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Advent, Advent...

Advent, Advent...
Blätter, Beerenzweige und Zapfen aus dem Garten, Weihnachtsdeko vom Vorjahr und Bienenwachs vom Imker
Advent, Adventskranz, Foto Cynthia Matuszewski

Jedes Jahr kurz vor dem ersten Advent stehen überall in den Läden massenweise Adventskränze. Im besten Fall sind sie tatsächlich aus echtem Tannengrün und nur mit Heißkleber bearbeitet und mit Plastikdeko verziehrt. Häufig finden sich aber auch Kränze aus Plastik. Aus Kostengründen oder Zeitmangel wird schnell solch ein Plastikungetüm eingepackt und ziert dann den Adventstisch… Dabei kostet ein selbstgebundener plastikfreier Kranz meist weniger als der fertige aus dem Laden um die Ecke, und die Zeit, die das Binden dauert, kann gerade im Vorweihnachtsstress sehr entspannend sein.

 

Ein recycelter Strohkranz, Bast und Zweige aus der Natur

Zum Binden des Kranzes verwenden wir einen alten Strohkranz, den ich vor Jahren gebraucht geschenkt bekommen habe - die meisten gekauften Kränze werden um so einen Strohkranz herum gebunden, und wenn man die dann nach Weihnachten vorsichtig von den Zweigen befreit, kann der Kranz jedes Jahr wieder verwendet werden. Zweige holen wir uns immer direkt aus dem Garten und die Kinder haben viel Spaß daran, die Zweige auf die passende Größe zu schneiden und die verschiedenen Grüntöne zusammenzustellen. Da wir keinen großen Garten haben, verwenden wir so ziemlich alles Immergrüne, das wir finden. Auch Buchsbaum oder Efeu macht sich schön zwischen den Nadelzweigen. Kerzenhalter, Stecknadeln und Weihnachts-Deko haben wir ebenfalls gebraucht bekommen. Auch die können jedes Jahr wiederverwendet werden und müssen nicht neu gekauft werden, geht man sorgfältig damit um. Und warum sollte man nicht einmal die Muscheln vom letzten Strandurlaub verwenden?

Statt Blumendraht oder Plastikfaden verwenden wir zum Festbinden der Zweige um den Kranz herum Naturbast. Der kann nach Weihnachten problemlos durchgeschnitten werden und mitsamt der Zweige in der Biotonne entsorgt werden.

Da der Bast leicht reißt und nicht so straff gezogen werden kann wie Draht oder Schnur, schneide ich immer kurze Stücke ab und wickle dann nur zwei oder drei Reihen um den Kranz herum, bevor ich den Bast verknote. Dann kommt ein neues Stück Bast und die nächsten Reihe Zweige wird um den Kranz herum gebunden. Kleine Blätter, Beerenzweige oder Zapfen können auch mit Stecknadeln oder Klammern schnell und problemlos am Kranz festgesteckt werden. Mit etwas Übung geht das recht flott. Das Kranzbinden am Tag vor dem ersten Advent ist bei uns nun seit Jahren ein festes Ritual, auf das sich die Kinder und ich bereits Tage vorher freuen. Zuletzt kann der Kranz je nach Geschmack dekoriert werden.

 

Tipps für den nachhaltigen Kauf von Kerzen

Wenn der Kranz fertig ist, braucht man nur noch ein paar Metall-Tellerchen, um die Kerzen auf den Kranz zu stecken. Und natürlich die Kerzen. Schöne Bienenwachskerzen findet ihr auf dem Weihnachtsmarkt, beim Imker um die Ecke oder auch in den Schäfflerbach Werkstätten in der Provinostraße. Adressen haben wir am Ende des Artikels aufgelistet.

Im Gegensatz zu den üblichen Paraffin-Kerzen brennen Bienenwachskerzen länger, duften und sind einfach natürlicher. Paraffin wird ja aus Erdöl gewonnen und sollte somit aus ökologischen Gründen besser gemieden werden. Vegane Alternativen sind aus biologischem Öl, die unter der Bezeichnung „Stearinkerzen“ laufen. Diese sind aber meist aus Palmöl und fallen wegen der katastrophalen Anbaubedingungen und der Rodungen der Regenwälder aus. Zudem gibt es auch Kerzen aus Sojaöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Biomasse.

