Fit für den Frühling - der Radl-Check

Die wichtigsten Tipps für einen sicheren Start in die Fahrradsaison

Endlich! Es wird wärmer und vor uns liegt eine lange und ereignisreiche Fahrradsaison. Wer nicht zu den Winterradler*innen gehört, sollte jetzt das Radl fit fürs Frühjahr machen. Hier die wichtigsten Tipps:

Reifen – abgefahren geht gar nicht

Der Fahrradreifen muss Profil haben und darf keine Risse aufweisen! Das ist wichtig für die Sicherheit und den Halt auf der Straße, beispielsweise bei Nässe oder auf Kopfsteinpflaster. Außerdem fährt und bremst es sich leichter mit Profil.

Abgefahrenes Profil. Dieser Fahrradreifen muss ausgetauscht werden.

Rissiger Reifen - dieses Radl braucht einen neuen Reifen!

Kleiner Tipp: Risse lassen sich am besten bei abgelassener Luft erkennen.

JA! Mit diesem Reifen wird es die perfekte Radl-Saison!

 

Gib Gummi - Bremsen brauchen Belag!

Eine durchschnittliche Radler*in ist mit 10 bis 20 Stundenkilometern unterwegs. Auf ebener oder abschüssiger Strecke erreichen selbst ungeübte Radler*innen locker 30 Stundenkilometer und mehr. Also ist klar: Die Bremse beim Fahrrad muss voll funktionsfähig sein. Die Straßenverkehrsordnung schreibt zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen vor. Auch hier sollte das Profil geprüft werden: Haben die Bremsbeläge noch ausreichend Gummi und sind die Vertiefungen (Verschleißindikator!) gut zu erkennen? In älteren Bremsbelägen befinden sich manchmal winzige Steinchen, Abrieb von Alu-Felgen oder kleinere Fremdkörper, die das Laufrad beschädigen können. Auch in diesem Fall sollte der Bremsbelag erneuert werden.

Wenn die Bremsen so aussehen hilft nur noch eins: Bremsbeläge wegwerfen und neue kaufen. Die Einstellung der Bremsen ist ein bisschen tricky. Der neue Bremsbelag darf nicht überstehen und nicht am Reifen streifen. Die Bremsbacken sollten waagerecht und parallel zum Laufrad in etwa 3 mm Entfernung justiert werden.

 

Dieser Bremsbelag sieht gut aus - beim Montieren und Neu-Justieren der Bremse bitte Zeit lassen oder um Hilfe bitten! Zum Beispiel in der bikekitchen.

 

Laufräder - läuft noch alles rund?

Ein Kernfrage noch der langen Winterpause lautet: Wie sehen die beiden Laufräder des Fahrrads aus? Sind die Speichen noch alle in Ordnung, also weder verbogen noch rausgerissen? Andernfalls müssen neue Speichen her!

Und wie sieht die Bremsflanke aus? Die Bremsflanke ist der Teil der Felge, auf dem gebremst wird. Hoffentlich mit dem soeben (!) erneuerten Bremsbelag. Aber selbst der beste Bremsbelag nutzt nichts, wenn das Gegenstück nicht mehr in Ordnung ist. Eine neue Felge hat in der Regel einen schwarzen Streifen auf silbernem Grund, oder einen hellen Streifen auf schwarzem Grund. Auf Stahlfelgen befinden sich kleine Punkte. Punkte und Streifen sind der Verschleißindikator für eine intakte Felge. Fehlen sie, muss das Laufrad erneuet werden!

Schwarzer Streifen auf heller Felge - das Laufrad ist ok.

Diese Felge ist verschlissen und sollte erneuert werden.

 

Kette - bitte nicht hängen lassen!

Je länger wir eine Fahrradkette nutzen, umso länger wird sie auch. Das heißt, Fahrradketten leiern mit der Zeit aus und bekommen einen leichten „Durchhänger“. Das Rad lässt sich zwar noch fahren, aber langfristig werden die Kettenblätter oder Zahnkränze beschädigt. Mit der Kettenverschleißlehre (siehe Foto) lässt sich prüfen, ob die Kette noch in Ordnung ist. Liegt die Verschleißlehre auf, ist die Kette zu lang und muss ausgetauscht werden. 

