Hier stellen wir Initiativen und Institutionen vor, die dazu beitragen, Nachhaltigkeit in und um Augsburg zu ermöglichen und zu fördern. Stellen Sie uns Ihre Initiative vor: redaktion@lifeguide-augsburg.de

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Augsburger Klimafestival "endlich"

Augsburger Klimafestival "endlich"

Martini-Park
Provinostraße 52
86153
Augsburg
Nachhaltige Erde, Grafik: pixabay
Das Staatstheater Augsburg widmet sich in der Spielzeit 2021/22 in vielfältigen Veranstaltungen, Inszenierungen und Diskussionsforen den absehbaren Folgen, nötigen Gegenmaßnahmen sowie potentiellen Lösungen zur Klimakrise.

Das Klimafestival »endlich.« soll die Ergebnisse der Spielzeit bündeln, lokale und überregionale Player der kulturellen Nachhaltigkeitsdebatte an einem Ort versammeln sowie den Augsburgerinnen und Augsburgern vermitteln, wieviel kreatives Potential in der lokalen Nachhaltigkeitsbewegung steckt.

 

INFO:

 

Event-Termin
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Fotoausstellung und Lesung im Café Tür an Tür

Fotoausstellung und Lesung im Café Tür an Tür

Café Tür an Tür
Wertachstraße 29
86153
Augsburg
"Manchmal male ich ein Haus für uns" Buch und Fotoausstellung von Alea Horst.
„Manchmal male ich ein Haus für uns“. Alea Horst hat mit Fotografien und in einem Buch eindrucksvoll dokumentiert, wovon Kinder im Flüchtlingslager auf Lesbos träumen.

Ein Haus, ein Badezimmer mit Dusche – von solchen Dingen kann die 10-jährige Tajala aus Afghanistan nur träumen oder malen. Denn sie musste fliehen und ist im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos gestrandet.

 

Die Fotografin und Nothelferin Alea Horst hat dort mit ihr und anderen Kindern gesprochen. Aus einer herzergreifenden Sammlung aus Porträts, Momentaufnahmen und dramatischen, aber auch hoffnungsvollen Berichten ist dabei ein Kinderbuch und eine eindrucksvolle Fotoausstellung entstanden. Im Rahmen der Refugee Week ist die Ausstellung nun vom 17.06. bis 01.07.2022 im Café Tür an Tür in Augsburg zu sehen.

 

Alea Horst gibt den Kindern eine Stimme

Eine bewegende Begegnung mit Europas vergessenen Kindern, denen Alea Horst damit Bild und Stimme gibt und über die sie auch selbst erzählen wird, wenn sie am 22. Juni um 18.30 Uhr im Café Tür an Tür Gast sein und aus ihrem im März 2022 erschienenen Kinderbuch „MANCHMAL MALE ICH EIN HAUS FÜR UNS“ lesen wird.

 

INFO:

  • Ausstellungseröffnung: Freitag, 17. Juni, 17 Uhr
  • Öffnungszeiten des Café Tür an Tür: mo-do 8-18 Uhr | mi 8-21.30 Uhr | fr 8-12 Uhr | so 14-18 Uhr
  • Mehr Informationen unter www.tuerantuer.de.
  • Die Ausstellung und Lesung ist eine Veranstaltung des AK Lesbos in Kooperation mit Tür an Tür und ... und findet im Rahmen der diesjährigen Refugee Week 2022 statt
Event-Termin
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Forum Zukunft im Schloss Blumenthal

Forum Zukunft im Schloss Blumenthal

Blumenthal 1
86551
Aichach
Foto: Schloss Blumenthal, SoLaWi, Hotel, Biergarten, Augsburg
Nachhaltige Entwicklung geht nur mit einer starken Bürgerbeteiligung. Das Forum Zukunft lädt zum Netzwerken und einem gemeinsamen Blick in die Zukunft ein.

2022 treffen sich auf Schloss Blumenthal wieder Menschen, die an nachhaltigem Leben interessiert sind.

 

Kostenloser Workshoptag

Am 7. Mai ist von 10 bis 17 Uhr ist Workshoptag zum Thema „Nachhaltige Kommunalentwicklung mit starker Bürgerbeteiligung“. Zu Gast sind zwei Best-Pratice Referenten: Frank Uhle und Markus Käser . Zu den Vorträgen und der gemeinsamen Workshoparbeit bitte anmelden: www.forum-z.de oder per mail an wandel@schloss-blumenthal.de

 

Wandelsonntag

Am 8. Mai ist von 11 bis 18 Uhr Wandelsonntag mit World-Cafe und anderen entspannten Austauschformaten.

Jede(r)einzelne von uns ist JETZT aufgerufen ihr eigenes Verhalten auf den Prüfstand zu stellen und in den Bereichen: Ernährung, Konsum, Energie, Mobilität oder auch Bauen. Dort das eigene Verhalten zu überprüfen und gegebenenfalls nachhaltiger anzupassen.

Dazu will der Wandelsonntag Impulse geben. Für jedes dieser Themen haben die Akteur*innen des Forum Z einen Infostand geplant und bieten dazu auch Impulsvorträge mit Dialogrunden an. An 8. MaiTag geht es darum in einer lockeren, freundlichen und entspannten Atmosphäre im frühlingshaften Innenhof von Blumenthal in den Kontakt, den Austausch und die Vernetzung zu gehen und voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu inspirieren.

INFO: Weitere Informationen findet ihr hier.

 

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Event-Termin
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Augsburger Zukunftspreis 2022

Augsburger Zukunftspreis 2022
Gestaltet ihr mit eurem Projekt oder Unternehmen unsere Zukunft nachhaltiger? Dann könnt ihr euch bis zum 31. Mai 2022 um den Augsburger Zukunftspreis bewerben.
Gewinnerinnen und Gewinner des Zukunftspreis 2016 (Foto: Stadt Augsburg)

Jetzt bewerben! Gesucht werden nachhaltige Projekte, Initiativen, Vereine und Wirtschaftsbetriebe.