Auch Teelichter gibt es in Bienenwachs und ohne den üblichen Aluminiumschalen. Die Teelichter kommen dann in Glasschalen, die man immer wieder verwenden kann.

Kerzen selber machen

Eine Alternative zum Kaufen ist das Selbermachen. Entweder Kerzenreste schmelzen und neue daraus machen. Oder aber man holt sich von einem Imker in der Nähe Bienenwachsplatten und rollt sich seine Kerzen selbst. Das spart auch ein paar Euro. Bei Bienenwachskerzen solle man auf Bioqualität achten, sonst können Pestizidrückstände das Bienenwachs verunreinigen und werden beim Verbrennen freigesetzt.

Bienen sind ziemlich fleißig: Das Wachs wird von den Bienen in Form winziger Plättchen ausgeschwitzt. 1,2 Millionen davon ergeben 1kg reines Wachs. Das entspricht der Jahresproduktion eines Bienenvolkes. Diese Arbeit sollten wir daher wertschätzen und das Kerzenlicht bewusst genießen.

 

Adressen von Imkern:

Demeter-Imkerei und Kerzenwerkstatt Hannes und David Gerstmeier Margeritenweg 1

86859 Igling

Telefon:  08248 1429

http://www.demeter-bienenprodukte.de

Die Honigsammler

Susanne Frey & Rainer Bickel

Auwiesenstrasse 23

86517 Wehringen

http://www.die-honigsammler.de

Bienes Honighaus Augsburg

Zusamstraße 21A

86165 Augsburg

Telefon: 0821 791709

http://www.bienes-honighaus.de/

Mehr zu den beiden Autorinnen unter:  Grünezwerge.de

www.gruenerwirdsnimmer.de.

 

Kerzen. Foto Sylvia Schaab
Kerzen. Foto Sylvia Schaab
Adeventskranz. Foto Sylvia Schaab
Adeventskranz. Foto Sylvia Schaab
Adevent. Foto Sylvia Schaab
Adevent. Foto Sylvia Schaab
Adventskranz. Foto Andrea Maiwald
Adventskranz. Foto Andrea Maiwald
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Warum ist Schokolade eigentlich so günstig?

Warum ist Schokolade eigentlich so günstig?
Schokolade gibt es schon für ein paar Cent in jedem Supermarkt zu kaufen. Aber was genau essen wir da eigentlich? Und wie hängen Schoko-Genuss und Weltklima zusammen? Gastkolumne von Ursula Hudson, Slow Food Deutschland.
Schokolade

Palmöl in Schokolade: Dem Klima schmeckt’s nicht

Die amerikanische Weltraumbehörde NASA lässt zwei ständige elektronische Beobachter um die Erde kreisen, die sich »Terra« und »Aqua« nennen. Die beiden Satelliten funken regelmäßig Daten über die Veränderungen in den weltweiten Ökosystemen, vieles davon nahezu in Echtzeit abrufbar im Internet. Was sie derzeit aus Indonesien berichten, ist niederschmetternd: Von Januar bis Ende Oktober zählten ihre Messapparate rund 120 000 einzelne Wald- und Torfbrände in dem Inselstaat. Schon jetzt sprechen Experten von der größten Brandkatastrophe dieses Jahrhunderts (siehe www.globalfiredata.org).

 

Deren Ursache: Bauern auf Borneo oder Sumatra fackeln immer größere Teile des Regenwalds ab, um dort Palmöl-Plantagen zu errichten – mit absehbar desaströsen Folgen für das Weltklima. Die Brände dieser Saison haben bereits mehr Klimagase freigesetzt, als die Industrienation Deutschland in einem Jahr ausstößt.

 

Palmöl ist ein indonesischer Exportschlager. Die rücksichtslose Rodungspolitik drückt den Weltmarktpreis. Kein Wunder, dass Palmöl zum Schleuderangebot nahezu ubiquitär Abnehmer findet. Die Kosmetikindustrie setzt es in Salben und Cremen ein, die Reinigungsmittelhersteller verwenden es für Seifen und Waschmittel (Tenside) und bei Lebensmitteln kommt es von der Margarine bis zum Analogkäse zum Einsatz.

