1 - 3 von 3 wird angezeigt

Minouki: Heftumschläge aus 100% Recyclingpapier

Minouki: Heftumschläge aus 100% Recyclingpapier
Wie schön "Öko" für die Schule sein kann, zeigen Sylvia Manharts minouki-Schutzumschläge aus Recyclingkarton: Sie sind gut designt, sowie regional, fair und absolut umweltschonend produziert. 15 Fragen an Sylvia Manhart von minouki
Sylvia Manhart von "minouki"ökologische Heftumschläge aus 100% Recyclingpaier. Foto: minouki

"Die Selbstverständlichkeit mit der wir alle in den letzten Jahrzehnten Plastik verwendet und verschwendet haben, muss einfach aufhören. Die Bundesregierung fordert in den eigenen Behörden den Einsatz von Recyclingpapier auf 95% zu erhöhen. Vielleicht ließe sich ja auch eine Quote für den Schulsektor festlegen." Sylvia Manhart, minouki

Sylvia Manhart hat schon als Schülerin ihre Hefte mit gemustertem Papier eingebunden und dadurch ihre Französisch-Vokabeln ein kleines bisschen lieber gelernt. Heute mag die Mutter von drei Kindern immer noch keine Plastikumschläge. Außerdem hat ihr die Tatsache zu denken gegeben, dass in Deutschland jährlich 200 Millionen Schulhefte verkauft werden. Natürlich erhält nicht jedes Heft einen neuen Plastikumschlag, aber die Summe bleibt gigantisch.

 

Also hat sich Sylvia Manhart hingesetzt und ihre eigenen Schutzumschläge kreiert. Aus festem, 250g/m2 starkem, 100% igem Recyclingkarton, mit glatter, schmutzabweisender Oberfläche. Bedruckt mit Öko-Farben und manuell verarbeitet mit wasserbasiertem Klebstoff. Hergestellt in einer regionalen Druckerei, einem Familienbetrieb. Und richtig schön sind die Schutzumschläge auch noch. Denn Sylvia Manhart will mit ihrem minouki-Heftumschlag Lust auf Umweltschutz machen. Der Prototyp hat im Schulrucksack ihrer 10jährigen Tochter den Dauertest bestanden und auch die Freundinnen fanden die Farben und das Design cool. Also startete Sylvia Manhart im Schuljahr 2016/ 2017  mit ihrem Minouki-Online-Versand. Achtung, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer: Bei Sammelbestellungen gibt es Rabatt!

 

Steckbrief:

Name: Sylvia Manhart

Beruf: Manhart hat Marketing und Anglistik studiert, aktuell in Elternzeit in ihrem Hauptberuf, unterrichtet derweil in Teilzeit Flüchtlingskinder in Deutsch als Fremdsprache

Geboren in: Freising

Lebt in: Freising/ Bayern

Lieblingsort: irgendwo am Mittelmeer

 

15 Fragen an Sylvia Manhart von minouki

 

Bist du gern zur Schule gegangen?

Sylvia  Manhart: Ja, doch, eigentlich schon.

 

Warst du eine gute Schülerin?

Kommt auf die Fächer an. In Sprachen, Sport, Biologie war ich ziemlich gut. Aber worum es in Mathe oder Physik geht, habe ich glaube ich bis zum Abitur nicht wirklich kapiert. (lacht) Da hatte ich auch manchmal richtig schlechte Noten.

 

Wie oder wo hast du als Kind am besten gelernt? Alleine, in meiner Hängematte und leise musste es sein.

 

Wie könnte Schule nachhaltiger werden?

Sylvia: Zum Beispiel indem keine Heftumschläge aus Plastik mehr verwendet werden dürfen. Die Selbstverständlichkeit mit der wir alle in den letzten Jahrzehnten Plastik verwendet und verschwendet haben, muss einfach aufhören. Dasselbe gilt für Frischfaserpapier.

"Das Recyclingpapier der neuen Generation ist absolut hochwertig. Es herrschen aber immer noch Vorurteile gegenüber Recyclingpapier. Zum Beispiel: Es sei „grau" oder "die Tinte verschmiert“. Das alles stimmt längst nicht mehr." Sylvia Manhart, minouki

Manche Lehrer wissen das – andere nicht. Nicht nur, dass keine Bäume gefällt werden müssen; auch bei der Herstellung ist Recyclingpapier in Bezug auf den Einsatz von Chemikalien, Wasser und Strom dem Frischfaserpapier überlegen. Immerhin fordert die Bundesregierung, in den eigenen Behörden den Einsatz von Recyclingpapier auf 95% zu erhöhen. Vielleicht ließe sich ja auch eine Quote für den Schulsektor festlegen. Die Schreibwarengeschäfte würden sich gezwungenermaßen schnell darauf einstellen. Bei uns „im Schreibwarengschäft um die Ecke“ gibt es aktuell kein einziges Heft aus Recyclingpapier. Klar, dass sich viele Käufer da keine Gedanken machen oder besondere Mühe geben, woanders hinzugehen.

