UTOPIE was wäre, wenn...?

Unter diesem Motto steht das Kulturprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest

Ein Blick in die Geschichte...

Im Zuge des Dreißigjahrigen Krieges wurde den Protestant*innen Augsburgs am 8. August 1629 die Ausübung ihres Glaubens untersagt. Erst im Westfälischen Frieden 1648 wurde ihnen die Gleichstellung der römisch-katholischen Kirche zuteil, die bereits 1555 im Augsburger Religionsfrieden formuliert worden war. In Erinnerung an das Ende ihrer Unterdrückung feierten die Protestant*innen 1650 erstmals das Hohe Friedensfest – am 8. August.

Aus dieser Geschichte leitet Augsburg den aktuellen Auftrag als Friedensstadt ab: Niemand soll mehr aufgrund seiner Religion oder Herkunft ausgeschlossen werden! Heute leben hier Menschen unterschiedlichen Glaubens, fast 45 Prozent der Bewohner*innen haben Zuwanderungsgeschichte. Daher wird das Friedensfest seit vielen Jahren interreligiös und interkulturell mit einem mehrwöchigen Kulturprogramm gefeiert.

 

Wie wird das Friedensfest dieses Jahr aussehen?

Voraussetzungen schaffen für ein friedliches Zusammenleben in einer, von Vielfalt geprägten, Stadtgesellschaft. Diese Aufgabe steht im Mittelpunkt des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfests. Bei über 60 Veranstaltungen an vielen Orten im Augsburger Stadtgebiet dreht sich alles um neue und alte Visionen, besondere Begegnungen und kreative Möglichkeiten. Vom 22. Juli bis 8. August heißt es in Augsburg „UTOPIE: Was wäre, wenn...?“.

 

Utopien als Motor für eine bessere Zukunft?

Ob im gesellschaftlichen Zusammenleben, in Politik oder Technik: Wie denkt man „ohne Geländer“ (Hannah Arendt), um die Herausforderungen der Gegenwart in eine bessere Zukunft zu transformieren? Sind Utopien nur Hirngespinste von Träumer*innen, die keinen Bezug zur Realität haben? Wann sind sie unrealistisch oder gar gefährlich? Wann sind Utopien hilfreich? Bieten sie eine Möglichkeit, um Ideen und Alternativen für die Zukunft zu entwickeln? Zukunftsängste haben Hochkonjunktur. Ist es da nicht an der Zeit, positive Alternativen zu entwickeln und sichtbar zu machen? Und schließlich: Wie wollen wir gut miteinander leben? Allen diesen Fragen widmet sich das Programm zum Friedensfest.

 

Utopien gestern, heute, morgen

Vielfältige Akteure der Friedensstadt befassen sich mit vielfältigen Formaten wie Diskussionen und Gespräche, Begegnungen, Lesungen, Performances, Feiern, Filme, Stadtführungen, Konzerte und Theater mit dem Thema Utopie. Historisches trifft auf Gegenwärtiges und fragt nach dem Morgen. Zum Beispiel in der Auseinandersetzung mit dem Humanisten Thomas Morus und dessen Schrift „Utopia“ aus dem Jahr 1516 oder in der kritischen Reflexion von Visionen der 68-Bewegung. Wer denkt bei Utopie nicht an Science-Fiction? Der russische Stummfilm „Aelita – Der Flug zum Mars“ von 1924 gilt als früh(est)er Wegbereiter dieses Genres. Im Friedensfest wird er mit einer eigens eingerichteten Live-Begleitung gezeigt. Und zwar mit einer Musik, die permanent Neues entwirft und wieder verstreichen lässt - kreiert von den drei Improvisationskünstlern des Jazz-Ensembles AJE-Kollektiv mit Andi Roßkopf, Jan Kiesewetter und Eric Zwang-Eriksson.

 

Was erwartet die Augsburger und Augsburger*innen?

 
Schwerpunktthema Wohnen und zusammen Leben

Welche Rollen spielen Utopien für den christlichen Glauben und andere Religionen? Was hat (Kultur-)Politik mit Utopien zu tun? Wie sieht eine Welt ohne Bargeld, Atomwaffen, Gefängnisse oder Einsamkeit aus? Das sind Fragen und Ideen, die u.a. thematisiert werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage des gesellschaftlichen Zusammenlebens und Wohnens. Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen des menschlichen Daseins. Braucht die Gesellschaft der Zukunft angesichts zunehmender Wohnungsnot und steigender Mieten andere Formen des Wohnens? Welche Rolle spielt dabei das große Thema Einsamkeit?

Zum vielfältigen Friedensfest Kulturprogramm gehören außerdem ein Weltmusikfestival („Festival der Kulturen“ – 27./28.7.), eine Sommer-Uni („Peace City Summer School: Anfangen, Utopien zu leben“ – 2. bis 7.8.), eine Plakatausstellung, die erstmals außerhalb Israels gezeigt wird („The Art of Utopia“ – 23.7. bis 8.8.), eine Theaterperformance, die mit dem Publikum Geister beschwört („Past Forward“, 29.7.) und ein neues Literaturformat mit zehn namhaften Autor*innen, das die (Un)Möglichkeit des Engagements heute ins Visier nimmt ( „1. Augsburger Gespräche zu Literatur und Engagement“ – 23./24.7.). Zum Schwerpunktthema Wohnen / zusammen Leben gehört ein utopisches Wohnlabor („Wolkenkuckucksheim für alle“ – 30.7. bis 2.8.) sowie ein Werkzeug für direkte Begegnungen, das der Einsamkeit in den Städten den Kampf ansagt („Opendot“ – ab Juli bis 8.8.). Auch der „Taubenschlag“, das junge Friedenfest mit eigenem Programm, ist wieder dabei, diesmal am Willy-Brandt-Platz (2.-8.8.).

 

Das ganze Programm in allen Details verlinken wir Ihnen hier. Im Folgenden finden Sie die Links zu einigen Teilbereichen:

 
Festival der Kulturen

Das Festival der Kulturen ist ein fester Bestandteil des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest – es lockt jedes Jahr mehrere tausend Besucher*innen aus der Region nach Augsburg.

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Kinderfest 

Am 8. August öffnen der Botanische Garten und der Zoo seine Pforte für das größte Kinderfest in Augsburg. Die kleinen und großen Besucher*innen erwarten rund 50 ebenso unterhaltsame wie informative Angebote, die zum Mitmachen animieren.

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Friedenspreis

Seit 1985 vergibt die Stadt Augsburg gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern alle drei Jahre den Augsburger Friedenspreis.

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Taubenschlag am Willy-Brandt-Platz

Der Taubenschlag bietet Raum für Kreativität, Austausch und friedliches Miteinander vom 21. Juli bis 8. August

Das Programm zum Taubenschlag finden Sie hier...

Festival der Kulturen
Festival der Kulturen 2018