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Buchtipp: dreizehn daheim - Das Kochbuch zum Café

Buchtipp: dreizehn daheim - Das Kochbuch zum Café
Die Köch*innen vom Augsburger Café dreizehn verraten ihre Lieblingsgerichte
Kochbuch, vegan, Café dreizehn, Augsburg, Foto: Team dreizehn

Covid-19 ist zu verdanken, dass es ein neues veganes Kochbuch gibt - mit bewährten Rezepten aus dem dreizehn in Augsburg. Flora Fink ist eine der Köch*innen und erzählt uns von dem konstruktiven Umgang des Team dreizehn mit dem Lockdown. Wir freuen uns auf das kreative und alltagstaugliche Kochbuch 'dreizehn daheim'!

Auf dem Buchmarkt finden sich so einige Bücher, die der rein pflanzlichen Ernährung gewidmet sind, und zum Glück finden sich auch gar nicht so wenige Interessierte für diese Art zu essen und zu leben. Unser Buch unterscheidet sich in ein paar Punkten von anderen: Es ist aus dem lebendigen Café-Alltag heraus entstanden, die Rezepte wurden unzählige Male von verschiedenen Köch*inn*en getestet und von unzähligen Gäst*inn*en probiert und gelobt. Wir haben es im Team gestaltet, während wir durch den Lockdown ausnahmsweise nicht wie sonst im Café kochen, backen, servieren, spülen usw. konnten. Dadurch ist es so bunt geworden, wie unsere Frau&Mann-schaft es auch ist - mit verschiedenen Texter*inne*n und visuellen Gestalter*inne*n. Wir waren fast selbst erstaunt, das umfangreiche und professionelle Ergebnis in den Händen zu halten - das Resultat einer richtigen Herzensarbeit. Jede*r von uns - zu vierzehnt haben wir an diesem Projekt gearbeitet - hat beigetragen, was sie/er am besten kann, am liebsten macht. Wir haben uns abgestimmt, in vielen langen Videokonferenzen besprochen, Entscheidungen gemeinsam getroffen.

 

Vegane Rezepte – vegane Materialien für die Buchproduktion

So auch die Entscheidung für eine vegane Produktion - was alles andere als selbstverständlich ist, denn bei Hardcover-Büchern wird für die Bindung gewöhnlich Knochenleim verwendet. Ein wenig komplizierter und teurer wurde die Herstellung dadurch, aber das war es uns wert. Wir sind froh, uns den “Luxus” leisten zu können, unsere Ideale zu realisieren. Als Team freuen wir uns im Café-Alltag wie mit diesem Buch, unsere Ideen von einer (tier- und umwelt-)freundlicheren Welt umzusetzen.

Und menschenfreundlich ist das Ganze allemal: Der Genuss kommt trotz Verzicht auf Tierisches so gar nicht zu kurz, und davon kann frau/man sich in der Augsburger Kresslesmühle und in der heimischen Küchen überzeugen lassen. Unsere Rezepte sind leicht nachzumachen, die Gerichte schmecken. Gesund sind sie auch noch, auch wenn wir mit Zucker backen, manchmal, und nicht an Fett und Salz sparen.

 

Rezepte auch mit glutenfreien, nussfreien oder sojafreie Varianten

Wer zuhause kocht, darf natürlich kreativ werden und mit unseren Rezepten experimentieren - wir haben viele Vorschläge für glutenfreie, nussfreie, sojafreie Varianten ins Buch aufgenommen, Allergiker*innen sollten also auch auf ihre Kosten kommen. Über 100 Rezepte laden ein, vegan zu frühstücken, zu brunchen, zu Mittag und Abend zu essen - und natürlich Süßes zu genießen. Regionales wie Exotisches gibt es da auszuprobieren, und wir haben sowohl an Kocherfahrene wie Anfänger*innen in der Küche gedacht.

 

INFO zum Buch:

  • Das Kochbuch dreizehn daheim kostet 30 Euro und hat 238 Seiten.
  • Zu kaufen gibt es das Buch im Café dreizehn in der Kresslesmühle. Außerdem könnt ihr es hier bestellen: book@muehle-dreizehn.de
  • Mehr Infos auf der  Website des Café dreizehn

INFO zum Restaurant:

 

Kochbuch, vegan, Café dreizehn, Augsburg, Foto: Team dreizehn
Die Köch*innen vom Café dreizehn in Augsburg verraten ihre veganen Lieblingsrezepte. Foto: Team dreizehn
vegan, Café dreizehn, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Café dreizehn in Augsburg bietet vegane Küche vom Feinsten. Foto: Cynthia Matuszewski
Kochbuch, vegan, Café dreizehn, Augsburg, Foto: Team dreizehn
Die Köch*innen vom Café dreizehn in Augsburg verraten ihre veganen Lieblingsrezepte. Foto: Team dreizehn
vegan, Café dreizehn, Augsburg, Foto: Team dreizehn
Team vom Café dreizehn in Augsburg, in der Kresselesmühle. Foto: Team dreizehn
Kochbuch, vegan, Café dreizehn, Augsburg, Foto: Team dreizehn
Die Köch*innen vom Café dreizehn in Augsburg verraten ihre veganen Lieblingsrezepte. Foto: Team dreizehn
cafe dreizehn augsburg, vegan, Gericht, Foto: Tanja Hartlieb
Der Cashewbär im Café dreizehn in Augsburg. Foto: Tanja Hartlieb
Kochbuch, vegan, Café dreizehn, Augsburg, Foto: Team dreizehn
Die Köch*innen vom Café dreizehn in Augsburg verraten ihre veganen Lieblingsrezepte. Foto: Team dreizehn
cafe dreizahn augsburg, vegan, café, restaurant, Foto: Christina Ostermayr
Auch draußen, mitten im Lechviertel Augsburgs, könnt ihr im Dreizehn euer Essen genießen. Foto: Christina Ostermayr
vegan, Café dreizehn, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Café dreizehn in Augsburg bietet vegane Küche vom Feinsten. Foto: Cynthia Matuszewski
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Oliven-Rosmarin-Brot

Oliven-Rosmarin-Brot
Rezept aus dem Buch "Veggieparty"
Oliven-Rosmarin-Brot aus dem Kochbuch "Veggieparty" von Torsten Mertz. Grafik Miro Poferl

Hier stellen wir euch unsere Lieblingsrezepte aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten“ von Torsten Mertz vor. Das Lifeguide-Interview mit Torsten Mertz ist übrigens  hier.

