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Jeden Freitagnachmittag kostenlose Hilfe für Flüchtlinge - mit telefonischer Voranmeldung
Öffnungszeiten aktivieren
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Ort

Wertachstraße 29
Tür an Tür
86153 Augsburg
Deutschland

E-Mail
maria.moe [at] web.de

Homöopathie für Flüchtlinge ist ein Projekt von Homöopathen ohne Grenzen e.V (HOG)  und Homöopathie in Aktion (HiA). Das Ziel des Projektes ist es, möglichst vielen geflüchteten Menschen eine kostenlose homöopathische Behandlung zu ermöglichen. 

Während regelmäßiger Sprechstunden erfassen die ehrenamtlichen Therapeut*innen – Ärzt*innen und Heilpraktiker*innen - in Anamnesegesprächen die individuelle Situation der Geflüchteten, bei Bedarf auch mit Unterstützung durch Übersetzer*innen. Oft beeinträchtigen traumatisierende Erfahrungen im Heimatland oder während der Flucht den aktuellen Gesundheitszustand der Flüchtlinge. Die Traumata können Hintergrund für viele körperliche und seelische Beschwerden sein.

Im Herbst 2015 trafen sich 15 Homöopath*innen aus Augsburg und Umgebung, um diesen Menschen kostenlose Hilfe anzubieten. Bereits im Februar 2016 begannen sie mit den ersten homöopathischen Behandlungen. Da das Angebot sehr gut angenommen wird, behandeln sie seitdem immer Freitagnachmittag bei „Tür an Tür“, Wertachstraße 29, in Augsburg.

Nur mit telefonischer Voranmeldung: 0171 48 31 238, Dr. Maria Möller.

HOG: Homöopathen ohne Grenzen e.V. leistet humanitäre Hilfe und unterhält Ausbildungsprojekte für Flüchtlinge.               HiA: Homöopathie in Aktion e.V. hilft Menschen in finanziellen Notlagen in Deutschland.  

 

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Zuflucht für 25 unbegleitete Minderjährige aus Lesbos

Zuflucht für 25 unbegleitete Minderjährige aus Lesbos
Jetzt offenen Brief an Augsburgs Stadtspitze und den Stadtrat unterzeichnen
Flucht, Flüchtlinge, Boat-People, Gemälde: Razieh, Reproduktion: Maria Möller

Beinahe täglich spitzt sich die Lage auf den griechischen Inseln weiter zu. Anfang April 2020 leben in den Camps auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos nach wie vor mehr als 42.000 Menschen, darunter 14.700 Kinder und 2.200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMFs). 

Eine besondere Nähe hat Lesbos zu Augsburg bekommen, weil eine engagierte Augsburger Ärztin, Dr. Maria Möller, im vergangenen Jahr dort mehrere Wochen im medizinischen Einsatz war. Ausgehend von einem Vortrag von Maria Möller zum Thema "Situation von Geflüchteten auf Lesbos", der Mitte Februar bei Tür an Tür stattfand, hat sich eine Gruppe von Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Flüchtlings- und Integrationsarbeit und Jugendsozialarbeit Anfang März 2020 zu dem Arbeitskreis „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf Lesbos“ zusammengeschlossen. Ziel war und ist es, sich für die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten aus Lesbos in Augsburg/Bayern einzusetzen.

 

Platz für 25 Jugendliche vorhanden

Um das zu erreichen hat der Arbeitskreis einen offenen Brief an den noch regierenden Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl sowie die zukünftige Oberbürgermeisterin Eva Weber und an die Bürgermeister*innen und Stadträt*innen der Stadt Augsburg verfasst. Er fordert die städischen Verterter auf, 25 unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Augsburg aufzunehmen. 

Angesichts der Tatsache, dass in Augsburg nach derzeitigem Kenntnisstand mindestens 25 freie Plätze für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stünden, fordert der Arbeitskreis in seinem Brief auf, die „tickende Zeitbombe“ auf den griechischen Inseln nicht länger zu ignorieren. So habe die Friedensstadt Augsburg in vorbildlicher Weise seit 2015 Strukturen aufgebaut, um geflüchteten Menschen zu helfen. Anstatt also Fachkräfte, die in den letzten Jahren zu Expert*innen im Bereich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) ausgebildet worden sind, zu entlassen und Wohngruppen für junge Geflüchtete zu schließen, könnten derzeit schon bestehende Strukturen genutzt werden, um 25 Kindern und Jugendlichen eine Zukunft in Sicherheit und Frieden zu bieten, so der Arbeitskreis. 

