Geld, Zeit und Kommunikation in Bewegung

Seminar: Eine Erfahrung zwischen Michael Endes Momo, Gewaltfreier Kommunikation und Contact Improvisation.

Ort:

Im Annahof 4
86150 Augsburg

Was hat Geld mit Kommunikation zu tun? Welchen Einfluss nehmen ökonomische Strukturen auf unser Verhalten? Und wie können wir diesem Einfluss begegnen? Michael Endes sanfte Heldin Momo und ihre besondere Fähigkeit mit ganzer Aufmerksamkeit zuzuhören, begleitet uns auf einer Reise zu den grauen Herren, innerhalb und außerhalb von uns selbst.

Mit Poesie, Erzählungen, Filmausschnitten und auf spielerische Weise ergründen wir konfliktfördernde und andere destruktive Wirkungen unserer derzeitigen ökonomischen Strukturen. Wir erforschen Geld als gesellschaftsgestaltendes Werkzeug und erschließen zugleich Lösungswege aus zwischenmenschlichen Konflikten mit Hilfe der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg. Die zeitgenössische Tanzform Contact Improvisation schafft Möglichkeiten für Begegnung, macht Verbundenheit körperlich erfahrbar und ermöglicht so eine intuitive Form des Begreifens. Ziel des Seminar ist es, die entfremdenden Kräfte ökonomischer Strukturen zu erkennen und über Sprache und Körper wiederverbindende Erfahrungen zu wagen.

Das Seminar vermittelt
• ein grundlegendes Verständnis der Ursachen gesellschaftlicher Beschleunigung und wachsenden Zeitdrucks, sowie ein Verständnis der damit verbundenen gesellschaftlichen Entfremdung
• Ansätze für einen neuen Umgang mit Zeitdruck
• eine erhöhte Kompetenz im Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten
• neue kommunikative Werkzeuge, die die Teilnehmenden auch konkret im privaten Leben anwenden können
• ein intuitives Verständnis der strukturellen Gewalt derzeitiger ökonomischer Systeme und deren Einfluss auf menschliches Handeln
• ein grundlegendes und intuitives Verständnis der Ursachen destruktiven Wirtschaftswachstums und der daraus hervorgehenden Ausbeutung von menschlichen und natürlichen Ressourcen

Außerdem schafft das Seminar innerhalb von Gemeinschaften, Arbeitsgruppen und Teams
• eine empathische Gemeinschaft und stärkt so die innere Kraft von Arbeitsgruppen
• eine Kooperationskompetenz für die gemeinsame Arbeit auf Augenhöhe
• eine für Außenstehende einladende, gemeinschaftliche Stimmung und Energie innerhalb des Teams

Datum und Seminarzeiten
Fr 13. Oktober 19 bis 22 Uhr
Sa 14. Oktober 10 bis 18 Uhr
So 15. Oktober 10 bis 15 Uhr
Samstag Abend von 19:30 bis 21:30 Uhr Offene Abendveranstaltung - getanzter Vortrag & Contact-Jam

Kosten - zahl was Du kannst
Richtwert: 200,- Euro
Sockelbetrag: 65,- Euro
Es ist das Anliegen der Veranstalter, dass die Teilnahme an diesem Seminar für alle Menschen möglich
ist. Der Anmeldebetrag von 65,- Euro deckt ausschließlich Grundkosten. Während des
Seminars wird darum gebeten, noch einen zusätzlichen Beitrag nach dem Prinzip “gib was Du
kannst” hinzuzufügen. Bei durchschnittlich 200,- Euro pro Teilnehmenden wird die Arbeit
der Seminarbegleitenden ermöglicht. Wer gut verdient, kann durch einen höheren Beitrag
die Teilnahme von Menschen mit weniger finanziellen Mitteln an diesem oder zukünftigen
Seminaren ermöglichen. Interessierte Menschen, die sich den Sockelbetrag nicht leisten
können, wenden sich bitte direkt per Mail oder telefonisch an die Veranstalter.

Zur Anmeldung

Inhaltliche und organisatorische Rückfragen an
Masayo Oda: masayo [at] 40jahremomo.de
Telefon 089.48002918

Eine Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins
Oeconomia Augustana und des
Forum Fließendes Geld.
Gefördert durch die Lokale Agenda 21 in Augsburg

Zur Website des Projekts 40 Jahre Momo

Zum Filmtrailer 40 Jahre Momo - ein Märchen wird erwachsen

Ergänzende Informationen zum Seminar
Das Seminar besteht aus drei miteinander verwobenen Herangehensweisen. Der inhaltliche Teil des Seminars eröffnet durch die Figuren der Erzählung Momo, durch Planspiele, fiktionale und dokumentarische Medien, sowie durch persönliche Erzählungen der Teilnehmenden einen emotionalen und allgemeinverständlichen Zugang zu den trennenden Einflüssen gegenwärtiger ökonomischer Strukturen. Er macht die in unserem Geldsystem verborgenen Ursachen für zunehmenden Zeitdruck, für zwischenmenschliche Entfremdung und für die Entfremdung des Menschen von der Natur bewusst und erlebbar. Aus dieser Einsicht in die systemischen Ursachen geht auch die Erkenntnis des gesellschaftsgestaltenden Potentials von Geld hervor, welches einer positiven Transformation der Gesellschaft Kraft geben könnte.

