Slow Food Augsburg

Engagement für gute, saubere und faire Lebensmittel

Die Slow-Food-Bewegung entstand im Juli 1986 in Italien – als Antwort des Gründers Carlo Petrini auf die erste McDonalds-Fastfood-Filiale an der von antiken und barocken Gebäuden umgebenen Piazza Navona in Rom. Zum Slow-Food-Symbol wurde die Weinbergschnecke erkoren – und tatsächlich ging es anfangs vor allem um den kulinarischen Genuss traditioneller Speisen jenseits von Fertiggerichten und Einheitsgeschmack. Ansonsten gibt es bei Slow Food keine Vorgaben, was verzehrt werden darf. Entscheidend ist, wie die Lebensmittel erzeugt und gehandelt werden.

Heute ist Slow Food eine internationale Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzentinnen und Produzenten und der Umwelt erhält. Unter dem Motto „gut, sauber und fair“ fordert Slow Food, dass unsere Nahrung geschmacklich und gesundheitlich einwandfrei ist. Und dass sie auf saubere Art hergestellt wird – also ohne Schaden an Mensch, Natur und Tier anzurichten.

Die Arche des Geschmacks will das Verschwinden seltener Lebensmittel verhindern

Slow Food fördert eine nachhaltige, umweltfreundliche und für die Hersteller*innen auskömmliche Lebensmittelproduktion, betreibt Geschmacksbildung und bringt Erzeuger*innen von handwerklich hergestellten Lebensmitteln mit den Verbraucher*innen, den sogenannten „Ko-Produzent*innen“, zusammen. Ein weiterer Schwerpunkt des Vereins ist das Engagement für den Erhalt der (biologischen) Vielfalt bei Nutztieren, Nutzpflanzen und regionalen Lebensmitteln. Über das Projekt „Arche des Geschmacks“ macht Slow Food weltweit fast vergessene traditionelle Lebensmittel bekannt, die in Gefahr sind, völlig zu verschwinden. Zusammengefasst heißt es hier: „Essen, was man retten will“. Denn was nicht gegessen wird, wird nicht nachgefragt - kann also nicht verkauft werden, und wird deshalb nicht hergestellt. Weltweit beherbergt die Arche über 3.000 Lebensmittelprodukte, die so genannten Arche-Passagiere. In Deutschland gibt es derzeit 56. Die große Mehrheit der Passagiere sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Nutzpflanzensorten. Eine davon ist das Augsburger Huhn, die einzige in Bayern erzüchtete Hühnerrasse.

Convivium Augsburg – die lokale Slow-Food-Gruppe

Die Erhaltung dieser Rasse ist nicht die einzige Aufgabe des Augsburger „Conviviums“. Diese lokale Slow-Food-Gruppe wurde 2002 gegründet und reicht von Schongau bis Nördlingen und von Altomünster bis Fischach. Im Süden grenzt es an das Convivium Allgäu, im Osten an München und im Westen an Ulm. In dieser Region gibt es rund 145 Mitglieder – alles Privatleute – sowie Gastronomen und Firmen, die sogenannten Unterstützer*innen, die die Arbeit von Slow Food fördern. Leiter des Augsburger Conviviums ist Rolf Schosser. Die Mitglieder treffen sich einmal monatlich zum Stammtisch im Augsburger Restaurant „Kappeneck“, besuchen Hersteller wie Mühlen, Spargelbauern, die Krebszucht in Schwaben, Imkereien oder Käsereien und veranstalten Weinproben sowie Kochevents zu bestimmten Themen. Die Suche nach handwerklich-traditioneller Lebensmittelbereitung, nach geschmacklicher Vielfalt und natürlich das gemeinsame Genusserlebnis stehen immer im Mittelpunkt.

Folgende Firmen aus der Region sind Slow Food Unterstützer: Alte Liebe (Augsburg), annaEVENT (Augsburg), Brauhaus Riegele (Augsburg), Café und Conditorei Ertl (Neusäß), delicat.essen (Augsburg), Donare Brennerei Appl (Alerheim), Griechenland Spezialitäten (Augsburg), Hotel Gasthof Sonne (Gundelfingen), Karl Mölle Getränke (Nördlingen), Ölmühle Hartmann (Biburg), Osteria Kuckuck (Augsburg), Rolf Schosser und Regine Oswald GbR (Wehringen)

Informationen zu Slow Food Augsburg gibt es hier: www.slowfood.de/slow_food_vor_ort/augsburg

Das Blog des Slow Food Conviviums Augsburg, das „Schneggele“, finden Sie unter diesem Link: www.schneggele.wordpress.com

Die Schnecke ist das Symbol der Slow-Food-Bewegung

Über den Autor

Torsten Mertz

Torsten Mertz studierte Geographie in Köln und Trier, lebt seit 2000 in Augsburg und arbeitet seit vielen Jahren im Münchner oekom verlag, der auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen spezialisiert ist. Hin und wieder findet er Zeit, für den Lifeguide zu schreiben oder ein Buch zu veröffentlichen. Zuletzt erschien „Veggieparty. Vegane Leckereien für Buffet, Brunch und Biergarten“, aus dem der Lifeguide auch ein paar Rezepte vorstellt.

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