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Glore - Weniger ist Mehr

Glore - Weniger ist Mehr
Inhaberin Simone Kunz setzt auf Qualität und globale Verantwortung in der Mode
Glore, Augsburg, Foto: Bernhard Rampf

Jedes fünfte Kleidungsstück in Deutschlands Schränken wird nicht getragen. Es gibt eine einfache und nachhaltige Lösung für dieses Problem: Statt zwei Billig-Shirts "abzugreifen" könnten wir uns auch einen einzigen, sorgfältig ausgewählten Lieblingspullover anschaffen. Die Ausgaben bleiben gleich, doch die Freude beim Tragen wird verdoppelt. Simone Kunz von glore sagt dazu:

Wir müssen uns fragen, brauche ich wirklich zehn Hosen im Jahr oder reichen mir auch zwei wirklich tolle Stücke?“

Seit September 2016 gibt es glore in Augsburg. Betritt man den Laden in der Ludwigstraße, fällt sofort der klassisch moderne und zeitlos elegante Stil des Ladens auf. Beim Durchstreifen wird klar, hier wird die Mode für Frauen und Männer liebevoll und stilsicher ausgewählt. Das Sortiment reicht von Jeans, über Blusen, Shirts und Kleider, bis hin zu Jacken, Schuhen und Accessoires. Sogar nachhaltig produzierte Trinkflaschen mit coolen Prints werden angeboten. Die Materialien sind hochwertig und ohne den typischen „Neuklamotten“-Geruch.Der Laden wirkt offen und freundlich, genauso wie die Augsburger Inhaberin Simone Kunz. Schon durch die sympathische Begrüßung mit einem freundlichen „Hallo“ kurz nach dem Betreten des Ladens wird klar, hier muss ich nicht lange auf eine kompetente und ehrliche Beratung warten, auch wenn ich ohne meine beste Freundin unterwegs bin.

 

Was ist glore?

Alle glore-Läden sind Inhabergeführt. Bei Glore handelt es sich nicht um ein Modelabel, sondern um einen Modevertrieb. Hier werden also keine eigenen Designs verkauft, sondern Mode von ausgewählten, zertifizierten Designer*innen. Der Anspruch, ausschließlich nachhaltige Mode zu verkaufen ist bereits im Namen glore verankert. Er setzt sich aus den zwei Wortsilben globally responsible (fashion) zusammen. Hierbei steht die gesamte Produktionskette im Fokus, was bedeutet, dass vom Anbau der Rohstoffe, über die Verarbeitung, bis hin zum Endprodukt alle Arbeitsschritte nachhaltigen Standards entsprechen müssen. Um diese Standards zu gewährleisten, werden bei glore nur Kleidungsstücke verkauft, die bestimmte Gütesiegel besitzen. Hierzu gehört zum einen das internationale Siegel GOTS (Global Organic Textile Standard), sowie das der Fair Wear Foundation. Entstanden ist glore aus einem Freundschaftsnetzwerk. Der erste Laden wurde 2006 vom glore-Gründer Bernd Claude Hausmann, eigentlich Sozialarbeiter, in Nürnberg eröffnet. Heute gibt es glore neben Nürnberg und Augsburg, noch in München, Hamburg, Stuttgart und in Luzern in der Schweiz.

Simone entscheidet in ihrem Laden somit direkt, was verkauft wird. Einzige Voraussetzung: In einem glore-Laden darf nur ökologisch nachhaltig und fair produzierte Mode verkauft werden. Beide Aspekte der Nachhaltigkeit sind für Simone gleich wichtig:

Es würde für mich keinen Sinn machen, Shirts aus Bio-Baumwolle zu verkaufen, wenn diese beispielsweise von Kindern genäht werden.“ Simone Kunz, glore Augsburg.

Simone hat Design studiert und eigentlich in der Werbebranche gearbeitet, bis sie am Sinn ihres Tuns zweifelte. Bei glore hat sie das gefunden, was ihr in der Werbung immer gefehlt hat.

Ich habe hier ein Produkt zu haben, hinter dem ich zu 100% stehen kann und was ich für sinnvoll halte“. Simone Kunz, glore Augsburg.