Die Kettenverschleißlehre liegt auf der Fahrradkette auf - das heißt, diese Kette hat einen „Durchhänger“ - sie ist zu lang und sollte ausgetauscht werden.

 Auf dieser Kette ist noch genügend Spannung für eine weitere Radl-Saison.

 

Kette - läuft sie wie geschmiert?

Eine Fahrradkette sollte außerdem regelmäßig gereinigt werden - rostige Ketten können mit einer Drahtbürste und Rostentferner geputzt werden. Anschließend mit Kettenöl versorgen – nicht mit Kriechöl oder Silikonspray. Diese Öle haben einen hohen Lösungsmittelanteil und sind nur für Kurzzeit-Schmierung sinnvoll.

 

Licht an!

Vor dem Start sollte auf jeden Fall das Vorder-und Rücklicht ausprobiert werden. 2013 fiel die bisherige Dynamopflicht weg. Seitdem sind auch Batterie- und Akkuleuchten erlaubt.

Mehr Details beim ADFC:  http://www.adfc.de/technik/fahrradteile-und-zubehoer/beleuchtung/beleuch...

Ausgebrannt? Hier hilft nur eine Runderneuerung!

Natürlich müssen auch die Kabel überprüft werden - sind sie marode oder gar durchgerissen? Außerdem sind bei allen Fahrrädern vorne ein weißer Reflektor und hinten ein roter Großrückstrahler sowie ein kleinerer Rückstrahler Pflicht. An den Pedalen sollten außerdem jeweils zwei gelbe Rückstrahler sein. Um auch von der Seite gut gesehen zu werden sind zusätzlich pro Rad wahlweise zwei gelbe Speichenreflektoren oder zwei Reflektorstreifen vorgeschrieben. Mehr Details:  http://www.adfc.de/verkehr--recht/recht/regeln-fuer-radfahrer/richtige-ausstattung/technische-ausstattung

Verbindung abgerissen?

 

Nimm vier! Jeweils zwei Reflektoren am Vorder- und Hinterrad sind Pflicht.

 

Lenker mit neuem Klingelton?

Ist der Lenker fest montiert und weist keine Schäden auf? Manchmal sind Schäden am Lenker nicht sofort erkennbar - besonders nach schweren Stürzen brechen sie oft an der Nahtstelle zwischen Lenker und Vorbau. Im Zweifelsfall sollte man das gute Stück ausbauen und von allen Seiten begutachten. Laut Hersteller sollten Alu-Lenker alle fünf Jahre ausgetauscht werden, da Alu ein sehr sprödes Material ist.

Eines darf auf keinen Fall fehlen: eine helltönende Klingel. Wie wäre es mal mit einem neuen Klingelton zum Frühjahr?

 

Schrauben nachziehen

Rost ist ja ein ganz zentrales Problem bei der Fahrradpflege. Neben regelmäßiger Rostbekämpfung ist es ganz wichtig, immer mal wieder die Schrauben beim Fahrrad nachzuziehen. Sie können sich durch holprigen Fahruntergrund langfristig lockern und sollten regelmäßig nachgezogen werden.

Rostige Schrauben auswechseln!

Sind alle Schrauben fest angezogen, kann es endlich losgehen.

Mit Gepäck unterwegs

Wer mit etwas mehr Gepäck unterwegs ist, braucht ein Lastenrad oder einen Fahrradanhänger. Der Dänische Radfahrer-Verband DCF hat Lastenräder und Fahrradanhänger getestet und der ADFC die Ergebnisse zusammengefasst: http://www.adfc.de/technik/fahrradteile-und-zubehoer/lastenraeder/ausprobiert-lastenraeder . Auch  Fahrradanhängerhat der ADFC getestet:  http://www.adfc.de/technik/fahrradteile-und-zubehoer/anhaenger/ausprobiert-anhaenger

 

Hilfe!

