Advent, Advent...

Blätter, Beerenzweige und Zapfen aus dem Garten, Bienenwachs vom Imker

Tipps zum Binden des Adventskranzes von Andrea Maiwald:

Jedes Jahr kurz vor dem ersten Advent stehen überall in den Läden massenweise Adventskränze. Im besten Fall sind sie tatsächlich aus echtem Tannengrün und nur mit Heißkleber bearbeitet und mit Plastikdeko verziehrt. Häufig finden sich aber auch Kränze aus Plastik. Aus Kostengründen oder Zeitmangel wird schnell solch ein Plastikungetüm eingepackt und ziert dann den Adventstisch… Dabei kostet ein selbstgebundener plastikfreier Kranz meist weniger als der fertige aus dem Laden um die Ecke, und die Zeit, die das Binden dauert, kann gerade im Vorweihnachtsstress sehr entspannend sein.

Ein recycelter Strohkranz, Bast und Zweige aus der Natur

Zum Binden des Kranzes verwenden wir einen alten Strohkranz, den ich vor fünf Jahren gebraucht geschenkt bekommen habe - die meisten gekauften Kränze werden um so einen Strohkranz herum gebunden, und wenn man die dann nach Weihnachten vorsichtig von den Zweigen befreit, kann der Kranz jedes Jahr wieder verwendet werden. Zweige holen wir uns immer direkt aus dem Garten und die Kinder haben viel Spaß daran, die Zweige auf die passende Größe zu schneiden und die verschiedenen Grüntöne zusammenzustellen. Da wir keinen großen Garten haben, verwenden wir so ziemlich alles Immergrüne, das wir finden. Auch Buchsbaum oder Efeu macht sich schön zwischen den Nadelzweigen. Kerzenhalter, Stecknadeln und Deko haben wir ebenfalls gebraucht bekommen. Auch die können jedes Jahr wiederverwendet werden und müssen nicht neu gekauft werden, geht man sorgfältig damit um. Statt Blumendraht oder Plastikfaden verwenden wir zum Festbinden der Zweige um den Kranz herum Naturbast. Der kann nach Weihnachten problemlos durchgeschnitten werden und mitsamt der Zweige in der Biotonne entsorgt werden.

Da der Bast leicht reißt und nicht so straff gezogen werden kann wie Draht oder Schnur, schneide ich immer kurze Stücke ab und wickle dann nur zwei oder drei Reihen um den Kranz herum, bevor ich den Bast verknote. Dann kommt ein neues Stück Bast und die nächsten Reihe Zweige wird um den Kranz herum gebunden. Kleine Blätter, Beerenzweige oder Zapfen können auch mit Stecknadeln oder Klammern schnell und problemlos am Kranz festgesteckt werden. Mit etwas Übung geht das recht flott. Das Kranzbinden am Tag vor dem ersten Advent ist bei uns nun seit Jahren ein festes Ritual, auf das sich die Kinder und ich bereits Tage vorher freuen. Zuletzt kann der Kranz je nach Geschmack dekoriert werden.

Tipps für den nachhaltigen Kauf von Kerzen von Sylvia Schaab

Wenn der Kranz fertig ist, braucht man nur noch ein paar Metall-Tellerchen, um die Kerzen auf den Kranz zu stecken. Und natürlich die Kerzen: Kunden der Rollenden Gemüsekiste konnten in diesem Jahr Bienenwachskerzen aus den Hohenfrieder Werkstätten bestellen. Jede Kerze ist mit dünnem Papier eingewickelt und alle 4 liegen in einem neutralen Geschenkkarton. Das ist praktisch, weil man ihn so als Geschenkkarton wiederverwenden kann.

Natürlich findet man schöne Bienenwachskerzen auch anderswo: auf dem Weihnachtsmarkt, beim Imker um die Ecke oder auch in den Schäfflerbach Werkstätten in der Provinostraße.