Bei glore profitieren alle Beteiligten der überschaubaren Produktionskette: von den Bio-Baumwollbäuer*innen bis hin zu den Schneiderinnen und Schneider und letztendlich auch die Kund*innen.  Glore bietet etwa 30 bis 40 Labels an, manche von ihnen sind bereits groß, andere stecken noch in den Kinderschuhen. Alle besitzen spezielle Zertifizierungen, um beide Aspekte bio und fair sicherzistellen. Auch die Tatsache, dass es keine Zwischenhändler*innen bei glore gibt macht die Produktionskette übersichtlicher und damit auch transparenter für den Kund*innen.

 

Ist nachhaltige Mode nicht zu teuer?

Nachhaltige Mode ist häufig mit dem Vorurteil behaftet teuer zu sein, doch glore bemüht sich für jeden Geldbeutel etwas anzubieten. So kosten einige Basics nicht mehr als 14 Euro.

Einige Basics kosten bei uns 14 Euro. Das geht, weil glore keine Zwischenhändler mitbezahlt und fast komplett auf Marketing verzichtet." Simone Kunz, gore in Augsburg.

Klar ist, dass glore trotzdem nicht mit den Preisen der herkömmlichen Modeketten mithalten kann. Das ist aber auch nicht nötig, wenn wir anfangen, unser Konsumverhalten zu reflektieren. "Wir müssen uns fragen, brauche ich wirklich zehn Hosen im Jahr oder reichen mir auch zwei wirklich tolle?“ so Simone Kunz.

Dann kommt es zwar beim Preis im Endeffekt auf das Gleiche hinaus, aber die gekauften Klamotten sind hochwertiger und im Einklang mit Mensch und Natur produziert. Ein weiteres Stichwort ist „slowfashion“. Die Mode bei glore Augsburg ist zeitlos schick und elegant. Nicht nur etwas für eine Saison, sondern potenzielle Lieblingsteile, welche über einen weitaus längeren Zeitraum Freude bereiten. Nochmal: Jedes fünfte Kleidungsstück in Deutschlands Schränken wird nicht getragen. Das kann sich ändern!

Hier geht’s zum nachhaltigen Shopping-Rundgang durch Augsburg.

 

Die Autorinnen:

      

Melanie Stahr                                      Elena Wenninger

Melanie Stahr und Elena Wenninger studieren Geographie an der Universität Augsburg. Elena Wenninger beschäftigt sich unter anderem mit lokalen Konsum-Mustern und deren globalen Auswirkungen. Für Melanie Stahr bedeutet Nachhaltigkeit im alltäglichen Leben nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch an die Konsequenzen für Mitmenschen und Umwelt.

 

Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren?

Dieser Artikel entstand im Rahmen des ersten Lifeguide-Seminares an der Universität Augsburg, das unsere Redakteurinnen Cynthia Matuszewski und Sylvia Schaab im Wintersemester 2017/ 2018 im Fachbereich Geographie anboten.Die Kernfrage lautete: Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren? Indem sie so oft wie möglich miteinander sprechen und sich austauschen. Indem also beispielsweise junge Wissenschaftler*innen in allgemein verständlicher Sprache von ihren Forschungsprojekten, ihren Forschungsfragen oder ihren Zukunftsmodellen berichten. Im Laufe des Seminars wurde über Verständlichkeit gesprochen, über Recherche, Gegenrecherche, Überschriften, Teaser, Fotos und vieles mehr. „Das war eine inspirierende Zeit für uns von der Lifeguide-Redaktion mit sehr engagierten Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Geographie. Es hat Spaß gemacht, mit ihnen in einer Uni-Redaktion zusammenzuarbeiten!“, berichten Cynthia Matuszewski und Sylvia Schaab. Am Ende dieser vielversprechenden Zusammenarbeit lagen dem Lifeguide im Februar 2018 insgesamt 11 neue Artikel vor. Sie werden im Laufe der Jahre 2018 und 2019 veröffentlicht. Wir freuen uns darauf.

Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
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MELA Sneakers fair und nachhaltig

MELA Sneakers fair und nachhaltig
Jetzt im Augsburger Weltladen
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Gute Nachrichten aus dem Augsburger Weltladen: Hier gibt es die weltweit ersten Schuhe, die mit dem Fairtrade Cotton Standard und dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert sind.