Werkstatt: Für alle, die gern gemeinsam mit anderen arbeiten oder Hilfe und Anleitung brauchen, gibt es die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt der Augsburger Bikekitchen. Jeden Donnerstag von 18.00 bis 20.00 Uhr und jeden ersten Freitag im Monat von 16.00 bis 20.00 Uhr wird hier mit professioneller Hilfe geschraubt und repariert. Seit 2017 wird am „Schraubendienstag“ aufgeräumt, geputzt, sortiert und umgeräumt. Helfer*innen und Spenden sind willkommen.  http://bikekitchenaugsburg.wordpress.com/

Radlflohmarkt

Auch 2017 gibt es wieder einen Fahrradflohmarkt vom ADFC und der Bikekitchen: Am 9. Mai 2017 von 9:00 – 11:30 Uhr auf dem Prinzregentenplatz. Jeder darf Räder und oder Fahrradteile verkaufen – einfach mit dem Rad vorbeikommen und 10% Verkaufsprovision an den ADFC abdrücken. Hier geht's zum Terminkalender des Augsburger ADFC.

Auch die Fundstelle der Stadt Augsburg versteigert regelmäßig Fundsachen und Fundräder. Versteigerungstermine.

Kette und Kurbel - aus alten Fahrrädern werden neue

Wer in Augsburg ein preiswertes gebrauchtes Fahrrad sucht, das von einem Werkstattmeister auf seine Fahrtüchtigkeit geprüft wurde, ist bei „Kette und Kurbel“ in der Memminger Straße 6 richtig. Sie holen gebrauchte Fahrräder kostenlos von Privatpersonen, auf Wertstoffhöfen oder Schrottplätzen ab, begutachten die Spenden kritisch und trennen Brauchbares von Unbrauchbarem. Anschließend bauen sie aus mehreren alten Rädern ein neues oder machen gut erhaltene Räder wieder verkehrstauglich.

Ein solches Original-Kette-und Kurbel-Fahrrad kostet zwischen 30 und 100 Euro. Finanziell schwächer gestellte Menschen, wie Alleinerziehende, Studenten, Arbeitslose, Rentner mit Grundsicherung und andere Bedürftige bekommen günstigere Konditionen.

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Oberer Graben 27
86152 Augsburg

Neben dem Verkauf eines Augsburg-Rads und Fahrradreparaturen wird Fahrradzubehör aus recycelten LKW-Planen angeboten.

Kette und Kurbel

Gemeinnütziges Fahrradrecycling

Kette und Kurbel
Memminger Straße 6
86159 Augsburg

Wer in Augsburg ein preiswertes gebrauchtes Fahrrad sucht, das von einem Werkstattmeister auf seine Fahrtüchtigkeit geprüft wurde, ist bei „Kette und Kurbel“ richtig.

Bikekitchen

Selbsthilfe-Fahrrad-Reparatur

Bikekitchen Augsburg
Heilig-Kreuz-Straße 30
86152 Augsburg

Für alle, die gern gemeinsam mit anderen arbeiten oder Hilfe und Anleitung brauchen, gibt es die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt der Augsburger Bikekitchen.

Fahrradfahren in der Natur. Foto: Cynthia Matuszewski

Über die Autorin

Cynthia Matuszewski

Cynthia Matuszewski ist freiberufliche Journalistin und Fotografin. Sie arbeitet als PR-Referentin für Klient*innen aus Politik, Wirtschaft und Soziales, sowie verschiedene NGOs. Seit 2013 ist sie Redakteurin des Lifeguides Augsburg und seit 2016 Vorstand des Vereins Lifeguide Augsburg e.V.. Mit ihrer Begeisterung für Interviews und Regionaljournalismus schreibt sie u.a. für Chrismon, Augsburger Allgemeine Zeitung, Kindergarten heute, Evangelisches Sonntagsblatt, London Female Film Festival. Stationen: Kindheit in Köln. Ausbildung und Arbeit als Fotografin in Berlin. Studium der Publizistik an der Freien Universität Berlin. Hörfunk- und Printjournalistin u.a. für SFB, WDR, Deutsche Welle, WAZ.

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