Der Mensch könnte als „Nützling“ auf unserer Erde leben!

Augsburger Regionalgruppe Cradle to Cradle e.V. geht an den Start

Ein T-Shirt, das man komplett kompostieren kann, ein Fahrradschlauch, der nach seiner Nutzung vollständig recycelt wird oder Baustoffe, die völlig schadstofffrei für ein gesundes Wohnumfeld sorgen – all das sind Produkte, die nach dem Cradle to Cradle-Prinzip (C2C) funktionieren. In der Welt von C2C existieren nur Nährstoffe, die in geschlossenen Stoffkreisläufen zirkulieren. Damit lösen wir das Ressourcenproblem und sind gerüstet für eine ökologische Zukunft. Nun wird es auch in Augsburg eine C2C-Regionalgruppe geben. Die Kickoff-Veranstaltung fand am 17. April 2018 im Zeughaus statt.

Die Denkschule von „Cradle to Cradle - von der Wiege zur Wiege“ möchte die brennenden Fragen der Gegenwart lösen: Was wäre, wenn wir Menschen statt weniger schädlich sogar Nützlinge auf unserer Erde wären? Wenn wir mit dem, was wir tun oder produzieren einen Mehrwehrt in die Natur einbringen? Wenn wir so im Einklang mit der Natur leben, dass wir uns rückstandslos in die natürlichen Kreisläufe einfügen? Wenn wir Konzepte entwickeln, bei denen wir ohne schlechtes Gewissen aus dem Vollen schöpfen könnten?

Klingt wie eine Utopie? Ist es aber nicht! Denn das ist es, was das Konzept von C2C möchte: Alles, was wir produzieren, stellen wir so her, dass es schadstofffrei ist und in Kreisläufen als Rohstoff in neue Produkte fließt. Dazu verwenden wir erneuerbare Energien, die unendlich vorhanden sind.

 

Abfall ist Nahrung

Um Rohstoffe nicht zu verbrauchen, sondern sie zu nutzen, brauchen wir Stoffkreisläufe: einen technischen Kreislauf und einen biologischen Kreislauf. Im technischen Kreislauf zirkulieren alle Stoffe, die technisch wiederverwendet werden können: So können Metalle eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden.

Im biologischen Kreislauf, geht es um die biologische Masse und vor allem um deren Nährstoffe. Wenn ein Bauer, seine Gülle ausbringt, schließt er den nährstofflichen Kreislauf. Alle Naturprodukte sind also als Nährstoff zu verstehen. Doch nur wenn sie weiterhin biologisch abbaubar sind, können sie ihre Nährstoffe wieder der Natur zur Verfügung stellen. So kann ein C2C T-Shirt wieder in den biologischen Kreislauf eingehen. Bisher sind die meisten T-Shirts nicht abbaubar und stellen ein Leck im Kreislauf dar, weil die Nährstoffe nicht wieder zurück aufs Feld gelangen.


Beim Produktdesign schon ans Recycling denken

Aus der Cradle-to-Cradle-Perspektive spielt also das Nutzungsszenario der Produkte eine wichtige Rolle. Bereits beim Designen eines Produktes sollten wir wissen, aus welchen Bestandteilen es besteht und wie diese einzelnen Teile wieder verwendbar sind. Deshalb setzt sich Cradle to Cradle dafür ein, dass Hersteller alle Inhaltsstoffe Ihrer Produkte kennen und diese auch benennen können.

„Wachstum, Fortschritt und ökologisches Handeln sind keine Gegensätze. Sie funktionieren tadellos miteinander. Wir haben Mittel und Wege, vor allem aber die Intelligenz und das Know-how diesen Weg zu gehen - Worauf warten wir noch?“, sagt Maximilian Fischer, Initiator der Augsburger C2C-Gruppe.

INFO:
Der Cradle to Cradle Verein in Deutschland hat etwa 600 Mitglieder, die in 50 Regionalgruppen organisiert sind. Mit viel ehrenamtlichem Engagement bringen sie das Cradle-to-Cradle-Prinzip in die Gesellschaft.

Info: www.c2c-ev.de 
Regionalgruppe Augsburg

 “Was ist Cradle to Cradle?” ... das Video

Biologischer Kreislauf
Cradle to Cradle technischer Kreislauf
Cradle to Cradle Fabrik
Cradle to Cradle e.V. Augsburg

Über die Autorin

Sylvia Schaab

Sylvia Schaab ist in Nürnberg geboren, hat in Erlangen und Keele, Staffordshire studiert und lebt seit 2003 in Augsburg. Sie ist Journalistin und schreibt Texte für Unternehmen, coacht Autoren und gibt Schreibkurse. Gemeinsam mit ihrem Ehemann managt sie ihre Agentur, einen Haushalt mit 3 Kindern und will die Welt ein bisschen besser machen. Als sie ins eigene Haus gezogen ist, wurde ihr bewusst, wie viel Müll sie als fünfköpfige Familie produzierten und so machte sie sich Anfang 2015 ans Werk, den (Plastik-)Müll zu reduzieren. Wie sie das macht, schreibt sie in ihrem Blog www.gruenerwirdsnimmer.de. Darüber hinaus erzählt sie Verbrauchern, Organisationen und Unternehmen, wie sie selbst weniger Plastik verbrauchen können. Dafür gibt es sogar ein Zertifikat.

Neuen Kommentar schreiben