Das Team von MelaWear hat sich mächtig ins Zeug gelegt und Sneakers in modernem Design und höchster Qualität entwickelt. Wie alle MELAWEAR Produkte sind auch die Sneakers nach dem Fairtrade Cotton und dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert und aus Bio-Baumwolle. Für das Obermaterial wird Fairtrade-zertifizierte Biobaumwolle aus Indien verwendet. Der robuste Biobaumwoll-Canvas macht die Sneakers besonders atmungsaktiv. Die Sohle aus biologischem Naturkautschuk sorgt für eine gute Dämpfung und ein weiches und angenehmes Tragegefühl. Gleichzeitig verleiht sie den Sneakers Flexibilität und Rutschfestigkeit. Damit der Schuh zusammenhält wurde ein wasserbasierter und GOTS-zertifizierte Kleber eingesetzt und die Sohlen so entwickelt, dass diese mit einer 360 Grad Naht mit dem Obermaterial der Sneakers vernäht werden – in der Schuhproduktion ein echtes Qualitätsmerkmal.Für die MELA Sneakers werden Rohstoffe natürlichen Ursprungs ohne Zusatz giftiger Substanzen verarbeitet. Durch die MELA Sneakers werden nicht nur Mensch und Umwelt geschützt, sondern auch das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und der Konsumenten nachhaltig verbessert.

... und wer noch Flip-Flops für die heißen Sommertage braucht, der wird übrigens auch im Weltladen Augsburg fündig!

cm/pm

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Seit dem Frühjahr 2018 gibt es die weltweit ersten Schuhe, die mit dem Fairtrade Cotton Standard und dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert sind. Zu kaufen im Augsburger Weltladen. Foto: werkstatt_solidarische_welt_sylvia_hank
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Fair gehandelte Flip Flops gibt es im Augsburger Weltladen. Foto: Werkstatt Solidarische Welt Sylvia Hank
Augsburg, Weltladen, Flip Flops, Sommer, Schuhe, fair, nachhaltig, Foto: Werkstatt Solidarische Welt Sylvia Hank,
Fair gehandelte Flip Flops gibt es im Augsberger Weltladen. Foto: Werkstatt Solidarische Welt Sylvia Hank
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buch7 – der Buchhändler für Weltverbesserer

buch7 – der Buchhändler für Weltverbesserer
Lektüre online bestellen und Gutes tun
Team von Buch7

Bücher sozial verträglich und ökologisch online bestellen... geht das? Die Antwort liefert ein Buchhändler aus Langweid. Einfach Bücher beim Online-Buchhändler buch7 bestellen. Das Unternehmen spendet 75 Prozent des Gewinns an soziale, kulturelle und ökologische Projekte. Das zeigt, dass funktionierende Unternehmen auch ökologisch und sozial sein können.

Selbst anpacken und die Welt verbessern: Diese Themen bewegen die Kund*innen des sozialen Online-Buchhändlers buch7 auch in den Sommertagen. Auf deren interner Bestseller-Liste tummeln sich Bücher zu Themen wie Gärtnern, Selbstversorgung oder ökologisches Leben. „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“, „Besser leben ohne Plastik“ oder „Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen“: Schon die Titel machen deutlich, wie der durchschnittliche buch7-Kunde tickt. Bei den Filmen steht ganz oben „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“. 

Lösungen statt Jammern: Das suchen die buch7-Kund*innen. Und Lösungen für eine bessere Welt bietet auch buch7 selbst: Statt ständig wachsendem Reichtum für Aktionär*innen, Inhaber*innen und Geschäftsführer*innen fließt ein Großteil der Gewinne in Projekte rund um Prävention, Integration und Umweltschutz sowie in Einrichtungen für kranke Kinder. Um Geld für weltverbessernde Projekte zu erhalten, suchten die Gründer*innen von buch7 nach einer guten Geschäftsidee. Da kamen ihnen Bücher gerade recht: Lesen bildet und trägt schon allein dadurch etwas dazu bei, die Welt zu verbessern. Zudem garantiert die Buchpreisbindung feste Gewinnspannen. 

So entstand 2007 buch7. Wie bei Amazon erhalten Kunden ihre Bücher, E-Books, Filme und CDs innerhalb von 24 Stunden versandkostenfrei zugeschickt. Dr. Benedikt Gleich, einer der Gründer von buch7 betont: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum stationären Buchhandel. Stattdessen wollen wir den Online-Käufern eine sozial und ökologisch tragbare Alternative bieten.“ Das Unternehmen zahlt faire Löhne, bietet gute Arbeitsbedingungen und gleicht den CO2-Verbrauch beim Versand vollständig aus. Gewinne des Unternehmens gehen zu 75 Prozent an ökologische, soziale und kulturelle Projekte.

