vielfalt zu fördern. Mit ihrem Saatgutprojekt haben die Geographin Reményi –Vogt und der Lehrer Vogt damit voll ins Schwarze getroffen. „Vom Aussterben bedrohtes Saatgut für die Zukunft und Ernährungssicherheit unserer Kinder zu bewahren, ist von existenzieller Bedeutung!“, sagte Ildiko Reményi –Vogt während ihrer Dankesrede. Ein tragender Schwerpunkt des Urban Farming Projektes ist der naturnahe, ökologisch bewirtschaftete Gemüsegarten, in dem alte Gemüsesorten angebaut und vermehrt werden. Das überzählige Saatgut wird auf verschiedenen Saatgutbörsen an Interessierte weitergegeben.

Saatgutbörse rettet regionale Pflanzen wie den „Roten Augsburger“

Die Aktiven des Vereins haben viel Zeit und Mühe investiert die regionale Geschmacksvielfalt zu bewahren. Dazu gehört zum Beispiel eine Paprikasorte mit dem treffenden Namen „Roter Augsburger“. „Diese Auszeichnung wertschätzt unsere Arbeit und gibt uns wieder Elan für neue Aufgaben“, so Benjamin Vogt. Zurzeit suchen die CityFarmer dringend ein Gewächshaus für die Anzucht von Jungpflanzen im Frühjahr 2021. Denn der derzeitige Partner steht nicht mehr zur Verfügung. „Unser Jungpflanzenverkauf und unsere Saatgutbörse sind ein sehr wichtiges Standbein unseres Projektes“, erzählt Vogt und hofft auf eine freundliche Gärtnerei, die ihnen als Kooperationspartner vierzig Quadratmeter beheizbare Gewächshausfläche zur Verfügung stellen kann. „Gerne sind wir dafür bereit mitanzupacken“, so Vogt.

Workshops, Umweltbildung und offene Gartentür

Das mehrfach ausgezeichnete Projekt ist eine lebendige, grüne Oase in den Stadt, an der gemeinschaftlich an einer langfristig lebenserhaltenden Umwelt gearbeitet wird. Ein Ort für Naturerfahrung, Selbermachen und Experimentieren mit den eigenen Fähigkeiten, für Miteinander und Gemeinschaft, für Weiterbildung und Erfahrungsaustausch. Über Workshops, Umweltbildung und Veranstaltungen, sowie dem monatlichen Tag der offenen Gartentür, bieten der Lehrer und die Geographin Interessierten die Möglichkeit die CityFarm mit allen Sinnen zu erfahren, mitzumachen oder als Ort der Entspannung und Besinnung im hektischen Stadtleben zu nutzen. Wie Nicolas Liebig es treffend zusammenfasste: „Der Sonderpreis der Un Decade biologische Vielfalt „Soziale Natur“ ist auf der CityFram Augsburg genau am richtigen Platz!“

 

INFO zur CityFarm Augsburg: Die CityFarm ist ein Urban Farming Projekt des Transition Town Augsburg e.V. und wurde 2011 im Norden Augsburgs gegründet. Die grüne Oase wird rein ehrenamtlich und gemeinschaftlich bewirtschaftet. Auf dem Gelände werden Hühner, Enten, Bienen, Kaninchen und Schafe artgerecht in naturnahen Gehegen gehalten. Die Schafe werden zur Landschaftspflege im innerstädtischen Gebiet eingesetzt, um artenreiche Biotope zu erhalten und zu schützen.

 Weitere Informationen:https://www.undekade-biologischevielfalt.de/  

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Buchtipp: Ulrich Grobers Entdeckung der Nachhaltigkeit

Buchtipp: Ulrich Grobers Entdeckung der Nachhaltigkeit
"Beeindruckende Lektüre", so das Urteil von Norbert Stamm. Ulrich Grobers kenntnisreiche Schilderungen reichen von Franz von Assisis Sonnengesang bis zur Bildung des Begriffs „nachhaltige Entwicklung“ in der Gegenwart.
Die Erde vom Weltall aus gesehen. Foto piro4d, Pixabay, Weltall

Da bin ich jahrelang im Nachhaltigkeitsdiskurs unterwegs und dachte, ihn drauf zu haben: Carl von Carlowitz‘ forstwirtschaftliche Definition aus dem Jahr 1713: "Es darf immer nur so viel Holz geschlagen werden, wie durch planmäßige Aufforstung, durch Säen und Pflanzen nachwachsen kann." Oder die etwas langatmige Formel der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtlands von "der Lebensweise, die Bedürfnisbefriedigung sowohl heute wie auch in aller Zukunft ermöglichen soll".