Zutaten:

500 g Dinkelvollkornmehl

500 g Weizenmehl (Type 405 oder 550)

2 g Salz

1 Würfel Frischhefe (oder 1 Tütchen Trockenhefe)

600 ml Wasser

8 EL frische Rosmarinblätter (oder 4 EL getrockneter Rosmarin)

250 g abgetropfte und

entsteinte schwarze Oliven

1 EL Olivenöl

grobes Meersalz

Rosmarinblätter zum Dekorieren

Zubereitung:

In einer großen Schüssel Mehl, Salz, Hefe, Wasser und Rosmarin vermischen und rund 10 Min. kneten, bis der Teig elastisch ist. Abdecken und an einem warmen Ort ungefähr 1 Std. gehen lassen.

Oliven zum Teig geben und gleichmäßig unterkneten. Mit den Händen und ggf. etwas Mehl den Teig kneten und einen flachen Brotlaib formen. Mit Olivenöl bestreichen und mit Salz und frischem Rosmarin bestreuen.

Den Teig nochmals eine Stunde gehen lassen.

Bei 170 °C (Umluft) 50–60 Min. backen.

Variante:  Tomaten-Oliven-Brot: Statt des Rosmarins 1 Glas in Öl eingelegte getrocknete Tomaten in feine Streifen schneiden und mit etwas von ihrem Öl unter den Teig heben.

Dieses Rezept stammt aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten / Gemüse ist mein Fleisch 3“ von Torsten Mertz (mit freundlicher Genehmigung des Verlags Parkstraße.) Zu bestellen im örtlichen Buchhandel oder online bei buch7, dem Buchhandel mit der sozialen Seite. ISBN: 978-3-941556-10-2

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Linsen-Thymian-Aufstrich

Linsen-Thymian-Aufstrich
Rezept aus dem Buch "Veggieparty"
Linsen-Thymian-Aufstrich aus dem Kochbuch "Veggieparty" von Torsten Mertz. Grafik Miro Poferl

Hier stellen wir euch unsere Lieblingsrezepte aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten“ von Torsten Mertz vor. Das Lifeguide-Interview mit Torsten Mertz ist übrigens  hier.

Zutaten:

150 g Belugalinsen

2 rote Zwiebeln

6 EL Olivenöl

2 große Möhren

2 TL Agavendicksaft

1 TL frischen Thymian

1/4 l Rotwein

5 EL Tomatenmark

Salz und Pfeffer

2 TL Zitronensaft

ggf. 40 g Sesam, geröstet

Zubereitung:

Belugalinsen etwa 25 Min. lang weichkochen.

Währenddessen die Zwiebeln schälen, hacken und in einer Pfanne mit 3 TL Olivenöl anschwitzen. Dann die Möhren fein reiben, dazugeben und gut anbraten. Agavendicksaft und Thymian dazugeben und mit Rotwein aufkochen. Den Wein etwas einkochen lassen.

Belugalinsen in einen Mixer geben. Mit Salz, Pfeffer, Tomatenmark und Öl pürieren. Den Pfanneninhalt zu den pürierten Linsen geben und so lange mixen, bis eine feine Masse entstanden ist. Mit Zitronensaft sowie ggf. weiterem Salz und Pfeffer abschmecken und mit geröstetem Sesam bestreuen.

Passt zu Gemüsesticks, auf Gurken- oder Brotscheiben oder zu Chips.

Dieses Rezept stammt aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten / Gemüse ist mein Fleisch 3“ von Torsten Mertz (mit freundlicher Genehmigung des Verlags Parkstraße.) Zu bestellen im örtlichen Buchhandel oder online bei buch7, dem Buchhandel mit der sozialen Seite. ISBN: 978-3-941556-10-2

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Teigtaschen mit Mangold und Räuchertofu

Teigtaschen mit Mangold und Räuchertofu
Rezept aus dem Buch "Veggieparty"
Teigtaschen mit Mangold aus dem Kochbuch "Veggieparty" von Torsten Mertz. Grafik Miro Poferl

Hier stellen wir euch unsere Lieblingsrezepte aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten“ von Torsten Mertz vor. Das Lifeguide-Interview mit Torsten Mertz ist übrigens  hier.

Zutaten:

2 Platten veganer Blätterteig (aus dem Kühlregal, Zimmertemperatur)

1 Zwiebel

2 Knoblauchzehen

150 g bunter Mangold

1 große Tomate

100 g Maiskörner (aus der Dose)

3 EL Olivenöl

100 g Räuchertofu, gewürfelt

1 EL Gomasio (gerösteter Sesam)

1 EL gemahlene Mandeln

1/2 TL Bockshornklee

1 TL Chiliflocken

3 TL Ei-Ersatz

Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die Blätterteigplatten entrollen und in jeweils sechs Rechtecke schneiden und auf ein

Backblech legen.

Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauch abziehen und fein hacken. Mangold waschen,

die Blätter in feine Streifen schneiden, die Stängel in kurze Stücke schneiden. Tomate

würfeln. Maiskörner abtropfen lassen.

Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl glasig braten. Mangoldstängel dazugeben und

5 Min. mitbraten. Dann die Blätter und die Tomatenwürfel hinzugeben und etwa

10 Min. köcheln lassen. Die Maiskörner zufügen und mit geschlossenem Deckel

weitere 5 Min. dünsten.

Tofuwürfel, Gomasio und Mandeln unterheben und mit Salz, Pfeffer, Bockshornklee

und Chiliflocken kräftig würzen.

Den Ei-Ersatz mit 3 EL Wasser glattrühren. Mit einem Pinsel auf die Ränder der Blätterteigplatten streichen. Von der Füllung jeweils 1 EL in die Mitte der Teigstücke geben.

Zu Dreiecken zusammenfalten und die Ränder fest zusammendrücken. Den restlichen

Ei-Ersatz auf die Oberfläche pinseln. Teigtaschen auf ein mit Backpapier ausgelegtes

Backblech legen und im heißen Ofen bei 180 °C auf der mittleren Schiene 15–20 Min.

goldbraun backen (Umluft nicht empfehlenswert).

Dieses Rezept stammt aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten / Gemüse ist mein Fleisch 3“ von Torsten Mertz (mit freundlicher Genehmigung des Verlags Parkstraße.) Zu bestellen im örtlichen Buchhandel oder online bei buch7, dem Buchhandel mit der sozialen Seite. ISBN: 978-3-941556-10-2

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Flammkuchen ...

Flammkuchen ...
... mit Lauch, Birnen, Feigen und Räuchtertofu. Rezept aus dem Buch "Veggieparty"
"Veggieparty" ist das dritte Kochbuch aus der Reihe: "Gemüse ist mein Fleisch" von Torsten Mertz

HIer stellen wir euch unsere Lieblingsrezepte aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten“ von Torsten Mertz vor. Das Lifeguide-Interview mit Torsten Mertz ist übrigens  hier.

