Energiesparlampe, LED oder was?

Tipps für den Lampenkauf

Wer schon einmal im Baumarkt vor den endlos langen Reihen von „Leuchtmitteln“ gestanden hat, sehnt sich vielleicht nach den Zeiten, als eine Watt-Angabe völlig ausreichte, um sich für eine neue Glühbirne zu entscheiden. Heute ist das anders.

Wer heute gezielt nach einem behaglichen Licht für das Wohnzimmer oder nach einer praktischen Beleuchtung für den Arbeitsplatz sucht, muss einiges mehr berücksichtigen – zum Beispiel, die Angaben zu Lumen, Kelvin oder die Farbkennzahl. Und vor allem wissen, welcher Lampentyp der sparsamste ist. Denn Leuchtmittel, die in der Anschaffung teurer sind, sollten auf Dauer möglichst wenig Strom verbrauchen. Wer noch einen Schritt weiterdenkt, stellt sich die Frage, wie viel Energie und welche Rohstoffe bei der Herstellung einer Lampe verbraucht wurden.

Es ist also heute wie in vielen Lebensbereichen schwieriger geworden, eine Entscheidung zu treffen. Hilfreich ist dabei der Newsletter UmweltWissen des Bayerischen Landesamts für Umwelt, der auf 16 Seiten die wichtigsten Fakten zu energieeffizienter Beleuchtung zusammengetragen hat. Wir fassen im Lifeguide einige Ergebnisse zusammen und bedanken uns, dass wir den Text in Auszügen übernehmen dürfen.

 

Die Lampentypen:

Die größten Stromfresser sind Glühlampen. Sie verwandeln nur 5% der Energie in Licht und müssen nach etwa einem Jahr beziehungsweise nach 1.000 Brennstunden ausgetauscht werden. Seit 2009 werden der Verkauf und die Herstellung von Glühlampen von der EU schrittweise verboten. Die alten Lampen können im Hausmüll entsorgt werden.

Halogenlampen sind nicht wesentlich effizienter als Glühlampen und werden bis Ende 2018 vom Markt genommen. Auch sie können im Hausmüll entsorgt werden.

Die Energiesparlampe heißt eigentlich Kompaktleuchtstofflampe (KLL). Sie ist langlebig und verbraucht nur 20% der Energie einer Glühbirne. Ihre Nachteile: Sie braucht etwas Zeit, um hell zu werden und nicht alle Kompaktleuchtstofflampen lassen sich dimmen. Da sie Quecksilber enthalten, müssen sie bei Sammelstellen entsorgt werden.

LED (Lichtemittierende Dioden) sind sehr langlebig und hoch effizient. LEDs benötigen nur 15 Prozent der Energie einer Glühbirne. Sie enthalten sogenannte Seltene Erden und müssen daher bei Sammelstellen abgegeben werden.

Die neuen LEDs mit Filament-Technologie sind den Glühbirnen optisch recht ähnlich. Hier werden kleine LED-Chips fadenförmig aufgereiht und mit einem speziellen Überzug versehen. Sie ähneln also dem Glühfaden einer Glühbirne und erzeugen auch ähnliches Licht.

 

Wichtige Eckdaten und Abkürzungen:

Stromverbrauch in Watt (W): Die Wattzahl gibt Auskunft über den Stromverbrauch. Je geringer die Wattzahl, desto weniger Strom wird verbraucht.

Helligkeit (auch Lichtstrom/Lichtausbeute) in Lumen (lm): Diese Einheit gibt Auskunft über die Helligkeit einer Lichtquelle.

Effizienz: Eine Lampe ist also besonders effizient, wenn sie bei niedriger Wattzahl eine hohe Lumenzahl hat. Inzwischen gibt es LED-Röhren mit bis zu 185 lm/W .

Wattfinder: Für alle, die zwar noch eine genaue Vorstellung davon haben, wie hell eine 60-Watt-Glühbirne ist, aber nicht wissen, wieviel Watt die entsprechenden LED- oder Energiesparlampen haben, hier der Wattfinder vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. Will man zum Beispiel eine 60-Watt-Glühbirne ersetzen, kann man eine Energiesparlampe mit 12-14 Watt oder eine LED mit 6-13 Watt wählen.