 

2022 haben insgesamt sieben Initiativen, Institutionen, Vereine und Wirtschaftsbetriebe die Chance auf 1.000 Euro Preisgeld, wenn sie sich mit ihren nachhaltigen und zukunftsfähigen Projekten um den Augsburger Zukunftspreis bewerben oder von anderen dafür vorgeschlagen werden. Der Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2022.

 

75 Zukunftsziele in 20 Zukunftsleitlinien

Gesucht werden Aktivitäten, die die Zukunft positiv gestalten: soziale Initiativen und ökologisches Engagement ebenso, wie wirtschaftliche und kulturelle Tätigkeiten, die dem Gemeinwohl dienen.

Bei den Kriterien könnt ihr euch an den Zukunftsleitlinien der Stadt Augsburg orientieren. Alle 75 Augsburger Zukunftsziele findet ihr in den 20 Augsburger Zukunftsleitlinien, dem Nachhaltigkeitsleitbild Augsburgs. Ehrenamtliche, aber auch berufliche und gewerbliche Akteur*innen sind aufgerufen, sich zu bewerben.

Die Bewerbungen sollen online erfolgen unter: www.nachhaltigkeit.augsburg.de/zukunftspreis. Für eine telefonische Beratung rund um die Bewerbung steht das Team des Büros für Nachhaltigkeit der Stadt Augsburg gern zur Verfügung.

 

 

Mögliche Themen:

Projekte können sowohl einzelne Bereiche betreffen, die für eine nachhaltige Entwicklung nötig sind, wie auch möglichst viele dieser Themen gleichzeitig angehen: • Klima- und Naturschutz

• Ökologische Mobilität

• Energie- und Materialeffizienz

• Gesundheit und Sicherheit

• Bildung und Teilhabe

• Faire Arbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie

• Gemeinwohlorientiertes und ökologisches Wirtschaften• Gutes Wohnen, geringer Flächenverbrauch

• Kunst, Kultur und Werte

• Solidarität und Vielfalt, globale Verantwortung

• Beteiligung und Engagement

 

 

Bewertungskriterien

Folgende Aspekte fließen – unter Berücksichtigung der Augsburger Zukunftsleitlinien als Leitbild für die nachhaltige Entwicklung der Stadt Augsburg – in die Bewertung ein:

• Innovativer Charakter

• Umfang und Dauer der Aktivitäten

• Wirksamkeit und Beitrag zum Gemeinwohl

• Pädagogischer Wert

• Qualität in einem einzelnen Nachhaltigkeitsbereich oder ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz

 

Hier erfahrt ihr alles zum Zukunftspreis 2021

 

Preisverleihung am 30. November im Goldenen Saal

Entscheiden werden wieder zwei Jurys unabhängig voneinander – die große Jury aus Mitgliedern des Stadtrats und des Nachhaltigkeitsbeirats sowie die Schuljury, die von einer Augsburger Schulklasse gebildet wird. Zur feierlichen Preisverleihung mit Oberbürgermeisterin Eva Weber am 30. November 2022 im Goldenen Saal sind alle Bewerber und Bewerberinnen eingeladen.

 

Nachhaltige Internetbank Augsburgs

Alle Bewerberinnen und Bewerber werden in der Broschüre und in der großen Internetdatenbank aufgeführt. Letztere umfasst mittlerweile über 550 Augsburger Nachhaltigkeitsprojekte.

 

App Integreat, Augsburg, Sprache, Verständigung, Asylsuchende, Fachkräfte
Die App Integreat wurde in Augsburg entwickelt. In 12 Sprachen hilft sie beim Ankommen in Deutschland. 2020 erhielt sie den Augsburger Zukunftspreis. Foto: App Integreat
Lifeguide Augsburg, Projekt Nachhaltigkeit 2020
Der Lifeguide Augsburg erhält die Auszeichung Projekt Nachhaltigkeit 2020. Hier das Team des Lifeguide bei der Verleihung des Augsburger Zukunftspreises 2019 Foto: Nicolas Liebig
Zukunftsleitlinien, Augsburg, Foto: Tabea Jacob
Die Zukunftsleitlinien der Stadt Augsburg. Foto Tabea Jacob
Augsburger Zukunftspreis 2019, NaturSinn International KG, Foto: Cynthia Matuszewski
Verleihung des Augsburger Zukunftspreis 2019. Preisträger NaturSinn International KG. Foto: Cynthia Matuszewski
Augsburger Zukunftspreis 2020, Foto: Cynthia Matuszewski
Augsburger Zukunftspreis 2020, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert
Die Zukunftsleitlinien der Stadt Augsburg - sichtbar gemacht 2020 / 2021 in der Ausstellung im Glaspalast Augsburg zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Sabine Rottmann
Augsburger Zukunftspreis, Augsburger Zukunftspreis 2018, Eva Weber,Reiner Erben, Nachhaltiges Augsburg, Augsburg, Goldener Saal, Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis 2018. Die Preisverleihung im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg. Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis 2019, Landschaftspflegeverband Augsburg e.V., Foto: Cynthia Matuszewski
Verleihung des Augsburger Zukunftspreis 2019. Preisträger Landschaftspflegeverband Augsburg e.V.. Foto: Cynthia Matuszewski
Augsburger Zukunftspreis 2019, Foto: Cynthia Matuszewski
Verleihung des Augsburger Zukunftspreis 2019. Die 2. Bürgermeisterin Eva Weber. Foto: Cynthia Matuszewski
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Erasmus Austausch: A Vision Shared

A Vision Shared - Erasmus Projekt am MTG
Udo Legner, ehemaliger Lehrer am MTG in Augsburg, betreut auch im Ruhestand das Erasmus-Projekt "A Vision Shared". Interkulturelles Wissen gepaart mit Klimaschutz soll aus den jungen Augsburger*innen verantwortungsvolle Europäer machen.
Wandgemälde A Vision Shared im Maria-Theresia-Gymnasium Augsburg

Was steckt hinter dem Erasmus Programm „A Vision shared“? 