Der Zufall spielte buch7 in die Hände In den ersten Jahren kauften nur ein paar Hundert Idealisten bei buch7, die Gründer arbeiteten unentgeltlich. Dass der Buchversand inzwischen über 25.000 Kund*innen hat und 10 Mitarbeiter*innen beschäftigt, hat aus Sicht von Geschäftsführer Dr. Benedikt Gleich viel mit Zufall zu tun. Er meint damit allerdings die besondere Art von Zufall, die auch in seinem Lieblingsbuch „Das Versprechen“ von Friedrich Dürrenmatt eine zentrale Rolle spielt. Die verrückte Detektivgeschichte zeigt, wie extrem das Leben von Zufällen abhängt. Und so war es zufällig die Kritik an den fragwürdigen Arbeitsbedingungen beim Branchenprimus Amazon, die 2013 buch7 aus dem Dornröschenschlaf weckte und die Wende im Geschäft brachte. Der Umsatz wuchs so stark, dass bereits mehr als 165.000 Euro gespendet werden konnten.

Beim Spenden bestimmen Kund*innen mit Zum Konzept von buch7 gehört auch, dass die Kund*innen mitbestimmen, wer Spenden erhält. Über die Jahre sind bereits etwa 8.000 Vorschläge eingegangen. In jedem Quartal wählt eine andere buch7-Mitarbeiter*in oder ein Mitarbeiter besonders interessante Projekte aus den Vorschlägen aus, die dann im Team ausführlich diskutiert werden. Benedikt Gleich erklärt, worauf das Team bei der Auswahl achtet: „Besonders sprechen uns Projekte an, die mit wenig Verwaltungsaufwand einen großen Mehrwert erzeugen. Tendenziell fördern wir eher Projekte mit kleiner oder mittlerer Größe, damit unsere Förderung nicht einfach in einem großen Topf verschwindet.“ Mehrmals im Jahr findet eine Vergaberunde statt, bei der eine handvoll wertvoller Projekte ausgewählt wird. „Wir haben festgestellt, dass es den Projekten am meisten hilft, wenn sie größere Summen erhalten, mit denen sie wirklich etwas bewegen können“, erklärt Gleich diese Begrenzung. Trotzdem sind über die Jahre bereits etwa 100 geförderte Projekte zusammengekommen.

Rekord-Spendensumme im 1. Halbjahr 2017 Das Team von buch7 freut sich, dass es zur Jahresmitte 50.000 Euro an acht soziale, kulturelle und ökologische Projekte überweisen kann. Die größte Summe von 12.500 Euro erhält das Inselhaus aus Wolfratshausen. Der Jugendhilfeträger bietet Familienhilfe und heilpädagogische Angebote, betreibt für 18 Kinder Wohngruppen und ein Kinderheim. Mit der hohen Förderung kann ein neuer Minibus für die Jugendlichen zur Hälfte mitfinanziert werden, der die auf dem Land lebenden Kinder zur Therapie abholen und die auf Ausflüge bringen kann.

Weitere 10.000 Euro kommen dem „Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie" zugute. Die Gemeinwohl-Bewegung setzt sich dafür ein, dass Unternehmen weniger nach reinem Gewinn und mehr nach einem umfassenden Beitrag zum Gemeinwohl streben. Durch Gemeinwohl-Bilanzen sollen Unternehmen ihr soziales und ökologisches Engagement besser darstellen können und darin auch vergleichbar werden.

Wer also erbauliche oder entspannende Lektüre für seien Urlaub sucht, kann sich gleich auf der entsprechenden Liste von buch7 inspirieren lassen.

https://www.buch7.de/

 

Gründungsteam buch7
Gründungsteam buch7
buch7 Team
Teil des Buch7 Teams_v.l. Carmen Gleich mit Tochter Lara, Christian Otto, Isabella Sadlo, Benedikt Gleich mit Sohn Leopold, Nicola Hauptmann
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"Spitze Nadel 2017" für die Weltläden der Region

"Spitze Nadel 2017" für die Weltläden der Region
Auszeichnung für: "XXXL - Wir tragen fair"
XXXL- Wir tragen fair. Diese Aktion der Iller-Lech-Weltläden erhielt bei der Ethical Fashion Week Berlin die Auszeichnung "Spitze Nadel 2017". Foto: Werkstatt Solidarische Welt