Mehr als 100 Akteur*innen haben den Brief bereits unterschrieben. Davon mehr als 30 Organisationen und soziale Einrichtungen und rund 70 Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft oder in Vertretung von kulturellen, politischen oder sozialen Verbänden und Institutionen.

Hier geht es zu einem kurzen Filmbeitrag, in dem u.a. von Dr. Maria Möller über die Situation auf Lesbos berichtet.

 

Offenen Brief unterzeichnen

Für diesen Brief, der hier heruntergeladen werden kann, können noch mehr Menschen unterzeichnen. Bitte eine Mail mit folgenden Wortlauf verschicken an umF-Lesbos@online.de"Ich unterstütze die Anleigen des AK umF aus Lesbos und unterzeinche gerne deren offenen Briefgez. Max und Maximilianne MutermannWohnhaft in Augsburg..."

Hier gibt es weitere Informationen zum Arbeitskreis und dem offenen Brief.

Am 9.6.2020 sendete die Initiative einen Brief an Oberbürgermeisterin Eva Weber. Den Brief finden Sie im Anhang oder hier.

 

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Gegen Abschiebung in Krieg und Perspektivlosigkeit Franz Dobler Do., 08.12.2016 - 13:21
Gegen Abschiebung in Krieg und Perspektivlosigkeit
Gastbeitrag von Franz Dobler
Refugees Welcome. Grafik: Augsburger Flüchltingsrat

Der bekannte Augsburger Schriftsteller Franz Dobler richtet sich in seiner Rede vom November 2016 gegen Abschiebungen von Menschen, die in Deutschland Schutz vor Krieg, Terror und Gewalt suchen. Seit Oktober 2016 gibt es ein Abkommen zwischen der EU und Afghanistan, das seine Geflüchteten zurücknimmt und dafür finanzielle Unterstützung erhält. Was im Fall Deutschland heißt: 1,8 Milliarden Euro werden bis 2020 bezahlt, um die afghanischen Geflüchteten loszuwerden. Anders gesagt: das ist der Preis, um das Grundrecht auf Asyl zu löschen.

Rede von Franz Dobler vom 26. November 2016:

„Wir protestieren heute gegen Abschiebungen, aber ich befürchte, dass es dabei auch darum geht, unser Land gegen eine Bedrohung zu verteidigen. Denn die wachsende Gefahr, dass das Asylrecht in Deutschland immer noch weiter abgebaut und ignoriert wird, und dass verstärkt und sogar in Kriegsgebiete abgeschoben wird, verläuft parallel zur Tatsache, dass unser Land immer stärker von Rechten, von Antidemokraten, von Rassisten bedroht wird.

Man könnte vermuten, dass Deutschland genug aus seiner NS-Vergangenheit gelernt hat, um damit fertigzuwerden, aber das ist offensichtlich nicht der Fall.

Für diese Neue Rechte ist vor allem der Hass gegen Geflüchtete eine ihrer Hauptantriebskräfte. Sie schaffen es mit so irren Behauptungen, dass Deutschland und seine angebliche Leitkultur von Migranten und Geflüchteten abgeschafft würde, eine Menge Stimmen zu holen. Sie holen so viele Stimmen, dass inzwischen Politiker von der CSU bis zur Linken auf diese Bedrohung von rechts dadurch reagieren, dass sie Sprache, Ziele und Behauptungen dieser Bewegung aufgreifen, um ihre Wähler am Abwandern zu hindern.

Unser Problem mit Abschiebungen bzw. mit den Katastrophen an den Außengrenzen der EU hat sich in den letzten Monaten verschärft, weil die Politiker der Mitte für ihr Ziel, ihre Wähler nicht der AfD zu überlassen, ebenfalls das Thema „Geflüchtete“ benutzen: die Behauptung,

Die Behauptung, Deutschland müsste die Zahl an Asylanten und Geflüchteten reduzieren, um nicht existentiell bedroht zu sein, ist schon so gut wie Konsens. Das muss man sich mal klarmachen: das ist die vorherrschende Meinung in einem der reichsten Länder der Welt, das seine Rüstungsexporte weiterhin steigert in der naiven Annahme, dass es dafür keine Quittung in Form von Opfern gibt, die dann notgedrungen vor unserer Tür stehen. Wobei wir erheblich weniger Kriegsflüchtlinge aufnehmen als einige erheblich ärmere Länder.