Udo Legner: Unser Erasmus Projekt A Vision Shared ist eine Fortsetzungsgeschichte, die auf früheren europäischen Kooperationsprojekten des María-Theresia-Gymnasiumsbasiert. Lediglich die französische Partnerschule kam neu in unser Erasmus Boot, während wir mit allen anderen Schulen schon früher zusammengearbeitet haben. Mit den Schulen aus Cornwall und Apulien erstmals im Jahr 2008 in einem Projekt zu den GMOs (Gentechnisch Modifizierten Organismen).   

 

Der Titel “A Vision Shared“ geht auf das gleichnamige Folkways Album zurück, auf dem die Leuchttürme der amerikanischen Musikszene Woody Guthrie und Leadbelly ihre Referenz erweisen. Wie die Songs auf diesem Album sollte auch unser Projekt dazu anregen, sich für die gute Sache zu engagieren, in diesem Fall für die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Und so ist "Promoting the UN Sustainable Development Goals in and beyond Schools" der ehrgeizige Untertitel unseres auf drei Jahre angelegten Projekts, das wir zusammen mit unseren Partnerschulen in Putignano (Italien), Murcia, (Spanien), Rodez (Frankreich) und Fowey (England) in Angriff nahmen.
 

Warum gibt es diese Erasmus Programme?

 

Udo Legner: Das Erasmus Programm verdankt seinen Namen dem holländischen Humanisten Desiderius Erasmus (1469-1536) , der zu den Wegbereitern der europäischen Aufklärung zählt. Als Nachfolger des Comenius-Programms, das bereits 1995 etabliert wurde, fördert Erasmus+ seit 2014 persönliche Begegnungen, digitalen Austausch und gemeinsame Projekte für Schulen aus ganz Europa.

 

 

Was lernen die Schüler*innen bei dem Programm?

 

Udo Legner: Wie bei einem regulären Schüleraustausch werden durch Erasmus Projekte interkulturelles und soziales Lernen gefördert. Der Aufenthalt in Gastfamilien, die Schulbesuche und die Projektaktivitäten verschaffen intensive Einblicke in die Lebenswelt der europäischen Nachbarn. Darüberhinaus kommt der Projektarbeit zwischen den einzelnen Begegnungen große Bedeutung zu, durch die die Schülerinnen und Schüler Erfahrungen machen, die der Schulalltag in diesem Maße in aller Regel nicht bietet.

 

 

Warum habt ihr euch für das Thema Nachhaltigkeit entschieden?

 

Udo Legner: Bereits bei unserem letzten Erasmus Projekt “Owning the Future“ (an dem neben dem MTG auch das Holbein Gymnasium teilnahm) rückten Aktionen und Aktivitäten gegen den Klimawandel in den Mittelpunkt. So veranstalten wir das erste Augsburger Schulbaumfest, führten mit der Augsburger Umweltstation ein Fahrrad-Kino-Filmfest durch und organisierten im Rahmen des Just Kids Festivals unter dem Motto “Global denken, lokal handeln“ den Benefizlauf „Plant for the Planet“.

Durch die Friday for Future Bewegung lag das Thema Nachhaltigkeit im Vorfeld der Antragstellung geradezu in der Luft. Was bei diesem Projekt neu war: Schon vorab legten wir die Nachhaltigkeitsziele fest, auf die sich die beteiligten Partnerschulen in ihrer Projektarbeit konzentrierten.

 

 

Was waren die Highlights beim aktuellen Programm?

 

Udo Legner: Highlights waren sicherlich die Teilnahme am Karneval in Putignano, bei dem erstmalig vorrangig nachhaltige Materialien zum Einsatz kamen, der Besuch des Eden Project und der Kajak Workshop in Cornwall. Auch unser Einsatz im Schulgarten in Rodez im Verbund mit mit der  Präsentation unserer MT Schulbienen und der Premiere des hierfür eigens kreierten "Let it Bee Songs" sind uns in bester Erinnerung! .

Welche Programmpunkte standen in Augsburg auf der Agenda?

 

Udo Legner: Gemäß der von uns gewählten Nachhaltigkeitsziele (Nachhaltige Kommunen / Partnerschaften zum Erreichen der Ziele) für das Auftakttreffen in Augsburg im November 2019 stellten wir unseren Gästen unsere Kooperationspartner vor. So hielten Dr. Norbert Stamm (Lokale Agenda) und George Pennington (siehe Foto) Vorträge. Weitere Workshops und Führungen in der Werkstatt Solidarische Welt sowie mit der Augsburger Umweltstation rundeten das Programm ab. Grosses Kino und grosse Oper gab es auch bei den Besuchen weiterer MTG Kooperationspartner. Sie besuchten das Augsburger Kino-Dreieck und das Staatstheater. Mehr dazu auf der Internetseite von A Vision Shared.

 

Wie hat Corona das Projekt beeinflusst?

Udo Legner: Ganze 18 Monate konnten wegen des Corona-Lockdowns keine Treffen stattfinden! Dies stellte die Projekt-Koordination vor grosse Herausforderungen, die wir nicht zuletzt dank unseres guten Netzwerks meisterten. Während viele Erasmus Schulen die Segel strichen und ihre Projekte für beendet erklärten, nahmen wir uns die Weisheiten des Philosophen Aristoteles zu Herzen: „Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel anders setzten“. 

So überbrückten wir den Corona-Lockdown durch die Kooperation mit dem Münchner Lyrik Kabinett und den Rising Voices, Rising Waters - Eco-Poetry Workshop durch die Lyrikerinnen Lisa Jeschke aus München und María-Daria Cojocaru aus London sowie mit der Produktion von Podcasts (über die Situation in den Augsburger Flüchtlingsunterkünften während der Corona-Pandemie sowie die Zustände in Indien und Honduras) in Kooperation mit der Werkstatt Solidarische Welt.

 

Die ersten Lockerungen der Corona Restriktionen nutzten wir in den letzten Schulwochen 2020 zur Präsentation des Poetry Workshops im Rahmen des Just Kids Festivals und des Augsburger Friedensfests. Weitere Kooperationen: Im Herbst führten wir zusammen mit dem Augsburger Forstamt eine Baumpflanzaktion in der Hammerschmiede und beim Augsburger Begabungstag (sowohl 2020 als auch 2021) beteiligten wir uns mit Videokonferenzen zum Thema „Visionen einer Schule der Zukunft“, bevor es dann endlich zum nächsten Erasmus Treffen nach Rodez ging!