Unter dem Motto "XXXL - Wir tragen fair", machten 30 Weltläden aus der Region und ihre Partner*innen mit übergroßen T-Shirts auf Missstände in der Textilproduktion aufmerksam. Die Riesen-T-Shirts wurden an Masten und Bäumen angebracht oder sorgten bei Demonstrationszügen für Aufsehen. Die Aktion, die im April 2017 auch in Augsburg stattfand, wurde auf der Berliner Ethical Fashion Week mit der „Spitzen Nadel“ ausgezeichnet. Partner*innen der lokalen Aktion „Augsburg zieht an!“ waren unter anderem die Werkstatt Solidarische Welt e.V., Weltladen Augsburg, Fairtradestadt Augsburg, aktion hoffnung und Vinty‘s, Contact in Augsburg e.V., Dear Goods, Degree Clothing, Eine Welt Promotorin, Glore, Lifeguide Augsburg oder die Umweltstation.

Die „Spitze Nadel“ ist ein Preis der gemeinnützigen Gesellschaft cum ratione (Paderborn) und des INKOTA-netzwerks (Berlin).  Die Auszeichnung würdigt Initiativen, die mit besonders innovativen und wirksamen Aktionen auf die Missstände in der globalen Textil-, Schuh- und Lederindustrie aufmerksam machen und sich für die Menschenrechte bei der Arbeit einsetzen.

Die Weltläden der Region Iller-Lech erhielten die „Spitze Nadel 2017“ in der Kategorie „Breitenwirkung“. Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen der Ethical Fashion Show im Funkhaus Berlin statt. Berndt Hinzmann, Referent beim INKOTA-netzwerk und Mitinitiator der „Spitzen Nadel“, erklärt: „Es ist wunderbar, dass immer mehr Menschen in der Öffentlichkeit klar und eindeutig für einen fairen Handel eintreten. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Menschen wollen die ganze Rechnung sehen. Deshalb fordern wir Transparenz statt Versteckspiel: Politik und Unternehmen müssen für die Einhaltung der Menschenrechte sorgen und der Öffentlichkeit transparent berichten!“

Weitere Informationen:

"Augsburg zieht an" Textil-Aktionstag 2017 in Augsburg für faire, ökologische und nachhaltige Kleidung. Foto: Werkstatt Solidarische Welt
"Augsburg zieht an" Textil-Aktionstag 2017 in Augsburg für faire, ökologische und nachhaltige Kleidung. Foto: Werkstatt Solidarische Welt
XXXL- Wir tragen fair. Diese Aktion der Iller-Lech-Weltläden erhielt bei der Ethical Fashion Week Berlin die Auszeichnung "Spitze Nadel 2017". Foto: Werkstatt Solidarische Welt
XXXL- Wir tragen fair. Diese Aktion der Iller-Lech-Weltläden erhielt bei der Ethical Fashion Week Berlin die Auszeichnung "Spitze Nadel 2017". Foto: Werkstatt Solidarische Welt
XXXL- Wir tragen fair. Diese Aktion der Iller-Lech-Weltläden erhielt bei der Ethical Fashion Week Berlin die Auszeichnung "Spitze Nadel 2017". Foto: Werkstatt Solidarische Welt
XXXL- Wir tragen fair. Diese Aktion der Iller-Lech-Weltläden erhielt bei der Ethical Fashion Week Berlin die Auszeichnung "Spitze Nadel 2017". Foto: Werkstatt Solidarische Welt
"Augsburg zieht an" Logo des Textil-Aktionstages 2017 für faire, ökologische und nachhaltige Kleidung.
"Augsburg zieht an" Logo des Textil-Aktionstages 2017 für faire, ökologische und nachhaltige Kleidung.
XXXL- Wir tragen fair. Diese Aktion der Iller-Lech-Weltläden erhielt bei der Ethical Fashion Week Berlin die Auszeichnung "Spitze Nadel 2017". Foto: Werkstatt Solidarische Welt
XXXL- Wir tragen fair. Diese Aktion der Iller-Lech-Weltläden erhielt bei der Ethical Fashion Week Berlin die Auszeichnung "Spitze Nadel 2017". Foto: Werkstatt Solidarische Welt
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„The True Cost – Der Preis der Mode“

„The True Cost – Der Preis der Mode“
Interview mit Filmemacher Andrew Morgan. Als er 2013 die Fotos der eingestürzten Rana Plaza Textilfabrik in Bangladesh sah, stellte er fest, dass er sich noch nie Gedanken gemacht hatte, wer seine Kleidung näht. Daraufhin produzierte er "The True Cost"
The True Cost - Der Preis der Mode?