Im Gegensatz zu den üblichen Paraffin-Kerzen brennen Bienenwachskerzen länger, duften und sind einfach natürlicher. Paraffin wird ja aus Erdöl gewonnen und sollte somit aus ökologischen Gründen besser gemieden werden. Vegane Alternativen sind aus biologischem Öl, die unter der Bezeichnung „Stearinkerzen“ laufen. Diese sind aber meist aus Palmöl und fallen wegen der katastrophalen Anbaubedingungen und der Rodungen der Regenwälder aus. Zudem gibt es auch Kerzen aus Sojaöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Biomasse.

Auch Teelichter gibt es in Bienenwachs und ohne den üblichen Aluminiumschalen. Die Teelichter kommen dann in Glasschalen, die man immer wieder verwenden kann.

Kerzen selber machen

Eine Alternative zum Kaufen ist das Selbermachen. Entweder Kerzenreste schmelzen und neue daraus machen. Oder aber man holt sich von einem Imker in der Nähe Bienenwachsplatten und rollt sich seine Kerzen selbst. Das spart auch ein paar Euro. Bei Bienenwachskerzen solle man auf Bioqualität achten, sonst können Pestizidrückstände das Bienenwachs verunreinigen und werden beim Verbrennen freigesetzt.

Bienen sind ziemlich fleißig: Das Wachs wird von den Bienen in Form winziger Plättchen ausgeschwitzt. 1,2 Millionen davon ergeben 1kg reines Wachs. Das entspricht der Jahresproduktion eines Bienenvolkes. Diese Arbeit sollten wir daher wertschätzen und das Kerzenlicht bewusst genießen.

 

Adressen von Imkern:

Demeter-Imkerei und Kerzenwerkstatt Hannes und David Gerstmeier
Margeritenweg 1

86859 Igling

Telefon:  08248 1429

http://www.demeter-bienenprodukte.de

Die Honigsammler

Susanne Frey & Rainer Bickel

Auwiesenstrasse 23

86517 Wehringen

http://www.die-honigsammler.de

Bienes Honighaus Augsburg

Zusamstraße 21A

86165 Augsburg

Telefon: 0821 791709

http://www.bienes-honighaus.de/

Mehr zu den beiden Autorinnen unter:  Grünezwerge.de

www.gruenerwirdsnimmer.de.

 

Kerzen. Foto Sylvia Schaab
Adeventskranz. Foto Sylvia Schaab
Adevent. Foto Sylvia Schaab

Die rollende Gemüsekiste

Kostenfreie Lieferung von regionalem Bio-Obst-und Bio-Gemüse bis vor die Haustür

Die rollende Gemüsekiste GmbH
Affinger Straße 23
86444 Affing-Gebenhofen

Die Rollende Gemüsekiste ist ein Lieferservice für biologische Erzeugnisse.

Schäfflerbach Werkstätten

Werkstätten für Menschen mit Hilfebedarf

Schäfflerbach Werkstätten Augsburg
Provinostr. 52
Gebäude A1 1.OG
86153 Augsburg

In den Schäfflerbach Werkstätten lernen körperlich, seelisch oder sozial benachteiligte Menschen nicht auf ihre Behinderung, sondern auf ihre Begabungen zu schauen.

Adventskranz. Foto Andrea Maiwald

Über die Autorin

Sylvia Schaab

Sylvia Schaab ist in Nürnberg geboren, hat in Erlangen und Keele, Staffordshire studiert und lebt seit 2003 in Augsburg. Sie ist Journalistin und schreibt Texte für Unternehmen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann managt sie ihre Agentur, einen Haushalt mit 3 Kindern und will die Welt ein bisschen besser machen. Als sie ins eigene Haus gezogen ist, wurde ihr bewusst, wie viel Müll sie als fünfköpfige Familie produzierten und so machte sie sich Anfang 2015 ans Werk, den (Plastik-)Müll zu reduzieren. Wie sie das macht, schreibt sie in ihrem Blog www.gruenerwirdsnimmer.de.

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