Wie stellt ihr sicher, dass die Reise klimafreundlich stattfindet?

 

Udo Legner: Bei unserem Planungstreffen in Brüssel stand ein Vortrag über die Zukunft der europäischen Zugnetzes auf dem Programm. Abgesehen von dem Treffen im spanischen Murcia führte unsere MT-Erasmus Crew sämtliche Reisen mit der Bahn durch: in Nachtzügen nach Putignano und Rodez.

 

 

Was haben die  Schüler*innen durch den Austausch gelernt?

 

Udo Legner: Einblicke in das (Schul-)Leben unserer Partnerländer - interkulturelle Kompetenz - Potentialentfaltung und Teamfähigkeit durch Teilnahme an internationalen Workshops und Kooperationsprojekten - Selbständigkeit und gesellschaftliches Engagement - Übernahme von Verantwortung zum Erreichen der Klimaziele.

 

 

Was treibt dich an, auch nach deinem Ruhestand das Projekt weiter zu betreuen? 

 

Udo Legner: Die Übergabe des Staffelstabs an jüngere Kollegen und Kolleginnen klappte nicht, weil sich - nicht zuletzt wegen all der zusätzlichen Belastung, die die Corona-Pandemie mit sich brachte - niemand fand, der sich die mit der Projektkoordination verbundenen Verpflichtungen (Erstellung von Projektberichten, Netzwerkarbeit) aufbürden wollte. Folglich betreute ich das Projekt auch nach meiner Pensionierung ehrenamtlich weiter.

 

 

Wird es ein weiteres Projekt geben?

Udo Legner: Wie viele andere Schulen hat sich auch das Maria-Theresia-Gymnasium für das neue Erasmus Akkreditierungsformat beworben. Dieses Format hat den Vorteil, dass es weit weniger administrativen Aufwand erfordert. Einmal akkreditiert, können einmal im Jahr Mittel für Schüleraustausch, Fortbildungen im Ausland oder Begegnungen mit Partnereinrichtungen beantragt werden. Die Akkreditierung ist bis Ende der Programmlaufzeit, das heißt bis 2027 gültig.

Im Schulterschluss mit der Werkstatt Solidarische Welt versuche ich ein sogenanntes Erasmus Kooperationsprojekt auf den Weg zu bringen. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

 

 

Was wirst du in Zukunft machen?

 

Udo Legner: Als früherer Marathon- und Langstreckenläufer drehe ich erst einmal weiter meine Runden und achte darauf, dass die Entschleunigungsphasen dabei nicht zu kurz kommen. Neu ist meine Rolle im Vorstand des Augsburger Integrationsbeirats – hier haben wir schon viele neue Ideen entwickelt, auf deren Umsetzung ich mich freue und die uns bestimmt auf Trab halten werden. Zur Zeit bin ich auch dabei, ein Artist in Residence Projekt voranzutreiben, das in meinem Heimatort Ballmertshofen, in Augsburg und in meiner dritten Heimat in Paris angesiedelt sein soll. Ansonsten Business as usual, das bedeutet Fortsetzung des Just Kids Festivals (www.pop-poetry.de), das sich diesmal vor allem als Begleitprogramm zur Anne Frank Ausstellung versteht und des Filmfests Ballmertshofen (www.filmfestkuh.de).

 

Warum mir diese Festivals wichtig sind? Zum einen schaffen sie Begegnungsorte und bringen - wie einst die Stammtische in den Dorfkneipen - unterschiedlichste Leute zusammen. Zum anderen helfen sie, festgefahrene Verhaltensmuster zu überdenken und in Frage zu stellen - ganz im Sinne dieses Zitats aus den Sixties:  

„Revolutionen sind die Festivals der Unterdrückten und Festivals sind die kleinen Revolutionen der Bourgeoisie.“

Vita

Udo Legner war bis August 2020 Deutsch- und Englischlehrer am Maria-Theresia-Gymnasium. Dabei hat er vier Erasmus-Projekte koordiniert und kann – trotz der mit der Beantragung und Verwaltung verbundenen Bürokratie – als großer Fan europäischer Kooperationen bezeichnet werden. Mit dem Projekt "Ideen als Landkarten" hat er verschiedene Schüleraustausche (Paris, Manchester und Augsburgs schottischer Partnerstadt Inverness) initiiert und durchgeführt. Am MTG und an der Universität Augsburg hat er Seminare zur zeitgenössischen US-amerikanischen Literatur und Populärkultur geleitet. 

Seit 2006 arbeitet er für das Bildungsreferat der Stadt Augsburg, wo er kooperative und interdisziplinäre Projekte zwischen Schulen und anderen Institutionen mit den Schwerpunkten Theater, Musik, Literatur und interkulturelles Lernen organisiert. In diesem Zusammenhang hat er auch das erfolgreiche Just Kids Festival ins Leben gerufen. Als leidenschaftlicher Kinofan ist er Mitbegründer des Filmfestes Ballmertshofen in seinem Heimatdorf, das seit 1978 floriert.

Erasmus Koordinator Udo Legner in Paris
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Online-Vortrag: Nachhaltiger leben ohne Plastik Sylvia Schaab Mi., 27.04.2022 - 09:42

Nachhaltiger leben ohne Plastik

Einfach einmal ausprobieren: Plastikfrei einkaufen. Foto: Sylvia Schaab
Wer auf Plastik verzichtet spart viel Müll und und sorgt für weniger CO2 im Leben.

Kunststoffe bestimmen unser Leben und belasten Mensch und Natur in kaum vorstellbarem Umfang. Daher verzichten immer mehr Menschen im Alltag auf Plastik. Wie Sie dadurch mehr Nachhaltigkeit in Ihren Alltag bekommen und Ihre CO2-Bilanz verbessern können, erfahren Sie in einem kurzweiligen Vortrag von Sylvia Schaab, Journalistin, Buchautorin und Referentin für nachhaltige Themen.

