Wasserstadt Augsburg!

Vortragsreihe zur UNESCO-Welterbe Bewerbung der Stadt Augsburg

Klar, Augsburg ist Römerstadt, Fugger- und Welserstadt, Brechtstadt, Friedensstadt und vieles mehr. Aber Augsburg ist auch Wasserstadt! Seit 800 Jahren prägen Kanallandschaften und Wassertürme, Wasserwerke und Wasserkraft unsere Stadt.

Eindrucksvoll zeigen sie, wie die Entwicklung und der Wohlstand der Stadt maßgeblich vom Wasser geprägt sind. Künstlerisch gestaltete Prachtbrunnen und Bauwerke von Weltrang zeugen bis heute von der Wertschätzung der Augsburger Wasserkunst. Im Zusammenspiel von Innovationsgeist und technischer Meisterleistung verfügte die Stadt 800 Jahre lang über ein europaweit einzigartiges System der Wasserwirtschaft. Um dieses einzigartige System zu schützen und für die ganze Welt sichtbar zu machen, bewirbt sich die Stadt um den Titel UNESCO-Welterbe. Die folgenden Veranstaltungen zeigen, warum Augsburg ganz oben steht auf der Liste der deutschen Bewerber für das UNESCO Welterbeprädikat. 

 

Führung durch den Bahnpark Augsburg

Dienstag, 7ter August

Wasser für 120 Lokomotiven. Dass das königlich-bayerische Bahnbetriebswerk 1906 im Hochfeld entstand, war dem Wasserreichtum Augsburgs geschuldet. Zwei Tiefbrunnen, der eine 55 Meter tief, der andere sogar 177 Meter, wurden gegraben, um (im Jahr 1914) 120 Dampflokomotiven mit Kesselspeisewasser zu versorgen. Das Betriebswerk wurde1996 stillgelegt, die Tiefbrunnen und das Wasserhaus der Anlage bestehen bis heute.

Beginn: 17.30 Uhr, Bahnpark Augsburg,Firnhaberstraße 22 c, Augsburg

 

Barocke Ingenieurskunst der Augsburger Modellkammer

Dienstag, 11ter September

Dipl.-Ing. Raimund Mair von der Universität Innsbruck hat sich intensiv mit der Entstehung und der Funktion der von Augsburger Brunnenmeistern konstruierten hydrotechnischen Erinnerungs und Instruktionsmodelle der weltweit einzigartigen reichsstädtischen Modellkammer befasst. Raimund Mair stellt die Geschichte und die Bedeutung dieser im Format 1:12 oder 1:16en miniature gebauten Brunnen -häuser und Wasserräder, Mahlwerke, Schleusen und Treppen vor.

Beginn 18.30 Uhr: Maximilianmuseum Augsburg, Fuggerplatz 1

 

Wie die Wasserhebung nach Augsburg kam, oder "Das Geheimnis des ersten Wasserwerks"

Dienstag, 9ter Oktober

Für Augsburgs Trinkwasserversorgung musste reines Grundwasser mit ausgefeilter Hebetechnik in die Stoßausgleichsbecken der Wassertürme gehoben werden. Das ist längst bekannt. Doch wie hat sich diese Technik entwickelt – und wokam sie her? Über Augsburgs erstes Wasserwerk von (angeblich)1412 wurde vieles geschrieben – die Baugeschichte und Technik der Wasserhebung blieben jedoch bis heute im Dunkeln. Der Historiker Dr. Dieter Voigt, ein Experte für die Analyse der Baumeisterbücher, hat erst vor Kurzem in den einzigen originalen Schriftquellen dieser Zeit Hinweise auf die Bauweise des Wasserwerks gefunden. Martin Kluger, Autor von Beiträgen und mehreren Büchern zur Historie der Wasserwirtschaft und der Montanwirtschaft, interpretiert diese Hinweise und beschreibt dabei technische Varianten der Wasserhebung – und dabei wohl auch die bislang unbekannte Arbeitsweise zu Beginn der reichsstädtischen Trinkwasser -versorgung. Sie funktionierte sehr viel anders, als man sich das bisher vorgestellt hat. Die Hebetechnik entwickelte sich vermutlich Schritt für Schritt vom Becherwerk aus dem Bergbau über die „Wasserschrauben“ bis zu ersten wasserradgetriebenen Kolbenpumpen.

Beginn 19.00 Uhr: Rathaus, Oberer Fletz, Rathausplatz 2, Augsburg

 

Historischer Stummfilm (1926) - faszinierende Einblicke in den Aufbau der Stromversorgung und den damaligen Alltag

Dienstag, 6ter November

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der damaligen Lech-Elektrizitätswerke wurde 1926 im Auftrag des Unternehmens ein Film produziert, für den der Münchner Filmavantgardist Rudolf Pfenninger die Trickzeichnungen ausführte. Der Film stellt ein besonderes film- und zeithistorisches Dokument dar und gibt faszinierende Einblicke in den Aufbau der Stromversorgung und den Alltag der damaligen Zeit. Katrin Holly, Historikerin, hat den Film aus den historischen Beständen der Lechwerke AG wieder zum Leben erweckt. Sie stellt Ihnen das Werk vor und erläutert die historischen Hintergründe.

Beginn 18.30 Uhr, LEW Energiewelt, Schaezlerstraße 3, 86150 Augsburg

 

Welterbe Augsburg