Zutaten:

2 dünne Stangen Lauch

2 reife Birnen

3 frische Feigen

200 g Räuchertofu

1 Rolle Flammkuchenteig

100 g vegane Sahne (empfohlen: Reis- oder Hafer-Cuisine)

1 EL Ahornsirup

Pfeffer und Salz

Zubereitung:

Lauch in feine Ringe schneiden. Birnen in dünne Spalten, Feigen in Achtel schneiden.

Tofu in feine Streifen schneiden oder zerkrümeln.

Den Teig gleichmäßig mit Sahne bestreichen und mit Pfeffer und Salz würzen.

Lauchscheiben, Birnenscheiben und Feigen darauflegen. Räuchtertofu drüberstreuen

und etwas Ahornsirup darübergeben.

Im vorgeheizten Backofen bei 200–220 °C 10–12 Min. backen. Der Teig muss Blasen

schlagen und von unten braun und knusprig werden. Nach dem Herausnehmen die

Flammkuchen in Stücke oder Dreiecke schneiden und heiß servieren.

Dieses Rezept stammt aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten / Gemüse ist mein Fleisch 3“ von Torsten Mertz (mit freundlicher Genehmigung des Verlags Parkstraße.) Zu bestellen im örtlichen Buchhandel oder online bei buch7, dem Buchhandel mit der sozialen Seite. ISBN: 978-3-941556-10-2

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Riesenbohnen aus dem Ofen - Gigantes Plaki

Riesenbohnen aus dem Ofen - Gigantes Plaki
Rezept aus dem Buch "Veggieparty"
"Veggieparty" ist das dritte Kochbuch aus der Reihe: "Gemüse ist mein Fleisch" von Torsten Mertz

Wir stellen euch unsere Lieblingsrezepte aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten“ von Torsten Mertz vor. Das Lifeguide-Interview mit Torsten Mertz ist übrigens hier.

Lifeguide-Gewinnspiel:

Senden Sie uns das Foto eines der Gerichte aus "Veggieparty" zu, die wir im Lifeguide veröffentlichen. Die Einsender der drei besten Fotos gewinnen ein Exemplar von „Veggieparty“. Mit den Gewinnerfotos werden wir (mit Nennung des Fotografen) die Rezepte auf der unserer Website illustrieren. Fotos bitte senden an: redaktion@lifeguide-augsburg.de

 

Zutaten für Riesenbohnen aus dem Ofen:

Achtung: Dieses Lieblingsgericht von Kochbuch-Autor Torsten Mertz braucht 12 Stunden Vorbereitungszeit und etwa 2,5 Stunden für die Zubereitung!

500 g weiße Riesenbohnen (Jumbo-Bohnen)

2 mittelgroße Möhren

2 mittelgroße Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

10 EL Olivenöl

500 g gehackte oder passierte Tomaten

1 kl. Bund Petersilie

1 kl. Bund Dill

2 TL Paprikapulver

1 TL Chilipulver

Salz und Pfeffer

 

Zubereitung:

Weiße Riesenbohnen 12 Stunden lang in Wasser einweichen. Sie sollen so lange Wasser ziehen, bis ihre Haut fast keine Falten mehr hat. Anschließend in 1,5–2 Liter frischem, siedendem Wasser etwa 1,5 Stunden köcheln lassen. Die Bohnen sind gar, wenn sie keine weißen Flecken mehr haben.

Währenddessen die Sauce vorbereiten: Möhren grob würfeln. Zwiebeln schälen und grob würfeln, Knoblauch abziehen und grob hacken. Gemüse in 5 EL Olivenöl kurz anbraten. Die Tomaten und etwa 500 ml Wasser hinzugeben. Mit rund 1 TL Salz und rund 2 TL Pfeffer würzen, aufkochen lassen und weitere 10 Min. bei geringer Hitze köcheln lassen.

Petersilie und Dill putzen und die Blätter abzupfen. Grob hacken und unter die Sauce heben. Wenn die Tomatensauce sehr stark eingedickt ist, nochmals ein Glas Wasser hinzugeben. Weitere 5 EL Olivenöl hinzufügen. Bohnen mit der Sauce in eine große Backform geben. Im Ofen bei 175 °C (Umluft) etwa 60 Min. garen.

Gigantes Plaki schmecken warm und kalt.

Dieses Rezept stammt aus dem Buch „Veggieparty – Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten / Gemüse ist mein Fleisch 3“ von Torsten Mertz (mit freundlicher Genehmigung des Verlags Parkstraße.) Zu bestellen im örtlichen Buchhandel oder online bei buch7, dem Buchhandel mit der sozialen Seite. ISBN: 978-3-941556-10-2

 


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Veggieparty

Veggieparty
Dritter Band der Kochbuchtriologie "Gemüse ist mein Fleisch" von Torsten Mertz
"Veggieparty" ist das dritte Kochbuch aus der Reihe: "Gemüse ist mein Fleisch" von Torsten Mertz

Susanne Thoma: Lieber Torsten, dieser Tage ist der dritte Band Deiner kleinen Kochbuchtrilogie »Gemüse ist mein Fleisch« erschienen. Worum geht es?

Torsten Mertz: Das Buch heißt »Veggieparty« und entsprechend findet man Snacks fürs Buffet oder auch fürs Picknick: Tapas, Salate, warmes und kaltes Fingerfood und andere Kleinigkeiten aus aller Welt. Alles vegan, versteht sich.

 

Warum »Gemüse ist mein Fleisch«?

Wir haben 2009 mit dem ersten Band begonnen, da ging es ums vegetarische Grillen. Gerade hier haben wir damals Nachholbedarf gesehen: Grillen war ja lange eine reine Fleisch- und Wurstschlacht. Für die Veggies blieben nur Beilagen. Das hat sich aber mittlerweile geändert. Auch am Buffet verhungern Vegetarierinenn und Vegetarier heute nicht mehr, aber als Veganer hat man es da schon deutlich schwerer. Gemüse ist mein Fleisch ist eine Vision für die Zukunft: Fleischloses Essen wird völlig normal sein, Fleisch, Wurst und Fisch was Besonderes - und nicht mehr umgekehrt.

 

Du hast seit mehr als 25 Jahren kein Fleisch mehr gegessen. Fehlt Dir nichts?

Also gesundheitlich denke ich, dass man vegan und vegetarisch sehr gut lebt. Vom Geschmack her fehlt mir Fleisch überhaupt nicht, aber einige Gerichte, die ich aus meiner Kindheit kenne, die fehlen mir schon. Gulasch zum Bespiel oder Currywurst. Das war auch der Anreiz vor einigen Jahren ein Seitan-Kochbuch herauszubringen, für das ich einige Rezepte der nationalen und internationalen Küche fleischfrei interpretiert habe. Hier ist also Seitan (aus Weizeneiweiß) mit seinem festen Biss mein absoluter Favorit, während ich Tofu zum Beispiel nur sehr selten lecker finde.

