Das schwebende Zauberblatt

Die Wunder der Natur entdecken

Ein Hartriegel-Blatt wird geteilt – und bleibt an „unsichtbaren Fäden“ hängen.

So geht‘s: Pflücke ein Blatt vom Hartriegelstrauch (1) und klemme es wie abgebildet mit beiden Händen zwischen den Fingern fest (2). Ziehe die Hälften vorsichtig auseinander, bis das Blatt zerreißt (3), halte aber die Teile noch nahe zusammen (4)! Die Blattadern bleiben mit haarfeinen Saftfäden verbunden, die schnell aushärten und das lose Teil dann tragen können: Das „Zauberblatt“ scheint an unsichtbaren Fäden zu schweben (5).

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Pflanzen müssen ihre Blätter gegen Tiere verteidigen, die sie fressen möchten. Einige lassen sich Stacheln, Dornen oder Brennhaare wachsen. Andere sind bitter, scharf und/oder giftig. Die Strategie des Hartriegels ist es, in seinen Adern einen Saft zu produzieren, der bei Luftkontakt zähflüssig aushärtet. Beißt eine Raupe oder ein Käfer in das Blatt, verkleben in Sekundenschnelle die Mundwerkzeuge. Du kannst das selbst ausprobieren, wenn dir das etwas unangenehm-klebrige Gefühl nichts ausmacht. Stecke jedoch keine größeren Mengen in den Mund, denn Blätter und Früchte des Hartriegels sind für den Menschen schwach giftig.

 


Dieser Trick ist dem BN-Taschenführer „Trickkiste Natur. 40 Naturwunder vor deiner Haustür: entdecken – staunen - ausprobieren“ entnommen. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des BUND Naturschutz und des oekom verlags. Der Ausflugsbegleiter für Groß und Klein mit 40 Tricks ist für 9,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Zauberblatt

Über den Autor

Torsten Mertz

Torsten Mertz studierte Geographie in Köln und Trier, lebt seit 2000 in Augsburg und arbeitet seit vielen Jahren im Münchner oekom verlag, der auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen spezialisiert ist. Hin und wieder findet er Zeit, für den Lifeguide zu schreiben oder ein Buch zu veröffentlichen. Zuletzt erschien „Veggieparty. Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten“, aus dem der Lifeguide auch ein paar Rezepte vorstellt.

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