Tasse statt Masse!

Die Menstruationstasse ist eine nachhaltige Alternative zu Tampons und Binden

Frau Mustermann verwendet im Durchschnitt während ihrer fruchtbaren Lebenszeit ungefähr 12.000 Binden oder Tampons. Jeder dieser Hygieneartikel trägt zu den sagenhaften fünfeinhalb Milliarden entsorgter Hygieneartikel bei, die allein in Deutschland und Österreich pro Jahr im Müll landen.

Eine gute Alternative zu diesem Müllberg ist die Menstruationstasse. Der kleine Kelch aus weichem, medizinischem Silikon kann bei sachgerechter Nutzung bis zu zehn Jahre verwendet werden. Da braucht es nicht viel Fantasie um den ökologischen Vorteil zu erkennen.
Finanziell lohnt sich die Anschaffung allemal. Wenn Sie die Kosten für diese durchschnittlich 12.000 Binden oder Tampons hochrechnen, erscheint die Anschaffungskosten von 15 bis 30 Euro pro Tasse verschwindend gering.

 

Auch für unterwegs gut geeignet

Ein weiteres großes Plus ist der relativ geringe Aufwand. Die Tasse kann nicht „ausgehen“. Sie wird entleert und ist wieder voll funktionsfähig. Man braucht also nur ein Produkt und kann spontan handeln, anstatt mit einer ganzen Packung Tampons unterwegs zu sein. Und auch für Reisen ist die Menstruationstasse ideal. Denn an fremden Orten stellt die Entsorgung von Hygieneprodukten oft ein Problem dar. Sei es auf einer Toilette ohne Abfalleimer oder während einer Wandertour durch unwegsames Gebiet. Meist gibt es beim Kauf einer Tasse ein Säckchen dazu, in der die Tasse transportiert werden kann.

 

Medizinisches Silikon ist schonender als chemisch behandelte Tampons

Last but not least gibt es auch gesundheitliche Gründe für das Umsteigen auf Tasse statt Masse. Da sie aus medizinischen Silikon besteht, kommt der Körper nicht in Kontakt mit belastenden Stoffen, wie sie in herkömmlichen Tampons vorkommen können, die eventuell gebleicht oder chemisch behandelt sind. Außerdem trocknet Silikon die Scheide nicht aus. Somit kann die Tasse auch bereits vor Beginn der Periode eingesetzt werden. Ein eher speziellerer Vorteil ist auch, dass durch das Auffangen des Menstruationsblutes, frau Informationen über ihren Zyklus und ihre Gesundheit erfahren kann. Denn sie kann es im Hinblick auf Menge, Zusammensetzung und Farbe untersuchen.

 

Wie funktioniert die Menstruationstasse?

Die ersten Patente für Menstruationstassen wurden bereits in den 1930er Jahren in den USA eingereicht. Und trotzdem konnte sich die Menstruationstasse gegen Tampon, Binde und Co bis jetzt nicht durchsetzen. Die Menstruationstasse ist ein kelchähnliches Produkt der Monatshygiene, die das Menstruationsblut auffängt. Von manchen Herstellern sind die Kelche in verschiedenen Größen und Farben erhältlich, andere haben Einheitsgrößen. Meistens besteht die Menstruationstasse aus medizinischem Silikon. Der Hauptunterschied zu Tampons oder Binden ist, dass die Periode nicht aufgesaugt wird, sondern - je nach Modell - bis zu 48 ml Menstruationssekret aufgefangen wird. Die Menstruationstasse wird meist zu einem U oder C zusammengeknautscht in die Vagina eingeführt. Dort entfaltet sie wieder ihre ursprüngliche Form. Wer die Tassen noch einmal dreht, kann sicherstellen, dass sie sich auch vollkommen entfaltet. Der korrekte Sitz kann außerdem durch Fühlen mit den Fingern überprüft werden. Korrekt eingesetzt wird die Tasse sowohl von der Scheidenmuskulatur, als auch durch einen leichten Unterdruck gehalten und kann daher nicht verrutschen.


Die Tasse kann ohne Probleme bis zu zwölf Stunden getragen werden

Kleine Löcher am oberen Rand erleichtern das Herausnehmen der Tasse, indem sie Luft in die fest sitzende Tasse gelangen lassen. Anstatt sie bloß wegzuwerfen, wird die Tasse entnommen, entleert, ausgespült und wieder eingesetzt. Nach dem Abklingen der Monatsblutung genügt ein zehn minütiges Auskochen im Topf. Viele Hersteller bieten auch einen passenden Silikonbecher an. Dieser kann, mit Wasser gefüllt, die Tasse innerhalb von etwa drei Minuten in der Mikrowelle auskochen.

 

"Buy one - give one" unterstützt bedürftige Schulmädchen

Die Nutzung einer Menstruationstasse ist also umweltfreundlich, kostensparend und praktisch. Wem das nicht reicht, kann vielleicht durch das „Buy One, Give One“-Programm der Marke Ruby Cup überzeugt werden. Wer hier eine Tasse kauft, finanziert eine weitere Tasse für ein bedürftiges Schulmädchen in Afrika. Für diese Mädchen bietet eine Menstruationstasse mehr Lebensqualität, da viele während ihrer Periode vom Schulbesuch und Alltag ausgeschlossen sind und sich mit unhygienischen Materialien behelfen müssen.

 

Menstruationstasse, Periode, Hygieneartikel, Foto: Cynthia Matuszewski

Über die Autorin

Vanessa Polednia

Die gebürtige Augsburgerin studiert seit Herbst 2014 Sozialwissenschaften an der hiesigen Universität. Während ihres Praktikums im Büro für Nachhaltigkeit lernte sie ihre Heimatstadt aus einer anderen Perspektive kennen und lieben. Ihr Fazit: Augsburg kann Großstadt, darf sich aber noch mehr trauen!

Kommentare

Gast

Super Artikel, das Ding ist wirklich sehr angenehm zu tragen!

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