 

Was sind die wichtigsten Gründe dafür, kein Fleisch, oder zumindest weniger Fleisch zu essen?

Bei mir hatte es damit angefangen, dass ich nicht wollte, dass ein Tier für mich getötet wird. Man kann streiten, ob es ethisch vertretbar ist, ein anderes Lebewesen zu töten, wenn man nicht selbst in Lebensgefahr ist. Ich persönlich könnte da ein Auge zudrücken, wenn das Tier ein gutes Leben hatte und vor oder beim Schlachten nicht leidet. Das gibt es aber nur bei einem sehr kleinen Prozentsatz der heute gehaltenen Tiere. Und eine tierfreundliche Haltung und Schlachtung wird es auch erst dann wieder geben, wenn der Fleischkonsum insgesamt drastisch reduziert wird. Und Fleisch entsprechend teurer wird. Dann können die Landwirte  auch wieder vernünftig agieren. Die Umwelt verkraftet die Massentierhaltung übrigens auch nicht. Lediglich extensive Weidehaltung ist ökologisch verträglich - und aus Sicht des Erhalts der Kulturlandschaft, der biologischen Vielfalt und des Klimaschutzes sogar sinnvoll. Dazu kommt - und man sieht, es spricht wirklich fast alles für weniger Fleisch, Milch und Eier, dass die Viehzucht mit Getreide oder Soja eine absolut unverantwortliche Lebensmittelverschwendung ist. Man könnte hier noch viele weitere Punkte aufführen, beispielsweise die menschenverachtenden Jobs in der Fleischindustrie.

 

Du bist Redakteur beim Lifeguide Augsburg. Was hat denn Ernährung mit Regionalität zu tun?

Der regionale Blick ist wichtig, da sich die Auswüchse unserer Ernährungsindustrie und die Fehlentwicklungen der Landwirtschaft nur zurückdrehen lassen, wenn die Konsument*innen denen, deren Lebensmittel sie essen, auf die Finger gucken. Das geht am besten, wenn man die Menschen oder die Betriebe kennt, deren Essen man kauft. Letztens war ich zum Beispiel beim Holler Hof in Göggingen. Hier stehen die Rinder, das Rotwild und die Gänse nur wenige Meter neben dem Hofladen, in dem das hofeigene Fleisch und die Wurst verkauft werde. Es gibt dort immer nur das, was frisch geschlachtet oder gewurstet wurde, jede Woche etwas anderes. Die Kundinnen und Kunden sind angehalten vorzubestellen, denn die Theke ist auch mal leer. Das muss man aushalten lernen - leere Regale bei der Bäckerin oder beim Metzger! Ein Unding für viele. Aber so steigt die Wertschätzung für Lebensmittel und es muss weniger weggeworfen werden.

 

Also nur noch regional einkaufen?

Das halte ich für nicht machbar. Bei vielen Produkten klappt es, wie bei Kartoffeln, Äpfel, Gemüse, Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Bei Obst wird es schon schwieriger, die gewünschte Vielfalt regional zu decken. Aber auch hier sollte die Wertschätzung steigen: Es müssen ja nicht mehrmals wöchtentlich tropische Früchte sein oder die berühmten Erdbeeren im Winter. Und auch keine Tomaten im Winter. Und auch kein Orangensaft. Ist eigentlich ganz einfach, wenn man mal drüber nachdenkt. Aber ich bin auch kein Dogmatiker. Man sollte den Spaß auch beim aller Nachhaltigkeit nicht vergessen!

 

Zum Abschluss bitte noch Dein kulinarischer Tipps in unserer Region.

Die Lokalhelden im Augsburger Bismarckviertel. Hier passt alles: Es gibt einen Laden mit regionalen Lebensmitteln, täglich wechselnde saisonale, wirklich leckere Gerichte aus dem, was gerade da ist. Alles bio und das meiste ohne tierische Zutaten. So soll es sein.

Torsten Mertz arbeitet als Redakteur zu den Themen Umwelt, Nachhaltigkeit und Ernährung, ist Vorstand und Redakteur des »Lifeguide Augsburg und Umgebung“  und Autor vegetarischer und veganer Kochbücher.

 

Torsten Mertz: Veggieparty - Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten (Gemüse ist mein Fleisch 3)

Verlag Parkstraße, 7,80 Euro, ISBN 978-3-941556-10-2. Zu bestellen beim Buchhändler um die Ecke, beim sozialen Online-Buchversand buch7 oder beim Verlag.

Erstveröffentlichung des Interview bei a3regional:  http://a3regional.de/nachrichten/gemuese-mein-fleisch

 

 

Torsten Mertz. Foto: Cynthia Matuszewski
Torsten Mertz. Foto: Cynthia Matuszewski
"Das Seitan-Kochbuch" aus der Kochbuch-Reihe: "Gemüse ist mein Fleisch" von Torsten Mertz
"Das Seitan-Kochbuch" aus der Kochbuch-Reihe: "Gemüse ist mein Fleisch" von Torsten Mertz
"Vegetarisch Grillen" aus der Kochbuch-Reihe: "Gemüse ist mein Fleisch" von Torsten Mertz
"Vegetarisch Grillen" aus der Kochbuch-Reihe: "Gemüse ist mein Fleisch" von Torsten Mertz
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Champignon–Knödel mit Rieslingsoße

Champignon–Knödel mit Rieslingsoße
Das Lifeguide-Rezept für "Augsburg kocht"
Champignon-Knödel mit Rieslingsoße. Lifeguide-Rezept im Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh

Es war schon etwas aufregend, als Roswitha Kugelmann mit Ann-Kathrin Glania-Bunea vom Sozialkaufhaus contact zusammen mit der Food-Fotografin Eda Zeh in unserer Küche eintrudelten, ihre Schreibblöcke und großen Kamerastative auspackten und auf einmal wir diejenigen waren, die fotografiert, befragt und beobachtet wurden. Wir waren sehr begeistert, dass wir bei "Augsburg kocht" mitmachen durften. In dem Kochbuch werden 50 Rezepte von Augsburger Projekten, Menschen, Unternehmen und Initiativen sowie deren Arbeit vorgestellt. Aber: Wir hatten noch nie gemeinsam gekocht, denn der Lifeguide war erst kurz zuvor, im Juli 2016, online gegangen und wir hatten bei unseren Treffen vor allem inhaltlich, weniger kulinarisch gearbeitet. Und jetzt gleich ein bayerisches Nationalgericht: Knödel!

