Weihnachtsbraten vom Lechtal-Lamm!

Tradition, Naturschutz und guter Geschmack

Zwei Metzgereien in der Region Augsburg bieten Lammfleisch an, das aus der Beweidung der Lechheiden stammt. Auch in der Brauereigaststätte Riegele gibt es Lechtal Lamm-Gerichte. Der Landschaftspflegeverband empfiehlt Weihnachtsbraten vom Lechtal Lamm und verweist darauf, dass der Genuss von Lammfleisch aus der Landschaftspflege einen wertvollen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt leistet.

 

Schafe gehören auf unsere Lechheiden wie die Fugger zu Augsburg

„Lechheiden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Hier wachsen seltene Orchideen, Enziane und andere botanische Raritäten. Und auch was den Insektenreichtum betrifft, sind die Lechheiden einzigartig“, schwärmt Nicolas Liebig, Geschäftsführer beim Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg. Leider gibt es heute nur noch wenig Lechheiden. Der Verband hat sich daher zum Ziel gesetzt, die letzten Heidereste wie die Königsbrunner Heide, die Firnhaberauheide oder die Flugplatzheide in Haunstetten zu erhalten. Wichtige Partner sind dabei diejenigen, die die Heiden über Jahrhunderte genutzt haben: die Wanderschäfer!

 

Seit bald 20 Jahren sind Wanderschäfer wieder in Augsburg unterwegs

Christian Hartl ist Wanderschäfer in der dritten Generation. Erst kürzlich hat er den Betrieb von seinem Vater Josef Hartl übernommen. Mit seinen mehr als 500 Tieren ist er von April bis Oktober im Stadtgebiet unterwegs. Dabei beweidet er hauptsächlich Naturschutzflächen im Stadtwald und im Augsburger Norden. Für seine Dienstleistung wird der Schäfer mit staatlichen Naturschutzgeldern honoriert. „Landschaftspflege ist für uns Wanderschäfer mittlerweile eine der wichtigsten Einnahmequellen geworden. Eine runde Sache wäre es, wenn wir auch unser Produkt, das Lammfleisch, noch stärker in der Region vermarkten könnten“, erklärt Christian Hartl.

 

Hofmetzgerei Ottillinger und Metzgerei Dichtl sowie Wirtshaus Riegele bieten Lechtal Lamm an

Bereits im Jahr 2001 hatte der Landschaftspflegeverband die Marke „Lechtal-Lamm“ ins Leben gerufen. Der patenrechtlich geschützten Marke liegen strenge Produktionskriterien zu Grunde. Aus verschiedenen Gründen ist die Vermarktung leider nahezu eingeschlafen. Über das Projekt „Weidestadt Augsburg“ ist es nun gelungen, einen neuen Anlauf zu nehmen. Ein Fachbüro konnte beauftragt werden, die Vermarktung neu anzukurbeln. „Nun zeichnen sich erste Erfolge ab“, freut sich Liebig, „denn wir konnten zwei Metzgereien dafür gewinnen, ihren Kunden Lechtal Lamm anzubieten. Auch das Wirtshaus Riegele bietet zwei Lechtal Lamm Gericht auf der Speisekarte an!“. Küchenchef Josef Unertl ist vom Lechtal Lamm begeistert: „Neben der hervorragenden Qualität ist es mir wichtig, dass das Lammfleisch aus der Landschaftspflege in der Region kommt. Nachhaltiger geht es nicht. Das kommt auch bei unseren Gästen gut an. Der Absatz unserer Lechtal Lamm-Gerichte läuft prima!“.

Wanderschäfer Hartl und Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben beim Schafaufzug in das Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Drei Generationen Schäfer auf den Lechheiden: Familie Hartl. Foto: Norbert Liesz
Schafaufzug im Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz

Neuen Kommentar schreiben