Vision: buch7-Kulturbahnhof ist Wirklichkeit!

Projekt mit Vorbildcharakter startet früher dank Corona-bedingtem Umsatzplus des Online-Buchhändlers buch7

Es ist vollbracht: Das über hundertjährige Bahnhofsgebäude in Langweid am Lech ist fertig renoviert und wird jetzt als buch7-Kulturbahnhof mit Leben gefüllt. Es vereint ein Bio-Café sowie einen stationären Buchladen und ist zudem ein Ort für kulturellen und gesellschaftlichen Austausch.

Der buch7-Kulturbahnhof ist ein Projekt des Online-Buchhändlers buch7, das vor zwei Jahren startete. Über 500.000 Euro haben die Renovierungsarbeiten gekostet, sie konnten dank Corona-bedingtem Umsatzplus beim Online-Buchhandel schneller als geplant abgeschlossen werden. Bei der Renovierung wurde mit ökologischen Materialien der Original-Stil aus der Vorkriegszeit bewahrt, das Gebäude wird aber dank neuer Heiztechnik völlig CO2-neutral beheizt. Ein Projekt mit Vorbildcharakter für ganz Deutschland.

Graue Fassade, rissige Wände, lose Kabel, zerbrochene Bodendielen: Noch vor zwei Jahren drohte dem Bahnhof in Langweid der Zerfall – wie so vielen Bahnhöfen in ganz Deutschland. Die Nachbarn – darunter auch der Online-Buchhändler buch7 – konnten dem Bröckeln der Fassade tagtäglich zusehen. Gleichzeitig war buch7 auf der Suche nach Büro-, Laden- und Veranstaltungsräumen. Als bekennende Weltverbesserer war es den Gründern von buch7 auch immer ein Bestreben, nicht nur mit drei Vierteln des Gewinns andere, wertvolle Projekte zu fördern, sondern auch eigene gemeinnützige Projekte zu initiieren. Wo damit anfangen, wenn nicht vor der eigenen Haustüre, dem verfallenden Bahnhof! Gesagt, getan: Zwei Jahre später ist das Bahnhofsgebäude kaum wiederzuerkennen. Kernsarniert erstrahlt es in leuchtendem Sonnengelb und ist Ort des Dialogs und Gedankenaustauschs.

Die Vision von Benedikt Gleich, Gründer des Online-Buchhändlers buch7 und Initiator des buch7-Kulturbahnhofs, ist Wirklichkeit geworden.

Wir wollten ein historisches Gebäude vor dem Abriss bewahren und gleichzeitig einen Treffpunkt und ein Schaufenster für gesellschaftlich interessierte und engagierte Menschen schaffen. Autorenlesungen, Weltverbesserer-Treff oder Kulturkino, informative Veranstaltungen wie Vorträge oder Themenabende. All dies – und vieles mehr ist hier möglich.“ Benedikt Gleich, Gründer des Online-Buchhändlers buch7

 

Schnellere Renovierung dank Umsatzplus während Coronazeiten – Einsatz von nachhaltigen Materialien

Über 500.000 Euro haben die Renovierungsarbeiten gekostet und konnten Corona-bedingt sogar schneller als geplant abgeschlossen werden. 333.333,33 Euro davon kamen durch Spenden von buch7 zusammen.

Durch die zeitweise Schließung des stationären Buchhandels und die vermehrten Online-Bestellungen sind unsere Umsätze von März bis Juli bei buch7 um fast 50 Prozent gestiegen. Mit den unerwarteten Einnahmen konnten wir erfreulicherweise nun auch die Fassade erneuern und die Sanierung damit früher als geplant vollenden.“ Benedikt Gleich, Gründer des Online-Buchhändlers buch7

Bei den Renovierungen wurden bewusst nachhaltige und ökologische Materialien aus der Region verwendet und Wert darauf gelegt, den originalen Stil aus der Vorkriegszeit so gut es geht zu bewahren. So wurden beispielsweise die prägenden Rundbögen der drei Eingangsportale auf der Ostseite wieder freigelegt, die bei einer umfassenden Renovierung in den 60er-Jahren durch eckige Betonstürze ersetzt wurden. Doch nicht alles ist traditionell: Beheizt wird der Bahnhof modern mit einer ökologischen Grundwasser-Wärmepumpe, die das ganze Gebäude energiesparend mit Umweltwärme und Ökostrom völlig CO2-neutral beheizt. Als besonderes Highlight wurde im Erdgeschoss das ursprüngliche Ziegelmauerwerk freigelegt und aufwendig gesäubert, so dass jetzt sogar die Marmorierung der teilweise noch handgeformten Ziegel besonders zur Geltung kommt.