 

Leider verwenden auch Schokoladenhersteller gern Palmöl, es macht die Kakaomasse cremiger und fülliger, zudem verkürzt es den Herstellungsprozess zeit- und kostensparend. Bis zu fünf Prozent lässt die Europäische Union als Zusatzstoff bei der Fabrikation zu. Aus der Sicht von Slow Food sind dies fünf Prozent zu viel.

 

Ist Palmöl ein Muss für leckere Schokolade?

Palmöl hat in einer guten und vor allem sauberen Schokolade nichts zu suchen, denn hochwertiger Kakao enthält genügend eigene Fette und mehr als 500 Aromen, die dieses wunderbare Naturprodukt eben zu jenem »Gottesgeschenk« (Theobroma) machen, als das es von dem schwedischen Botaniker Carl von Linné schon vor dreihundert Jahren bezeichnet wurde!

 

In der Herstellung ersetzt das billige Palmöl schlicht die viel teurere, aber hochwertige Kakaobutter – schon sind fünf Prozent gespart. Für diesen Trick sind sich auch viele sogenannte Edelhersteller nicht zu schade. Uns Schokoliebhabern bleibt da nichts anderes übrig, als genauestens die Liste der Inhaltsstoffe auf dem Etikett zu studieren und die guten Anbieter von den schlechten zu trennen. Aber Vorsicht: Palmöl kursiert dort oft nicht unter eigenem Namen, sondern versteckt sich als sogenanntes »Pflanzliches Fett«.

 

Sojalecitin: Cremigkeit und Glanz im Low-Budget-Verfahren

Ähnlich klimabelastend und mindestens genauso überflüssig ist ein anderer Liebling der Schokoladenhersteller: das Sojalecithin. Bei diesem Zusatzstoff handelt es sich um einen sogenannten Emulgator, ein Helferlein, das von der Lebensmittelindustrie gerne eingesetzt wird, wenn es darum geht, nicht mischbare Flüssigkeiten wie beispielsweise Wasser und Öl miteinander zu verbinden.

 

Dem Schokoladen-Konsumenten gaukelt Lecithin eine höhere Produktqualität vor: Sein Einsatz führt zu einem angenehmen Mundgefühl, verleiht dem Produkt einen cremigeren Schmelz und einen höheren Glanz. Die Europäische Union lässt Sojalecithin auch im Biobereich zu. Und weil es spottbillig ist, verwundert es nicht, dass kaum ein Hersteller darauf verzichten mag.

 

Ist es für die Herstellung hochwertiger Schokolade notwendig? Wie bei Palmöl heißt die Antwort: nein. Dies beweisen Anbieter mit einer ganz anderen Produktphilosophie wie beispielsweise Naturata oder Bonnat, die in ihrem kompletten Schokoladen-Sortiment ohne Lecithin auskommen. Der gewünschte zarte Schmelz, ein appetitlicher Glanz und leckerer Geschmack lassen sich nämlich auch ganz ohne Hilfs- und Zusatzstoffe durch traditionelle Herstellungstechniken, wie das ausreichend lange Conchieren der Kakaomasse, erzielen.

 

Warum also den Konsumenten dazu zwingen, Stoffe zu sich zu nehmen, die er in seiner Schokolade gar nicht vermutet? Zumal Soja weltweit immer stärker gentechnisch verändert angebaut wird und eine Garantie, dass keine Spuren von veränderten Organismen in die Schokolade gelangen, selbst bei Verwendung von Biosoja kaum mehr möglich ist.

 

Sauber und fair geht anders: Billige Rohstoffe haben ihren Preis

Der Soja-Anbau erfordert zudem Platz – vor 15 Jahren wurde die Bohne in Argentinien auf einer Fläche von einer Million Hektar angebaut. Inzwischen sind es 18 Millionen Hektar. In Brasilien führt die Ausdehnung der Soja-Monokulturen zu einer ähnlich katastrophalen Abholzung des Regenwalds wie die Palmölproduktion in Indonesien. Wenn der Wald verschwindet, wird Kohlendioxid freigesetzt – das weltweite Abholzen von Bäumen (nicht nur durch Brandrodung) trägt maßgeblich zum Klimawandel bei.

