Willkommen im „Taubenschlag“

Die Blase platzt - der Taubenschlag bringt Menschen zusammen! Rahmenprogramm des Augsburger Hohen Friedensfestes

„Jeder lebt in seiner Blase. Man tauscht sich oft nur mit Leuten aus, die den gleichen Bildungshintergrund, die gleiche Herkunft und ähnliche Meinungen zu Themen besitzen. Wir wollen diese Blase platzen lassen“, erzählt Tibor Schrag, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit vom „Taubenschlag“, einer Initiative, die 2016 das „Kühne Experiment wagte, einen offenen Raum für Kreativität, Austausch und friedliches Miteinander“ in Augsburg zu schaffen.

Jenseits von kommerziellen Angeboten und jenseits des universitären Elfenbeinturms bietet der Taubenschlag Vorträge, Workshops und Diskussionen. Etwa 30 Leute arbeiten in der komplett ehrenamtlich agierenden Crew des Stadtraum e.V. zusammen. Sie wurden 2018 mit dem „Roy für die Programmmacher des Jahres 2017“ ausgezeichnet. Über die Treffen  des Taubenschlags informiert ihre Facebook - und Instagram-Seite, sowie deren Homepage: taubenschlag.stadtraumev.de

Wir müssen lernen, dass wir voneinander lernen können.“ Tibor Schrag, Taubenschlag

2018 zum dritten Mal Teil des Augsburger Hohen Friedensfestes

Vom 2. bis 8. August 2018 ist der „Taubenschlag“ zum dritten Mal beim Augsburger Hohen Friedensfestes dabei. Der Willy-Brandt-Platz vor der City Galerie wird zum Mini-Festivalgelände mit Musik, Tanz und Kultur.

In verschiedenen Formaten möchte die Taubenschlag-Crew die Besucher*innen und Passanten dazu anregen, sich aktiv einzubringen und Barrieren abzubauen. Dazu sollen neben verschiedenen Musikacts auch Vorträge,  unter anderem zum Öffentlichen Nahverkehr und zu „Heterogenität und Leitkultur“, beitragen. Es wird gebastelt und gemalt, gesungen und getanzt, gegessen und getrunken, gelacht und miteinander diskutiert . Jede*r soll angehört werden. Herkunft, Alter oder Bildungsstand sind nebensächlich. Ziel ist eine offene und ehrliche Auseinandersetzung miteinander.


„Ich bin ein Stereotyp! Tell Me Anything“

Im Format „Ich bin ein Stereotyp! Tell Me Anything“ können sich Besucher*innen für drei bis fünf Minuten in eine Art Beichtstuhl begeben und dort einem bestimmten Stereotyp Fragen stellen, Bemerkungen abgeben oder Ähnliches. Zum Schutz der Anonymität können sie das Klischee dabei nicht sehen. Der Stereotyp antwortet nicht unmittelbar auf die Bemerkungen der Besucher*innen,  sondern äußert sich in Form eines schriftlichen Statements, das sowohl am Willy-Brand-Platz veröffentlicht wird, als auch auf der Taubenschlag-Website . „Es ist der Versuch, sich bewusst mit einem Stereotyp auseinander zusetzen, das fleischlose Wissen über eine Gruppe von Personen sitzt einem plötzlich gegenüber. Was sind die Fragen und Aussagen, welche einem dann noch einfallen?“, erklärt Tibor Schrag.

 

Diskussion in den öffentlichen Raum holen

Der öffentliche Raum wird selten als Diskussionsplattform genutzt, man bewegt sich von A nach B, möchte auf dem Weg möglichst wenig mit anderen in Berührung kommen – Kopfhörer rein, Diskussion Fehlanzeige. Die wird dann mit Freunden zu den immer gleichen Themen, mit den gleichen Argumenten, aus ähnlichen Perspektiven geführt. Oder gleich im Internet, wo es immer schwieriger wird, Fakten und Ausgedachtes voneinander zu trennen. Wo Diskussionen oftmals – im Schutz der Anonymität - emotional oder beleidigend statt konstruktiv oder aufklärend geführt werden.
Im Angesicht immer komplizierterer globaler Probleme ist es jedoch umso wichtiger, gemeinsam – ohne Berührungsängste mit „Anderen“ - in der Zivilgesellschaft einen Diskurs darüber zu führen, wie mit diesen Themen umgegangen werden kann. Nur dann wird sich auch in der Politik und Wirtschaft etwas tun. „Wir müssen lernen, dass wir voneinander lernen können“, sagt Tibor Schrag. Der Taubenschlag trägt einen Teil dazu bei, diese Berührungsängste abzubauen, den Diskurs in den öffentlichen Raum zu holen und vor allem: die eigene Blase platzen zu lassen.

Hier gibt es das Programm des Augsburger Hohen Friedensfestes.

Taubenschlag, Augsburg, Augsburger Hohes Friedensfest, Dialog, Kommunikation, Foto: Taubenschlag

Über den Autor

Jakob Kramer

Jakob ist 22 Jahre alt und studiert an der Universität Augsburg Geographie. Im Sommer 2018 wird er mit seiner Bachelorarbeit „Nachhaltige Transformation Augsburgs - eine kritische Analyse“ sein Studium abschließen. Jakob hat sich während des Studiums in der Fachschaft und als Tutor an der Uni engagiert und braucht jetzt einen Tapetenwechsel. Es winkt der Master „Geographien des Globalen Wandels“ in der schönen Stadt Freiburg. Im Sommer 2018 wird man ihn noch öfter am Proviantbach treffen, dort lässt er seine vierjährige Zeit in Augsburg ausklingen.

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