Die Behauptung, Deutschland sei in Gefahr, ist eine Lüge. Ebenso wie der Glaube eine Illusion ist, Deutschland oder Europa könnte sich abschotten von den Krisengebieten der Welt, an deren Krisen es immer irgendwie beteiligt ist. Dass echte Probleme, wie die sich permanent verschärfende Kluft zwischen Armen und Reichen, in diesem Tumult untergehen, ist die spezielle Tragik dabei. Und wenn man Leuten wie uns dann vorwirft, wir würden die Arm/Reich-Problematik in Deutschland für weniger wichtig halten, ist das übrigens ebenfalls eine verdammte Lüge.

In der Problemzone Asyl-Abschiebungen-Sichere Herkunftstaaten sind im Moment Geflüchtete aus Afghanistan in besonderer Gefahr. Seit Oktober 2016 gibt es ein Abkommen zwischen der EU und Afghanistan, das seine Geflüchteten zurücknimmt und dafür finanzielle Unterstützung erhält. Was im Fall Deutschland heißt: 1,8 Milliarden Euro werden bis 2020 bezahlt, um die afghanischen Geflüchteten loszuwerden. Anders gesagt: das ist der Preis, um das Grundrecht auf Asyl zu löschen.

Denn die Situation in Afghanistan ist allgemein bekannt: Es ist Kriegsgebiet, und die Lage dort verschlechtert sich täglich. Gegen Abschiebungen dorthin protestieren nicht nur humanitäre Organisationen, sondern auch Gruppierungen der CSU und der christlichen Kirchen.

Eine Zeitung der Mitte, die Süddeutsche, hat es kürzlich nicht anders formuliert als wir: „Dass Vertreter der Bundesregierung nun erklären, die Afghanen sollten doch einfach in ihrem Land bleiben und nicht nach Europa fliehen, ist genauso zynisch wie die Einschätzung, es gebe sichere Gebiete, in die man Afghanen abschieben kann.“ (1) Und der UN-Beobachter Chaloka Beyani hat das nach einem Besuch in Afghanistan ergänzt, als er sagte: „Diese Leute zurückzuschicken, wird die Instabilität ganz sicher verschärfen.“ (2)

Die strikte Weigerung der Bundesregierung, angeführt von Innenminister de Maizière, ihre Haltung zu ändern, darf nicht hingenommen werden. Ausgerechnet in einem Land, das in den letzten hundert Jahren mehr als jedes andere Land weltweit das größte Elend verursacht hat, ist diese inhumane oder auch unchristliche Härte gegenüber Geflüchteten vollkommen unakzeptabel.

Und das ist der Grund, warum wir Deutsche heute nicht nur für Geflüchtete und gegen Abschiebungen auf der Straße sind, sondern für uns selbst.

Diese Härte dient nicht einmal dazu, die Neue Deutsche Rechte ruhig zu halten, sondern wird sie im Gegenteil bestärken. Und das ist der Grund, warum wir Deutsche heute nicht nur für Geflüchtete und gegen Abschiebungen auf der Straße sind, sondern für uns selbst.“

 

Quelle: Franz Dobler/Freundschaftskreis Augsburger Flüchtlingsrat e.V., Rede vom 26.11.2016

(1) 12.11.2016: http://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-in-afghanistan-bundesregier…

(2) The Guardian, 1.11.2016: https://www.theguardian.com/global-development/2016/nov/01/eu-deportati…

 

 

Veranstaltungen des Flüchtlingsrats:Zweiwöchentliches Ratstreffen, mittwochs, in der Regel im Grandhotel Cosmopolis, siehe Homepage. Die Treffen sind offen, jeder kann sich einbringen.

17.12.2016: Demo„Für ein friedliches Miteinander. Gegen Abschiebungen in Krieg und Perspektivlosigkeit“; Beginn:12.00 am Köningsplatz (https://www.facebook.com/events/148379032306769/)

 

Kontakt: http://augsburgerfluechtlingsrat.blogspot.de/

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