Lichtfarbe (auch Farbtemperatur) in Kelvin (K): Die Effizienz einer Lampe sagt jedoch noch nichts über ihre Farbtemperatur aus. Von ihr hängen die Ästhetik und unser Wohlbefinden stark ab. Es gibt zwei Hauptbereiche:

Warmweiß: 2.500 bis 3.000 Kelvin (K) sind für die Beleuchtung von Wohnräumen gut geeignet. Auch die Glühbirne liegt in diesem Bereich (etwa 2.700 K).

Kaltweiß, Neutralweiß, Tageslichtweiß: 4.000 bis 6.500 K sind für Büros, Fabrikhallen und andere Arbeitsbereiche gut geeignet.

Farbwiedergabe (Ra-Wert): Farben wirken für uns nur natürlich, wenn eine Lichtquelle über alle Spektralfarben verfügt. Das ist zum Beispiel bei Sonnenlicht so. Auch die Glühbirne gibt Farben sehr natürlich wieder. Sie dient daher als Referenz mit einem sogenannten Ra-Wert von 100. Je höher der Ra-Wert, desto besser die Übereinstimmung der Farben. Heute erreichen fast alle Leuchtmittel Ra-Werte von über 80. Dies gilt als ausreichend für den Wohnbereich. Graphiker*innen und Designer*innen verwenden gerne besonders hochwertige Lampen mit Ra-Werten von über 90.

Farbkennzahl: Die Farbkennzahl kombiniert Angaben zur Farbtemperatur einer Lampe (in Kelvin) und zur Farbwiedergabe (in Ra): Sie hat drei Ziffern, zum Beispiel 927: Die erste Ziffer (9) steht für den Ra-Wert und muss mit zehn multipliziert werden, die beiden hinteren Ziffern (27) ergeben mit 100 multipliziert die Lichtfarbe. Eine Lampe mit der Farbkennzahl 927 hat also einen Ra-Wert von 90 und eine Lichtfarbe von 2.700 K.

 

Ist der Energieverbrauch wirklich so viel niedriger?

Der Wechsel zur Energiesparlampe oder LED lohnt sich. Für Beleuchtung wird insgesamt zwar nur 10% des gesamten Energieverbrauches aufgewendet, aber in diesem Bereich lassen sich leicht 50% Strom einsparen. Das Teure an Glühbirnen ist der Strom, den sie verbrauchen. Der höhere Anschaffungspreis von Energiesparlampen oder LEDs macht sich deshalb rasch bezahlt. So rechnet sich eine LED bereits nach einem guten halben Jahr. Energiesparlampen amortisieren sich schon nach knapp vier Monaten.

Stromkosten im Jahr:

Nach etwa 900 Stunden ist die Glühbirne bereits doppelt so teuer wie eine gleich helle LED. Die Amortisationszeit liegt bei rund 335 Stunden.

Energieverbrauch bei der Herstellung

Obwohl die Herstellung einer Energiesparlampe etwa zehnmal so viel Energie verbraucht wie die einer Glühbirne, amortisiert sich dieser Aufwand rasch – unter Berücksichtigung des deutschen Strom-Mixes bereits nach etwa 70 Betriebsstunden. LEDs amortisieren sich aus energetischer Sicht nach etwa 200 Betriebsstunden.

 

Wissenswertes beim Gebrauch von LEDs und Energiesparlampen

Energiesparlampen nicht so oft an- und ausschalten

Energiesparlampen werben mit einer langen Lebensdauer von bis zu 25.000 Stunden. Ihre Schwachstelle ist die geringe Schaltfestigkeit. Das heißt, häufiges An- und Ausschalten verkürzt ihre Lebensdauer. Es gelten folgende Faustregeln:

  • Jeder Schaltvorgang verkürzt die Lebensdauer.
  • Das Abschalten lohnt sich erst ab etwa drei Minuten Brennpause.
  • Lampen halten länger, wenn sie beim erneuten Einschalten schon abgekühlt sind.