"Umweltschutz muss den Leuten leicht gemacht werden – und attraktiv sein. Darum haben wir die Heftschoner nicht nur umweltfreundlich produziert, sondern versucht, sie gleichzeitig so zu gestalten, dass die Kinder sie auch wirklich gerne benutzen und sie stolz auf ihr „Öko-Produkt“ sind." Sylvia Manhart, minouki

Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki

Die minouki Heftschoner sind aus Recyclingkarton gefertigt. Und das Material ist mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet – dem strengsten Siegel für Papier. Ansehen tut man das „öko“ den Umschlägen übrigens überhaupt nicht. Ich bin aber sicher, dass es auch Lehrer geben wird, die sich schwer damit tun, unsere Umschläge zu akzeptieren. Aber dann können die Kinder immer noch auf „100% Recyclingpapier“ und den kleinen Klappentext verweisen. Das sollte diesen Lehrern dann auch den Wind aus dem Segel nehmen. Bislang haben wir aber nur positive Lehrerreaktionen! Es macht Spaß, schöne Hefte zu haben!

Was willst du deinen Kindern unbedingt beibringen?

Fair sein, zusammenhalten, nicht überheblich sein, Respekt zeigen, die Umwelt schützen, nicht in der digitalen Welt versumpfen.

Was bedeutet nachhaltig leben für dich?

Wir als Familie sind bestimmt weit davon entfernt, völlig plastikfrei oder total vorbildlich zu leben. Aber wir geben uns Mühe besser zu werden. Wir fahren mit dem Fahrrad wann immer es geht, wir machen nicht jeden Konsum-Trend mit, kaufen unverpackte, saisonale und regionale Ware auf dem Markt. Wir boykottieren 1-Euro-Shops und Konsorten, wir fliegen nicht und wir kaufen und verkaufen gebrauchte Kleidung und Spielsachen. Immerhin haben wir unsere Kinder so weit gebracht, dass sie mit offenen Augen durch den Supermarkt gehen. Sie verzichten inzwischen oft freiwillig auf Dinge, die sie zwar gerne hätten, aber die es nicht ohne Plastik gibt. Stichwort: „Fußball ohne Chips“ (grinst). Mit drei Kindern und in Elternzeit tut es manchmal weh, wenn man beim Einkaufen für jeden Liter regionaler Bio-Milch aus der Glasflasche 40ct mehr bezahlen muss, als für einen Tetrapack. Aber ich fühle mich inzwischen richtig schlecht, wenn ich bestimmte Produkte in den Korb packe.

Manchmal gibt es aber schlichtweg kein Alternativprodukt – dann kauft man eben doch Produkte, die man eigentlich gar nicht unterstützen möchte. So entstand ja auch die Idee zu den Umschlägen. Ich hab plastikfreie Schutzumschläge gesucht und fand kein wirklich geeignetes, geschweige denn schönes Ersatzprodukt. Da habe ich einfach selbst eines entwickelt!

"Ich denke, je mehr Alternativprodukte es für Plastik gibt, desto besser. Je attraktiver diese sind, umso leichter wird den Endverbrauchern der Wechsel zum nachhaltigeren Produkt fallen. Die Schutzumschläge sind mein persönlicher und sicher sehr kleiner Beitrag auf dem langen Weg zu einer Konsumveränderung, die hoffentlich in allen erdenklichen Bereichen stattfinden wird." Sylvia Manhart, minouki

Ich wären überglücklich, wenn sich die Idee in den Klassen- und Lehrerzimmern herumsprechen würde: "Es gibt jetzt auch stabile Papierumschläge - viel schöner als die aus Plastik!"

Die Umschläge werden sicher nicht jahrelang halten – da darf man sich nichts vormachen. Sie sind aus Karton. Aber sie sehen nach einem halben Jahr keineswegs schlechter aus, als die Plastikhefter. Zwar zeigen sie ebenfalls Gebrauchsspuren – aber wer Kinder hat weiß: Selbst Plastikumschläge wandern oft nach einem Jahr in die Tonne. Der große Unterschied: Am Ende sind die Papierumschläge biologisch abbaubar.

