15 Fragen an... Patricia Breu von keks handgemachtes

Nachhaltige und stylische Produkte aus der Region

„Die Welt braucht mehr Leute, die sich was trauen, die nicht die Klappe halten.“ Patricia Breu von keks handgemachtes

Wer das keks handgemachtes in der Karlstraße betritt, dem fällt sofort die große Wand auf, die mit verschiedenen Kunstdrucken, Fotografien, Zeichnungen, Comics und sogar Tellern dekoriert ist. Lässt man den Blick weiter schweifen, dann entdeckt man in den Regalen einen wilden Mix aus praktischen Produkten und Dingen, die einfach nur schön sind: Neben wiederverwendbaren Abschminkpads, bestickten Stofftaschentücher oder Bienenwachstüchern für die Küche stehen handbemalte Vasen, edler Schmuck oder sorgfältig gefaltete Papiervögelchen.

keks handgemachtes bietet stylische Produkte aus der Region, die von rund 70 verschiedenen Hersteller*Innen in Handarbeit produziert werden. Alle Produzent*innen werden von der Besitzerin, Patricia Breu, persönlich ausgesucht. Die meisten Künstler*innen arbeiten mit recycelten Materialien, einige unterstützen mit ihrem Gewinn soziale Projekte, aber alle legen Wert auf gute Qualität und kreatives Design. Da viele Stücke handgemacht sind, gibt es sie nur einmal - echte Unikate also!

Auch nach einer Stunde im Laden, entdeckt man in den Regalen immer wieder etwas Neues. Im keks gibt es neben Bildern auch Kleidung, Notizbücher, Grußkarten, Anstecktücher, Lebensmittel - wie Kaffee und Liköre -, Sticker – natürlich mit veganem Kleber-, Kuscheltiere und, und und. Wer ein Geschenk braucht, findet hier sicher etwas Schönes. Auch wenn ihr Laden keks heißt, lassen sich hier nur vier Keks-Sorten finden. Warum das so ist, hat Patricia uns in diesem Interview verraten! In der Ecke stehen zwei alte Polstersessel und eine Stehlampe mit Fransenschirm. Der perfekte Platz für unsere 15 Fragen!

 

Steckbrief
Name: Patricia Breu
Alter: 33
Beruf: Studium der Orientalistik, ausgebildete Redakteurin und jetzt Ladeninhaberin und Geschäftsführerin
Geboren in: Lauingen an der Donau
Lebt in: Augsburg
Lieblingsort(e): Bismarckbrücke und das Provino, aber ihr Bett mag sie auch ganze gerne

 

Lifeguide: Warum heißt Dein Laden „keks“?
Patricia Breu: Das kommt daher, weil das der Spitzname ist, den mein Mann für mich verwendet. Und „keks handgemachtes“ ist dann praktisch der ganze Name. Viele Leute waren am Anfang verwirrt, und dachten, dass es hier Kekse gibt. Ich habe gar nicht daran gedacht, dass das verwirrend ist, aber inzwischen checken es die Leute.

 

Wie kamst du auf das Konzept Deines Ladens?
 Ich habe 10 Jahre in München gewohnt, und da gab es in Untergiesing einen Laden in dem man ein Fach mieten konnte und dort seine Sachen anbieten konnte. Da habe ich immer Geschenke eingekauft. Und als ich nach Augsburg gezogen bin, habe ich gemerkt, dass es hier so etwas gar nicht gibt. Und dann dachte ich mir: Das probiere ich einfach mal. Einen eigenen Laden wollte ich schon immer mal haben, und dann war der richtige Moment da, es auszuprobieren.


Was ist das Tolle am keks?
Ich habe mein Hobby, das Upcyclen und Basteln, zum Beruf gemacht und kann neben den selbstgemachten Sachen von Anderen auch meine eigenen Sachen ausstellen. Dafür bin ich jede Woche in Sozialkaufhäusern und Wohnungsauflösungen unterwegs und sammele neues Material für meine Upcycling-Projekte. Ich möchte Augsburg um einen neuen, individuellen und vor allem nachhaltigen Laden erweitern. Mein Laden wird möglichst plastikfrei gehalten, und alles wird auf recyceltem Papier gedruckt.


Auf deiner Webseite hast du eine Produkthilfe mit verschiedenen Kategorien wie Naturliebhaber, Deko-Tante und Frostbeule. Was bist du?
Ähhm... darf ich mehrere auswählen? Also Deko-Tante auf jeden Fall, das kann ich auch hier mehr ausleben als daheim mit meinem Mann. Naturliebhaber auf alle Fälle, dann Stadtmensch und Weltenbummler.

 

Was ist Dein Lieblingsstück aus Deinem Laden?
Da gibt’s viel….spontan würde ich sagen das hier (sie zeigt auf eine bunt bemalte Kaffeekanne). Die ist handbemalt von Eva Krusche, einer Künstlerin aus Augsburg.