 

Wann: 5. Mai 2022, 19 Uhr

Wo: Online via Zoom

Anmeldung: VHS Augsburg

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Event-Termin
-
Online
German
Das Augsburger Kollektiv „Die Seiferei“ verkauft im Grandhotel Cosmopolis vegane Bio-Produkte von Vio.Me. Dazu gehören Seife, Waschmittel und vieles mehr.
Öffnungszeiten aktivieren
SHOW
Ort

Das Seiferei-Kollektiv
Springergässchen 5
86152 Augsburg
Deutschland

E-Mail
seiferei [at] riseup.net

Das Augsburger Kollektiv „Die Seiferei“ unterstützt seit Juli 2019 die selbstverwaltete griechische Fabrik Vio.Me aus Thessaloniki und verkauft seitdem jeden Samstag im Grandhotel Cosmopolis deren Seife, Reinigungs- und Waschmittel. 

Vio.Me ist ein basisdemokratisch organisierter Betrieb. Im Jahr 2011, auf dem Höhepunkt der jüngsten globalen Wirtschaftskrise, haben sich die Arbeiter*innen des bankrotten Unternehmens Vio.Me die vom Eigner aufgegebene Fabrik angeeignet und stellen seitdem in Eigenregie Seife und vieles mehr her. Sämtliche Vio.Me-Produkte sind bio und vegan und werden aus natürlichen und umweltschonenden Bestandteilen hergestellt, ohne Tenside und andere Zusatzstoffe. Es werden keine Tierversuche durchgeführt. Seit Februar 2020 verzichtet Vio.Me bei sämtlichen Produkten auf die Verwendung von Palmkernöl.


Die Geographiestudentin Mona Maetze interviewte das Seiferei-Kollektiv:

 

Ihr seid ein Kollektiv und wollt auch als solches interviewt werden?
Das Seiferei-Kollektiv:
Ja, da wir als Kollektiv agieren, wollen wir auch nach außen so auftreten und verzichten lieber auf die Nennung von Einzelpersonen. Wir sind das Seiferei-Kollektiv mit Andre, Anne, Düzgün, Paul, Seyfi, Simon & Tobi.

 

Wie habt ihr das Unternehmen Vio.Me entdeckt?
Das Seiferei-Kollektiv: Zuerst über die Doku "Klassenkampf mit Bioseife". Wir finden es sehr eindrucksvoll, dass die Arbeiter*innen den Betrieb basisdemokratisch selbstverwalten. Es gibt keine Chef*innen und alle werden gleich bezahlt. In Zeiten von Finanzkrise und Rezession ist das ein eindrückliches Beispiel für die Möglichkeit gelebter Utopien. Vio.Me zeigt uns, wie Leben und Arbeiten jenseits des Kapitalismus funktionieren kann: solidarisch und selbstverwaltet.

 

Wie seid ihr dazu gekommen die Produkte von Vio.Me im Grandhotel Cosmopolis zu verkaufen?
Das Seiferei-Kollektiv: Wir fanden Vio.Me toll und wollten deren Produkte vertreiben: Das Grandhotel Cosmopolis als ein zentraler Ort der Solidarität und der konkreten Utopie in Augsburg erschien uns dafür besonders geeignet... und zum Glück hatten die auch einen Raum für uns frei.

 

Warum ist euch solidarisches Leben und Arbeiten wichtig?
Grob gesagt, weil unsolidarisches Leben und Arbeiten keine emanzipatorische Option ist. Es führt zu Vereinzelung, Konkurrenz und Ausbeutung. Nur wenn wir unsere Verbundenheit mit anderen Menschen und unsere biophysische Existenzgrundlage realisieren, diese Beziehungen solidarisch ausgestalten und die Strukturen und Institutionen bekämpfen, die eben das untergraben, kann ein gelingendes menschliches Dasein auf der Erde realisiert werden.

 

Was ist euch wichtig an solidarischem Arbeiten?

    Tipp
    Seitenabschnitte

    "Der Aspekt, die eigene Arbeit in gesellschaftliche Zusammenhänge einzubetten ist uns wichtig. In und durch die eigene Arbeit füreinander dazusein. Die kollektive Selbstbestimmung, gepaart mit Rücksichtnahme auf andere und anderes."

    Das Seiferei-Kollektiv

    Was macht die Seife besonders nachhaltig? Sämtliche Vio.me Produkte sind bio und vegan, auch der Produktionsprozess legt Wert auf höchste ökologische Standards. Das ganze Projekt Vio.Me hat aber auch eine soziale Nachhaltigkeitskomponente: in dem von der Kapitalismuskrise verheerten Griechenland bietet es einer ganzen Handvoll von Menschen eine auskömmliche (Arbeits-)Perspektive, es stiftet Beziehungen untereinander und ermöglicht es, nicht-hierarchische, egalitär-freiheitliche Umgangsformen zu erproben und zu erlernen.

    "Nachhaltigkeit kann es nur ohne beziehungsweise jenseits des Kapitalismus geben."

    Das Seiferei-Kollektiv

    Klar ist aber auch, dass Nachhaltigkeit in einer kapitalistischen Lebensform nicht in Form von einzelnen 'Inseln' oder isolierten Projekten erfolgen kann. Der Kapitalismus und das ihm innewohnende Akkumulations- und Wachstumsparadigma beutet Mensch und Natur notwendigerweise aus, zerstört damit zwangsläufig die Grundlagen unserer geteilten Existenz auf dem Planeten Erde. Nachhaltigkeit kann es infolgedessen nur ohne beziehungsweise jenseits des Kapitalismus geben.