Der praktische Teil des Seminars vermittelt die Gewaltfreie Kommunikation und die Contact-Improvisation. Im Seminar wird jeweils eine Vertiefungsgruppe gebildet. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg ist ein erprobter Weg, unsere mentalen Infrastrukturen zu erkennen und zu verändern und damit zwischenmenschlicher Entfremdung entgegenzuwirken. Die GFK ermöglicht einen Kommunikationsfluss, der zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. Dieser kann sowohl bei der Kommunikation im Alltag als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Wie in dem Roman Momo ist in der GFK urteilsfreies, absichtsloses Zuhören der emphatische Schlüssel zu den grauen Herren innerhalb und außerhalb von uns selbst. Im Seminar behandeln wir durch die GFK Bereiche aus Geld und Wirtschaft, die sich in unserer täglichen Kommunikation niederschlagen:

Die zeitgenössische Tanzform Contact Improvisation eröffnet uns einen physischen Forschungsraum jenseits des Selbstverständlichen - zum Innehalten, zum Wahrnehmen und zum Spielen. Sie ermöglicht ein intuitives Begreifen und Lernen auf individueller Ebene. Während wir im Alten, im bestehenden System verweilend nicht wissen können, wie das Neue hervorgebracht werden könnte, erfahren wir im schlichten körperlichen Sein plötzlich in einer großen und einfachen Klarheit, dass »die schönere Welt, von der unsere Herzen wissen, dass sie möglich ist« (Charles Eisenstein) schon da ist. Kein Hirngespinst, keine Utopie, sondern hier und jetzt real erlebbar. In dieser Form ist keinerlei Bewegungserfahrung erforderlich, Menschen aller Altersstufen und Körperformen können mitmachen.

Durch die Kombination der inhaltlichen Betrachtung mit den beiden praktischen Teilen verlassen die Teilnehmenden dieses Seminar nicht nur mit Einsichten über die entfremdenden Kräfte des Geldes, sondern zugleich mit einem im eigenen Leben anwendbaren Werkzeugkoffer, um dieser Entfremdung entgegenzuwirken. Die bewusste Wahrnehmung der strukturellen Gewalt unserer Systeme in Verbindung mit dem Erwerb neuer kommunikativer Fähigkeiten ermöglicht auch nach dem Seminar eine differenzierte und weniger personenbezogene Betrachtung und Lösung von Konflikten und damit eine hohe Kommunikations-, Kooperations- und Friedenskompetenz.
• Lohn und Belohnung – Bestrafung, Lob und Tadel
• Mangel und Fülle
• Schuld und Schulden
• Wert und Bewertung

Seminarleitende:

Oliver Sachs, 46 Jahre, Vater von zwei Kindern, ist Filmemacher sowie Prozess- und Projektbegleiter und Initiator des morpheus-Bildungsprojekts. In Seminaren und durch seine filmische Arbeit stellt er eine Verbindung zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragestellungen her. Ausgangspunkt dieser Arbeit sind die Betrachtung des Einflusses von Geldsystemen auf menschliches Verhalten und Erfahrungen mit Dialogmethoden aus dem Bereich des tiefen Zuhörens. 2013 produzierte er mit Hanni Welter und Masayo Oda den Kurzfilm "40 Jahre Momo - ein Märchen wird erwachsen" über die ökonomischen Hintergründe der Geschichte Momo von Michael Ende. Eine Langfassung des Filmes ist in Arbeit.


Andreas Poggel, 44 Jahre, Vater von drei Kindern, ist Mediator und Trainer für Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Er verbindet mit seinem Wirken Mediation, Gewaltfreie Kommunikation und Zen-Meditation. Aus seiner Erfahrung als Informatiker und Dienstleister für die Optimierung von Fertigungsprozessen hat er einen Blick für die zwischenmenschlichen Auswirkungen industrieller Beschleunigung und Effektivitätssteigerung. Empathische Kommunikation versteht er als Werkzeug, den durch zunehmende Optimierung hervorgebrachten zwischenmenschlichen Konflikten zu begegnen und so zu einem positiven gesellschaftlichen Wandel beizutragen.


Heike Pourian, 49 Jahre, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, arbeitet als Dipl. Kulturpädagogin, Tänzerin, Autorin und Wandelforscherin. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren damit, wie die zeitgenössische Tanzform Contact Improvisation zum gesellschaftlichen Wandel beitragen kann. Das tut sie in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen – von der Kinderkrippe bis zur Hochschule - und ist begeistert, dabei selber fortwährend ihren Horizont zu erweitern. 2016 hat sie die Textsammlung „Eine berührbare Welt“ veröffentlicht und den Verein „contact bewegen“ mitgegründet.
 

Andreas Poggel
Heike Pourian
Oliver Sachs