buch7 – der Buchhändler für Weltverbesserer

Lektüre online bestellen und Gutes tun

Bücher sozial verträglich und ökologisch online bestellen... geht das? Die Antwort liefert ein Buchhändler aus Langweid. Einfach Bücher beim Online-Buchhändler buch7 bestellen. Das Unternehmen spendet 75 Prozent des Gewinns an soziale, kulturelle und ökologische Projekte. Das zeigt, dass funktionierende Unternehmen auch ökologisch und sozial sein können.

Selbst anpacken und die Welt verbessern: Diese Themen bewegen die Kund*innen des sozialen Online-Buchhändlers buch7 auch in den Sommertagen. Auf deren interner Bestseller-Liste tummeln sich Bücher zu Themen wie Gärtnern, Selbstversorgung oder ökologisches Leben. „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“, „Besser leben ohne Plastik“ oder „Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen“: Schon die Titel machen deutlich, wie der durchschnittliche buch7-Kunde tickt. Bei den Filmen steht ganz oben „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“. 

Lösungen statt Jammern: Das suchen die buch7-Kund*innen. Und Lösungen für eine bessere Welt bietet auch buch7 selbst: Statt ständig wachsendem Reichtum für Aktionär*innen, Inhaber*innen und Geschäftsführer*innen fließt ein Großteil der Gewinne in Projekte rund um Prävention, Integration und Umweltschutz sowie in Einrichtungen für kranke Kinder. Um Geld für weltverbessernde Projekte zu erhalten, suchten die Gründer*innen von buch7 nach einer guten Geschäftsidee. Da kamen ihnen Bücher gerade recht: Lesen bildet und trägt schon allein dadurch etwas dazu bei, die Welt zu verbessern. Zudem garantiert die Buchpreisbindung feste Gewinnspannen. 

So entstand 2007 buch7. Wie bei Amazon erhalten Kunden ihre Bücher, E-Books, Filme und CDs innerhalb von 24 Stunden versandkostenfrei zugeschickt. Dr. Benedikt Gleich, einer der Gründer von buch7 betont: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum stationären Buchhandel. Stattdessen wollen wir den Online-Käufern eine sozial und ökologisch tragbare Alternative bieten.“ Das Unternehmen zahlt faire Löhne, bietet gute Arbeitsbedingungen und gleicht den CO2-Verbrauch beim Versand vollständig aus. Gewinne des Unternehmens gehen zu 75 Prozent an ökologische, soziale und kulturelle Projekte.

Der Zufall spielte buch7 in die Hände
In den ersten Jahren kauften nur ein paar Hundert Idealisten bei buch7, die Gründer arbeiteten unentgeltlich. Dass der Buchversand inzwischen über 25.000 Kund*innen hat und 10 Mitarbeiter*innen beschäftigt, hat aus Sicht von Geschäftsführer Dr. Benedikt Gleich viel mit Zufall zu tun. Er meint damit allerdings die besondere Art von Zufall, die auch in seinem Lieblingsbuch „Das Versprechen“ von Friedrich Dürrenmatt eine zentrale Rolle spielt. Die verrückte Detektivgeschichte zeigt, wie extrem das Leben von Zufällen abhängt. Und so war es zufällig die Kritik an den fragwürdigen Arbeitsbedingungen beim Branchenprimus Amazon, die 2013 buch7 aus dem Dornröschenschlaf weckte und die Wende im Geschäft brachte. Der Umsatz wuchs so stark, dass bereits mehr als 165.000 Euro gespendet werden konnten.

Beim Spenden bestimmen Kund*innen mit
Zum Konzept von buch7 gehört auch, dass die Kund*innen mitbestimmen, wer Spenden erhält. Über die Jahre sind bereits etwa 8.000 Vorschläge eingegangen. In jedem Quartal wählt eine andere buch7-Mitarbeiter*in oder ein Mitarbeiter besonders interessante Projekte aus den Vorschlägen aus, die dann im Team ausführlich diskutiert werden. Benedikt Gleich erklärt, worauf das Team bei der Auswahl achtet: „Besonders sprechen uns Projekte an, die mit wenig Verwaltungsaufwand einen großen Mehrwert erzeugen. Tendenziell fördern wir eher Projekte mit kleiner oder mittlerer Größe, damit unsere Förderung nicht einfach in einem großen Topf verschwindet.“ Mehrmals im Jahr findet eine Vergaberunde statt, bei der eine handvoll wertvoller Projekte ausgewählt wird. „Wir haben festgestellt, dass es den Projekten am meisten hilft, wenn sie größere Summen erhalten, mit denen sie wirklich etwas bewegen können“, erklärt Gleich diese Begrenzung. Trotzdem sind über die Jahre bereits etwa 100 geförderte Projekte zusammengekommen.

Rekord-Spendensumme im 1. Halbjahr 2017
Das Team von buch7 freut sich, dass es zur Jahresmitte 50.000 Euro an acht soziale, kulturelle und ökologische Projekte überweisen kann. Die größte Summe von 12.500 Euro erhält das Inselhaus aus Wolfratshausen. Der Jugendhilfeträger bietet Familienhilfe und heilpädagogische Angebote, betreibt für 18 Kinder Wohngruppen und ein Kinderheim. Mit der hohen Förderung kann ein neuer Minibus für die Jugendlichen zur Hälfte mitfinanziert werden, der die auf dem Land lebenden Kinder zur Therapie abholen und die auf Ausflüge bringen kann.

Weitere 10.000 Euro kommen dem „Verein zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie" zugute. Die Gemeinwohl-Bewegung setzt sich dafür ein, dass Unternehmen weniger nach reinem Gewinn und mehr nach einem umfassenden Beitrag zum Gemeinwohl streben. Durch Gemeinwohl-Bilanzen sollen Unternehmen ihr soziales und ökologisches Engagement besser darstellen können und darin auch vergleichbar werden.

Wer also erbauliche oder entspannende Lektüre für seien Urlaub sucht, kann sich gleich auf der entsprechenden Liste von buch7 inspirieren lassen.

https://www.buch7.de/

 

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Über die Autorin

Sylvia Schaab

Sylvia Schaab ist in Nürnberg geboren, hat in Erlangen und Keele, Staffordshire studiert und lebt seit 2003 in Augsburg. Sie ist Journalistin und schreibt Texte für Unternehmen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann managt sie ihre Agentur, einen Haushalt mit 3 Kindern und will die Welt ein bisschen besser machen. Als sie ins eigene Haus gezogen ist, wurde ihr bewusst, wie viel Müll sie als fünfköpfige Familie produzierten und so machte sie sich Anfang 2015 ans Werk, den (Plastik-)Müll zu reduzieren. Wie sie das macht, schreibt sie in ihrem Blog www.gruenerwirdsnimmer.de.

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