 

Es geht auch um die Wertschätzung der Dinge. Diese Wegwerfmentalität „Der Plastikhefter hat ja sowieso nur 50ct gekostet – egal wenn der kaputtgeht“ gefällt mir nicht. Der minouki Umschlag kostet natürlich mehr. Sie sind teurer als Plastikumschläge aus Fernost. Dafür werden sie aber regional, fair und absolut umweltschonend produziert.

 

Wer oder was motiviert dich? Meine Kinder, mein Mann.

 

Welcher Moment hat alles verändert? Die Geburt meines ersten Kindes.

 

Frühaufsteher oder Morgenmuffel?

Stummer Frühaufsteher (bis zum ersten Kaffee)

 

Wofür würdest du gern mehr Zeit haben?

(Lacht!) Oh je. Ich habe gerade richtig viel um die Ohren. Das Projekt minouki ist sooo spannend, ich bekomme so viel feedback und Anfragen, bin Marketing, Produktentwicklung und Versandabteilung zugleich. Eigentlich ein Vollzeitjob. Da ich mich als Mutter von drei Kindern nicht traue, alles auf eine Karte zu setzen, arbeite ich trotzdem noch in Teilzeit. Tja, plus drei Kinder und der Haushalt... Um die Frage zu beantworten: Ich hätte manchmal gerne mehr Zeit für … mich (lacht!).

 

Was regt dich auf?

Arroganz.

 

Was kochst du, wenn du Besuch bekommst?

Lasagne.

 

Was ist dein magischer Ort?

Savoudrija an der istrischen Küste

 

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen?

Humor, Ehrlichkeit, Unkompliziertheit.

 

Was möchtest du unbedingt noch tun, in deinem Leben?

Von diesem Start-Up leben können und Freude dabei haben. Und mit meiner Familie einen Urlaub machen, der mindestens drei Wochen dauert.

INFO: www.minouki.com

 

Folgende Lifeguide-Artikel könnten euch auch interessieren:

Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahrt ihr außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

 

Erstveröffentlichung dieses Lifeguide-Interviews: am 2.9.2016

 

Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
×

Minouki - Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier

Minouki - Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier
So schön kann "Öko" für die Schule sein
minouki Heftumschläge aus 100% Recyclingpapier. Foto: minouki

Wie schön "Öko" für die Schule sein kann, zeigen Sylvia Manharts minouki-Schutzumschläge aus Recyclingkarton: Sie sind gut designt, sowie regional, fair und absolut umweltschonend produziert.

Sylvia Manhart hat schon als Schülerin ihre Hefte mit gemustertem Papier eingebunden und dadurch ihre Französisch-Vokabeln ein kleines bisschen lieber gelernt.

Heute mag die Mutter von drei Kindern immer noch keine Plastikumschläge. Außerdem hat ihr die Tatsache zu denken gegeben, dass in Deutschland jährlich 200 Millionen Schulhefte verkauft werden. Natürlich erhält nicht jedes Heft einen neuen Plastikumschlag, aber die Summe bleibt gigantisch.

Also hat sich Sylvia Manhart 2016 hingesetzt und ihre eigenen Schutzumschläge kreiert. Aus festem, 250g/m2 starkem, 100% igem Recyclingkarton, mit glatter, schmutzabweisender Oberfläche. Bedruckt mit Öko-Farben und manuell verarbeitet mit wasserbasiertem Klebstoff. Hergestellt in einer bayerischen, EMAS zertifizierten Öko-Druckerei, die nach dem Prinzip der Gemeinwohlökonomie arbeitet. Das Sortiment umfasst mittlerweile 24 Sorten. Neben gemusterten Umschlägen werden auch einfarbige Schutzumschläge angeboten. Richtig schön sind sie alle. Denn Sylvia Manhart will mit ihrem minouki-Heftumschlag Lust auf Umweltschutz machen. „Ich habe mich besonders über die vielen guten Gespräche gefreut, die sich aufgrund des Themas "Plastikmüll" ergeben haben. Viele kaufen jetzt schon regelmäßig minouki Umschläge und bestätigen uns, dass die Papierumschläge ein Schuljahr wirklich gut durchstehen“, berichtet Manhart.

Das komplette Lifeguide-Interview mit Sylvia Manhart lesen Sie hier.

Mehr zum plastikfreien Schulstart schreibt Andrea Maiwald (von Grünezwerge.de) im Lifeguide-Artikel hier.

