Ankerzentrum – Abschiebung ins Innere

Hörspiel-Installation im Kulturhaus abraxas

Ort:

Sommestraße 30
Großes Foyer
86156 Augsburg

Das Hörspiel basiert auf Erfahrungen von Bewohner*innen bestehender bayerischer Asylbewerber*innenunterkünfte und ist Teil einer politischen Kunstperformance gegen Ankerzentren.

 

Mitgewirkt bei der Erstellung der Hörspiel-Installation im loop 30 - dem Hör-Raum im Kulurhaus Abraxas - haben Flüchtlinge, Flüchtlingshelfer*innen, Mitglieder des Flüchtlingsrats und interessierte Bürger*innen. Die Ausstellung dauert bei freiem Eintritt vom 24.02. bis 15.04.2019. Mit der Aktion soll ein Zeichen gegen die nun in Bayern eingerichteten Ankerzentren gesetzt werden. Ankerzentren sind Riesenlager mit in der Regel 1.500 Insassen, in denen seit August sämtliche Flüchtlinge so lange isoliert werden, bis ihr Verfahren abgeschlossen ist, ggf. bis zur Abschiebung. Das kann Jahre dauern.

 

Warum gegen Ankerzentren?

Ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen ist der Zutritt verboten. Die Bewohner*innen dürfen nicht selbst kochen und nicht arbeiten. Kontakte zur Bevölkerung werden gezielt be- und verhindert. Das geringe Taschengeld reicht nicht aus, ratenweise Rechtshilfe in Anspruch zu nehmen, obgleich die Gerichte bisher ca. 40% der Asylbescheide korrigieren.

Die Aktivist*innen finden, dass Flüchtlingen in Deutschland eine humane Behandlung zusteht, und treten für das Augsburger Modell, also für dezentrale Unterbringung ein.
Mit Riesenlagern wurden ausschließlich schlechte Erfahrungen gemacht. Sie bedrücken die Bewohner*innen, fördern Alkohol, Drogen, Konflikte, Gewalt und überfordern die Nachbarschaft. Nicht von Ungefähr hat sich die Gewerkschaft der Bundespolizei klar gegen Ankerzentren positioniert.

 

Midissage

Bei der Midissage am Do 21.3. um 19.00 Uhr im Ballettsaalinformieren die Macher*innen des Hörspiels mit einem Kurzvortrag über die Hintergründe ihres Projekts. Bewohner*innen von Ankerzentren berichten über ihre Erfahrungen dort, und es wird ein Kurzfilm über die Aktion auf dem Rathausplatz gezeigt.

Wolfgang Wilholm, der für die Tontechnik des Hörspiels verantwortlich zeichnet, wird den Abend mit seinem Elektronik-Projekt elektrojudas mit seiner Sound-Performance „Fleeting Soundclouds“ musikalisch umrahmen. Auf der Basis einzelner Textpassagen aus dem Hörspiel wird er live improvisierte Klangwelten entstehen lassen.

 

Mitwirkende:

Text: Isabella Geier

Aufnahme/Schnitt: Wolfgang Wilholm

Sprecher*innen: Christine Wilholm, Rainer Braune und Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan: Mohammad Ataei, Hamid Mohammadi, Schams Paktiawal, Ali Reza Khavari, Miral Yammo, Nesrin Bakko