 

Die Palmöl- und Sojaproduktion ist weder sauber noch fair. Die riesigen Monokulturen führen zur Vergiftung der Böden, die Profite landen bei wenigen großen Konzernen, die den Markt weltweit beherrschen. Einfache Bauern und Landarbeiter sind die Verlierer des industrialisierten Anbaus. Eine Tafel Schokolade wiegt in der Regel nur 100 Gramm. Jedes einzelne Stück sollte, wenn wir es uns auf der Zunge zergehen lassen, den Slow-Food-Kriterien »gut, sauber und fair« genügen. Schließen wir also durch bewussten Einkauf aus, dass aus dem Gottesgeschenk eine bittere Hypothek für den Planeten wird!

 

Bleiben Sie weiterhin engagiert, kritisch und genussfreudig,Ihre Ursula Hudson

 

Diese Kolumne stammt aus dem Slow-Food Magazin und wurde am 7.12.2018 im Lifeguide veröffentlicht.

Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland
Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland
Cover Slow Food Magazin 6_2015
Cover Slow Food Magazin 6_2015
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Auf Palmöl verzichten

Auf Palmöl verzichten
Gastkolumne von Ursula Hudson, Slow Food Deutschland
Für Palmöl-Plantagen werden in Peru großflächig Regenwälder gerodet

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) ist ein Wunderwerk der Natur. Man erkennt sie an den hübschen roten Früchten, die in charakteristisch dichten Trauben von den Palmköpfen herabhän­gen. Diese Fruchtstände schauen nicht nur schön aus, sie haben es auch in sich: Das Fleisch besteht bis zu 50 Prozent aus Öl, der dicke Samenkern enthält noch einmal bis zu 52 Prozent. Keine andere Kultur­pflanze kommt auf einen vergleichbar hohen Fett­ bzw. Energiegehalt. Ein Hektar Palmölplantage erbringt einen Ertrag von drei bis sechs Tonnen Palmöl pro Jahr, je nach Boden, Wetter und Pflege. Unser europäischer Raps liefert beispielsweise ledig­lich einen Ertrag von 1,5 bis 2,5 Tonnen Öl.

Natives, handwerklich gepresstes Palmöl ist sehr schmackhaft. Es gibt vielen Speisen der afrikanischen und asiatischen Küchen ihre leicht fruchtig­exotische Note. Verantwortlich für diese spezifische Ge­schmacksrichtung ist wohl vor allem der hohe Karotingehalt des Palmöls. Alle diese Eigenschaften zusammengenommen machen das Fett der Palm­früchte zum wichtigsten Speiseöl der Welt. Es kommt auf einen Marktanteil von rund 30 Prozent.

Leider ist die hübsche »Elaeis Guineensis« nicht nur Lieferan­tin eines schmackhaften Speiseöls, sondern auch ein Klimakiller. Ursprünglich in Afrika beheimatet, liegen die Hauptanbaugebiete heute in Malaysia und Indonesien. Diese zwei Staaten liefern sich einen gnadenlosen Wettbewerb um den höchsten Ölausstoß. Gemeinsam stehen sie für fast 90 Prozent der Weltproduktion. Für den monokulturellen Anbau von Elaeis werden immer grö­ßere Teile des heimischen Regenwaldes abgefackelt. Die (Folge­-)Brände setzen gewaltige Mengen an Treibhausgasen frei. Der hohe Ertrag und der rücksichtslose Raubbau an der Natur machen Palmöl konkurrenzlos billig. Kein Wunder, dass es nicht nur in der Küche als Speisefett zum Einsatz kommt. Die Kosme­tikindustrie setzt es in Salben und Cremes ein, die Reinigungsmittelhersteller verwenden es für Seifen und Waschmittel (Tenside) und bei Lebensmitteln steht es von der Margarine über Schoko­lade bis zum Analogkäse in der Inhaltsdeklaration. Laut einer Stu­die des WWF enthält mittlerweile jedes zweite Supermarkt­produkt Palmöl.