 

Minouki-Umschläge/ ONLINE SHOPS DEUTSCHLAND

BUND Naturschutz in Bayern e.V.KLEINER HOLZLADEN MONOMEERSAUERACKER Bürobedarf

Folgende Lifeguide-Artikel könnten Sie auch interessieren:

Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Sylvia Manhart von "minouki"ökologische Heftumschläge aus 100% Recyclingpaier. Foto: minouki
Sylvia Manhart von "minouki". Sie entwirft wunderschöne ökologische Heftumschläge aus 100% Recyclingpaier und stellt sie umweltfreundlich, ökologisch und regional her. Foto: minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
minouki Heftumschläge aus 100% Recyclingpapier. Foto: minouki
minouki Heftumschläge aus 100% Recyclingpapier. Foto: minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
×

Plastikfreier Schulstart

Plastikfreier Schulstart
Gastbeitrag von Andrea Maiwald von Grünezwerge
Selbstbedrucktes Schlampermäppchen aus Baumwolle. Foto Andrea Maiwald

Bald beginnt wieder die Schule, und im Vorfeld müssen viele Dinge besorgt werden, die natürlich weitgehend plastikfrei sein sollten. Im Schulranzen findet sich nämlich meist massenweise Plastik. Was auf den ersten Blick recht schwierig aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen zumindest teilweise als gut machbar: Viele Dinge finden sich plastikfrei oder plastikarm auch im normalen Schreibwarenladen.

Der Schulranzen: Aus recycelten Plastikflaschen

Das erste Problem, auf das wir bei den Vorbereitungen für den ersten Schultag meiner Tochter gestoßen sind, ist der Schulranzen. Zwar gibt es im Netz einige tolle Modelle aus Leder, allerdings überzeugten die mich alle nicht, was Gewicht und Tragekomfort betraf. Meine Tochter hat einen recht weiten Schulweg, und da auch Erstklässler*innen bereits einiges zu tragen haben, sollte der Ranzen leicht und rückenfreundlich sein. Auch der Sicherheitsaspekt und das Volumen waren ein großes Kriterium. Letztlich bin ich auf den Ergobag gestoßen, den es in jedem besser sortierten Laden gibt. Der Ergobag ist sehr rückenfreundlich gestaltet, hat viel Stauraum, genügend Reflektoren  und ist in vielen verschiedenen Farben und Designs erhältlich. Er besteht zwar aus Kunststoff, jedoch ist dieses Material aus recycelten Plastikflaschen hergestellt. Immerhin. Passend zum Ranzen gibt es auch Sporttasche, Feder- und Schlampermäppchen. Nachdem meine Tochter sich ihr Wunschdesign ausgesucht hatte, hatten wir Glück und haben diesen Ranzen sogar bei den Kleinanzeigen gebraucht aber wie neu bekommen.

Stifte, Spitzer, Schlampermäppchen gibt es aus Holz, Metall oder Baumwolle

Jetzt konnten wir uns also an den Inhalt des Ranzens machen. Stifte gibt es in vielen Ausführungen. Einige davon sind in Karton verpackt, mit FSC-Siegel und im besten Fall unlackiert. Viele gibt es auch einzeln, so dass nur nachgekauft werden muss, was fehlt. Spitzer gibt es aus Holz oder Metall und auch die Spitzerboxen finden sich aus Holz oder Pappe. Bei den meisten Modellen kann sogar die Klinge ausgewechselt werden. Lineale gibt es ebenfalls aus Holz. Wie viele Mädchen in dem Alter wünschte sich meine Tochter bunte Bilder, am besten in Rosa auf ihren Sachen. Deshalb haben wir sie alle bemalt oder mit farbigem Washi-Tape beklebt.

Auch beim Radiergummi muss genauer hingesehen werden. Die meisten Radiergummis, besonders die bunten in diversen Formen, bestehen aus Kunststoff. Außerdem radieren viele davon nur schlecht. Besser sind hier welche aus Naturkautschuk.

Das Schlampermäppchen hat meine Tochter von ihrer Cousine bekommen. Die hat ein weißes Baumwollmäppchen aus dem Bastelladen mit den Lieblingsfarben bemalt. Der Inhalt des Mäppchens geht leider nicht komplett plastikfrei. Klebestifte gibt es nicht ohne Plastik, allerdings erhält man im Laden auch welche ohne Lösungsmittel, deren Verpackung aus recyceltem Kunststoff besteht.

Die Kunstkiste – kunstvoll selbst gemacht

In der Grundschule brauchen die Schülerinnen und Schüler auch eine Kunst-Kiste. Die muss nicht, wie heute oft üblich, aus einer gekauften Plastikkiste bestehen, sondern kann ein alter Schuhkarton sein, der mit Geschenkpapierresten hübsch beklebt wurde. Viele Schuhläden geben die Kartons kostenlos ab.