     

    Was kann ich mit dem Kauf dieser nachhaltigen Seife bewirken? (Lachen) Du selbst oder das Geschirr bzw. deine Wohnung wird sauberer! Aber im Ernst: Du unterstützt einen der wenigen basisdemokratischen Betriebe in Europa, der noch dazu ökologisch produziert: Das sichert nicht nur die Existenzen der Produzent*innen, sondern wirkt sich auch für die Stadtgesellschaft in Thessaloniki positiv aus, wo beispielsweise eine von Vio.Me ehrenamtliche Solidarklinik betrieben wird, in die auch Menschen mit geringem Einkommen oder ohne Krankenversicherung kommen können und medizinische Versorgung erhalten

     

    Welche Produkte könnt ihr besonders empfehlen? Ausnahmslos alle! Wir zählen sie gern einmal auf: Allzweckreiniger, Waschmittel, Weichspüler, Handseife im Spender, Haarwaschmittel, Duschgel, Geschirrspülmittel, Glasreiniger, Kalkentferner, Oberflächenreiniger, Seifenblöcke... Großartig ist auch der bio-vegane Wein, den wir von einer italienischen Kooperative beziehen, die ihren Erlös dem Istoreco, einem antifaschistischen Erinnerungsarchiv überlässt. Am besten einfach ins Grandhotel kommen und ausprobieren!

     

    Ihr werdet auch von Künstler*innen unterstützt? Ja, von Beginn an haben  Künstler*innen und Musiker*innen den Betrieb ideell, finanziell und kulturell unterstützt. Das hat das Seiferei‐Kollektiv motiviert einen Soli‐Sampler herauszubringen. 23 Bands und Künstler*innen stellen ihre Werke zur Verfügung -  nicht ganz selbstverständlich, in einer Krisenzeit, die auch Kulturschaffende hart trifft. Das Ergebnis ist der Wahnsinn: 23 Songs quer durch die Musikstile: Singer‐Songwriter, griechischer HipHop, turkischer Folk, Weltmusik, akustischer Punk, harter Rock, Indie, Elektro und vertonte Gedichte. Sie handeln von Liebe und Solidaritat, von Freiheit und Widerstand, vom Scheitern und Wiederaufstehen. Die Lieder sind manchmal laut und daneben und manchmal zärtlich und fein. (Das Album gibt es als Doppel‐ LP, als CD und auf bandcamp: https://dieseiferei.bandcamp.com )

     

    INFO:

    •     Die Seiferei. Grand Hotel Cosmopolis, Springergässchen 5, 86152 Augsburg
    •     Öffnungszeiten: jeden Samstag von 15:30 bis 18:30 und nach Vereinbarung
    •     Kontakt: Bestellungen und Terminvereinbarungen an seiferei@riseup.net
    •     Webseite: https://seiferei.noblogs.org/
    •     Facebook: @DieSeiferei
    •     Instagram: @die_seiferei
    •     Zum Sampler: https://seiferei.noblogs.org/soli‐sampler/
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    Tür an Tür – miteinander leben und arbeiten

    Tür an Tür – miteinander leben und arbeiten
    Der Augsburger Verein feiert 2022 sein 30-jähriges Jubiläum. Er steht für vorbildliche und gelungene Integration vor Ort. Seit 1992 setzt sich Tür an Tür für „mehr Rechte und Chancen von zugewanderten Menschen ein“..
    Das Augsburger Café Tür an Tür. Foto: Cynthia Matuszewski

    Mittwochnachmittag in der Wertachstraße 29. Im Café Tür an Tür sind alle Tische belegt. Die ehemalige Busgarage mit knallgrünem Tresen und langen, einladenden Bänken ist erfüllt von Stimmengewirr und Gelächter. In kleinen Gruppen sitzen drei bis vier Menschen zusammen, meist über ein Heft oder Buch gebeugt, reden mit Händen und Füßen miteinander, trinken Kaffee oder Tee und schreiben konzentriert ein paar Worte auf. „Das Deutsch-Café ist unser niederschwelligstes Angebot“, erklärt Helmut Schwering. Er ist einer von fünf gleichberechtigten Vorständen des Augsburger Vereins „Tür an Tür – miteinander wohnen und leben“.  

     

    Der Verein feiert am 5. Mai 2022 sein 30-jähriges Bestehen. Seit 1992 setzt sich Tür an Tür  für „mehr Rechte und Chancen von zugewanderten Menschen ein“. Hinter dieser kurzen und recht unspektakulären Formulierung verbirgt sich eine Erfolgsgeschichte, die mit wenigen Aktiven 1992 startete und heute ein so sinnvolles Hilfs- und Unterstützungsprogramm für zugewanderte Menschen anbietet, dass es als Vorbild für viele andere Städte dient.

    „Wenn du hier in die Runde schaust, weißt du, wofür unser Verein arbeitet. Wir begegnen den Menschen mit Würde und Respekt und stehen für eine offene und diverse Gesellschaft – Augsburg ist und bleibt bunt!“

    Helmut Schwering, Vorstand von Tür an Tür

    Sprache, Wohnung, Arbeit - Tür an Tür hilft

    Wenn ein Mensch in einem neuen Land ankommt, benötigt er ja vor allem Hilfe bei der Wohnungssuche, beim Spracherwerb und bei der Arbeitssuche. Diese und viele weitere Hilfsangebote bietet Tür an Tür.

     

    1999  konnte der Verein das Europadorf in Hochzoll übernehmen, sanieren und erweitern und verwaltet seitdem 36 Wohnungen. 2005 gründete Tür an Tür die „Integrationsprojekte gGmbH“. Die gemeinnützige GmbH  „initiiert, organisiert und gestaltet Projekte zur Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten und Geflüchteten.“

     

    Seit 2012 betreibt der Verein im alten Straßenbahndepot in der Wertachstraße 29 gemeinsam mit Kooperationspartner*innen das ZIB (Zentrum für interkulturelle Beratung), in dem alle Neuankömmlinge umfassend beraten werden, 2015 entstand in der Busgarage das Café Tür an Tür und 2016 wurde die „Tür an Tür – Digitalfabrik gGmbH“ gegründet – um nur einige Stationen der Tür-an-Tür-Geschichte zu nennen.

