Die Feierabendtüte

Unternehmen können jetzt Ihre Mitarbeiter*innen stärken und nebenbei die Welt retten

Endlich Feierabend – jetzt nach Hause eilen, entspannen und mit Freunden oder der Familie etwas Leckeres kochen. Und während das Essen in der Pfanne brutzelt schon mal einen guten Schluck Rotwein genießen… ja, das wär’s. Leider sieht die Realität oft anders aus, denn erst einmal geht’s im Laufschritt zum Supermarkt, dann folgt vor vollen Regalen die Frage WAS koche ich - denn jetzt soll es ja schnell gehen - und viel zu oft endet das Ganze vor dem Tiefkühlregal. Das Augsburger Social Startup Feierabendglück bietet eine bestechend einfache, dazu gesunde und nachhaltige Lösung gegen diesen Alltagsstress: Die Feierabendtüte.

Die Feierabendtüte ist eine Einkaufstüte (natürlich aus Altpapier), randvoll mit regionalen Bio-Zutaten für ein leckeres, selbstgekochtes Essen. Vier Personen werden davon satt. Schnippeln und Kochen dauert in der Regel im Schnitt 35 Minuten. Und damit das vegetarische Gericht auch jedem gelingt - egal ob erfahrener Hobbykoch oder Koch-Einsteiger*in - wird eine Rezeptkarte mitgeliefert. Einen Link zum dazugehörigen Kochvideo gibt es auch noch. Geliefert wird das Rundum-Sorglos-Paket für einen entspannten, leckeren Feierabend von einem regionalen Bio-Betrieb direkt in die Unternehmen: also direkt auf die Werkbank, die Ladentheke oder den Schreibtisch.

 

Und wer bezahlt’s?

„Bezahlt wird die Feierabendtüte vom Chef“, erläutert Gedi Deckers. Sie gründete zusammen mit Brigitte Günther und Michael Lindlbauer 2016 das Social Startup Feierabendglück. Ihr erstes Projekt war das „wahrscheinlich nachhaltigste Kochbuch der Welt [in a box]“, das mit seinen 52 saisonalen Rezepten bereits so erfolgreich ist, dass Sarah Wiener 20 Rezepte beisteuerte. In ihrem „nachhaltigsten Kochbuch der Welt“ probierten die Jungunternehmer*innen auch alle Rezepte für die Feierabendtüte aus.

Gedi Deckers: Wer selbst kocht und dabei frische, saisonale und regionale Zutaten verwendet, stärkt seine Ernährungskompetenz.

Aber warum sollte ein Unternehmen seinen Mitarbeiter*innen einmal im Monat – oder sogar noch öfter - Glück nach Feierabend spendieren? Für die drei Startup-Gründer*innen gibt es gleich mehrere Gründe: Gesunde Ernährung. Gesunde Mitarbeiter*innen. Gesunde Umwelt. „Jede Feierabendtüte hat durch die Bio-Lebensmittel aus der Region bereits für sich allein einen positiven Impact. Und zusätzlich können wir die Menschen für eine gesunde und nachhaltige Ernährung begeistern“, erläutert Michael Lindlbauer, Geschäftsführer der Feierabendglück GmbH. „Viele Unternehmen investieren ja bereits in Sport und Fitness der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder bieten vollwertiges Kantinenessen an. Aber wer selbst kocht und dabei frische, saisonale und regionale Zutaten verwendet, stärkt seine Ernährungskompetenz noch einmal mehr“, ergänzt Gedi Deckers.