Energiesparlampen erst „einbrennen“, dann dimmen

Nicht alle Energiesparlampen sind dimmbar, darauf sollte man also schon beim Kauf achten. Auch die Lampen, die für das Dimmen geeignet sind, sollten erst einmal etwa 100 Stunden bei maximaler Leistung betrieben werden. Erst nach diesem „Einbrennen“ sollte gedimmt werden. Dazu benötigt die Energiesparlampe einen „normalen“, sogenannten „Phasen-Anschnittsdimmer“. Nicht geeignet sind elektronische Sensor- oder Touchdimmer. Außerdem sollte die Lampe zu dunkel gedimmt werden, da sie sonst zu flackern beginnt. Dabei startet die Lampe jedes Mal neu, so dass sich die Lebendsauer enorm verkürzt.

LEDs richtig dimmen:

Für LED-Dimmer gibt es noch keinen einheitlichen industriellen Standard. Eine „Kompatibilitätsliste“ der Hersteller informiert über den passenden Dimmer.

Halogenstrahler gegen LEDs tauschen: Der richtige Trafo ist entscheidend

Der Austausch von Niedervolt-Halogenstrahlern gegen Niedervolt-LEDs spart viel Energie ein. Oft muss dabei jedoch auch der Transformator (Trafo) getauscht werden. Ringkern-Trafos mit Kupferdrahtwicklung können in der Regel problemlos weiter verwendet werden. Sie sind meist groß, rund und schwer. Anders verhält es sich bei einem elektronischen Trafo, der meist kleiner und rechteckig ist. Hier können Probleme auftreten:  Wenn die neue LED flackert, brummt oder gar nicht angeht, muss der Trafo getauscht werden.

 

Licht und Gesundheit

Geruch: Der anfängliche Geruch bei Energiesparlampen gilt als unbedenklich, regelmäßiges Lüften wird empfohlen.

Quecksilber: Der Quecksilber-Gehalt in Energiesparlampen ist gering. Bei normalem Gebrauch entweicht kein Quecksilber aus den Lampen. Trotzdem darf eine ausgebrannte Enegiesparlampe ausschließlich als Sondermüll entsorgt werden und muss an den Sammelstellen abgegeben werden. Zerbrochene Lampen sollten mit Sorgfalt beseitigt werden. Tipps dazu auf Seite 11 des Newsletters UmweltWissen.

Elektrosmog: Elektrische und magnetische Felder entstehen, wenn Strom transportiert, produziert oder verbraucht wird – also auch bei Glühbirnen, Energiesparlampen und LEDs.

Bei Energiesparlampen gilt: In 30 Zentimetern Entfernung werden die international empfohlenen Referenzwerte für elektrische und magnetische Felder unterschritten. Spezielle Energiesparlampen können zusätzlich bis zu 90% der elektromagnetischen Felder vermeiden.

Die von LEDs erzeugten elektrischen und magnetischen Felder sind äußerst gering, von ihnen geht keine Gefährdung aus. Die empfohlenen Grenzwerte werden problemlos eingehalten.

Schlaf-Wach-Rhythmus: Licht mit hohem Blauanteil, wie es LED-Bildschirme oder Smartphones abstrahlen, unterdrückt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Benutzt man solche Geräte abends oder nachts, können unruhiger oder unterbrochener Schlaf und eine verminderte Aufmerksamkeit tagsüber die Folge sein. Daher wird empfohlen, in den Abend- und Nachtstunden Lichtquellen mit entsprechend niedriger Farbtemperatur (unter 3.300 K) zu verwenden.

Flimmern: Bei LEDs ist häufig ein falscher Trafo der Grund für ein Flimmern. Bei Energiesparlampen kann ein konventionelles Vorschaltgerät zum Flimmern führen. Auch ältere Energiesparlampen flimmern manchmal.