Für den Blog vom Fair Fashion Onlineshop glore hatte Nadja Steinbach den Regisseur Andrew Morgan interviewt. Der Lifeguide veröffentlicht das Interview in leicht gekürzter Form.

Mode als Wegwerfprodukt kostet unseren Planeten und viele Menschen um einiges mehr, als auf dem Preisschild steht.

 

Nadja Steinbach / glore: Kannst du uns mehr über dich erzählen und wie du dazu gekommen bist den Film „The True Cost – Der Preis der Mode“ zu machen?

Andrew Morgan: Ich mache Filme seitdem ich ein kleiner Junge war. Vor ein paar Jahren habe ich auch angefangen, Regie zu führen. Als ich gerade meinen letzten Film fertig stellte, entdeckte ich ein Bild in der New York Times. Es war der Tag,  nachdem die Rana Plaza Fabrik in Bangladesh zusammengestürzt war. Als ich den Artikel darüber las, wunderte ich mich, dass diese Industrie, die doch so machtvoll und profitabel ist, auf so eine Weise Geschäfte macht. Ich habe mich sehr klein gefühlt, als ich anfing zu realisieren, dass es mich nie interessiert hatte, wo meine Kleidung eigentlich herkommt. Ich bin dann zurück in mein Büro gegangen, und habe sofort angefangen zu recherchieren und den Film in die Wege zu leiten. Ich wollte verstehen, was in dieser Branche vor sich geht. Ich habe mich sehr klein gefühlt, als ich anfing zu realisieren, dass es mich nie interessiert hatte, wo meine Kleidung eigentlich herkommt.

 

Kannst du uns erklären was Fast Fashion ist?

Andrew Morgan: Im Grund genommenen beschleunigt Fast Fashion den Zyklus vom Laufsteg zum Laden. Die Modelle vom Laufsteg werden kopiert und schnell durch die Produktion geschleust, damit die Ware innerhalb von wenigen Tagen verkauft werden kann. Es ist ein Weg, unsere Kleidung billiger und billiger zu machen und weniger Qualität in die Läden zu bringen. Jede Woche gibt es neue Styles. Das macht Mode zu einem Wegwerfprodukt – übrigens das erste Mal in der Geschichte der Menschheit. Das wollen wir mit dem Film am meisten kritisieren. Denn Mode als Wegwerfprodukt kostet unseren Planeten und viele Menschen um einiges mehr, als auf dem Preisschild steht. Ein Zitat aus dem Film geht mir nicht mehr aus dem Kopf: „Death grows with profit“.

 

Was sind die Konsequenzen für die Menschen und die Umwelt in den Produktionsländern?

Andrew Morgan: Mit unserem Film wollen wir zeigen, dass wir die wahren Kosten der Textilproduktion nicht selber tragen. Es braucht eine große Menge Rohstoffe, um Kleidung herzustellen, aber genau diese Rohstoffe drohen uns auf unserem Planeten auszugehen: Und  diese Kosten der Umweltzerstörung werden nicht zum Preis der Mode dazugezählt. Nirgendwo in unserer Wertschöpfungskette messen wir den wahren, den eigentlichen Preis. Genau das gleiche gilt für die menschliche Arbeitskraft. Der Transport ist teurer geworden, die Rohstoffe sind teurer geworden und doch ist Kleidung günstiger geworden, denn die Arbeitskraft ist billiger geworden.

 

Die ärmsten Menschen der Welt werden von der Modeindustrie ausgebeutet. Dies ist eine unglaubliche soziale Ungerechtigkeit, denn so viele Menschen auf der Welt verdienen keinen existenzsichernden Lohn. Im Film werden die Probleme dieser Menschen genau beleuchtet. Familien können beispielsweise nicht beieinander bleiben und Kinder werden von ihren Eltern getrennt. In unserem System messen wir nur Profit und vernachlässigen diejenigen, die die wahren Kosten tragen.

 

Was können wir tun um das System zu ändern? Was sollte deiner Meinung nach passieren?

