Salve Augsburg – sei gegrüßt Recup-Becher!

Endlich ist er da: Bis zu 500 Mal können die Mehrweg-Pfandbecher für Coffee-to-go verwendet werden

Maximal 15 Minuten wird ein Einwegbecher für Cappuccino, Latte Macchiato oder den kleine Espresso für Zwischendurch genutzt – dann wandert er in den Müll und sorgt für eine miserable Umweltbilanz. In Augsburg landen täglich geschätzt 27.500 Becher im Abfall.

Damit ist jetzt Schluss, in Augsburg gibt es seit dem 5. März 2018 den hellgrünen Becher mit dem „Salve-Augsburg-Gruß“ und der Silhouette von Rathaus, Perlachturm und „Maiskolben“. Bislang beteiligen sich 14 Betriebe an dem Recup-Pfandsystem und bieten an insgesamt 50 Standorten den Becher aus hochwertigem, BPA-freiem Plastik an. Der Pfand beträgt einen Euro. Im März werden erst einmal 10.000 der Salve-Becher in Umlauf gebraucht. Nach Ansicht von Umweltreferent Reiner Erben können das gern noch mehr werden. Die Stadt hofft, dass andere Unternehmen nachziehen, wenn der Becher gut angenommen wird. Also ist es sinnvoll, wenn Verbraucher*innen gezielt nach den türkisgrünen Recup-Bechern fragen - besonders in Bäckereien und Restaurants, die Recup noch nicht haben. Denn wenn die Nachfrage groß ist, motiviert das vielleicht zum Umdenken. Der Mehrweg-Becher kann mindestens 500 Mal gespült werden und wird danach nach dem cradle to cradle-Prinzip (von der Wiege zur Wiege) recycelt.

 

„Wir haben verschiedene Systeme verglichen und sind zu dem Schluss gekommen: Beim Recup-System hat man als Kunde eigentlich keinen Grund, nicht mitzumachen! Den baren Euro, den man einsetzt, bekommt man so im nächsten Café oder Bäckerei wieder zurück. Man braucht keine Pfandmarke und muss kein weiteres Geld investieren. Das System so einfach wie möglich zu gestalten, war uns sehr wichtig!“, berichtet Hannah Lang vom Forum Plastikfreies Augsburg.

 

Das System Recup gibt es auch in München, Memmingen, Kempten und anderen Städten. Da steht auf dem Becher allerding nicht „Salve!“, wie in Augsburg, sondern „Griaß di“, „Servus“ oder ein anderer regionaler Spruch – wenn das mal nichts für Sammelfreaks ist! 

Infos zum bundesweiten Recup-Projekt.

Hier gibt es den Recup-Recup-Pfandbecher in Augsburg:

Und wer mit seinem eigenen Edelstahlbecher unterwegs ist, für den gibt es die Aktion „Bring your own cup“ des „Forum Plastikfreies Augsburg“. In mehr als 50 Lokalen und Bäckereifilialen können Kund*innen ihre eigene Coffe-to-go-Tasse mitbringen und befüllen lassen. Ein Aufkleber an der Tür weist darauf hin.

 

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Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

Recup Augsburg, Mehrwegbecher, Pfandbecher, Augsburg, plastikfrei, Salve Augsburg

Über die Autorin

Cynthia Matuszewski

Cynthia Matuszewski ist freiberufliche Journalistin und Fotografin. Sie arbeitet als PR-Referentin für Klient*innen aus Politik, Wirtschaft und Soziales, sowie verschiedene NGOs. Seit 2013 ist sie Redakteurin des Lifeguides Augsburg und seit 2016 Vorstand des Vereins Lifeguide Augsburg e.V.. Mit ihrer Begeisterung für Interviews und Regionaljournalismus schreibt sie u.a. für Chrismon, Augsburger Allgemeine Zeitung, Kindergarten heute, Evangelisches Sonntagsblatt, London Female Film Festival. Stationen: Kindheit in Köln. Ausbildung und Arbeit als Fotografin in Berlin. Studium der Publizistik an der Freien Universität Berlin. Hörfunk- und Printjournalistin u.a. für SFB, WDR, Deutsche Welle, WAZ.

Kommentare

Gast

Was noch dazu kommt: bei manchen Ausgabestellen gibt es Ermäßigungen!
Z.B. 10 ct für recup- oder eigene Becher beim Biobäcker Schubert und in den Bäckerei Wolf-Filialen auf die Kaffees.
Beim VinCafé auf dem Stadtmarkt gibt es sogar 20ct Ermäßigung und KundInnen, die unbedingt einen Wegwerfbecher wollen, zahlen 20ct Zuschlag.

Wer von weiteren Ermäßigungen weiß, darf sie gerne hier weitergeben.

Gast

Na suuuper! Ein Plastikbecher! Wie innovativ!
Wenn das Ding aus Bambus oder aus einem anderen Naturmaterial gefertigt wäre dann wäre es gut, aber so? Sehr fragwürdig.

Gast

Wenn es so einfach wäre mit den Bambusbechern... Laut Chemischem und Verterinäruntersuchungsamt Stuttgart ist in den meisten Bechern mehr Kunststoff drin als Bambus, sogenanntes Melanin - um die Becher haltbar zu machen. Bei hohen Temperaturen (über 70 Grad) können Melanin und das meist mitbenutzte Formaldehyd austreten. Heißer Kaffee sei aber gesundheitlich unbedenklich.
Es gibt auch Becher, wo statt der Kunststoffe PLA (ein Bioplastik auf Milchsäurebasis) eingesetzt wird - soll biologisch abbaubar sein, städtische Kompostieranlagen packen das aber nicht und bitten dringend darum, kein PLA in die Biotonnen zu tun.
Problem bei Bambusbechern ist auch, dass der Kaffee sich nicht ganz sauber rausspülen lässt - das ist beim eigenen Becher okay, aber wer will schon Pfandaustauschbecher mit Kaffeerändern? Die Bäckerei Wolf hat extra Bambusbecher getestet, 500 mal gefüllt und gespült - und war nicht zufrieden.
Weitere Alternativen wären Edelstahl- oder Keramikbecher (hier müsste das Pfand allerdings mindestens 5 Euro betragen), und die Keramikbecher fallen ganz schön ins Gewicht...
Recup nimmt die Becher zurück und recycelt sie sortenrein. Klar sind Plastebecher nicht optimal. Also: eigene Becher mitbringen oder hinhocken und Kaffee genießen.

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