    Über 200 Menschen engagieren sich

    Celia, Gerhard und Erika arbeiten ehrenamtlich im Augsburger Café Tür an Tür. Foto: Cynthia Matuszewski

    Wie so oft sind es die Menschen hinter den Konzept, die den Erfolg ausmachen: Heute arbeiten über 100 fest angestellte und über 120 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen für den Verein. Katharina Stark ist eine der Festangestellten. Sie koordiniert für die „Integrationsprojekte gGmbH“ die Deutsch- und Sprachangebote. Bei Tür an Tür nahmen vor dem Corona-Lockdown jährlich über 180 Menschen an den Sprachkursen teil. Während des Lockdowns organisierte der Verein über 80 sogenannte Sprachtandems, in denen sich zwei Menschen via PC zum Deutschunterricht treffen. Jetzt freuen sich alle über zusätzliche Treffen in Präsenz.

     

    Heute ist Katharina ins Café gekommen, um Lernwillige und Lehrende in Sachen Deutschlernen zusammenzubringen. Sie hat schon während ihres Studiums hier als ehrenamtliche Deutschdozentin gearbeitet und genießt es nach wie vor, im Café mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen.

    „Es ist nicht mehr nur eine Masse von Geflüchteten, sondern man lernt hier die individuellen Menschen kennen und kann ihnen bedürfnisorientiert helfen.“

    Katharina Stark koordiniert Deutsch- und Sprachangebote bei Tür an Tür

    Gerade stehen Carola und Theresa in der Tür – die beiden Studentinnen sind das erste Mal hier und wollen helfen. „Angesichts des Krieges in der Ukraine hatte ich das Gefühl, etwas tun zu müssen“, sagt Carola. Sie und Theresa sind begeistert von der „schönen Atmosphäre“ im Café und für beide steht fest: Sie werden hier demnächst einmal in der Woche beim Deutschlernen helfen. „Das ist auch für uns bereichernd, weil wir etwas von der Kultur und den Menschen mitnehmen können“, so Theresa.

     

    „Wer weniger Lust auf’s klassische Lernen hat, kann sich bei gemeinsamen ‚Walk & Talk Sprachspaziergängen‘ engagieren“,  berichtet Katharina Stark. Bei so einem zwanglosen Spaziergang geht es um Gespräche, ums gegenseitige Kennenlernen und um das Erkunden von Augsburg. Kinder und Hunde sind willkommen.

     

    Diese kurze Begegnung ist bezeichnend für das Konzept von Tür an Tür – es sieht vor, nicht nur den Hilfesuchenden zu helfen, sondern koordiniert, unterstützt und bildet auch Menschen weiter, die helfen möchten. Zum Beispiel gibt es Workshops, in denen man erlernt, wie man Deutsch vermittelt.

     

    Zu den zahlreichen anderen Projekten der „Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH“ gehört auch das Mentoring-Programm, bei dem qualifizierte Migrant*innen bei ihrer Orientierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt von Mentor*innen unterstützt werden. Mentee und Mentor*in nehmen sich innerhalb eines halben Jahres etwa 36 Stunden Zeit für gemeinsame Treffen. Am Ende steht - hoffentlich - eine erfolgreiche Arbeitsvermittlung.

    Digitale Brücken für mehr Integration

    App Integreat, Augsburg, Sprache, Verständigung, Asylsuchende, Fachkräfte

    2016 brachten einige Studierende das Thema Digitalisierung mit ins Café Tür an Tür. Ihr Ziel: „Wir wollen digitale Brücken bauen, um Integrationsarbeit vor Ort zu erleichtern.“

    Noch im gleichen Jahr wurde zusammen mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität München die „Tür an Tür – Digitalfabrik gGmbH“ gegründet. Größter bisheriger Erfolg ist die Integreat App, die in Augsburg von der Digitalfabrik entwickelt wurde und die es mittlerweile in über 70 Städten gibt. Die App informiert Geflüchtete und Immigrant*innen über lokale Beratungsangebote, Anlaufstellen und Kontaktmöglichkeiten.

     

    „Zur Zeit arbeitet die Digitalfabrik an Lunes, einem Berufslexikon für Zugewanderte“, erzählt Helmut Schwering. Denn selbst wenn ein Zugewanderter in seinem Beruf sehr gut ist, so fehlt doch oft die deutsche Fach-Terminologie für eine problemlose Verständigung im Arbeitsalltag. Diese Herausforderung kennt auch Gerhard Wild. Er ist einer von 25 festen ehrenamtlichen Helfer*innen im Café Tür an Tür und hat im Rahmen des Mentoring-Programmes einer Krankenschwester bei der Arbeitssuche geholfen. Mit Erfolg!

    Gerhard berichtet, dass derzeit auch viele Ukrainer*innen zum warmen Mittagessen ins Café kommen, das hier vier Mal in der Woche angeboten wird. Er kocht, bedient und arbeitet seit 2015 ehrenamtlich im Begegnungscafé. Seine Motivation ist klar:

    „Ich möchte mit meinem Engagement den Menschen hier eine kleine Insel schaffen – wo sie sich wohlfühlen und abschalten können.“

    Gerhard Wild ist ehrenamtlicher Helfer bei Tür an Tür

    Ihr wollt helfen oder ein Praktikum machen? Hier die Kontakte:

    Dieser Lifeguide-Artikel erscheint am 10. Mai 2022 auch in der Purpur, dem Magazin zu verantwortungsvollem Leben in Augsburg und Umgebung aus dem Hause liesLotte.

    Treffen der Akteur*innen der Augsburger Lokalen Agenda 21 im Café Tür an Tür. Foto: Cynthia Matuszewski
    Treffen der Akteur*innen der Augsburger Lokalen Agenda 21 im Café Tür an Tür. Foto: Cynthia Matuszewski
    Das Zentrum für interkulturelle Beratung in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
    Das Zentrum für interkulturelle Beratung in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
    Café Tür an Tür in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
    Café Tür an Tür in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
    Wandschmuck aus Patchwork, gefertigt von der Handarbeitsgruppe des Augsburger Café Tür an Tür. Foto Cynthia Matuszewski
    Wandschmuck aus Patchwork, gefertigt von der Handarbeitsgruppe des Augsburger Café Tür an Tür. Foto Cynthia Matuszewski
    Das Augsburger Café Tür an Tür dient Vereinen und Initiativen als Veranstaltungsort. Foto: Cynthia Matuszewski
    Das Augsburger Café Tür an Tür dient Vereinen und Initiativen als Veranstaltungsort. Foto: Cynthia Matuszewski
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    Osterbasar im Wohnzimmer im Schwabencenter Cynthia Matuszewski Fr., 01.04.2022 - 12:23

    Osterbasar im Wohnzimmer im Schwabencenter

    Die Akteure des Augsburger Wohnzimmers im Schwabencenter. Foto Cynthia Matuszewski
    Osterbasar vor dem Wohnzimmer im Schwabencenter - neben cooler Osterdeko könnt ihr viel Selbstgemachtes erstehen und die Akteure vom Wohnzimmer kennenlernen.