 

Eigene gemeinnützige GmbH gegründet

Personell stehen hinter dem gemeinnützigen Kulturbahnhof sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von buch7.de, die so langfristig die Verantwortung für dieses neue Projekt übernehmen. Dafür wurde der buch7-Kulturbahnhof als unabhängige und zu 100 Prozent gemeinnützige Gesellschaft gegründet. Der Gewinn fließt vollständig in den Betrieb. Zudem wird das Projekt finanziell vom Online-Buchhandel buch7 unterstützt, dessen Geschäftskonzept darauf ausgelegt ist, 75 Prozent des Gewinns an wertvolle soziale, kulturelle oder ökologische Projekte zu spenden. Gemeinsam mit anderen interessierten Menschen ist es das Ziel, aus dem historischen Gebäude einen belebten Treffpunkt zu machen, der dabei auch einen Beitrag zu einer sozialen, ökologischen und nachhaltigen Zukunft leistet. Bereits jetzt gibt es dort ein Bio-Café mit Buchladen und Eisverkauf. Weitere Ideen gibt es reichlich: So könnte in den nächsten Jahren zusätzlich ein warmer Wartebereich für Pendler mit Verkauf von Zeitschriften, Kaffee und Snacks im Sommer den eigentlichen Nutzen des Bahnhofs widerspiegeln. Der Außenbereich ist bereits jetzt durch eine Terrasse mit Sitzplätzen verschönert und soll ab 2021 einen Garten mit Insektenhotels, einem öffentlichen Kräutergarten und Spielmöglichkeiten für Kinder beherbergen.

 

Nachmachen erwünscht – Kulturbahnhöfe in Deutschland

Leerstehende, dem Verfall geweihte Bahnhofsgebäude sind in Deutschland keine Seltenheit. Der Wunsch der Bürger nach mehr Kultur und einem regen Meinungsaustausch auch nicht. In einigen Städten haben sich daher Kulturinteressierte zusammengeschlossen und vergleichbare Konzepte wie den buch7-Kulturbahnhof umgesetzt. So hat der Kulturbahnhof Cloppenburg 2015 seine Pforten geöffnet und bietet seitdem Theatervorstellungen und Kunstausstellungen an und beherbergt zudem die Kulturkneipe Bahnhof. Der Kulturbahnhof Idstein wird von der Stadt Idstein und der Hochschule Fresenius getragen und von engagierten Bürgern gemanagt. Mit Unterstützung der Stadt Idstein ist so eine neue Plattform für kulturelles Leben entstanden. Als „Haus der Bürger“ steht der Kulturbahnhof für alle offen und bietet Raum zum Austausch. Nicht weit vom buch7-Kulturbahnhof, in Tapfheim an der Donau, hat die Familie Failer den Bahnhof liebevoll renoviert und betreibt dort eine Schmuckmanufaktur mit Café.

 

Das Unternehmen buch7

Seit 2013 Berichte über fragwürdige Arbeitsbedingungen bei Amazon Aufsehen erregten, suchen viele Kunden eine soziale und ökologische Alternative für ihren Online-Buchkauf. Bei buch7 haben viele diese Alternative gefunden: Mit 75 Prozent des Gewinns fördert buch7 soziale, kulturelle und ökologische Projekte. Diesen moralischen Mehrwert kombiniert buch7 mit attraktiven Konditionen: Ein Vollsortiment mit über 10 Millionen lieferbaren Büchern, E-Books, CDs und Filmen, ein persönlicher Kundenservice mit guter Erreichbarkeit und die schnelle, natürlich versandkostenfreie Lieferung.

Nachhaltiges Handeln endet bei buch7 nicht bei der Förderung wertvoller Projekte: Auch alle CO2-Emissionen gleicht buch7 vollständig aus, die zehn angestellten Mitarbeiter erhalten faire Löhne, die anfallenden Steuern zahlt buch7 in Deutschland. Dazu kommt seit dem Jahr 2018 die Zertifizierung nach der Gemeinwohl-Ökonomie. Und auch der Datenschutz wird großgeschrieben: Ein Datenaustausch zu Werbezwecken – wie im Internet inzwischen üblich – ist bei buch7 aus Überzeugung ausgeschlossen.

 

Der buch7-Kulturbahnhof

Die buch7-Kulturbahnhof gemeinnützige GmbH hat den gemeinnützigen Zweck der Förderung von Kultur und Bildung sowie zahlreicher weiterer gemeinnütziger Zwecke. Verwirklicht wird dieser durch die Renovierung des ehemaligen Bahnhofs der Gemeinde Langweid am Lech, Landkreis Augsburg, zu einem vielseitig genutzten Kulturzentrum. Der Kulturbahnhof vereint ein Bio-Café sowie einen stationären Buchladen der buch7.de GmbH und ist vor allem ein Ort für kulturellen und gesellschaftlichen Austausch.

Weitere Informationen unter www.buch7.de und www.buch7-kulturbahnhof.de

Kulturbahnhof Langweid

Über die Autorin

Sylvia Schaab

Sylvia Schaab ist in Nürnberg geboren, hat in Erlangen und Keele, Staffordshire studiert und lebt seit 2003 in Augsburg. Sie ist Journalistin, Weltverbesserin und Trainerin für nachhaltiges Leben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann managt sie ihre Agentur, einen Haushalt mit 3 Kindern und will die Welt ein bisschen besser machen. Als sie ins eigene Haus gezogen ist, wurde ihr bewusst, wie viel Müll sie als fünfköpfige Familie produzierten und so machte sie sich Anfang 2015 ans Werk, den (Plastik-)Müll zu reduzieren. Wie sie das macht, schreibt sie in ihrem Blog www.gruenerwirdsnimmer.de. Darüber hinaus erzählt sie Verbrauchern, Organisationen und Unternehmen, wie sie selbst weniger Plastik verbrauchen können. Dafür gibt es sogar ein Zertifikat. Sie hat ihr Wissen in dem Buch "Es geht auch ohne Plastik - Die 30 Tage Challenge für Familien" festgehalten.

Neuen Kommentar schreiben