Aber es lief alles sehr gut. Eda entfernte die Tischdecke von unserem uralten Küchentisch - Holz ist der bessere Untergrund für ihre Fotos - sie stieg auf Stühle, um uns in die dampfenden Töpfe zu gucken und machte zwischendurch auch noch völlig entspannt Fotos mit unserem Apparat. Von ihren Food-Fotos sind wir immer noch absolut begeistert und entzückt. Und wir freuen uns, heute im Lifeguide auch einige ihrer Fotos veröffentlichen zu dürfen, die nicht in dem Kochbuch Platz fanden. Das Interview mit Roswitha und Ann-Kathrin war eher ein heiteres Tischgespräch. Auch an die beiden unseren Dank für die freundlichen Fragen! Und zum Glück haben die Knödel in der Parmesan-Riesling-Soße allen sehr gut geschmeckt!

Champignon–Knödel  mit Rieslingsoße

Für 4 Personen

Zutaten:

400 g altbackene Brötchen

220 ml heiße Milch

½ Bund frischer Schnittlauch

2 Zwiebeln

1 Petersilienwurzel

80g Frühstücksspeck (kann man weglassen)

200 g braune Champignons

2 EL Butter

2 Eier

50 g Parmesan, gerieben

Salz, Pfeffer

1 Prise Muskat, gerieben

150 ml Riesling

150 ml Gemüsebrühe

150 ml Sahne

Für die Garnitur: frisch gehobelter Parmesan

Zubereitung:

  1. Brötchen in feine Scheiben schneiden, mit heißer Milch vermengen und 10 Minuten ziehen lassen.
  2. Schnittlauch abbrausen, einige Stängel beiseitelegen. Den Rest in feine Röllchen schneiden.
  3. Die Zwiebeln abziehen und fein würfeln. Die Petersilienwurzel schälen und würfeln. Den Speck klein schneiden. Die Champignons putzen und in feine Scheiben schneiden.
  4. Eine EL Butter im Topf erhitzen, den Speck darin auslassen. Die Champignons und die Hälfte der Zwiebeln zufügen und dünsten, bis die Flüssigkeit verdampft ist, dann zu den Brötchen geben und etwas abkühlen lassen.
  5. Die Mischung mit Eiern, Parmesan und Schnittlauch verkneten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
  6. Aus der Masse 8 Knödel formen.
  7. Die übrige Butter im Topf erhitzen und die restlichen Zwiebeln und die Petersilienwurzel andünsten. Mit Riesling und Brühe ablöschen. Alles 10 Minuten köcheln lassen. Anschließend mit dem Mixstab pürieren.
  8. Die Sahne einrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.
  9. Knödel in leicht köchelndem Salzwasser 15 bis 20 Minuten ziehen lassen.
  10. Knödel mit der Soße auf Tellern anrichten und mit Schnittlauch und Parmesan garnieren.

Das Lifeguide-Koch-Team wünscht Guten Appetit!

Eins möchten wir noch besonders erwähnen: Unser Gruppenfoto ist von dem Portraitfotografen Thomas Lecheler, dem das Kunststück gelang, ein Lifeguide-Team-Foto zu machen, auf dem wir uns alle gefallen!  "Augsburg kocht" gibt es im örtlichen Buchhandel, im Sozialkaufhaus Contact in Haunstetten oder bei den Lokalhelden im Bismarckviertel. Das Buch ist im Augsburger Wißner Verlag erschienen und kostet nur 18,90 Euro. Von einem Kauf des Buches im Sozialkaufhaus Contact profitieren die Macherinnen und Macher am meisten.

Schnittlauch in feine Röllchen schneiden: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Schnittlauch in feine Röllchen schneiden: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Braune Champignons: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Braune Champignons: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Parmesan hobeln: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Parmesan hobeln: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Knödel formen: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Knödel formen: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Knödel formen: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Knödel formen: Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Genießen! Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Genießen! Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Foto: Eda Zeh
Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Von links: Eda Zeh, Annabell Hummel und Torsten Mertz.  Foto: Cynthia Matuszewski
Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Von links: Eda Zeh, Annabell Hummel und Torsten Mertz. Foto: Cynthia Matuszewski
Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Von links: Annabell Hummel, Cynthia Matuszewski und Torsten Mertz.  Foto: Eda Zeh
Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Von links: Annabell Hummel, Cynthia Matuszewski und Torsten Mertz. Foto: Eda Zeh
Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Von links: Eda Zeh und Annabell Hummel. Foto: Cynthia Matuszewski
Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Von links: Eda Zeh und Annabell Hummel. Foto: Cynthia Matuszewski
Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Zu Gast: Roswitha Kugelmann und Ann-Kathrin Glania-Bunea vom Sozialkaufhaus contact (v.l.) Foto: Cynthia Matuszewski
Das Lifeguide-Team kocht für das Kochbuch "Augsburg kocht". Zu Gast: Roswitha Kugelmann und Ann-Kathrin Glania-Bunea vom Sozialkaufhaus contact (v.l.) Foto: Cynthia Matuszewski
Lifeguide-Augsburg, das Team: Cynthia Matuszewski, Wiebke Kieser, Torsten Mertz, Annabell Hummel, Norbert Stamm (v.l.) . Foto: Thomas Lecheler
Lifeguide-Augsburg, das Team: Cynthia Matuszewski, Wiebke Kieser, Torsten Mertz, Annabell Hummel, Norbert Stamm (v.l.) . Foto: Thomas Lecheler
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Kochen macht glücklich

Kochen macht glücklich
15 Fragen an „Home in a Bowl“: "Wenn wir zu dritt sind, haben wir Superkräfte". Tanja Blum und die Schwestern Karin und Johanna Wehle haben ihre vielen Talente zusammengetan und das wirklich wunderbare Kochbuch „Home in a Bowl“ geschrieben.
Tanja Blum und Johanna Wehle (von links) von "Home in a Bowl" Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski

Das Treffen mit Johanna Wehle und Tanja Blum fühlt sich ein bisschen so an wie Kaffeetrinken mit gute Freundinnen oder ein Plausch mit der eigenen Tochter. Also sofort sehr gut. Die zwei sitzen in dem schönen Ladenlokal der Lokalhelden, vor sich einen dampfenden Ingwer-Tee. Beide wärmen ihre Hände an den bauchigen Tassen und strahlen an diesem grauen Novembertag sehr viel positive Energie aus. Das hat bestimmt auch etwas mit ihrer geheimen Superkraft zu tun, auf die wir später noch zu sprechen kommen.