 

Schließlich unsere mutige Augsburger Definition mit den vier Dimensionen der Nachhaltigkeit: ökologisch, sozial, wirtschaftlich, kulturell – mutig deshalb, weil „Kultur“ sonst zumindest kommunal nicht so plausibel und definiert selbstverständlich als wesentlicher Teil nachhaltiger Entwicklung verstanden wird. Doch das Buch von Ulrich Grober belehrt mich eines Besseren, und das leicht und informativ.

 

Von Franz von Assisis Sonnengesang zur „nachhaltigen Entwicklung“

Grobers Erzählen übt einen Sog aus, wie er die Begriffsgeschichte nachzeichnet. Natürlich ist die nahe Vergangenheit das Spannendste: wann kam der Begriff ‚nachhaltige Entwicklung‘ denn nun auf? Und wer hat eigentlich dieses beliebte, aber verfängliche Bild der drei Säulen geprägt? Aber auch die oft zitierte forstwissenschaftliche Herkunft erfährt eine Erhellung, wenn Grober sie bis ins spätmittelalterliche Venedig zurückführt. Wichtige Gedankengänge sieht er noch weit früher – vor allem in Franz von Assisis Sonnengesang.

 

Waldbau, Raumfahrt, Naturschutz, Eine Welt…

Die Forstwissenschaft war im 18. Jahrhundert eine Wirtschaftswissenschaft – „nachhaltig“ war ein wirtschaftliches Vorgehen, nicht so sehr ein ökologisches. Die wirtschaftliche Ausbeutung der Erze in den Berggängen brauchte Stützbalken, die Feuer zum Herauslösen der Metalle aus dem Gestein Brennstoff. Doch das war nur der Ausgangspunkt: Grober beschreibt die forstwirtschaftliche Verbreitung nachhaltigen Waldbaus in den folgenden Jahrhunderten weltweit – in Japan, Frankreich, Indien, Skandinavien, den USA… Zusätzlich zur forstwirtschaftlichen Praxis an verschiedenen Orten entwickelt sich das Denken in Richtung Ökologie. Von „wise use“, dem weisen Gebrauch der Wälder, ist die Rede. Ästhetik kommt ins Spiel.

 

conservare - bewahren

Dann der große Einfluss der bemannten Raumfahrt: das Bild des „Aufgangs der Erde“, earthrise – der überwältigende Anblick unseres so schönen, so zerbrechlichen, so besonderen Heimatplaneten – von Astro- und Kosmonauten erlebt und weitergeben. Der Menschheit wird ihr Planet bewusst. Schließlich die Debatte um ‚conservation‘, Bewahrung der Natur, Ende der 70er Jahre – einen Moment lang driftet der Begriff der Nachhaltigkeit Richtung „nachhaltiges Bewahren“. In der gleichen Zeit tragen jedoch lange kolonialisierte Länder ihren Anspruch vor, aufzuholen in Sachen Wohlstand. Entwicklung meint wirtschaftliche Entwicklung, meist gedacht als industrielle Entwicklung, ohne fesselnden Naturschutz. Auch hier dröselt Grober ruhig und kenntnisreich, mit genau der richtigen Dosis an Details und doch den Faden und die Spannung nicht verlierend, die damalige weltweite Diskussion auf…

 

Der Begriff Nachhaltigkeit - inhaltlich gewichtig und elastisch zugleich

Entwicklung meint nicht Wirtschaftswachstum. Lebensqualität meint nicht Lebensstandard. Gutes Leben hängt, nach Befriedigung der Grundbedürfnisse, nicht mehr von immer mehr Warenbesitz und -nutzung ab. Ästhetik, Kultur… sind wie selbstverständlich ein wichtiger Teil von Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit als das Wort, das Grobers Einschätzung nach an Bedeutung eher noch gewinnen wird – inhaltlich gewichtig und elastisch zugleich. In Nachhaltigkeit sei alles enthalten, worauf es ankomme. Weshalb die Idee der Nachhaltigkeit unser „ursprünglichstes Weltkulturerbe“ sei. Das zu wissen und zu vermitteln ist unsere Aufgabe. Dabei hilft diese Kulturgeschichte.

 

Grober lesen!

