Tradition, Naturschutz und guter Geschmack

Lechtal-Lamm: Lammfleisch von den Lechheiden

Wanderschäfer Christian Hartl zieht auf seine Sommerweide im Stadtwald Augsburg – seine Tiere beweiden dort im Auftrag des Naturschutzes die artenreichen Lechheiden – ab diesem Jahr gibt es wieder „Lechtal-Lamm“ – entweder direkt vom Schäfer oder bei verschiedenen Augsburger Restaurants wie dem Brauhaus Riegele, der Lustküche oder der Berghütte. 

„Wir Schäfer haben die einzigartigen Lechheiden geschaffen und nur mit uns Schäfern kann es gelingen, diese auch für die Nachwelt zu erhalten!“ Christian Hartl, Schäfer.

Schaf-Auftrieb im Stadtwald

Wenn im Mai auf den Lechheiden im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“ die Gräser und Kräuter anfangen zu sprießen, ist es für Wanderschäfer Christian Hartl aus Mühlhausen an der Zeit aufzubrechen. Mit seinen 500 Mutterschafen, einigen Ziegen und seinen beiden Hütehunden zieht er von Mühlhausen über die Firnhaberau 10 Kilometer durch die Grünanlagen am Lechufer bis zum Kuhsee. Dort beginnen die Lechdämme, die bis zur Staustufe 23 zu Hartls Weiderevier im Stadtwald Augsburg gehören. Bis Mitte Oktober wird sich der Schäfer mit seinen Tieren dort aufhalten. Aufgabe der Tiere ist es, auf rund 80 ha Lechheiden den Rasenmäher zu spielen. Denn die zahlreichen seltenen Orchideen, Enziane, Heuschrecken, Schmetterlinge und viele Arten mehr mögen kurzen Pflanzenbewuchs und möglichst wenig schattenwerfende Sträucher und Bäume.

Die Wanderschäfer gehören zu den Lechheiden wie die Fugger zu Augsburg!

 „Über Jahrhunderte zogen Schäfer aus ganz Süddeutschland im Sommer nach Augsburg, um ihre Tiere auf den damals deutlich größeren Lechheiden zu weiden. Was sie hierher lockte, waren günstige Weideflächen und die nahe Textilindustrie als wichtiger Abnehmer für die Schafwolle. Der heute streng geschützte Artenreichtum war damals eher ein Nebenprodukt“, erklärt Nicolas Liebig, Geschäftsführer beim Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg. Der Verband kümmert sich darum, dass die Beweidung nach Zielen des Naturschutzes abläuft. Außerdem unterstützt und berät er den Schäfer bei der Akquise von Fördermitteln und bei der Vermarktung von Lammfleisch.

Über Jahrhunderte zogen Schäfer aus ganz Süddeutschland im Sommer nach Augsburg, um ihre Tiere auf den damals deutlich größeren Lechheiden zu weiden. Was sie hierher lockte, waren günstige Weideflächen und die nahe Textilindustrie als wichtiger Abnehmer für die Schafwolle. Der heute streng geschützte Artenreichtum war damals eher ein Nebenprodukt“, Nicolas Liebig, Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg

Lechtal-Lamm: Naturschutz schmeckt!

„Wir möchten erreichen, dass Landwirte, die sich für Naturschutz und Landschaftspflege engagieren, davon auch leben können. Neben gut ausgestatteten Fördertöpfen spielt dabei die Vermarktung dieser nachhaltig produzierten Erzeugnisse eine wichtige Rolle“, so der Vorsitzende und Umweltreferent Reiner Erben. Aus diesem Grund hatte der Landschaftspflegeverband bereits im Jahr 2001 die Marke „Lechtal-Lamm“ ins Leben gerufen. Der patenrechtlich geschützten Marke liegen strenge Produktionskriterien zu Grunde. Aus verschiedenen Gründen war die Vermarktung nahezu eingeschlafen. „Über das Projekt „Weidestadt Augsburg“ ist es uns möglich, einen neuen Anlauf zu nehmen. Mit dem Büro ECOZEPT aus Freising haben wir kompetente Fachleute beauftragt, uns dabei zu unterstützen. Ab jetzt kann wieder Lechtal-Lamm erworben werden!“, so Erben.

Wir möchten erreichen, dass Landwirte, die sich für Naturschutz und Landschaftspflege engagieren, davon auch leben können", Reiner Erben, Umweltreferent der Stadt Augsburg

Wanderschäferei in der dritten Generation

Christian Hartl hat erst letztes Jahr die Schäferei von seinem Vater Josef übernommen, der wiederum bereits mit seinem Vater mit den Schafen im Lechfeld unterwegs war. Die Hartls sind stolz auf ihren  Beruf. „Wir Schäfer haben die einzigartigen Lechheiden geschaffen und nur mit uns Schäfern kann es gelingen, diese auch für die Nachwelt zu erhalten!“.  Liebig ergänzt: „Wanderschäfer leisten für den Naturschutz sehr wertvolle aber auch sehr harte Arbeit. Sie ist nur dann wirtschaftlich interessant, solange der Schäfer staatliche Fördermittel aus dem Vertragsnaturschutz erhält. Als Privatpersonen können wir den Schäfer unterstützen, wenn wir sein wichtigstes Produkt, das Lammfleisch, konsumieren!“. Naturschutz kann eben auch durch den Magen gehen!

Wer von Hartls Lammfleisch beziehen möchte, kann das tun unter 08207/9638451 oder über per Email: bestellungen [at] lechtal-lamm.de ().

Bisher bieten folgende Restaurants in Augsburg Lechtal-Lamm auf ihrer Speisekarte an:

  • Wirtshaus Riegele, Frölichstraße 26
  • Stormann’s, Stadtmarkt
  • Berghütte, Predigerberg 14
Drei Generationen Schäfer auf den Lechheiden: Familie Hartl. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl und Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben beim Schafaufzug in das Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Schafaufzug im Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
500 Schafe ziehen durch Augsburg-Lechhausen - Wanderschäfer Christian Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Nicolas Liebig
Wanderschäfer Christian Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz

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