Wenn die beiden von ihrem interkulturellen Kochbuch erzählen, merkt man sofort: Sie lieben, was sie tun. Eigentlich sind es ja drei Frauen, Tanja Blum und die Schwestern Karin und Johanna Wehle, die ihre vielen Talente zusammengetan und das wirklich wunderbare Kochbuch „Home in a Bowl“ erschaffen haben. Karin ist leider verhindert, sie macht eine kulinarische Reise durch Mexiko und während wir in Augsburg Tee trinken, probiert sie in Oaxaca eine Suppe aus Rindermägen und denkt darüber nach, Chili-Heuschrecken zu kosten. Wir sind gespannt auf ihren Bericht. Vorerst haben wir sie gebeten, ihre Antworten schriftlich zu ergänzen und das hat prima geklappt.  

Die drei Frauen sind im vergangenen Jahr in die Küchen von Menschen gegangen, die aus den unterschiedlichsten Ländern kommen und die in Augsburg ihr Zuhause gefunden haben. Sie haben in ihre Töpfe geschaut, mit ihnen geschnippelt und gekocht, mit den Kindern gespielt und mit ihnen über Erziehung und Politik, über Männer und die ferne Heimat gesprochen. Karin hat die Fotos und später das Layout des Kochbuchs gemacht, Johanna die Interviews für ihre Reportagen geführt und Tanja stand hinter den Köch*innen und notierte gewissenhaft alle Zutaten. Außerdem war sie für die Projektkoordination und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Mehr zu dem Kochbuch „Home in a Bowl“ mit Portraits und über 40 Rezepten hier. Für ihren gemeinnützigen Verein, der zu Gleichberechtigung und Integration beitragen möchte, wünschen sich die drei Frauen noch ein paar neue Mitstreiter*innen.

 

Steckbrief:

Name: Johanna Wehle, Karin Wehle und Tanja Blum

Beruf:

Johanna: Sozialarbeiterin, selbstständige Sozialredakteurin

Karin: Webentwicklerin und Designerin

Tanja:  Projektmanagerin im kreativen sozialen Bereich, Koordinatorin von Freiwilligenarbeit im Asylbereich

Geboren in:

Johanna und Karin: Gangkofen bzw. Eggenfelden in Niederbayern

Tanja: Boos im Allgäu

Leben in: Augsburg

Lieblingsort: 

Johanna: Die Küche – da ist das Essen in der Nähe und der Wasserhahn. Also alles, was man so braucht.

Karin: Irgendwo am Wasser, am liebsten auf einer kleinen Insel am Ende der Welt. Notfalls tut es aber auch eine Badewanne.

Tanja: Der Siebentischwald, da bin ich unheimlich gern mit dem Rad unterwegs.  

Was motiviert Euch?

Tanja: Etwas zu verändern und zu hinterlassen, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Johanna: Die Liebe zum Leben, zu gutem Essen und zu einer guten Zukunft.

Tanja: Wenn wir zu dritt sind, haben wir Superkräfte.

 

15 Fragen an „Home in a Bowl“

Was war Euer Lieblingsessen als Kind?

Johanna: Spagetti Bolognese – damals noch mit Fleisch. Und weiche Eier zum Frühstück.

Karin: Blumenkohl in Schinken-Käsesoße und Spinat.

Tanja: Butterknödel-Suppe – das hat meine Oma immer gekocht. Das war auch mein erstes eigenes Gericht.

Was kocht Ihr, wenn Besuch kommt?

Johanna: Fingerfood – ich mag es sehr gern, wenn man immer ganz viele kleine Teller hat – egal ob asiatisch oder italienisch. Irgendetwas, wo alle reingreifen können, das ist für mich sehr kommunikativ.

Tanja: Die zwei Dhals aus dem Kochbuch – das geht schnell und alle Freunde fahren darauf ab.

Karin: Von Reisen mitgebrachte Rezepte wie Thai-Curries mit selbstgemachter Currypaste, vietnamesische Pho, Sommerrollen, verschiedene chinesische Gemüsegerichte und Teigtaschen...

Johanna: "Essen ist etwas, was jeder braucht, worum sich jeder tagtäglich kümmern muss. Und Kochen hat so wahnsinnig viele schöne Facetten. Man kann daraus etwas Wunderbares machen, ein Kunstwerk. Außerdem schmeckt Essen gut und bringt Menschen zusammen. Mir fallen sehr wenige Dinge ein, die soooo viele positive Aspekte haben."

Kann Essen und Kochen auch ein politisches Statement sein?

Johanna: Also ich glaube, Essen und Kochen sind vor allen Dingen Alltag. Aber wenn man es ganz genau nimmt, sollte Politik auch den Alltag miteinbeziehen. Also wahrscheinlich ja…

Tanja: … essen bringt ja auch die unterschiedlichsten Menschen zusammen, in Gesprächen und beim Meinungsaustausch …

Karin: ...und dann gibt es natürlich noch den Einfluss, den Produktion und Transport der Zutaten auf die Umwelt und den Rest der Menschheit haben.

Karin: "Wer Linsen kocht, obwohl er sich auch Fleisch leisten könnte, sagt damit ohne Zweifel etwas über seine Prioritäten aus."

Alle Welt kocht, alle Welt postet Fotos von leckeren Gerichten. Warum ist Kochen so toll?

Johanna und Tanja (lachen): Es macht glücklich

Johanna: Essen ist etwas, was jeder braucht, worum sich jeder tagtäglich kümmern muss. Und Kochen hat so wahnsinnig viele schöne Facetten. Man kann daraus etwas Wunderbares machen, ein Kunstwerk. Es gibt ja wirklich auch wunderschönes Essen, Essen für das Auge. Außerdem schmeckt Essen gut und bringt Menschen zusammen. Mir fallen sehr wenige Dinge ein, die soooo viele positive Aspekte haben. Also Kochen hat ausschließlich Vorteile. (Großes Gelächter)

Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdet Ihr gern einmal Kaffee trinken?

Johanna: Bei uns wäre das in jedem Fall eine Tasse Tee… und da fallen mir viele Menschen ein, aber niemand Besonderes. Ich glaube echt, ich würde einfach gern mit den richtigen Leuten Tee trinken, mit denen man was bewegen kann.

Karin: Ich nehme ein Bier und schließe mich Johanna an.

Was würdet Ihr ändern, wenn Ihr Bürgermeisterin von Augsburg wärt?

Tanja: Ich würde versuchen, die kleinen, unabhängigen Vereine, die interkulturellen Projekte, etwas mehr zu fördern und ihnen mehr Öffentlichkeit zu verschaffen.

Johanna: Ich würde die Vernetzung fördern, noch mehr Räume schaffen, in denen Menschen zusammenkommen können. Es ist immer wieder toll, mitzukriegen, wieviel Energie frei wird, wenn man miteinander ins Gespräch kommt.

Was bedeutet für Euch nachhaltig leben?