Gut, dass das Buch gut greifbar ist. Erschienen zuerst 2010, ist die Taschenbuchausgabe von 2013 erfreulicherweise immer noch im Handel erhältlich. Und die Stadtbücherei Augsburg beherbergt ein Exemplar, die Uni-Bib zwei (in der Geographie und der Soziologie) und eins die Zentralbibliothek der Hochschule.

Details zum Buch http://www.aethic.de/2016/01/03/die-entdeckung-der-nachhaltigkeit/

 

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Als Ausgangspunkt habe ich den Königsplatz gewählt. Von hier aus beschreibe ich den Weg und wie man dort hinkommt – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei manchen Orten reicht auch wenig Zeit für eine kurze, erholsame Stippvisite - etwa in der Mittagspause oder nach Feierabend. In jedem Fall bieten die Orte eine erfrischende Abwechslung zum alltäglichen Augsburg.

Nr. 10: Stefans Lieblingsort

Der Augsburger Stadtwald

Was sich mitzunehmen lohnt: Grill, Fahrrad, Badehose, Getränk, Frisbee, Picknickkorb, DeckeUngefähre Aufenthaltsdauer: 2 StundenBeste Jahreszeit: jedeWirkung: aktivierend

Um sich in Augsburg mitten in der Natur zu erholen sind keine weiten Wege nötig, denn fast ein Fünftel des Stadtgebietes ist mit Wald bedeckt. Gerade einmal 10 Minuten sind es mit dem Fahrrad vom Königsplatz gen Süden bis zum Siebentischwald, der zunächst wie ein Park wirkt. Hier befinden sich auch der Botanische Garten und der Augsburger Zoo. Weiter südlich geht der Siebentischwald in den Stadtwald über, der mit über 21 km² das drittgrößte außeralpine Naturschutzgebiet Bayerns ist. Das Gebiet beherbergt reiche Vorkommen seltener und gefährdeter Pflanzen und Tiere, die zum Teil einmalig in Mitteleuropa sind. Zum Joggen, Picknicken, Sporteln oder Baden am Kuhsee eignet sich der innenstadtnahe Siebentischwald wunderbar. Sogar Grillen ist im Stadtwald auf ausgewiesenen Flächen erlaubt. Auch der Stempflesee sei hier besonders erwähnt, der zu einem schönen Spaziergang und zum Enten beobachten einlädt. Neben den ausgewiesenen Joggingstrecken gibt es auch ein Radwegnetz und Wanderwege.

Man kann hier super spazieren gehen oder Fahrrad fahren. Weil der Wald so groß ist, ist es hier auch nicht so überlaufen und man kann die Ruhe in der Natur genießen." Stefan, Geograph, 23: macht gerne ausgiebige Wander- und Radtouren, unternimmt viel mit unterschiedlichen Menschen, spielt leidenschaftlich Klavier und Akkordeon.

Michelangelo soll gesagt haben „Frieden findet man nur in den Wäldern“. Heute ist der Wald jedoch mehr als ein bloßer Naherholungsraum. Zwei Waldkindergärten und das Forstmuseum „Waldpavillon“ am Rande des Siebentischwalds bieten eine Bildungsfunktion. Das hier angesiedelte Trinkwasserschutzgebiet gewährleistet die Wasserversorgung Augsburgs. Zudem ist der Wald als Naturschutzgebiet ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna und säubert unsere Luft.

Der Weg:     

Mit dem Fahrrad etwa 10 MinutenMit dem Bus Linie 32 zur Haltestelle Zoo/Botanischer Garten

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Sommer-Serie:

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Winter-Serie:

Stadtwald Augsburg, Freizeit, Radfahren, spazieren gehen,  Erholung, Augsburg, Naherholung, Stadtwald, Naturschutz, Grüne Oase, Augsburger Stadtwald, Foto: Norbert Liesz
Der Augsburger Stadtwald ist die grüne Lunge der Stadt und perfekt zum Erholen, Spazieren gehen, Schwimmen oder Radeln.Foto: Norbert Liesz
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Der Augsburger Stadtwald ist die grüne Lunge der Stadt und perfekt zum Erholen, Spazieren gehen, Schwimmen oder Radeln.Foto: Norbert Liesz
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Der Augsburger Stadtwald ist die grüne Lunge der Stadt und perfekt zum Erholen, Spazieren gehen, Schwimmen oder Radeln. Foto: Norbert Liesz
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"Mein Lieblings-Wasserort in Augsburg ist der Stadtwald"

"Mein Lieblings-Wasserort in Augsburg ist der Stadtwald"
Interview mit Nicolas Liebig vom Landschaftspflegeverband Augsburg
Nicolas Liebig, Augsburg, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg

Wenn sich jemand in der Natur in und um Augsburg auskennt, dann Nicolas Liebig. Ihn fasziniert besonders der Stadtwald mit seinen glasklaren Quellbächen und dessen kulturhistorische Bedeutung für die Fuggerstadt. Der Experte für Wasser in und um Augsburg freut sich besonders über die Auszeichnung des Augsburger Wassermanagement-Systems als UNESCO-Welterbe.