Äcker sind die neuen Bohrlöcher

Der größte Anteil wird jedoch schlicht – vertankt. Rund 41 Prozent des deutschen Jahresverbrauchs von 1,8 Millio­nen Tonnen werden dem sogenannten Biodiesel beigemischt. Skandalös. Essen gehört auf den Teller, nicht in den Tank. In ihrem lesenswerten Buch »Aus kontrolliertem Raubbau« macht die Münchner Journalistin Kathrin Hartmann die hochsubventionierte Beimengung von Palmöl bei »nachhaltigen« Kraftstoffen in Europa als Hauptursache für den Kahlschlag des Regenwalds in Südostasien aus. Die rasante Ausweitung der Palmöl-­Monokulturen begann Anfang der 2000er­-Jahre mit der ersten Energiewende und der Verkündung der europäischen Klimaziele. Die Verantwortlichen erfanden die Formel »Äcker sind die neuen Bohrlöcher« (Jür­gen Trittin). Besser hätte man es nicht ausdrücken können. Für die Idee, dass Strom, Gas und Öl auf dem Acker wachsen, sprudelten bis heute reichlich Steuergelder – mit grundstürzender Wirkung. In Deutschland wurde die Landschaft vermaist und das agrarbedingte Artensterben beschleunigt, in Südostasien wurde Regenwald im Umfang der halben Fläche Deutschlands abgefackelt und durch Palmölplantagen ersetzt. Weil deren Erzeugnisse auch in den europäischen »Bio«-­Sprit wandern, schmücken sich viele dieser Anbaupro­jekte sogar mit einem Nachhaltigkeits­-Siegel. Absurd.

Bewusst einkaufen

Auch wer bei Süßem und Fettigen genau hinschaut, leistet einen Beitrag. Die meis­ten Schokoladenhersteller behaupten bei­spielsweise, sie könnten nicht auf Palmöl verzichten. Das ist Augenwischerei. In der Herstellung ersetzt das billige Palmöl schlicht die viel teurere, aber hochwertige Kakaobutter. Chocola­tiers mit entsprechendem handwerklichem Können verzichten auf diesen Trick. Dies gilt auch für viele Erzeuger hochwertiger Chips. Niemand muss auf die Knabberei vor dem Fernseher ver­zichten: Im Gegensatz zur Industrie verwenden die meisten Bio-­Erzeuger kein Palmöl beim Frittiervorgang. Dies ist gesünder (weniger gesättigte Fettsäuren!) und schmeckt, wie ich meine, auch viel besser.

Besonders wichtig ist der bewusste Einkauf beim Fleisch. Rund acht Prozent des nach Deutschland importierten Palmöls fließen in Futtermittel für Rinder, Geflügel und Schweine. Wir können einen erheblichen Beitrag leisten, indem wir viel weniger, dafür aber hochwertigeres Fleisch genießen. Und dies möglichst vom ganzen Tier. Wer also, vom Kopf bis zum Schwanz, das Weiderind vom Bio­-Erzeuger bezieht, verbessert seine Klimabilanz durch weniger Massentierhaltung und Kraftfutterverbrauch.

Verzichten wir also auf Palmöl: bei der Beimischung, als Zusatzstoff oder als Prozesshelfer. Lassen wir es lieber in der Küche Afrikas, denn dort gehört es hin. Slow Food unterstützt dort übrigens seit 2011 auch ein Presidio. In Guinea Bissau, das der Ölpalme ihren Namen gab, werden die Früchte wilder Dura-­Palmen bis heute per Hand geerntet und für den lokalen Eigenbedarf genutzt. Kein Quadratmeter Regenwald muss dafür weichen!

Bleiben Sie weiterhin engagiert, kritisch und genussfreudig,Ihre Ursula Hudson

 

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Diese Kolumne stammt aus dem Slow-Food Magazin und wurde am 30.1.2017 im Lifeguide veröffentlicht.

Früchte der Ölpalme, Borneo
Früchte der Ölpalme, Borneo, Foto: Birgit Handke
Rodung für Palmölplantage in Peru
Rodung für Palmölplantage in Peru. Foto: Rettet den Regenwald / Mathias Rittgerott
Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland
Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland
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