Johanna: Dass man bewusst lebt. Dass man für sich selbst und in Bezug auf seine Umwelt und andere Menschen bewusste Entscheidungen trifft. Eine Entscheidung hat immer ihr Für und Wider, aber man kann im Kleinen und im Großen Entscheidungen treffen, das beginnt schon beim alltäglichen Einkauf.

Was regt Euch auf?

Johanna: Ignoranz

Tanja und Johanna: (unisonso) Ungerechtigkeit (Gelächter)

Karin: Wenn jemand kein Interesse daran hat, seine Meinungen gelegentlich auch einmal zu überdenken.

Wer ist Euer Held?

Tanja: "Mir imponieren Menschen , die viel durchgemacht haben, die dann dann trotzdem aufstehen und weiterkämpfen. Und die sich beispielsweise über ein leckeres Essen freuen können."

Johanna: Ich bin tatsächlich immer erstaunt, wenn ich Menschen treffe, die viel durchgemacht haben, was mir als Sozialarbeiterin oder bei der Arbeit mit Flüchtlingen häufig passiert. Ich bin immer wieder beeindruckt, dass sie trotzdem so eine positive Lebenseinstellung haben. Auch Kinder haben da oft so eine schöne innere Haltung … da wäre ich schon ewig lange vorher umgekippt…

Tanja: Ja, mir imponieren diese Menschen auch, die so viel durchgemacht haben: Die dann trotzdem aufstehen und weiterkämpfen. Und die sich dann beispielsweise über ein leckeres Essen freuen können.

Johanna: "Es hat mich sehr gerührt, wie stolz unsere Köchinnen und Köche waren, als sie zum Schluss das Buch in den Händen hielten."

In Eurem Kochbuch erwähnt Ihr Eure Eltern - was habt Ihr für ein Verhältnis zu ihnen?

Johanna: Meine Eltern sind sehr idealistisch, sie sind in ihrem Ort sehr aktiv. Mein Vater hat schon Deutschkurse gegeben, als es noch gar keine Einwanderungswelle gab. Deswegen auch diese Erwähnung in unserem Kochbuch, weil sie uns da schon sehr geprägt haben, als idealistische 68er.

Es ist uns aber auch sehr wichtig, auf der Grundlage dieser Dankbarkeit eigene Sachen zu machen und selbstständig zu sein. Jetzt haben wir ein freundschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe.

Tanja: Meine Mama hat mich immer bei allen Projekten unterstützt, die ich gemacht habe, während mein Papa sich oft Sorgen gemacht hat. Finanzielle Sicherheit war ihm immer ziemlich wichtig und ich arbeite ja im kreativen sozialen Bereich, das erschien ihm unsicher. Aber jetzt hat er in der letzten Jahren gesehen, dass es funktionieren kann. Und durch meine Arbeit mit dem Kochbuch sind meine Eltern auch mit der Flüchtlingsthematik in Kontakt gekommen, was in so einem kleinen Allgäuer Dorf nicht alltäglich ist. Und dann haben meine Eltern eine Zeit lang eine pakistanische Flüchtlingsfamilie aufgenommen – also hat meine Arbeit sie beeinflusst. Das war schön.

Was sollte niemand von Euch wissen?

Tanja und Johanna: (Gelächter)Das ist eine gemeine Frage!

Tanja: Ich glaube, mich sollte nie jemand singen hören.

Johanna: Niemand sollte von mir wissen, wie oft ich die richtige Schreibweise eines Wortes googlen muss.

Karin: Wieviel Schlaf ich wirklich brauche.

Was ist Eure geheime Superkraft?

Johanna: Bei mir ist es die Empathie. Das ist tatsächlich etwas, worauf ich lange Zeit gar nicht so stolz war, weil es etwas ist, was heute nicht so viel Erfolg bringt, was gar nicht so geschätzt wird. Leider. Aber inzwischen empfinde ich es als umfassende Qualität. Inzwischen gewöhne ich mich dran.

Tanja: Wenn wir zu dritt sind, haben wir Superkräfte. Bei „Home in a Bowl“ hat jeder schon seine besonderen Talente und Fähigkeiten eingebracht. Bei mir war es die Fähigkeit, verschiedene Ideen zu verbinden oder auch verschiedene Menschen zu vernetzen.

Karin: Ich glaube ich bin ganz gut darin, den Überblick zu behalten und ein Projekt als Ganzes zu sehen. Außerdem konnte ich im Zutatenindex des Kochbuches endlich einmal mein Nischenwissen über exotische Lebensmittel sinnvoll einsetzen.

Johanna: Und Karin ist in allem, was mit Design, mit Schönheit zu tun hat auch wirklich großartig.

Wann habt Ihr zuletzt etwas Neues ausprobiert?

Tanja: Ich war vor ein paar Tagen zum ersten Mal in England – das hat mir sehr gut gefallen.

Johanna: Ich habe vor drei Tagen zum ersten Mal in der Mikrowelle gekocht (lacht). Ich habe Mug-Cakes gebacken. Man rührt sie in der Tasse an und stellt sie in die Mikrowelle – und Mikrowelle ist ja so verpönt, aber ich wollte es mal ausprobieren und es ist wirklich lecker gewesen.

Karin: "Hier in Mexiko habe ich gerade eine überraschend leckere Suppe aus Rindermägen und anderen Innereien mit Koriander und Limettensaft probiert. An die Chili-Heuschrecken, die es hier überall gibt, habe ich mich aber noch nicht herangetraut."

Wie seid Ihr in Augsburg unterwegs?

Johanna: Mit allem, was gerade notwendig ist – wetterbedingt und streckenbedingt.

Tanja: Ich bin meistens zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, ich wohne ja auch zentral.

Karin: Ich gehe gerne zu Fuß und nutze die Zeit, um über dies und jenes nachzudenken.

Was ist das Tolle an Augsburg?

Johanna: Augsburg ist groß genug, dass sich etwas entwickeln kann, aber nicht so groß wie in München, dass man sich in den vielen Stadtteilen aus den Augen verliert.

Tanja: Ja, Augsburg hat die richtige Balance zwischen Groß und Klein … und hier passiert sehr viel. Als ich vor sechs Jahren hierher kam dachte ich: Wow, ich komme genau zum richtigen Zeitpunkt.

Habe ich vergessen, etwas zu fragen?

Johanna: Ja, vielleicht wie es unseren Köchinnen und Köchen mit der ganzen Sache gegangen ist, das habe ich mir schon ein paarmal gedacht, dass das niemand fragt. Denn es hat mich sehr gerührt, dass sie alle sehr stolz waren. Als sie zum Schluss das Buch in den Händen hielten, hatte man gemerkt, dass sie stolz waren auf den Beitrag, den sie geleistet haben. Die Stimmung bei der Buchpräsentation war so positiv emotional geladen, wie bei einer Geburt oder einer Hochzeit.