Nicolas Liebig, 1972 geboren in Nürtingen, ist Forstwirt und Diplom-Landespfleger und arbeitet seit 1999 als Geschäftsführer beim Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg. Der Verband ist unter anderem Träger der Bildungseinrichtung Umweltstation Augsburg. Liebig ist begeisterter Radfahrer, Bergsteiger und Marathonläufer und als Ornithologe und Botaniker viel in der Natur unterwegs. Besonders fasziniert ihn der Stadtwald und dessen kulturhistorische Bedeutung für die Fuggerstadt - diese Begeisterung gibt er auch in seinem Rad- und Wanderführer „Stadtwald Augsburg“ an die Leser*innen weiter. Seine beiden Kinderbücher vom kleinen Wasserdrachen kommen seit dem Sommer 2018 jedes Jahr als Kindertheaterstück auf die Bühne – natürlich unter freiem Himmel im Augsburger Stadtwald.  

Wo oder was haben Sie als Kind am liebsten gespielt?Nicolas Liebig: Mein Motto war „Hauptsache draußen!“, egal bei welchem Wetter. Keschern, Fußballspielen und Feuer machen mochte ich besonders. Die Ferien habe ich oft auf dem Bauernhof meines Onkels verbracht, um dort auf dem Feld und im Stall zu helfen.

Trinken Sie Wasser lieber still oder prickelnd? Still und immer aus dem Wasserhahn!

 

Warum ist das Augsburger Trinkwasser besser als das in anderen Städten? Es wird direkt im Stadtgebiet gewonnen, es muss nicht aufbereitet werden und es schmeckt!

 

Was können die heutigen Augsburger*innen aus der langen Wassergeschichte Augsburgs lernen? Dass gutes und ausreichendes Trinkwasser den Augsburgern immer ein ganz wichtiges Anliegen war, für das sie immer bereit waren, viel zu investieren. Der Landschaftspflegeverband  konnte nachweisen, dass das historische System der Quellen und Quellbäche, aus dem die Augsburger*innen über Jahrhunderte ihr Trinkwasser bezogen, bis heute erhalten geblieben ist.

Genug sauberes Wasser, für immer und für alle ist ein Menschenrecht. Wir sollten das hier in Augsburg ganz besonders leben. Ich freue mich sehr, dass die Wassergeschichte Augsburgs im Juli 2019 UNESCO-Welterbe wurde. Darauf dürfen die Augsburger*innen stolz sein!" Nicolas Liebig. 

Sie haben viel über Augsburgs Natur geschrieben: Welcher Wasser-Ort fasziniert Sie am meisten? Ganz klar, der Stadtwald Augsburg mit seinen ungemein artenreichen Lechheiden, den glasklaren Quellbächen und den knorrigen Kiefernwäldern. Dieses Gebiet bietet eine Abgeschiedenheit, die man einer Großstadt gar nicht zutraut.   

Was steckt hinter dem Projekt WasSerleben? Wir haben über 250 Bachnamenstafeln angebracht, Bachkarten angefertigt, Infotafeln aufgestellt, aufwendige Kurzfilme gedreht und eine Internetseite mit informativen Bachsteckbriefen programmiert. Bei der Lauschtour „WasSerleben in Augsburg“ gibt es spannende Wassergeschichten auf Hörspielniveau. Das neueste Produkt des Landschaftspflegeverbandes ist eine interaktive historische Karte, der Kilianplan,  die es ermöglicht, sich mit der historischen Augsburger Wasserversorgung näher zu befassen.

 

2018 hatten wir sicher nicht den letzten trocken-heißen Sommer. In Augsburg gibt es ausreichend Trinkwasser – ist es dennoch sinnvoll, dass die Bürger*innen sparsam mit Wasser umgehen? Wir leben zwar in humiden, also feuchten Klimagefilden und so schnell wird es bei uns nicht zu Wasserknappheit kommen. Dennoch finde ich, dass wir sparsam mit Wasser umgehen sollten. Denn Sparsamkeit ist oft verbunden mit Wertschätzung. Und unser Trinkwasser als ein endliches Gut, von dem unser Überleben abhängt, verdient Wertschätzung.