UV-Licht bei LEDs:  Selbst im Abstand von drei Zentimetern wurden bei weißen LEDs keine nennenswerten UV-Emissionen festgestellt. Bis zu dieser Entfernung werden die vom Gesetzgeber vorgesehenen Grenzwerte für Augen und Haut nie überschritten.

 

Rohstoffe in den Lampen

Dies ist ein schwieriges Thema, denn für die Herstellung energieeffizienter Lampen werden nach wie vor Quecksilber bzw. Seltene Erden benötigt. Quecksilber ist hochgiftig und längst in Lebensbereichen angekommen, auf die wir keinen Einfluss haben. Aber zumindest in unserer Kaufentscheidung sind wir frei. Im Zusammenhang mit Quecksilber wird häufig das Quecksilber-Paradoxon erwähnt, das zeigt, dass durch eine Glühbirne mehr Quecksilber in die Umwelt gelangt, als durch eine Energiesparlampe. Grund ist der höhere Energieverbrauch der Glühbirne, denn zur Stromgewinnung wird im deutschen Strom-Mix auch Kohle verbrannt. Diese enthält Quecksilber, das bei der Verbrennung in die Atmosphäre gelangt. Da die Glühlampe aber langfristige keine realistische Alternative mehr ist, hilft uns diese Information nur insofern weiter, dass wir beim Kauf unserer Lampen auf den  geringstmöglichen Energieverbrauch und bei unserem Strom-Mix auf erneuerbare Energien setzen sollten.

Seltene Erden kommen nur in wenigen Ländern der Erde vor, deshalb wird nach Ersatzstoffen gesucht. Seit 2016 forschen saarländische Chemiker*innen mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und mit Partnern aus der Industrie an einer Methode, die den Anteil Seltener Erden in LEDs verringert. Das Projekt heißt: "Organische und Seltenerd-reduzierte Konversionsmaterialien für LED-basierte Beleuchtung (ORCA)"

 

Wohin mit ausgebrannten Lampen?

Ausgebrannte Glühbirnen und Halogenlampen werden wie gewohnt mit dem Restmüll entsorgt (auf keinen Fall in die Altglassammlung geben). Kompaktleuchtstofflampen enthalten wie stabförmige Leuchtstoffröhren Quecksilber, in LEDs sind die sogenannten Seltenen Erden enthalten. Diese Lampentypen müssen daher bei einer kommunalen Wertstoffsammelstelle entsorgt werden. Einige Händler nehmen sie auch freiwillig zurück. Seit 2005 nimmt zudem das Rücknahmesystem „Lightcycle“ Altlampen von Privatpersonen kostenlos an. Die Lampen werden zerlegt, das Quecksilber abgetrennt und Glas und Aluminium zurückgewonnen. Auch LEDs werden hier fachgerecht recycelt.

Den Newsletter UmweltWissen des Bayerischen Landesamts für Umwelt gibt es zu vielen Themen. Hier können Sie ihn bestellen.

Energieeffiziente Beleuchtung schont die Umwelt und spart Strom. Foto: Cynthia Matuszewski

Über die Autorin

Cynthia Matuszewski

Cynthia Matuszewski ist freiberufliche Journalistin und Fotografin. Sie arbeitet als PR-Referentin für Klient*innen aus Politik, Wirtschaft und Soziales, sowie verschiedene NGOs. Seit 2013 ist sie Redakteurin des Lifeguides Augsburg und seit 2016 Vorstand des Vereins Lifeguide Augsburg e.V.. Mit ihrer Begeisterung für Interviews und Regionaljournalismus schreibt sie u.a. für Chrismon, Augsburger Allgemeine Zeitung, Kindergarten heute, Evangelisches Sonntagsblatt, London Female Film Festival. Stationen: Kindheit in Köln. Ausbildung und Arbeit als Fotografin in Berlin. Studium der Publizistik an der Freien Universität Berlin. Hörfunk- und Printjournalistin u.a. für SFB, WDR, Deutsche Welle, WAZ.

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