 

Von „Home in a Bowl“ gibt es inzwischen einen zweiten Band, "Home in a bowl II". Hier erfahrt ihr mehr:

Der Verein:

Wer Lust hat, Vereinsmitglied bei „Home in a Bowl“ zu werden: Bitte eine Mail an kontakt@homeinabowl.de

Erstveröffentlichung im Lifeguide: 15.12.2016

 

Das Kochbuch "Home in a Bowl" aus Augsburg.
Das Kochbuch "Home in a Bowl" aus Augsburg.
Kokosreis - ein veganes Gericht aus Uganda, vorgestellt von Anita in dem Kochbuch "Home in a Bowl". Foto: Karin Wehle.
Kokosreis - ein veganes Gericht aus Uganda, vorgestellt von Anita in dem Kochbuch "Home in a Bowl". Foto: Karin Wehle.
Schnippeln, Kleinscheiden, Hacken - Vorbereitungen für das gemeinsame Kocherlebnis in dem Kochbuch "Home in a Bowl". Foto: Karin Wehle
Schnippeln, Kleinscheiden, Hacken - Vorbereitungen für das gemeinsame Kocherlebnis in dem Kochbuch "Home in a Bowl". Foto: Karin Wehle
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Buchtipp: Augsburg kocht - Portraits, Interviews, Rezepte

Buchtipp: Augsburg kocht - Portraits, Interviews, Rezepte
Ein wunderbares Buch über bekannte und weniger bekannte Augsburger Macherinnen und Macher
Augsburg kocht - Buchtipp. Foto: Cynthia Matuszewski

Dass es in Augsburg viele tolle Läden, engagierte Menschen und interessante Initiativen gibt, die zeigen, dass man etwas bewegen kann, wenn man nur will, zeigt ja bereits der Lifeguide. Kürzlich ist auch ein tolles Buch erschienen, dass auf wunderbare Weise den Eindruck unterstützt, dass in Augsburg jede Menge los ist: Roswitha Kugelmann und Ann-Kathrin Glania-Bunea von Sozialkaufhaus „Contact“ haben ein Kochbuch geschrieben, in dem sie 50 Rezepte von Augsburger Projekten, Menschen, Unternehmen und Initiativen sowie deren Arbeit vorstellen.

"Augsburg kocht" lädt die Leserinnen und Leser auf eine besondere Reise durch Augsburg und Umgebung ein: Eine Expedition für Feinschmecker, die Lust macht auf gemeinsames Kochen, Essen und Pläneschmieden. Neben Variationen kulinarischer Klassiker und exotischer Rezepte bietet das ziemlich andere Kochbuch unterhaltsame Gespräche mit den Macherinnen und Machern sozialer, kultureller und anderer Augsburger Initiativen. Was bewegt sie, dort anzupacken, wo andere nur reden, und mit viel Herzblut ihre Projekte zu stemmen? Mit dabei sind unter anderem Unser Haus e.V., das Kulturcafé Neruda, manomama, die Lokalhelden, das Café Tür an Tür, der Lebensraum Schwabencenter und natürlich auch der Lifeguide Augsburg.

Thomas Lecheler machte dabei die hervorragenden Portraitaufnahmen, Eda Zeh lieferte die sehr ansprechenden Foodfotos, die zum Nachkochen animieren.

Ein rundum ästhetisches und kulinarisches Highlight, das sich nicht nur als Weihnachtsgeschenk eignet. Erhältlich im örtlichen Buchhandel, im Sozialkaufhaus Contact in Haunstetten oder bei den Lokalhelden im Bismarckviertel. Das Buch ist im Augsburger Wißner Verlag erschienen und kostet nur 18,90 Euro. Von einem Kauf des Buches im Sozialkaufhaus Contact profitieren die Macherinnen und Macher am meisten.

 

 

Augsburg kocht - Buchtipp. Foto: Cynthia Matuszewski
Augsburg kocht - Buchtipp. Foto: Cynthia Matuszewski
Roswitha Kugelmann vom Sozialkaufhaus contact in Augsburg bei der Präsentation des Buches "Augsburg kocht". Foto Cynthia Matuszewski
Roswitha Kugelmann vom Sozialkaufhaus contact in Augsburg bei der Präsentation des Buches "Augsburg kocht". Foto Cynthia Matuszewski
Augsburg kocht - Buchpräsentation, Fotograf Thomas Lecheler (links), Foodfotografin Eda Zeh (2. von rechts) und Roswitha Kugelmann (rechts). Foto: Cynthia Matuszewski
Augsburg kocht - Buchpräsentation, Fotograf Thomas Lecheler (links), Foodfotografin Eda Zeh (2. von rechts) und Roswitha Kugelmann (rechts). Foto: Cynthia Matuszewski
Fikret Yakaboylu vom Kulturcafé Neruda bei der Präsentation des Buches "Augsburg kocht". Foto: Cynthia Matuszewski
Fikret Yakaboylu vom Kulturcafé Neruda bei der Präsentation des Buches "Augsburg kocht". Foto: Cynthia Matuszewski
Christel Malhöfer vom Forum "Fließendes Geld" in Augsburg bei der Buchpräsentation von "Augsburg kocht". Foto: Cynthia Matuszewski
Christel Malhöfer vom Forum "Fließendes Geld" in Augsburg bei der Buchpräsentation von "Augsburg kocht". Foto: Cynthia Matuszewski
Grow UP - Interkulturelle Gärten in Augsburg bei der Buchprasentation von "Augsburg kocht". Foto: Cynthia Matuszewski
Grow UP - Interkulturelle Gärten in Augsburg bei der Buchprasentation von "Augsburg kocht". Foto: Cynthia Matuszewski
Wolfgang Schimpfle von Degree Clothing Augsburg bei der Buchpräsentation von "Augsburg kocht". Foto Cynthia Matuszewski
Wolfgang Schimpfle von Degree Clothing Augsburg bei der Buchpräsentation von "Augsburg kocht". Foto Cynthia Matuszewski
Bernd Beigl von der Kulturküche in Augsburg bei der Buchpräsentation "Augsburg kocht". Foto: Cynthia Matuszewski
Bernd Beigl von der Kulturküche in Augsburg bei der Buchpräsentation "Augsburg kocht". Foto: Cynthia Matuszewski
Razed Skateboarding Club Augsburg bei der Buchpräsentation "Augsburg kocht". Foto. Cynthia Matuszewski
Razed Skateboarding Club Augsburg bei der Buchpräsentation "Augsburg kocht". Foto. Cynthia Matuszewski
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