 

Was kann jeder Bürger sonst noch tun, um die Ressource Wasser – weltweit – zu schützen?

Wir sollten immer unser Konsumverhalten überdenken. Da schließe ich mich persönlich natürlich mit ein! Achten sollten wir vor allem auf das virtuelle Wasser, das wir z.B. mit unseren Kleidungsstücken oder Nahrungsmitteln aus Regionen importieren, in denen Wasser wirklich ein knappes Gut ist." Nicolas Liebig.

Wenn sich der Kleine Wasserdrache – eine von Ihnen erfundene Kinderbuchfigur – etwas von den AugsburgerInnen wünschen könnte, wäre das ... … dass sie den „Schatzwald“, also unseren Stadtwald noch mehr schätzen lernen und künftig alle, aber auch wirklich alle, ihren Müll mit nach Hause nehmen.

 

Die Schäferei in Deutschland stirbt langsam aus. Was hat Sie dazu bewogen, sich dafür einzusetzen, die Wanderschäferei wieder einzuführen? Es ist einer der ältesten Berufe der Menschheit. Mir gefallen die Landschaften, die von den Wanderschäfer und ihren Tieren über Jahrhunderte gestaltet worden. Ich spreche von den Wacholderheiden der fränkischen und schwäbischen Alb und natürlich von unseren einzigartigen Lechheiden. Und ich bin begeistert von diesem Menschenschlag.

Es wäre für unsere Kultur ein unendlicher Verlust, wenn die Wanderschäfer aussterben." Nicolas Liebig, Landschaftspflegeverband Augsburg.

Welches war Ihr bislang größter Naturschutzerfolg? Es ist sehr schwer, ein Projekt hervorzuheben. Die Wiedereinführung der Wanderschäferei ist bestimmt einer der ganz großen Erfolge unseres Verbandes. Aber auch unser Wildpferdeprojekt hat viel bewirkt. Und dann ist da noch die Gründung der Umweltstation Augsburg, mit der wir so tolle und wichtige Umweltbildungsprojekte in Gang bringen.

 

Leben Sie Ihre berufliche Überzeugung auch im Privaten? Selbstverständlich. Wir haben unseren Garten sehr insektenfreundlich gestaltet, wir kaufen weitestgehend regionale, saisonale und möglichst ökologische Produkte und bei dem wenigen Fleisch, das wir essen, legen wir Wert darauf, dass es aus artgerechter Haltung und am besten aus der Landschaftspflege kommt.

 

Sie wandern gern und lieben das Radfahren: Verraten Sie uns Ihre Lieblings-Wochenend-Ausflugstour? Ich bin sehr gerne mit dem Mountainbike im Naturpark Augsburg Westliche Wäldern unterwegs.

Besonders gut gefallen mit Aussichtspunkte wie die Kapelle zum Heiligen Sebastian in den Holzwinkeln oder die Hohe Reute bei Dinkelscherben." Nicolas Liebig.

Zu meinen Lieblingsgipfeln in den Bergen gehört der Biberkopf. Wenn man dort alleine oben steht, ist man in diesem Augenblick der südlichste Mensch in Deutschland...

Vor welchen Tieren haben Sie Angst?

Ich habe vor keinem Tier Angst - höchstens vor einigen narzisstischen Exemplaren des Homo sapiens!" Nicolas Liebig, Landschaftspflegeverband Augsburg.

 

Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
kleiner Wasserdrache, Augsburg, Nicolas Liebig, Freilufttheater, Junges Theater Augsburg, Foto: Frauke Wichmann
Der kleine Wasserdrache aus Augsburg, inszeniert vom Jungen Theater Augsburg. Foto: Frauke Wichmann
Lech, Augsburg, Foto: Norbert Liesz, Licca Liber,
Die Kiesbänke des Lech in Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Sumpfgladiole, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Ende Juni ist es in der Königsbrunner Heide besonders schön: Dann blühen die pinkfarbenen Sumpfgladiolen. Nirgendwo in Europa existieren so viele dieser fragilen Blumen. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
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Die lichten Kiefernwälder der Lechheiden. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Wanderschäfer Hartl und Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben beim Schafaufzug in das Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl und Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben beim Schafaufzug in das Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
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