Second Hand statt neu

Zwar gibt es Wasserfarbkästen aus Metall, allerdings lässt die Qualität der Farben bei manchen zu wünschen übrig oder die Farben selbst weichen von den Standartfarben ab. Da es aber in der Schule nicht ausbleibt, dass die Kinder ihre Bilder vergleichen und oft enttäuscht sind, wenn ihre Werke anders aussehen oder nicht so strahlen wie die der Mitschüler, war es mir wichtig, die Empfehlung der Klassenlehrerin zu besorgen. Und weil eben fast alle Lehrerinnen und Lehrer diesen einen, bestimmten Farbkasten empfehlen, war es auch gar kein Problem, ihn im Second-Hand-Laden zu bekommen. In jedem Schreibwarenladen gibt es Ersatznäpfe für diesen Kasten, so dass wir einfach neu aufgefüllt haben. Der Kasten selbst wurde einmal ordentlich geschrubbt. Jetzt sieht er wieder aus wie neu und wurde nach Wunsch individuell mit Washi-Tape gepimpt. Pinsel gibt es oft im Set in Plastikverpackung. Aber jeder gut sortierte Schreibwarenladen hat auch einzelne Pinsel aus Holz mit FSC-Siegel und unlackiert.

Das Marmeladenglas: standhafter als viele Plastikbecher

Unser Wasserbecher besteht einfach aus einem stabilen Marmeladenglas mit festem Stand dank breitem Boden und großer Öffnung. So ein Marmeladenglas hält problemlos auch einmal einen Stutz auf den Klassenzimmerboden aus. Die Becher, die es zu kaufen gibt, sind hingegen alle aus Plastik und meist trotz vielversprechenden Deckeln, Spritzschutz und sonstigen Zusatzfunktionen eher unpraktisch, da sie nur eine kleine Standfläche haben und schnell kippen oder schwer ohne Sauerei zu entleeren sind.

Auch Malerkittel gibt es aus Kunststoff haufenweise zu kaufen. Da der Malerkittel aber die gute Kleidung vor Flecken schützen soll, muss es auch nichts Teures, neu Gekauftes sein. Ein altes Shirt oder Hemd von Mama oder Papa erfüllt diese Aufgabe ebenfalls wunderbar. Meine Tochter durfte sich also ein altes Shirt aus meinem Schrank aussuchen, und - wie nicht anders zu erwarten - ist sie nun stolze Besitzerin eines tollen rosa Malerkittels. Auch sonst finden sich im Schulranzen noch einige Dinge, die es ohne Plastik gibt. Eckspannmappen, Heftmappen, Ordner, Schnellhefter und Heftstreifen sind problemlos auch aus Karton zu bekommen. Bei Heften und Heftumschlägen ist es zwar oft so, dass die Lehrerin oder der Lehrer bestimmte Vorstellungen haben und diese Materialien als Sammelbestellung besorgen. Es rentiert sich jedoch, sie auf eventuelle Alternativen anzusprechen, wie Hefte aus Recyclingpapier oder Papierumschläge. Viele Lehrer*innen haben entweder gute Gründe für die entsprechende Materialwahl, die ich dann auch akzeptieren würde. Oder aber sie haben im Schulanfangsstress einfach noch nicht an umweltfreundliche Materialien gedacht. Dann kann man vielleicht noch etwas ändern.

Letztendlich ist es zwar oft so, dass die plastikfreien oder plastikarmen Alternativen etwas mehr kosten. Aber wenn man nicht alles unreflektiert neu kauft, sondern zum Beispiel beim Wasserglas oder dem Malerkittel zu den kostenlosen, bereits vorhandenen Materialien greift, können problemlos ein paar Euro eingespart werden. Das gleiche gilt auch bei Stiften und Farben. Wenn man hier nicht das ganze Set, sondern nur das Benötigte einzeln nachkauft, kann der eingesparte Betrag in den Kauf neuer, hochwertige Materialien investiert werden.

Infos zu Andrea Maiwalds Versuch, mit ihrer Familie plastifrei zu leben: Grünezwerge.de

Folgende Lifeguide-Artikel könnten Sie auch interessieren:

Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

Holzlineal und Holzanspitzer, von der Besitzerin mit Herzchen verziert. Foto: Andrea Maiwald
Holzlineal und Holzanspitzer, von der Besitzerin mit Herzchen verziert. Foto: Andrea Maiwald
Second Hand statt neu: Wassermalfarben. Foto: Andrea Maiwald
Second Hand statt neu: Wassermalfarben. Foto: Andrea Maiwald
×
KONTAKT