Andrew Morgan: Wir müssen das System so verändern, dass nicht mehr Profit alleine im Fokus steht. Das jetzige System macht die Reichen reicher und hält die Armen arm. Wir sollten einen Schritt zurücktreten, nachdenken und dann ein neue Methode erfinden, um Gewinn und Kosten auf neue Weise zu messen und zu verteilen. Wir müssen an einen Punkt kommen, an dem wir den Kapitalismus überdenken und weiterentwickeln.

 

Vor allem die Industrie muss sich verändern. Viele Marken lassen in vielen hundert Fabriken ihre Kleidung produzieren. Dabei besitzen sie keine einzige dieser Fabriken. Sie stellen also, rein rechtlich, die Leute nicht an. Es gibt keine Langzeitverträge und viele der Arbeitnehmer*innen haben nicht einmal einen Arbeitsvertrag. Das heißt auch, dass diese Firmen die Konsequenzen nicht tragen. Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, muss man die großen Firmen dieser Welt dazu zwingen, Verantwortung zu übernehmen und Langzeitverträge mit ihren Lieferanten und Arbeitnehmer*innen einzugehen.

 

Außerdem müssen wir, die Konsument*innen, die wir Kleidung kaufen, aufmerksamer sein. Beim Filmen oder bei den Events, die wir veranstaltet haben, kamen viele Leute zu mir und sagten: „Ich habe noch nie darüber nachgedacht.“ Wenn Leute erst einmal anfangen zu verstehen und darüber nachzudenken, welche Firmen sie unterstützen, können wir einen Wandel erreichen. Ich glaube wirklich, dass die Menschen immer aufmerksamer werden. Andererseits kann man sich auch überfordert und sehr machtlos fühlen. Also möchte ich den Menschen einen Anhaltspunkt geben. Wir können zeigen, wie sie mit ihren alltäglichen Entscheidungen, wie der Kleidungswahl, die Achtung der Menschenrechte, die Rechte der Frauen und die Gleichberechtigung fördern können.

 

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Ungetrübte Blumenfreude - nicht nur zum Valentinstag

Ungetrübte Blumenfreude - nicht nur zum Valentinstag
Blumen, Fair Trade, Foto: Solveig Matuszewski

Wer Blumen mit dem Fair-Trade-Siegel kauft, bringt nicht nur die Augen seiner Lieben zum Leuchten, sondern sorgt auch für faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern, verhindert Kinderarbeit und fördert soziale Projekte.

 

Der Valentinstag ist entgegen der landläufigen Meinung vielleicht keine Erfindung der Blumenhändler, aber er bringt ihnen Jahr für Jahr einen satten Umsatz. In Deutschland werden zum Valentinstag Blumen im Wert von 120 bis 130 Millionen Euro verkauft. Weltweit sind es Jahr für Jahr fast 100 Milliarden Euro. Besonders viele kommen aus den Niederlanden. Im Winter allerdings kommt die Mehrzahl der geliebten Schnittblumen aus Ostafrika oder Südamerika. Dort werden die Blumen unter oft verheerenden Bedingungen angebaut. Dies schreibt unter anderem die Autorin Silke Peters in ihrem Buch "Blühende Geschäfte. Der weltweite Handel mit der Blume". Die Rosen, Nelken oder Tulpen kommen mit dem Flugzeug zu uns, was aus Sicht des Klimaschutzes ein Problem ist. Nur etwa jede fünfte Schnittblume, die wir kaufen, stammt aus Deutschland.

 

Schlechte Arbeitsbedingungen und Wasserknappheit

In den Anbauländern leben vielen Menschen von der Blumenproduktion. In Kolumbien sind es etwa 800.000 Menschen, in Kenia sogar zwei Millionen. Allerdings hat die Blumenindustrie nicht den besten Ruf: Die Menschen wurden lange Zeit sehr schlecht bezahlt, sie arbeiteten unter miesen Bedingungen und waren unwürdig untergebracht. In den letzten Jahren hat sich das verbessert. Problematisch ist zudem, dass es durch die Bewässerung der Blumen häufig zu Wasserknappheit kommt.

