Der Augsburger Klimaschutzbericht 2018

Das sagt Reiner Erben zu den Ergebnissen des Berichts

77 Seiten lang ist der Augsburger Klimaschutzbericht 2018. Von 2011 bis 2016 hat Augsburg 12,7 Prozent CO2-Emissionen eingespart. Das ist gut und mehr als die Vorgaben von 10 Prozent. Aber es gibt noch viel zu tun. Wir haben einen "steinigen Weg" vor uns, wie Reiner Erben, der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stadt Augsburg sagt. Wir veröffentlichen hier sein Vorwort für den Klimaschutzbericht 2018.

 

Reiner Erben:

Wie der neue Weltklimabericht „Global Warming of 1,5 °C“  aufzeigt, ist die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5° C mit der gegenwärtigen Klimaschutzpolitik nicht mal annähernd zu erreichen. Das ist die entscheidende Botschaft des neuen IPCC-Berichtes 2018 an Politik und Öffentlichkeit. In Augsburg haben wir im Betrachtungszeitraum 2011 bis 2016 12,7 Prozent CO2-Emissionen - bezogen auf die Einwohnerzahl - eingespart. Das ist deutlich mehr als die Vorgabe des Klima-Bündnisses, das eine Einsparung von zehn Prozent im Fünfjahreszeitraum verlangt. Auch absolut wurde im Stadtgebiet weniger CO2 ausgestoßen. Ein Erfolg? Ich meine ja, sogar ein Rekorderfolg!

Herzlichen Dank an alle, die in privaten Haushalten, Gewerbe, Industrie und im Dienstleistungsbereich weniger Energie verbraucht haben und immer mehr erneuerbare Energien nutzten. Aber seien wir ehrlich zu uns selbst: Die nächsten Etappen des Klimaschutzes werden auch in Augsburg sehr steinig. Dies zeigt sich schon an einem unserer Indikatoren im vorliegenden Klimaschutzbericht: Der Zubau der erneuerbaren Energien in Augsburg hat sich in den letzten Jahren deutlich abgeschwächt. Besonders der Ausbau der Photovoltaik blieb hinter unseren Erwartungen und Möglichkeiten zurück.

Zur Stabilisierung der globalen CO2-Konzentration sind kurzfristige Reduktionen der weltweiten CO2-Emissionen um rund 70 Prozent erforderlich und zur Stabilisierung der Temperatur sindnoch weitere (Netto-)Reduktionen notwendig. Und noch gravierender: um die Meeresspiegelerhöhung noch aufzuhalten, wäre sogar eine spätere Temperaturabsenkung notwendig. Deutschlands Langfristziel dafür ist es, bis zum Jahr 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu werden.Damit orientiert sich die Bundesregierung am Ziel des Pariser Abkommens, dass in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts weltweit Treibhausgasneutralität erreicht werden soll. 

Aber Papier ist geduldig. Ziele zu formulieren ist einfach, die Ziele umzusetzen kann dann einfach, schwierig oder nahezu unmöglich sein. So ist Deutschland bei der Senkung seiner Treibhausgase im Verzug. Nach dem Klimaschutzbericht des Bundesumweltministeriums vom Juni 2018 wird Deutschland seinen Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 nur um 32 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren können - statt wie angekündigt um 40 Prozent. Auch im Klimaschutz aktive Städte wie Augsburg können ohne gewichtige Vorgaben und die Unterstützung von Bund und Freistaat Bayern den steinigen Weg kaum gehen. Klimaschutz jenseits der bisherigen kleinen Schritte erfordert zielorientiertes Handeln in allen Wirtschaftssektoren und die Zusammenarbeitaller - und alles deutlich schneller als bisher. Versuchen wir also weiterhin, das fast Unmöglichezu schaffen. Es wird sich lohnen!

Augsburg, im Oktober 2018
Reiner Erben, Berufsmäßiger Stadtrat , Referat 2 für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration

Hier finden Sie den vollständigen Klimaschutzbericht 2018

Augsburger Klimaschutzbericht 2018 Seite 46, Augsburg, Augsburger Klimaschutzbericht, Quelle: Augsburger Klimaschutzbericht 2018
Augsburger Klimaschutzbericht 2018 Seite 27, Augsburg, Augsburger Klimaschutzbericht, Quelle: Augsburger Klimaschutzbericht 2018

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Lifeguide Augsburg

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