 

Was hat Augsburg, was München nicht hat?
Es ist entspannter auf alle Fälle. Weniger stressig, auf der Straße, in den Verkehrsmitteln. Und die vielen Bäche, die sich durch die Stadt ziehen, wo man im Sommer mal reinhüpfen kann. In München muss man immer ewig weit laufen, aber hier kann man im Sommer gut baden und sich hinsetzen.

 

Wenn du einkaufen gehst, achtest du auf…?
Im Moment auf möglichst wenig Plastikmüll. Da schaue ich drauf, kein Duschgel, kein Shampoo, sondern Seifenstücke, und kein Salat in Plastik eingewickelt, das kauf ich dann nicht. Das ist gar nicht so einfach, aber das geht dann schon.

 

Du bist Bürgermeisterin von Augsburg, was ist deine erste Amtshandlung?
Erste Amtshandlung wäre entweder Tempo 30 für Autos in Augsburg oder keinen Autoverkehr mehr in der Innenstadt. Ich fahr alles mit dem Radl und das ist schon krass, wie viele da mit dem Auto fahren. Und viele, viele Bäume in Augsburg. Das versucht die Stadt zwar schon, aber noch mehr Grün ist schön.

 

Dein Traumberuf als Kind war…?
Opernsängerin (lacht), aber ich kann gar nicht singen.

 

Nachhaltigkeit ist für dich?
(längeres Nachdenken) hm, etwas Wichtiges, was man jeden Tag umsetzen sollte…das ist schwierig zu beantworten. Ist ein großer Begriff. Die Welt wäre auf jeden Fall besser, wenn jeder auf Nachhaltigkeit achten würde.

Morgenmensch oder Morgenmuffel?
Nachteule! Ich bin kein Morgenmuffel, aber lieber nachts wach als morgens.

 

Die Welt braucht mehr…?
… mehr Leute, die sich was trauen und Leute, die nicht die Klappe halten (lacht).

 

Was würdest du gerne können?
Singen wäre jetzt ne lustige Antwort. Aber nee, da muss ich jetzt überlegen. Richtig nähen würde ich gerne können, dass man sagt „Ich seh‘ einen schönen Stoff, ich näh‘ mir jetzt ein Kleid“, also so, dass es gut aussieht. Und tätowieren würde ich gerne können.

 

Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Raus in die Natur, bisschen frische Luft und Sonne, und basteln. Da stelle ich natürlich auch Sachen für den Laden her. Ich arbeite mit Bügelperlen, Shrink Plastik – da ist leider Plastik, aber als nächstes versuche ich das mit Plastikmüll zu machen-, Porzellan bemalen, Taschen besticken. Einfach alles, was mir über den Weg läuft und mit Upcyclen zu tun hat.

 

Welche Frage möchtest du noch hören?
Ohje, was soll ich fragen? Die ganzen Fragen an sich fand ich schon interessant…vielleicht was Augsburg fehlt? Die Einmalbecher, also das ReCup-System gibt’s jetzt ja. Aber bessere Fuß- und Fahrradwege fehlen. Autofahrer werden in Augsburg echt bevorzugt, das ist für uns Fahrradfahrer schon manchmal fast gefährlich. Mehr Radständer und Radwege, das brauchen wir.

 

Aktuelle Infos findet man auch auf der keks Webseite: www.keks-handgemachtes.de
der Facebookseite: www.facebook.com/kekshandgemachtes
und auf Instagram.
Der Laden ist von Dienstag bis Samstag immer von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Man findet ihn in der Karlstraße 11.

Kontakt:
keks handgemachtes
Karlstraße 11
86150 Augsburg
patricia [at] keks-handgemachtes.de
Mobil: 0151/251 84 841
Festnetz: 0821/207 189 80

 

Patricia Breu, keks handgemachtes, Augsburg, Foto: Melissa Elbl
Eva Krusche, Augsburg, keks handgemachtes, Patricia Breu, handbemalt
Patricia Breu, keks handgemachtes, Augsburg, Foto: Melissa Elbl
Patricia Breu, keks handgemachtes, Augsburg, Schmuck, Foto: Melissa Elbl
Patricia Breu, keks handgemachtes, Augsburg, Foto: Melissa Elbl
Patricia Breu, keks handgemachtes, Augsburg, Lebensmittel, Foto: Melissa Elbl
Patricia Breu, keks handgemachtes, Augsburg, Foto: Melissa Elbl

Über die Autorin

Melissa Elbl

Melissa Elbl studiert an der Universität Augsburg Sozialwissenschaften und Völkerrecht. Dort engagiert sie sich auch in der Fachschaft und in der Studierendenvertretung. In ihrer Freizeit pflegt sie ihren Garten auf dem Balkon oder liest Kafka. Ehrenamtlich aktiv ist sie in einer Wohngemeinschaft für psychisch Kranke. Anfang 2018 war sie Praktikantin im Büro für Nachhaltigkeit und ist nun im Kulturamt.

Neuen Kommentar schreiben