    Lust auf tolle Leute und DIY-Artikel?

    Beim Osterbasar bietet unter anderem die Handarbeitsgruppe vom Wohnzimmer im Schwabencenter ihre liebevoll selbstgemachten Artikel an, wie Seifen, Gehäkeltes, Genähtes und natürlich verschiedene Osterdekoration an.

     

    Das Wohnzimmer im Schwabencenter:

    2015 wurde das Nachbarschafts- und Begegnungszentrum von der Initiative Lebensraum Schwabencenter und der AWO Quartiersentwicklung Herrenbach, Textilviertel und Spickel ins Leben gerufen. In einem ehemaligen Ladenlokal bietet das Wohnzimmer jeden Monat ein abwechslungsreiches Programm: vom gemeinsamen Singen, Spielen, Handarbeiten, Kreativen Schreiben oder Malen, über Hilfen bei Handy- und Computerproblemen, Reparaturen vom Elektroflüsterer und nachbarschaftliche Gesprächsrunden, bis hin zu Bildungsangeboten zum Thema nachhaltiger Lebensführung und konkrete fachliche Beratung für Senioren, sowie die Sprechstunde der Suchtberatung. Durch die Verbindung mit dem Projekt „Grünes Schwabencenter“ wird besonders ökologisches und nachhaltiges Leben und Denken gefördert. Das aktuelle Programm des „Wohnzimmer im Schwabencenter“ findet ihr hier.

     

    Event-Termin
    -
    Wilhelm-Hauff-Straße 28
    86161
    Augsburg

    Das Modular Festival setzt auf Nachhaltigkeit

    Das Modular Festival setzt auf Nachhaltigkeit

    Am Alten Gaswerk 1
    86156
    Augsburg
    Beim Modular Festival feierten im Sommer 2019 rund 28.000 Besucherinnen und Besucher auf dem Gaswerksgelände. Dieses Jahr wird es ein Modular Festle auf dem Gelände geben. Foto: swa
    Im Herzen Augsburgs strömen jedes Jahr Ende Mai, Anfang Juni tausende Besucher*innen auf das Gelände am Gaswerk. Organisiert wird das Modular Festival vom Stadtjugendring Augsburg mit mehr als 400 freiwilligen Helfer*innen.

    Es ist das größte gemeinnützige Jugend- und Popkulturfestival in der Region. Das Modular hat sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. So reduzieren die Verantwortlichen seit Jahren Schritt für Schritt den CO2-Ausstoß sowie das Müllaufkommen. Alle Mitwirkenden und das Publikum werden für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert: 2017 wurde der Arbeitskreis Nachhaltigkeit gegründet, in dem Optimierungen und Strategien für das kommende Festival besprochen werden.

     

    Schutz von Bäumen und Boden

    Während des Festivals streifen Trash Heroes über das Gelände und achten auf die Sauberkeit. Durch die Umstellung auf Ökotoiletten 2016 konnten 56.000 Liter Wasser eingespart werden. Die Dieselaggregate wurden abgeschafft und auf swa-Strom aus 100% Wasserkraft umgestellt.

     

    Regionale, ökologische und soziale Partner

    Alle Programm- und Gastronomiepartner, Dienstleisterfirmen und Kreativmarktstände kommen aus Augsburg und der Region. Dies stärkt den Lokalcharakter und vermeidet lange Anfahrtszeiten. Dabei werden diejenigen bevorzugt, die einen ökologischen oder sozialen Charakter haben, sich für Themen der Nachhaltigkeit einsetzen und deren Philosophie der des Modular-Festivals entspricht.

     

    Die Besucherinnen und Besucher werden darum gebeten, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV anzureisen. Erleichtert wird dies durch extra bereit gestellte Fahrradständer, einer Fahrradgarderobe. Deko- und Sitzelemente für das Gelände werden hauptsächlich aus Altmaterial konzipiert und in Workshops gebaut. Es gibt eine Eco-Toilette mit Sägespännen. Während des Festival sind viele alternative Konzepte anwesend. Sie veranstalten das Rahmenprogramm und informieren die Festivalbesucher*innen wie nachhaltiges Leben praktisch funktioniert. Das gesamte Nachhaltigkeitspaket des Modular-Festivals kann hier im Detail nachgelesen werden.

     

    2022: Drei Bühnen, viel Musik

    In diesem Jahr könnt ihr euch auf ein buntes musikalisches Programm auf drei Open Air-Bühnen freuen. Ende März 2022 waren folgende Auftritte bestätigt: Giant Rooks, Leoniden, Symba, Alli Neumann, Montez, Edwin Rosen, Haiyti, BRKN, Jungle by Night, t-low, Nina Chuba, Rote Mütze Raphi, Betterov, Shelter Boy, Amilli, Leepa, Bilbao, Kerosin95, Drens, Zartmann, Das Ding Ausm Sumpf, Tilman, Marcoca, Estrella Drive, Mount Adige, David Kochs, Vöst & Tonlos, Neovex & David Strasser, Valentin Zelz, Denny Dipper & Nachtschwester und Dattelklauber

    Karten gibt es online unter: www.modular-festival.de  Für Kinder bis einschließlich 12 Jahren ist der Eintritt wie auch in den Vorjahren frei.

    Wollt ihr mehr über nachhaltige Festivals in Europa erfahren? Hier geht's zum Lifeguide-Artikel Umweltfreundliche Festivals.

     

     

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