 

Betriebliche Gesundheitsförderung und CSR-Maßnahme

Aus unternehmerischer Sicht gibt es zwei weitere, handfeste Argumente: Die Feierabendtüte kann lohnsteuerfrei als betriebliche Gesundheitsförderung oder als Sachbezug abgerechnet werden. Außerdem ist die Feierabendtüte eine solide, bodenständige CSR-Maßnahme für ein Unternehmen. Denn mit jeder verkauften Feierabendtüte wächst die Bio-Anbaufläche in Deutschland um einen Quadratmeter: „Fruchtbarer Boden ist unsere Lebensgrundlage und gleichzeitig der zweitgrößte Co2-Speicher der Welt. Deshalb fördern wir den ökologischen Landbau und geben pro verkaufter Feierabendtüte 1,50 Euro an die BioBoden Genossenschaft, die davon einen Quadratmeter Land in Deutschland erwirbt und Bio-Bauern zur Verfügung stellt. Damit trägt ein Unternehmen mit jeder Feierabendtüte aktiv zum Umweltschutz bei“, erläutert Michael Lindlbauer. Per Urkunde kann bescheinigt werden, wie viele Quadratmeter Bio-Fläche ein Unternehmen bereits „erschaffen“ hat.

 

Saisonales Obst und Gemüse muss nicht teuer sein

Die Vision der drei Gründer*innen lautet: 100% Bio. Darauf haben sie auch bei der Auswahl ihrer Rezepte geachtet. „Das gängige Vorurteil über Bio-Lebensmittel lautet ja: sie sind zu teuer. Das stimmt aber nicht, wenn man saisonabhängig einkauft: Bio-Obst oder -Gemüse, das in unseren Breitengraden gerade reif ist, ist nicht zu teuer und außerdem ganz frisch. Die Zutaten für Gerichte aus unserem nachhaltigen Kochbuch kosten maximal 3,50 Euro pro Person. Wir verzichten allerdings auch auf teure Extras, wie zum Beispiel die Prise Safran“, berichtet Brigitte Günther, die Designerin im Team. Beim nachhaltigen Kochbuch und bei der Feierabendtüte ist trotzdem für viel Abwechslung quer durch alle Jahreszeiten gesorgt: Im Mai und Juni gibt es beispielsweise Spagetti mit gebratenem Spargel, Zitrone, Parmesan und Schnittlauch, im Sommer wird z.B. ein Fruchtiges Zucchini-Curry mit Jasminreis empfohlen und im Winter wärmt die Kürbis-Kokos-Suppe mit Ingwer. Und wem jetzt schon das Wasser im Mund zusammengelaufen ist: Seit kurzem können auch Privathaushalte die Feierabendtüte bestellen. In Augsburg liefert die rollende Gemüsekiste  "Meine Feierabendtüte"  bis vor die Haustür.

 

Appetit bekommen?

Als kleinen Appetizer veröffentlicht der Lifeguide - mit freundlicher Genehmigung der Feierabendglück-Crew - das Feierabend-Rezept Zucchini-Curry mit Jasminreis.

 

Demnächst: 15 Fragen an Gedi Deckers, Brigitte Günther und Michael Lindlbauer

Und wenn Ihr wissen möchtet, was die Feierabendglück-Leute als Kinder am liebsten gegessen haben, was sie machen würden, wenn sie Bürgermeister*innen von Augsburg wären oder wie das eigentlich war, mit ihnen und Sarah Wiener – dann lest unser Lifeguide-Interview im November 2017: 15 Fragen an das Gedi Deckers, Brigitte Günther und Michael Lindlbauer.

 

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Über die Autorin

Cynthia Matuszewski

Cynthia Matuszewski ist freiberufliche Journalistin und Fotografin. Sie arbeitet als PR-Referentin für Klient*innen aus Politik, Wirtschaft und Soziales, sowie verschiedene NGOs. Seit 2013 ist sie Redakteurin des Lifeguides Augsburg und seit 2016 Vorstand des Vereins Lifeguide Augsburg e.V.. Mit ihrer Begeisterung für Interviews und Regionaljournalismus schreibt sie u.a. für Chrismon, Augsburger Allgemeine Zeitung, Kindergarten heute, Evangelisches Sonntagsblatt, London Female Film Festival. Stationen: Kindheit in Köln. Ausbildung und Arbeit als Fotografin in Berlin. Studium der Publizistik an der Freien Universität Berlin. Hörfunk- und Printjournalistin u.a. für SFB, WDR, Deutsche Welle, WAZ.

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