 

Wir haben Einfluss: 22.000 Geschäfte verkaufen Fairtrade-Blumen

Wichtig zu wissen ist, dass wir Blumenfreunde in Deutschland beim Einkaufen Einfluss auf die Bedingungen in anderen Ländern nehmen können. Wenn wir fair gehandelte Blumen kaufen, helfen wir den Arbeitern auf den Farmen, auch wenn das Wasserproblem damit ebenso wenig gelöst ist wie der klimaschädigende Transport. Orientierung für menschwürdig erzeugte Blumen gibt das bekannte Faitrade-Siegel. Rund jede vierte in Deutschland verkaufte Schnittrose trägt dieses Siegel bereits. In über 22.000 Geschäften deutschlandweit und in zahlreichen Blumenläden in Augsburg und Region sind Blumen aus Fairem Handel erhältlich. Der Blumen-Finder von Faitrade Deutschland  zeigt alle Verkaufsstellen auf.

 

Blumen mit Siegel fördern auch Gemeinschaftsprojekte

Das blau-grün-schwarze Fairtrade-Siegel garantiert auch für Blumen, deren Produzenten die Bedingungen des fairen Handels einhalten. Wer auf das Siegel achtet, kann darauf vertrauen, die besseren Blumen zu kaufen. Zertifizierte Produzenten verpflichten sich, geregelte Arbeitszeiten einzuhalten und garantieren Sozialleistungen für ihre Angestellten. Fairtrade sorgt auch dafür, dass in den ärmeren Ländern wichtige Dinge angeschafft werden können. Das sind zum Beispiel Moskitonetze, Trinkwasserfilter und Fahrräder. Ausbeuterische Kinderarbeit ist genauso verboten wie der Einsatz hochgiftiger Pestizide auf den Plantagen. Außerdem wird vom Handel eine Fairtrade-Prämie von zehn Prozent des Erlöses für Gemeinschaftsprojekte vor Ort gezahlt, davon werden unter anderem Kindertagesstätten und Kantinen gebaut oder Schulen und Krankenhäuser unterstützt.

 

Von Frühjahr bis Herbst: Blumen vom Wochenmarkt

Natürlich gibt es auch noch die Möglichkeit, Blumen aus heimischer Produktion zu kaufen. Von Frühling bis Herbst ist das eine gute Alternative - die Wochenmärkte in unserer Region bieten dann wunderschöne Sträuße aus eigener Blumenzucht. In den Wintermonaten lassen sich heimische Blumen allerdings nur mit hohem Energieaufwand für die Gewächshäuser ziehen. Eine Übersicht, wann welche Blume bei uns Saison hat, finden Sie hier.

 

Darf´s auch mal was anderes sein?

Aber natürlich müssen es nicht immer Blumen sein oder teure andere Aufmerksamkeitn. Am Valentinstag können Verliebte auch gemeinsam Zeit verbringen und gleichzeitig etwas Gutes tun. Zum Beispiel bei einem Ausflug nach München: Der Fotograf York Hovest ist im Rahmen der National Geographic Vortragsreihe „Hundert Tage Amazonien“ am 14.02.2017 im im Tagungszentrum Kolpinghaus zu Gast und präsentiert dort eine Multivisionsshow seiner Expedition. Die Bilder veranschaulichen das Leben im Amazonas auch von seiner schwierigen Seite. 2016 hatten Parasiten den größten in traditionellem Stil gebauten und modern ausgestatteten Gebäudekomplex im Regenwald Ecuadors zerstört. Zum Valentinstag hofft die Hilfsorganisation AMAZONICA auf die Spendenbereitschaft für den Wiederaufbau der ersten Urwaldakademie für indigene Völker und des ersten staatlich anerkannten Tourismusunternehmens der Shuar-Indianer. Dafür sind bis Ende März rund 50.000 Euro nötig. „Kaufen Sie zum Valentinstag nur eine Rose und sichern Sie statt teurer Geschenke die Zukunft eines Volkes. Für die Shuar ist das Gebäude existenziell. Es ist Ausbildungsstätte und Grundlage für die Schaffung von Arbeitsplätzen, um der Jugend auf eigenem Territorium eine Zukunft zu geben“, sagt Mascha Kauka, Gründerin des Projekt. Infos zum Projekt und zur Veranstaltung in München gibt es hier.

 


Valentinstag: Wer hat’s erfunden?

Die Ursprünge des Valentinstages gehen übrigens wahrscheinlich auf Bischof Valentin von Terni zurück, der im dritten Jahrhundert nach Christus Verliebte mit Blumen beschenkt und trotz Verbot nach christlichem Ritus getraut haben soll. Auf Befehl des römischen Kaisers Claudius II. soll Bischof Valentin an einem 14. Februar hingerichtet worden sein.

 

 

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